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Ansichten zu Perry Rhodan Stardust Heft 1

Die neue Menschheit – von Uwe Anton – Handlung:

Perry Rhodan reist im Mai 1513 NGZ auf Einladung der Regierung in das Stardust-System. Eine Volksabstimmung zur Umbenennung des Kugelsternhaufens Far Away ist der Anlass seines Besuchs. Nach seiner Ankunft wird er von einem Netzweber überrascht, der ihn in einer Transition an den Rand des Stardust-Systems befördert. Das seltsame Wesen übermittelt Rhodan während des kurzen Kontakts Gedankenbilder einer kriegerischen Auseinandersetzung. Ein Begriff kristallisiert sich heraus, der Begriff Pahl.

Nach Rettung durch Eritrea Kush, inzwischen Admiral der Stardust-Union, zu der Perry Rhodan seit vielen Jahren immer wieder mal Kontakt hat, kommt es schließlich zur Volksabstimmung. Die Opposition, die die Umbenennung erreichen wollte, scheitert mit ihrem Antrag. Eritrea Kush informiert Rhodan über eine Nachricht, die sie kurz zuvor erhalten hat. Ein ehemaliger Raumsoldat hat auf dem Planeten Sepura 2 einen Mann namens James Birungi kennengelernt, der möglicherweise Kushs Sohn ist. Die Admiralin hatte mit ihrem längst verstorbenen Mann einen gemeinsamen Sohn, Jannik Bannard, den sie wegen der Konflikte vor 50 Jahren weggegeben hatte und seitdem nicht wieder getroffen hatte. Ihre Recherchen ergaben, dass Jannik kriminell wurde und die Nachricht des Veteranen ist die erste heiße Spur, die sie zu ihrem Sohn hat. Sie fliegt mit einer Space-Jet nach Sepura 2 und Rhodan begleitet sie.

An anderer Stelle erwacht nach 180.000 Jahren Schlaf der Generex. Das Geschöpf hat weitgehend seine Erinnerungen verloren. Eine künstliche Intelligenz unterstützt den Generex dabei, sich zu erinnern und seiner Aufgabe nachzugehen. Der Generex will der Pahl-Hegemonie zu neuer Blüte verhelfen. Doch mittlerweile haben sich Menschen in seinem Machtgebiet breit gemacht. Zunächst macht sich der Generex einige dieser Menschen untertan. Der Generex ist ein Netzspürer, er kann das Psionische Netz erkunden. Und er erkennt, dass ein Wesen mit einem Vitalenergiespeicher den Kugelsternhaufen erreicht hat.

Auf Sepura 2 haben die TALIN-Jäger, die nach Hinterlassenschaften von Hochtechnologien suchen und insbesondere die zwei ausgelobten Zellaktivatoren ergattern möchten, eine geheimnisvolle Station im Untergrund des Planeten entdeckt. Auch James Birungi ist TALIN-Jäger und auf dem Planeten gelandet. Er leidet an einer unheilbaren Krankheit und nur ein Zellaktivator könnte ihn heilen. Er dringt alleine in die Station ein und wird von wurmähnlichen Kreaturen überwältigt. Etwas dringt in seinen Geist ein, verändert seinen Körper, heilt seine Krankheit. Das unbekannte Wesen gibt sich nicht zu erkennen aber für James Birungi kann nur TALIN solche Fähigkeiten haben.

Auf einem Erkundungsflug macht ein Raumschiff der Stardust-Union, die FUNKENREGEN, eine ungewöhnliche Entdeckung. Ein stark getarntes amöbenartiges Raumschiff hält Position in der Nähe eines Asteroiden, auf dem starke biologische Prozesse ablaufen. Plötzlich bricht der Himmelskörper auseinander und ein kleineres Amöbenschiff erscheint.

Rhodan und Kush sind auf Sepura 2 gelandet. Trotz des wüstenähnlichen Klimas und der felsigen Landschaft, zeigt der Planet eine ungewöhnlich reichhaltige Pflanzenwelt. Die Admiralin und der Unsterbliche dringen in die Station ein. Auch sie werden von Würmern attackiert. Plötzlich erscheint der stark körperlich veränderte James Birungi. Er behauptet Anthur zu sein, TALINS Bote. Er hilft Rhodan und Kush dabei, aus der Station zu fliehen. Als die beiden zusammen mit dem angeblichen Boten ins Freie gelangen, schwebt ein Amöbenraumschiff über der Station.

 

Rezension:

Ich habe die zwölf Hefte der Serie Stardust im Abo erworben. Es ist für mich das erste Mal, dass ich Perry Rhodan auf diese Weise beziehe. Von daher will ich auch ein paar Worte dazu verlieren. Neue Hefte, wie diese Kleinserie, sind nicht unbedingt immer beim Händler bei mir vor Ort sofort zu erwerben. Als seinerzeit NEO startete, hatte ich wochenlang Probleme, an die Taschenhefte zu gelangen. Mit dem Abo gehe ich den Problemen aus dem Weg. Zumindest Heft 1 ist superpünktlich eingetroffen, denn das Heft erscheint offiziell am 20.06.2014 und war schon 2 Tage früher da. Die Verpackung, in der das Heft geliefert wurde, ist ein einfacher DIN-Papierumschlag aber der Roman hat den Transport ohne Beschädigung überstanden. Heft 1 ist signiert von Uwe Anton, der auch die Exposés für diese Mini-Serie schreibt. Nun zum Roman selbst.

Der Einstieg in die Handlung geriet Uwe Anton etwas holprig und leider ist auch die erste Hälfte seiner Geschichte von einigen Widersprüchen geprägt. Der junge Pilot, der Rhodan zur Regierung der Stardust-Union fliegen soll, dient dem Autor u.a. auch dazu, etwas vom Wesen und der Art der sog. Neuen Menschheit zu vermitteln. Das Bild, das der Autor da zeichnet, ist jedoch nicht eindeutig. Auf der einen Seite versucht Uwe Anton den Piloten als jemanden darzustellen, der schnell handelt und der durch seine Handlungen den berühmten Passagier Perry Rhodan an frühere Zeiten erinnert, als Terraner noch handelten, statt abzuwarten und Tee zu trinken. Andererseits lässt der Autor dann seine Pilotenfigur ein wenig im Regen stehen. Sie ist überfordert, zaudert und wirft Rhodan fragende Blicke zu. Das passte nicht zum eigentlich angedachten Vergleich und zu den Gedanken der Figur Rhodan.

Holprig gerieten dem Autor auch die kleinen Rückblicke. Hier fehlte Uwe Anton augenscheinlich der Mut, ganz auf solche Rückschauen zu verzichten und stattdessen einzig und alleine auf die aktuelle Handlung zu setzen. Die Leser der neuen Serie werden sich zum großen Teil aus den Lesern der Hauptserie rekrutieren. Die kennen den beschriebenen Serienkosmos und selbst wenn sich der eine oder andere neue Leser an dem Roman versuchen wird, erscheinen die Rückschauen wenig geeignet, um Neu-Leser auf einen befriedigenden Stand zu bringen. Von daher wäre der Verzicht auf Rückschauen die bessere Lösung gewesen.

Auch die TALIN-Jäger sollten etwas Spezifisches vermitteln. Diese Menschen machen sich auf die Suche nach der Unsterblichkeit, das Konkurrenzdenken dieser Menschen sollte entsprechend ausgeprägt sein. Dennoch werden diese Leute vom Autor zunächst mit den Worten geschildert, dass sie sich gerne und bei jeder Gelegenheit austauschen. Dann wiederum handeln alle nur zu ihren eigenen Vorteil. Auch hier dürfte nach Jahren oder gar Jahrzehnten die gemeinsamen Treffen eher die Ausnahme als die Regel sein. Denn diese Zusammenkünfte müssen zwangsläufig immer mit Lug und Betrug enden. Die vom Autor geschilderte Lagerfeuerromantik passte daher einfach nicht. Wären es Prospektoren gewesen, die ihre Ressourcen zusammenlegen, weil ein Vorkommen alleine auszubeuten, die Möglichkeiten Einzelner übersteigt, dann hätte das vom Autor entworfene Szenario gepasst. Zur Suche nach Technologien von TALIN oder gar der Unsterblichkeit jedoch nicht.

Widersprüchlich auch Rhodans eigentlicher Anlass seines Besuchs. Er übernimmt repräsentative Pflichten. Gleichwohl bescheinigt der Autor einige Zeilen später, dass der Polyport-Präfekt keine solchen Pflichten hätte, er ja gar nicht in Fällen dieser politischen Abstimmung eingreifen dürfe!

Wie gesagt, der Auftakt geriet zu einer unrunden Sache. Auch Antons Entscheidung, den Schwerpunkt der ersten Romanhälfte auf eine Abstimmung zum Namen eines Kugelsternhaufens zu legen, ist wenig geschickt. Dieser Roman soll schließlich Lust machen, nämlich Lust auf mehr. Lust auf die Fortsetzung. Eine politische Abstimmung ist ein nettes Detail der Hauptserie und in einem Zyklus der 100 Hefte umfasst, ist dafür auch der Platz vorhanden. In den 12 Heften jedoch und insbesondere im Auftaktheft, hat Uwe Anton dieser Thematik deutlich zu viel Raum eingeräumt. In Stardust müssen die Schwerpunkte einfach woanders liegen. Von daher kann es nur besser werden.