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Ansichten zu Perry Rhodan Stardust Heft 8

Anthurs Ernte – von Andreas Suchanek – Handlung:

Auf Horatio, einer Kolonie der Stardust-Union, erwirtschaften sich die Kolonisten ihren Lebensunterhalt mit der Jagd auf einheimische Maden, deren Fleisch eine begehrte Delikatesse ist. Die Maden durchlaufen mehrere Stadien einer Metamorphose. In den einzelnen Stadien sind die Maden sehr gefährlich. Madenjäger müssen daher immer auf der Hut sein. Doch Gorsten Resnac hat andere Probleme. Jaroc sind auf Horatio gelandet und machen ihrerseits Jagd auf ihn. Seine Freunde sind bereits getötet oder paralysiert und von den Invasoren verschleppt worden. Resnac kann sich in die Siedlung Elisabethtown retten aber auch dort ist er nicht sicher.

Nach ihrer Rückkehr aus der Vergangenheit setzt Kerat Tinga seine Begleiter auf einer Welt von Far Away ab. Er will so schnell wie möglich zu Whistler zurückkehren. Die Proteste von Perry Rhodan und Eritrea Kush ignoriert der Jaranoc. Immerhin verständigt er ein Schiff der Stardust-Union und die FUNKENREGEN nimmt die beiden Gestrandeten an Bord. Dort erfahren sie, dass bereits acht Welten der Union von den Amöbenschiffen angegriffen wurden. Virenfähren setzen Jaroc ab und machen Jagd auf Menschen. Ein Funkspruch von Horatio trifft ein und für Kush und Rhodan ist klar, dass sie der Kolonie helfen werden.

Im Orbit um Horatio befinden sich zwei Amöbenraumer. Kristalljäger und Virenfähren sind auf der Oberfläche im Einsatz. Die zuständige Administrationsbeauftragte von Horatio zeigt sich widerspenstig. Man befände sich mitten in der Erntesaison, eine Evakuierung käme nicht in Frage. Mehul Tondesi, der Pilot der FUNKENREGEN und Rhodans Begleiter bei der Begegnung mit dem Netzweber stammt von Horatio. Er macht den Vorschlag, sich an Vermis X. Horatio, den mächtigsten Patriarch des Planeten zu wenden. Kush, Tondesi und Rhodan landen mit einem Shift auf der Kolonialwelt, da die FUNKENREGEN wegen der Stärke der Amöbenraumer nicht eingreifen kann. Derweil werden Schiffe zur Evakuierung angefordert.

Rhodan und die Admiralin werden von Tondesi zum Patriarchen gelotst. Der ist mit seinen Söhnen auf der Jagd und will sich von der Admiralin nichts vorschreiben lassen. Auch Rhodan kann ihn nicht dazu bewegen, die Jagd abzublasen. Noch während die Diskussion in Gange ist, greifen Jaroc an. Ein Sohn von Vermis wird verletzt und die Gruppe bricht in unterirdische Stollen ein, die von den Maden gegraben wurden. Dort müssen sie sich nicht nur gegen die Jaroc sondern auch gegen angreifende Maden wehren. Tondesi wird von den Invasoren verschleppt.

In Elisabethtown macht Gorsten Resnac eine überraschende Entdeckung. Ein Metamorphosestadium der Maden sind riesige fliegende Geschöpfe, die als Behemoth bezeichnet werden. Sie emittieren starke elektromagnetische Strahlung und stören sogar Hypertechnik. Als Kristalljäger die Stadt angreifen, wenden sich die Tiere gegen die Angreifer. Die Flugmaschinen der Invasoren stürzen ab. Im allgemeinen Tumult entdeckt Resnac einen Menschen, der einen Kristalljäger entsteigt und den Jaroc Befehle gibt. Es ist Anthur, der die Invasion befehligt. Nachdem Anthur zahlreiche Menschen paralysiert hat, lässt er sie zu den Amöbenschiffen transportieren.

Wieder greifen fliegende Behemoth an. Als sie beschossen werden, kommt es zu verherrenden Explosionen, die große Teile des Planeten zerstören. Resnac und Tondesi treffen sich in der Gefangenschaft. Dort erfahren sie auch, dass die Maden Mutationen früherer Biospeicher der Pahl-Hegemonie darstellen.

Rhodan und Kush können endlich den Patriarchen überzeugen, Horatio zu evakuieren. Es gibt kaum noch Überlebende. In der Krankenstation erhalten Kush und Rhodan eine niederschmetternde Diagnose. Anthur hat einen Virus ausgesetzt und beide haben sich infiziert. Auch Rhodan leidet trotz Zellaktivator unter den Auswirkungen. Die aus der Vergangenheit mitgebrachten Tagaris-Blumen werden untersucht, doch die Wissenschaftler sind zunächst machtlos.

 

Rezension:

In seinem Beitrag zum Stardust-Zyklus setzt Andreas Suchanek den gleichen Stil ein, der auch die bisherigen Romane gekennzeichnet hat. Rhodan und Kush sind im Team unterwegs und sind weitgehend auf sich gestellt. Zuletzt wurden die beiden von Tinga unterstützt. Diesmal werden sie von Tondesi begleitet. Obwohl Rhodan und Kush diesmal stärker als zuletzt in die Geschehnisse eingreifen können, sind sie weitgehend machtlos. Ohne dieses Zweierteam scheint auch der Rest der „Neuen Menschheit“ weitgehend planlos zu sein. Dazu kommt, dass Anthur den beiden Hoffnungsträgern stets einen Schritt voraus ist. Und die Überlegenheit der Amöbenschiffe lässt auch ein direktes militärisches Eingreifen nicht zu, wobei hier noch nicht mal der Versuch gemacht wird, da die FUNKENREGEN das einzige Schiff der Stardust-Terraner ist, dass die Kolonie anfliegt. Neben dem beschriebenen Verbot des Einsatzes hyperenergetischer Geräte wendet sich dann auch noch die Fauna des Planeten gegen Bewohner und Helfer. Und als wäre das alles nicht genug, sind die Bewohner trotz Invasion und Verschleppung von Familienangehörigen und Freunden vor ihren Augen nicht bereit, die Erntesaison abzubrechen.

Damit war die Saat bereitet, das dynamische Duo Kush/Rhodan auf Maden, Madenjäger, Invasoren und den Rest der Welt loszulassen und etwas Schwung in die vorgezeichneten Abläufe zu bringen. Doch weit gefehlt. Dem Autor Suchanek gelingt es zu keiner Zeit, dem Unsterblichen Perry Rhodan so etwas wie Leben einzuhauchen. Während um ihn herum geschossen und entführt wird, lässt Suchanek den Helden eine Diskussion über seine politischen Erfolge der Vergangenheit führen. Und auch Kush bekommt vom Autor keine Gelegenheit, ihr Potential als Kämpferin auszuspielen. Die Admiralin darf hin und wieder fluchen, erbost mit dem Fuß aufstampfen oder hin und wieder die Augen verdrehen. Dazu darf dann schon mal Rhodan seine Partnerin beruhigend an den Arm greifen.

Derweil geht um die beiden maßlos enttäuschenden Helden herum der ganze Planet zugrunde. Die Handlung um den Madenjäger Gorsten Resnac konnte noch am ehesten überzeugen. Die Auftritte Rhodans und Kush hingegen muteten seltsam teilnahmslos an. Rhodan hätte ein selbstbewussteres Auftreten verdient gehabt. Stattdessen führt er langwierige Debatten im Wüstensand. Als dann kurz darauf die Kristalljäger angreifen wirkt das Szenario eher wie ein Kammerspiel als eine bedrohliche Kampfszene. Während Rhodan und Kush träge die Angreifer beobachten und die Planetenbewohner darüber debattieren, welche Waffen sie einsetzen wollen, erzielt der Gegner seine Erfolge.

Auch Rhodans Gedanken sind pomadig. Der berühmte Sofortumschalter rafft nichts. Rhodan und Kush erfahren, dass die Jaroc in der Gegenwart mehrere Welten überfallen haben. Das deckt sich mit den Erkenntnissen der Zeitreise, denn dort haben die Terraner erfahren, dass es immune Jaroc gab, die in Tiefschlaf versetzt wurden. Auf dem Madenplaneten indes verwirren die Jaroc Rhodan, der sich nicht erklären kann, woher die Fremden plötzlich kommen.

Die Figur des Anthur hat sich geändert. An der Seite von Rhodan konnte der Helfer des Generex noch eine undurchsichtige Fassade aufrechterhalten. Suchanek verpasst dieser Figur einige neue Wesenszüge. Abgesehen davon, dass er seine Gefangenen quält, zeigt sich die Figur auch seltsam klatschsüchtig.

Fazit: Der Autor lässt seine Hauptfiguren weitgehend lustlos in einer simplen Story agieren.