Articles for this day of 3. August 2014

Ansichten zu Perry Rhodan Heft 2763

Mondlicht über Naat – von Verena Themsen – Handlung:

Tormanac da Hozarius ist mit dem Kristallpalast nach Zalit ausgewichen. Der Vizeimperator gibt sich dort immer öfter den Messingspielen hin. Darin kann er seinen, dem Tod geweihten Körper vergessen, der trotz der gelegentlichen Impulse eines atopischen Zellaktivators immer schwächer wird. Tormanac träumt davon, seinen Geist eines Tages vollständig vom Körper lösen zu können und ganz in die Messingwelt einzutauchen. Doch noch gibt es eine Verbindung in die sogenannte Zähe Welt. Er hat einen Wächter programmiert, der einer Figur des Garrabo-Spiels nachempfunden ist. Und dieser Wächter sucht ihn nun auf und berichtet von Ereignissen im Arkon-System, jetzt Baag-System, die von kosmischer Tragweite sein könnten.

Zur gleichen Zeit auf Naat, dem fünften Planeten im Baag-System. Der junge Naat Galgkar träumt davon, beim Muathamen teilnehmen zu können, einem bei seinem Volk mit höchstem Stellenwert versehenen rituellen Zweikampf. Doch Galgkar hat kaum eine Chance, daran teilnehmen zu dürfen. Er wird unter seinesgleichen aufgrund eines genetischen Defekts als Bleichgesicht bezeichnet und wurde von seinem Clan, nach dem Tod seiner Eltern, ausgestoßen. Die Terranerin Yaren Yildiz, die auf Naat als Geochemikerin arbeitet, ist eine Art Ziehmutter für Galgkar und unterstützt den jungen Naat, wo sie nur kann. Während eines Kampfes ihres Schützlings mit einem Trainingsroboter taucht am Himmel über Naat eine riesige Kugel auf. Yaren erkennt sie sofort. Es ist Luna.

Die Ankunft Lunas ist das Ereignis auf Naat. Eigentlich hätte Luna 3 Jahre zuvor über Tefor erscheinen sollen, war seitdem aber verschollen. Auch soll ein Richter namens Matar Addaru Jabarim mit dem Mond gekommen sein. So zumindest verkündet es Richter Chuv, dessen CHUVANC auf Naat gelandet ist. Auch der Kolonialarkonide Sholtan Perlvin verfolgt die Nachrichten. Ihn, der als Journalist tätig ist, interessieren vor allem die Berichte über eine mögliche Teilnahme Chuvs an den bevorstehenden Großen Muathamen. In ihm reift ein Plan, diese Gelegenheit zu nutzen. Er sucht Yaren Yildiz und ihren Schützling Galgkar auf und überredet die beiden, mit ihm die Ordische Stele auf Naat aufzusuchen. Dort berichtet Galgkar über das Unrecht, das ihm widerfährt, nämlich nicht als Kämpfer zugelassen zu werden. Geschickt sorgt Sholtan dafür, dass Galgkar am Großen Muathamen teilnehmen kann, indem ihm womöglich ein Zweikampf mit Richter Chuv persönlich in Aussicht gestellt wird, der ebenfalls als Kämpfer antritt. Die Art von Sholtan Perlvins Auftreten, dessen eine Kopfhälfte nach einer Verletzung von einer Maske verdeckt wird, lassen Yaren etwas argwöhnisch werden.

Dazu hat sie allen Grund, denn Perlvin verfolgt eigne Pläne. Er will Galgkar dazu missbrauchen, ein Attentat auf Richter Chuv zu verüben. Sholtan Perlvin ist USO-Agent, der den Kontakt zu seiner Organisation verloren hat. Mitglieder der arkonidischen Flotte, des Geheimdienstes und auch ein Naat planten einen Angriff auf die Wettkampfstätten, der tausende Unschuldige getötet hätte. Perlvin kann die Verschwörer überzeugen, seinem Plan zu folgen und nur ein Leben zu opfern, nämlich das Leben Galgkars.

Auch Tormanac da Hozarius reist zum Wettkampf an. Er lässt sich über die onryonischen Aktivitäten im Baag-System berichten. Gor´Ranton wird ebenfalls von einem Technogeflecht überwuchert. Die Aktivitäten sind mit Auftauchen Lunas immens gestiegen. Luna, die Schaltzentrale Vothantar Zhy und Gor´Ranton betreiben untereinander starke Hyperkommunikation und immer mehr Tolocesten kommen ins System.

Am Wettkampftag reist Galgkar mit seiner Ziehmutter an. Perlvin hat alles vorbereitet. Der junge Naat wird von erfahrenen Kämpfern in Empfang genommen. Über Speisen werden ihm Substanzen zugeführt, die ihn ohne sein Wissen zu einer lebenden Bombe machen, die von Perlvin gezündet wird, sobald der junge Naat mit Richter Chuv zum verabredeten Kampf zusammentrifft. Alle verfolgen gebannt das Geschehen. Richter Chuv erscheint tatsächlich und nimmt an den Kämpfen teil. Obwohl kleiner als ein Naat, nutzt er diesen Umstand zu seinem Vorteil und kommt mehrere Runden weiter bis ins Finale. Bevor er diesen Kampf führt, fordert der Richter Galgkar zum Duell.

Yaren Yildiz versucht zu Sholtan Perlvin in dessen Sprecherkabine durchzudringen und wird dort eingesperrt. Der Agent hat mittlerweile Gewissensbisse bekommen und versucht zu Galgkar zu gelangen, der mit dem Richter kämpft. Als Chuv die Gefahr erkennt, wirft er Galgkar von der Wettkampfbühne. Andere Attentäter eröffnen das Feuer, doch Chuv bleibt unverletzt. Unter seinen HÜ-Schirm kann Perlvin den jungen Naat in Sicherheit bringen. Immerhin kann der Agent DNS des Richters unter den Fingernägeln Galgkars sichern und analysieren. Die DNS entpuppt sich anders als bei Matar Addaru Dannoer als riesiger Genpool, so als wäre Chuv ein genetisches Kollektiv.

Tage später entschuldigt sich Sholtan Perlvin bei Yaren, die nun auch ein wenig von der Lebensgeschichte des Agenten erfährt. Perlvin will versuchen, die Informationen zu Chuv aus dem System zu schmuggeln. Übers Trivid verkündet Chuv, dass M13 eine eigene Domäne werden soll und dass der Repulsorwall Lunas mit dem Kristallschirm zu einem neuen Ganzen verschmelzen und damit zum sichersten Ort der Galaxis werden wird.

 

Rezension:

Ich rolle den Roman mal von hinten auf. Die Pläne von Sholtan Perlvin werden von Verena Themsen erst nach und nach enthüllt. Und erst zwei Seiten vor dem Ende der Geschichte gewährt uns die Autorin einen kurzen Abriss aus der Vergangenheit dieser Figur und geht auf deren Meinungsänderung ein, die letztlich das Attentat scheitern ließ und Galgkar das Leben rettete. Gerade dieser Abschnitt aus Perlvins Kindheit, der die Grundlage für die Meinungsänderung liefert und die im Gespräch mit Yaren offengelegten Gefühle des Agenten ließen nach meinem Geschmack etwas an Bindung zur eigentlichen Geschichte des Romans zuvor vermissen. Das Ende wirkte dadurch etwas aufgesetzt. Sicher, die Begründung, warum der Attentäter seine Ansichten geändert hat, ist nachvollziehbar. Ich habe jedoch einige Andeutungen dazu in der Geschichte zuvor vermisst, bzw. nicht deutlich genug wahrgenommen, z.B. etwaige Gefühle, die der Figur bei Betrachtung dieser kleinen Familie aus einer Terranerin und einem jungen Naat durch den Kopf gehen. Zwar gab es Skrupel bei Perlvin, den ursprünglichen Plan zu verfolgen, nämlich die gesamte Wettkampfstätte zu attackieren. Das Durchsetzen des eigenen Plans mit einer lebenden Bombe erschien dennoch perfider.

Der Eindruck, dass am Ende dem Sinneswandel Perlvins zu wenig Raum eingeräumt wird, drängt sich auch deshalb auf, weil die Geschichte um den jungen Naat, seiner Ziehmutter und den anderen Ereignissen sehr durchdacht und flüssig erzählt wurde. Verena Themsen liefert eine durchgehend stimmige Geschichte. Auf dem Höhepunkt des Romans, als in der Arena alle Figuren für den Showdown versammelt waren, findet die Autorin auch noch die Zeit, den einzelnen Wettkämpfen eine Choreografie zu verpassen. Es wurde nie langweilig und Verena Themsen kann immer mit neuen Details überraschen.

Ein wenig habe ich noch die Reaktionen Tormanacs auf das Attentat vermisst. Andererseits diente die Figur wohl nur dazu, ein paar Informationen zu den Aktivitäten des Atopischen Tribunals im Baag-System aus einem anderen Blickwinkel darzustellen.

Fazit: Eine schöne stimmige Geschichte, die nach meinem Geschmack nur am Ende etwas verliert.