Articles for this day of 15. März 2015

Ansichten zu Perry Rhodan Heft 2795

Ockhams Welt – von Wim Vandemaan – Handlung:

Für Attilar Leccore, der maßgeblich am Raub der Ordischen Stele von Allema, dem vierten Planeten von Fracowitz Stern beteiligt war, tut sich eine große Chance auf. Der TLD-Chef und Gestaltwandler, der den Platz des Onryonen-Kommandanten Boyton Holtorrec eingenommen hat, bekommt von Richter Matan Addaru Jabarim den Auftrag, die gestohlene Ordische Stele zu finden. Und der TLD-Chef hat vor, diesen Auftrag zur vollsten Zufriedenheit des Atopen zu erfüllen. Denn ist er erfolgreich, winkt ihm eine Beförderung ins Arkonsystem, lässt der Tesquire Aygoy mitteilen. Im Arkonsystem könnte Leccore einiges bewirken.

Boyton Holtorrec/Attilar Leccore bricht mit seinen Schiffen auf. Zuvor gibt er dem TLD-Agenten Findar Hospallen noch eine wichtige Botschaft. Auf Ockhams Welt, wo die Ordische Stele in einem Geheimstützpunkt der LFT untersucht wird, soll man sich vorbereiten. Hospallen wird jedoch beim Abflug aus dem System von dem Tesquiren Aygoy als TLD-Agent enttarnt und getötet.

Etwa ein halbes Jahr bleiben Leccore für die „Suche“ nach der Stele. Später würde der Richter andere Suchkommandos losschicken. Umfassende Analysen der Onryonen erbringen unterschiedlichste Ziele, an denen die Stele verborgen sein könnte. Darunter ist auch das System EZ-NC 1091, das in galaktischen Sternkatalogen als verbotene Zone markiert ist. Auf Ockhams Welt hat sich ein nur wenig kommunikatives insektoides Kollektivwesen entwickelt, zudem neigt der Stern des Systems zu starken Energieausbrüchen. Während andere Schiffe des Clusters zu anderen möglichen Verstecken aufbrechen, fliegt Holtorrec/Leccore mit der CLOSSOY und neun weiteren Raumern ins System EZ-NC 1091.

Auf Ockhams Welt ahnt man indessen noch nichts vom baldigen Besuch der Onryonen. Die todkranke Kybernopsychologin Yemaya Shango trifft sich außerhalb des bestens getarnten Stützpunkts mit dem Honwayde. Es handelt sich um ein aus hunderten Käfern bestehendes Kollektivwesen, mit dem die Wissenschaftlerin begrenzt kommunizieren kann. Auf dem Rückweg zum Stützpunkt, um an einem neuen Versuch mit der Ordischen Stele teilzunehmen, schaut die Wissenschaftlerin noch nach einem weiteren Forschungsobjekt. Der Haluter Troven Lanc hatte vor langer Zeit einen schwer verletzten Dolan im Randbereich der Galaxis entdeckt. JASEN, wie der Dolan genannt wird, ist weitgehend genesen, allerdings sind seine sieben Exekutoren, die ihn steuern, bereits tot gewesen, als Lanc den Dolan fand. Ohne diese Bewusstseinsinhalte ist JASON orientierungslos.

In TLD-Stützpunkt untersuchen terranische Wissenschaftler die Ordische Stele. Das Bewusstsein, das sie in der Stele vermuten, widersetzt sich jedoch den meisten Befragungen. Allerdings empfindet die Stele die tödliche Krankheit Yemaya Shangos als ungerecht. Bei weiteren Gesprächen erwähnt die Stele einen Krieg gegen die Empörer und das Unbegrenzte Imperium von Tiu und lässt durchblicken, dass die Verheerungen früherer Kriege in der Milchstraße auch die Onryonen trafen und Überlebende mit den Atopen die Übereinkunft trafen, den nochmaligen Untergang der Galaxis zu verhindern. Die Ordische Stele zeigt sich nach weiteren Gesprächen nun kooperativer.

Die CLOSSOY fliegt Ockhams Welt an und wird vom Dolan entdeckt. Die Terraner verhalten sich still. Auf dem Planeten wird Attilar Leccore von seinem onryonischen Sicherheitschef begleitet. Beim Kontakt mit dem Honwayde erkennt der Sicherheitschef, dass sein Kommandant ein Fremder ist. Leccore kann den Onryonen töten und die LFT-Angehörigen warnen. Gemeinsam ersinnt man den Plan, das Bewusstsein der Stele, das dem Plan zustimmt, in den Dolan zu übertragen. Und auch das Bewusstsein von Yemaya Shango geht im Exekutor 1 des Dolans auf. Die Onryonen erbeuten unter der Leitung von Holtorrec/Leccore die leere Stele. Der Dolan fliegt davon und Leccore bekommt später von dem Tesquiren Aygoy den Auftrag, die Stele ins Arkonsystem auf Luna zu bringen. Die Sganshanum sollen die Stele untersuchen. Holtorrec/Leccore wird zum Stellvertreter des onryonischen Oberbefehlshabers im Arkonsystem ernannt.

 

Rezension:

Dem aktuellen Roman von Wim Vandemaan liegt eine ähnliche Idee zugrunde, wie bei der Jagd auf Jaj im Solsystem. Der oberste Jaj-Jäger im Solsystem war selbst ein Jaj. Er sollte sich also selbst jagen. Und in Vandemaans Roman muss sich nun der Dieb der Ordischen Stele selbst auf die Suche nach der Stele und dem Dieb machen.

Auch eine zweite Idee in dieser Geschichte erinnert an eine ähnliche Konstellation vor einigen Heften. Vor kurzem hatte Atlan die Möglichkeit gehabt, die Umwandlung Arkons III in einen Kosmoglobus zu verhindern. Er hat der Versuchung widerstanden und lieber das höhere Ziel, nämlich über den Kosmoglobus in die Jenseitigen Lande gelangen zu können, angestrebt. Ähnliches widerfährt nun auch Attilar Leccore. Der gestaltwandelnde TLD-Chef kann in seiner Position als Kommandant eines onryonischen Raumrudels sicherlich einiges gegen den Feind unternehmen. Bringt er jedoch die Ordische Stele zurück, eröffnen sich ihm im Arkonsystem weitaus mehr Möglichkeiten.

Diese beiden Ansätze konnten gefallen. Andere Elemente der Geschichte ließen sich jedoch leider allzu leicht durchschauen. Auf der einen Seite ein Dolan, dem die Exekutoren, die Bewusstseine fehlten. Und auf der anderen Seite eine Ordische Stele, in der ein Bewusstsein hauste, das man nicht an die Onryonen zurückgeben wollte. Der Ausgang der Geschichte war vorgezeichnet. Zu kritisieren ist auch, dass der Roman des Exposé-Autors nur wenig Licht ins Dunkle der Zyklusgeschichte bringt. Zwar gab es erhellende Informationshäppchen, die aber größere Zusammenhänge bestenfalls erahnen lassen. Wäre dieser Roman mit seinen Andeutungen 30 Hefte früher angesiedelt gewesen, wäre er ein toller Appetizer auf die nächsten Romane geworden. So kommt die Geschichte im Zykluskontext deutlich zu spät.

Abseits der großen Rahmenhandlung geriet die Geschichte dennoch kurzweilig. Der Autor zeigt einmal mehr sein Faible für ungewöhnliche Handlungsorte und absonderliche Wesen. Die Geschichte war facettenreich mit vielen ausgezeichnet beschriebenen Episoden von ganz unterschiedlicher Art. Das beginnt mit der sprechenden Frisbee-Scheibe, geht über den selbständig agierenden Regenschirm mit Faraday-Schutz hin zu der absonderlichen Flora und Fauna von Ockhams Welt. Auch die Bewohner der Welt werden überzeugend eingeführt und fortentwickelt. Toll gemacht ist auch die Einführung des Dolan.

Fazit: Als Einzelroman gefiel die Geschichte sehr gut. Die Platzierung an dieser Stelle im Zyklusaufbau passte nicht ganz. Es fehlt hier an einem Gespür für den großen Spannungsbogen.