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Ansichten zu Perry Rhodan Heft 2729

In eine neue Ära – von Marc A. Herren – Handlung:

In den letzten drei Monaten des Jahres 1514 NGZ kommt es verschiedenen Orts zu zukunftsweisenden Ereignissen. Die Tefroderin Toio Zindher wird nach der Genesung von ihren Verletzungen von Gucky aufgesucht. Der Ilt eröffnet ihr freimütig, dass er auf ihre Hilfe bei der Suche nach Perry Rhodan und Bostich hofft. Die Tefroderin lehnt sein Ansinnen ab, auch dann noch, als Gucky ihr seine neue Fähigkeit offenbart. Die Tefroderin wird an Bord der GALBRAITH DEIGHTON V gebracht. Die Kommandantin Anna Patoman ist froh darüber, nach den Ereignissen im Ghatamyz-Sektor einen neuen Einsatz machen zu dürfen. Zusammen mit Gucky und dem Chef des TIPI, Orest Athapilly, soll sie die beiden Zellaktivatorträger Rhodan und Bostich ausfindig machen.

Etwa zu gleichen Zeit treffen sich Resident Arun Joschannan und die Solare Premier Cai Cheung. Sie erörtern unter anderem die Untersuchungen des onryonischen Schiffs ZAATRO am Psi-Korpus TAFALLAS. Anschließend reist der Resident ins Hefderadsystem mit dem Planeten Zaltertepe. Er trifft sich mit dem Präsidenten des Bundes Freies Ertrus, Paior Gasparan, dem Kommandeur der BFE-Flotte Tont Kytubashe und Lordadmiral Monkey. Der BFE plant, dem Atopischen Tribunal die Stirn zu bieten, sollte es zu einer Besetzung des Kreit-Systems kommen. Nach langem Zögern sichert Joschannan die Unterstützung der LFT für den Fall der Fälle zu. Auch die USO unterstützt diesen Plan. Lordadmiral Monkey unterrichtet den Vorsitzenden des Galaktikums UFo über die Ergebnisse des Treffens.

Im Solsystem trifft sich Cheung am Bauplatz des Jupitermondes Ganymed mit Homer G. Adams. Der Zellaktivatorträger verfolgt mal wieder geheimnisvolle Notfallpläne. Er plant den Bau eines Raumschiffes mit dem Hypertrans-Progressor-Antrieb, wie ihn schon die STARDIVER besessen hat. Die finanziellen Mittel bringt er selbst auf. Er will jedoch die Unterstützung Sichu Dorksteigers und als Projektleiterin Jawna Togoya haben und Cheung bewilligt diese Wünsche. Nach dem Abflug trifft sich Adams mit Viccor Bughassidow, seinem Geldgeber. Nach dem Essen verlässt Adams die KRUSENSTERN. Auf dem Weg zum Hangar begegnet er Attilar Leccore, den er freundlich grüßt.

An Bord der GALBRAITH DEIGHTON V wird der Spur gefolgt, die der manipulierte Zellaktivatorchip Bostichs hinterlässt. Das Schiff hat den Rand der Southside, 25.280 Lichtjahre vom Solsystem entfernt, erreicht. Auf die Mitarbeit von Toio Zindher muss die Besatzung zunächst verzichten. Alle Versuche Guckys, die Tefroderin umzustimmen, waren erfolglos. Immer dann jedoch, wenn sich Orest Athapilly einmischt, hebt sich die Stimmung von Gucky und auch die Tefroderin wird zugänglicher. Der Ilt vermutet, dass der Chef des TIPI ein Emoter ist, jemand, der die Emotionen anderer steuern kann. Athapilly tut sich unwissend aber er kann tatsächlich die Vitaltelepathin dazu bringen, den Standort der beiden Unsterblichen anzuzeigen. Nachdem Orest Athapilly mit der Tefroderin intim geworden ist, kommt Toio Zindher allerdings hinter die Fähigkeit des TIPI-Chefs und verletzt ihn schwer.

Unterdessen tritt im Kreit-System der Fall der Fälle ein. Eine onryonische Flotte materialisiert und bekommt vom Bund Freies Ertrus ein Ultimatum gesetzt. Die Schiffe haben sich bis Ende Oktober aus dem Hoheitsgebiet der Ertruser zurückzuziehen. Die LFT entsendet 20.000 Schiffe, die nahe dem Kreit-System Manöver durchführen. Auch die USO schickt Schiffe unter der Führung von Lordadmiral Monkey an Bord der TRAJAN. Wie erwartet ignorieren die Onryonen das Ultimatum. Es kommt zur Schlacht. Binnen kürzester Zeit materialisieren in mehreren Wellen mehrere zehntausend onryonische Schiffe. Vier Verbände der Onryonen bedrohen die LFT-Flotte, die zur Unterstützung der Ertruser eingreifen will. Die Schlacht der Ertruser endet in einem Desaster. Das Flaggschiff des BFE wird vernichtet und der Großteil der ertrusischen Flotte. Die TRAJAN ebenfalls. Lordadmiral Monkey kann entkommen. Die LFT greift nicht ein.

Die Onryonen fordern vom Galaktikum eine Untersuchung der Ereignisse im Kreit-System. UFo setzt eine Untersuchungskommission ein. Ende des Jahres stimmt die Vollversammlung des Galaktikums auf Basis des Untersuchungsberichtes ab. Der militärische Einsatz der Ertruser wird nachträglich vom Galaktikum legitimiert. Und auch das Eingreifen der USO wird nachträglich gutgeheißen. Die Onryonen verkünden, dass die USO ab sofort als Terror-Organisation eingestuft und verfolgt wird. Auf Ertrus versichern sich die Onryonen die Unterstützung der vernichtend geschlagenen Ertruser vom Präsidenten Paior Gasparan. Ertrus könnte die erste Welt sein, die eine Ordische Stele erhält.

In der Nähe des von Toio Zindher angezeigten Ortes, wo sich die beiden Unsterblichen aufhalten sollen, ortet die GALBRAITH DEIGHTON ein Doppelkugelschiff der Onryonen, das plötzlich hinter einem Hyperenergieschleier verschwindet. Das LFT-Schiff folgt getarnt. Nach Durchdringen des Schleiers zeigt sich dahinter eine mindestens 10.000 Einheiten starke Flotte der Onryonen. Zwar wird die DEIGHTON nicht direkt geortet aber das Durchdringen des Feldes ist bemerkt worden. Mit mehreren Transitionen kann der Liga-Raumer entkommen und unverrichteter Dinge nach Terra zurückkehren.

Dort treffen die ersten Arkoniden ein, die das Arkon-System verlassen haben und auf Terra Asyl erhalten. Sie gründen auf den Azoren das Projekt Neu-Atlantis.

 

Rezension:

In regelmäßigen Wellen schwappen Romane über die Leserschaft hinweg wie der vorliegende Roman von Marc A. Herren. Diese Art von Roman dient eigentlich nur einem Zweck: Der Erläuterung eines Status Quo der Milchstraßenverhältnisse. Von daher sucht man im Roman des Schweizers vergeblich nach einer Story.

Der Roman war zwar nicht spannend aber zumindest streckenweise interessant. Interessant vor allem deshalb, weil der Autor bekannte Location und Figuren haufenweise einsetzt. Spannend war er deshalb nicht, weil der Autor zwar mehrfach von einer neuen Ära spricht, plausible Entscheidungen und Begebenheiten, die das voraussetzen aber weitestgehend ausblendet oder gar vermeidet. Und nur streckenweise interessant deshalb, weil es immer wieder das eine oder andere Kapitel gab, in der der Autor die ohnehin nicht vorhandene Story auch noch künstlich streckt, wie beispielsweise Guckys Versuche, mit den Taten Rhodans die Tefroderin zu überzeugen oder als Patoman dem TIPI-Chef die technischen Daten ihres Schiffes runterrasselt.

Der Autor gibt sich zudem wenig Mühe, diese Wiederholungen wenigstens interessant zu verpacken. Der Schreibstil erreicht in diesen Passagen allenfalls das Niveau einer Geschichte für Kinder im Vorschulalter. Zumindest für Heiterkeit sorgte die Einsetzung einer Untersuchungskommission wegen des Kreit-Zwischenfalls. Diese Art der Darstellung politischer Instrumente war auf ähnlich niedrigem Niveau angesiedelt wie zuletzt der Bürgerentscheid Terras zur Untersuchung des SI-Korpus durch die Onryonen.

Andere interessante Konstellationen wagen der Autor, respektive das Expo-Team, nicht wirklich anzufassen. Gucky zum Mörder werden lassen? Die Gelegenheit, sofern man das so bezeichnen darf, ist vorüber. In einem Zustand höchster Emotionalität unmittelbar nach Tekeners Tod, hätte man das vielleicht schreiben können. Jetzt, wo die Tefroderin wehrlos ist, ist ein solches Vorgehen absurd. Von daher konnten die Szenen zwischen Ilt und Toio Zindher nicht überzeugen. Allerdings wie oben geschrieben nicht nur aus dem Grund.

Adams taucht mal wieder auf. Das Auftauchen des Buckligen folgt dem üblichen Muster. Natürlich hat Adams einen Notfallplan im Gepäck. Wie der aussieht? Wird nicht gesagt. Wie der funktioniert? Wird auch nicht gesagt. Was bedeutet, er wird nicht funktionieren oder haben diese Pläne jemals funktioniert? Lediglich die Leser, die Gebetsmühlenartig die Figur Adams nachfragen, werden vorerst still sein.

Auch auf militärischer Ebene bot der Beitrag Herrens nichts Neues. Im 30. Heft in Folge staunen die Galaktiker einmal mehr über die Ressourcen des Gegners und holen sich eine Klatsche. Ebenso wenig wie seinerzeit die Terminale Kolonne mit militärischen Mitteln zu besiegen war, wird es wohl auch für das Atopische Tribunal eine andere Lösung geben müssen. Allerdings war zu Zeiten TRAITORS noch Robert Feldhoff Expokrat. Die Galaktiker gebärdeten sich damals nicht so kleinkindisch wie sie es heute unter Christian Montillon tun.

Ach ja, ich dachte Doppelkugelschiffe der Onryonen wären ein Mythos?

Fazit: Ein opulenter Roman, was die Handlungsorte und Figuren angeht aber weitgehend inhaltsleer und nur teilweise unterhaltsam. Zudem nicht widerspruchsfrei und beim jetzigen Stand (30 Hefte) zu sehr künstlich bemüht, den Ungleichstand zwischen Aggressoren und Verteidiger noch eine Zeitlang aufrechtzuerhalten.