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Der Glanz der Stille – von Wim Vandemaan – Handlung:
Shanda Sarmotte und Toufec betreten die Sternengaleone mit dem Utrofaren Fahrgut Sternenzoll am Bug. Der Leiter der Expedition nach Zyorin Zopai ist der Sayporaner Choursterc, der von einem stabförmigen Geschöpf namens Aes Qimae begleitet wird, das sich um die Gesundheit des Sayporaners sorgt. Der erste Kontakt mit dem Sayporaner gestaltet sich für die Telepathin Shanda Sarmotte sehr überraschend. In dem alten Sayporaner steckt allem Anschein nach ein terranisches Gehirn. Die Gedanken des Terraners, der sich als Benat Achiary vorstellt, sind mit den Gedanken Chourstercs verwoben. Einmal spricht mehr der Sayporaner, ein anderes Mal äußert sich die Achiary-Stimme.
Anmerkung: In Heft 2619 wird ein junger Terraner namens Benat auf der Welt Gadomenäa von einer Zofe ermordet. Wim Vandemaan lässt offen, ob Benat Achiary jener Terraner war.
Der mehrtägige Flug geht zur Sonne Zyor. Auf einem der Planeten der Sonne, auf Zyor Zopai, befindet sich der bisher nicht extrahierbare Korpus einer SI. Während des Flugs erkunden Shanda und Toufec das Schiff. Mehrmals begegnet ihnen die Zofe Binc. Shanda versucht mehr über dieses Wesen zu erfahren. Sie kann allerdings nur wenige Gedanken extrahieren, die Verlassenheit ausdrücken und dazu einige Bruchstücke von Erinnerungen. Von Choursterc werden einige Details aus der sayporanischen Geschichte offenbart, die Ähnlichkeiten zur Historie der Terraner aufweist. In ihrer Frühzeit fanden die Sayporaner bei einem Raumflug zum Trabanten ihrer Welt eine dort gestrandete und verlassene Stadt. Von der Stadt erhielten sie eine weiterentwickelte Technologie, u.a. Transitionstriebwerke. Die Stadt liegt immer noch auf Saypors Mond, ist allerdings seit langem versiegelt. Später trafen die Sayporaner auf die kybernetische Zivilisation der Utrofaren. Die Sayporaner seien, behauptet Choursterc, jedoch nicht von einer SI geprägt worden. Die Region Ayr, in der sich die sayporanische Kultur entwickelte, gehört zu den versiegelten Regionen. Die Sayporaner vermuten, dass die Kultur der Zeitgefährten diese Versieglung geschaffen hatte.
Die Sayporaner trafen auf QIN SHI und boten sich als Diener an. Mit der Zeit wollten sie sich vom Knecht zum Herrn aufschwingen. Toufec lacht Choursterc verächtlich aus. Er schalt die Sayporaner als verblendete, egoistische und mörderische Idioten. Choursterc entgegnet, dass das Spiel soeben erst begonnen hätte.
Schließlich erreicht die Expedition Zyor Zopai. Der Planet ist von 1269 großen Raumstationen unterschiedlicher Bauweise umgeben. Nur geringe Energiewerte werden gemessen. Zur Überraschung von Shanda und Toufec weiß Choursterc nicht, wo die SI begraben ist. Alle früheren Expeditionen der Sayporaner sind gescheitert. Während Zofe Binc und Junker Oburs eine der Stationen erkunden, landen Shanda, Toufec, Choursterc und Qimae mit einer Barkasse auf dem Planeten in der Nähe einer Siedlung. Die annähernd humanoiden Bewohner leben in der Ära der Dampfmaschinen. Sie nennen sich Zopai und leben im ständigen Krieg. Bei einer Auseinandersetzung wird eine Dampfmaschine beschädigt, die von einem Zopai mit einem kleinen honigfarbenen Faden repariert wird, der beim Auflegen auf das Metall der Maschine den Riss verschließt.
Ein Zopai nimmt die Expeditionsteilnehmer in die nächste Stadt mit. Eine Regierung scheint es nicht zu geben. In der Nacht wird die Stadt von Luftschiffen angegriffen. Shanda rettet ein Mädchen aus einer Herberge vor dem sicheren Tod. Bei der Flucht aus der Stadt wird Aes Qimae so schwer verletzt, dass selbst Toufecs Nanogenten nicht mehr helfen können. Das Mädchen Pauthofamy legt einen kleinen Faden, der die Tönung von Bernstein hat, auf die Haut des Stabwesens. Der Faden dringt in Qimae ein und heilt ihn. Pauthofamy bezeichnet den nur 1 cm langen Faden als Panfaktor. Shanda Sarmotte untersucht den Faden. Sie entdeckt winzige Einschlüsse. Je mehr sie sich konzentriert, umso mehr Details offenbaren sich ihr. Maschinen, Bauwerke, ganze Städte scheinen in dem Faden vorhanden zu sein. Schließlich wird Shanda von Toufec in die Wirklichkeit zurückgeholt. Beide vermuten, dass die Fäden winzige Bestandteile des SI-Korpus sind. Es muss Milliarden, vielleicht sogar Billionen dieser Fäden geben.
Pauthofamy führt die Gruppe in das Lager von Fadenfindern. Dort treffen sie auf Vyghodh, eine Sayporanerin. Vyghodh hat vergessen, warum sie nach Zyorin Zopai gekommen ist. Die Fadenfinder haben Claims abgesteckt. Tief im Boden bergen sie einzelne Fäden der SI. Die Expeditionsteilnehmer schlagen ihr Lager bei den Fadenfindern auf. Noch wissen sie nicht, wie sie den SI-Korpus bergen können. Choursterc ist müde, er fürchtet den Glanz der Stille. Qimae klärt Shanda auf. Wenn ein Sayporaner stirbt, erlischt das Irisieren seiner Haut. Sie ist nur noch weiß und glänzt. Der Glanz der Stille.
Die Zofe Binc meldet sich bei Choursterc. Die Datenspeicher der Raumstation sind zerstört und liefern kaum noch Informationen. Die Zofe teilt Choursterc mit, dass sie den Dienst quittieren wird. Das Maß sei erfüllt und die Neige der Zeit offen. Auch Oburs sei gegangen. Shanda und Toufec fliegen mit den SERUNS zur Raumstation. Aber auch Toufecs Nanogenten können aus den Datenspeichern nicht mehr herauslesen. Völlig überraschend treffen sie auf der Raumstation auf ein Mädchen, das sich als Pauthofamy vorstellt. Pazuzu macht unbemerkt eine DNA-Analyse. Nach Rückkehr auf den Planeten zeigt sich, dass die Pauthofamy auf dem Planeten identisch zu ihrem Ebenbild auf der Raumstation ist. Zusammen mit Pazuzu dringen Shanda und Toufec mit ihrem Geist in einen der Fäden ein. Auf dem Marktplatz einer Stadt treffen sie auf das Mädchen Pauthofamy.
Pauthofamy erzählt, dass sie einst PAUTHOFAMY war, die einundeinzige Garantin des Dogmas von Pau. Aus dem Geltungsbereich des Dogmas von Pau entstand einst eine multigalaktische Kultur. Wissenschaftler ersannen die Panfaktoren und kopierten ganze Welten in die Nanosphäre. In diese Welten wurden Bewusstseine konvertiert, die zusammenfanden und zu PAUTHOFAMY wurden. Die SI erkrankte am Degenese-Syndrom. PAUTHOFAMY bat um Beistand von einer Materiequelle. Doch die Hilfe wurde nicht gewährt. Als die SI starb, löste sich ihr mondgroßer Körper in einem paradimensionalen Gestöber auf und regnet seit Urzeiten auf dem Planeten ab. Durch den Kontakt mit Toufec und Shanda erkennt die SI, dass sie tot ist. Ihre Fäden vereinigen sich im All. Die Scheinzivilisation auf Zyorin Zopai erlischt.
Eine Flotte der Spenta erscheint und transportiert den SI-Korpus zur Ephemeren Pforte. Auf dem Weg dorthin sinnieren Shanda und Toufec über Entstehen und Werden von Superintelligenzen. Delorian würde an der bislang angenommenen Vorzeichnung eines Werdeganges von Superintelligenzen zweifeln, berichtet Toufec. Die Flotte erreicht schließlich die Ephemere Pforte, die sich als 25 km durchmessendes Schwarzes Loch herausstellt, das zusammen mit der Doppelriesensonne Gills-Ghaulinc ein Dreieck bildet. Das Schwarze Loch ist ein primordiales Schwarzes Loch, das in den ersten Sekundenbruchteilen nach dem Urknall entstanden ist und mit weiterer Materie nach Plänen von QIN SHI verändert wurde. Shanda Sarmotte spioniert die Spenta in den beiden Sonnen aus. Mit Hilfe ihrer ephemeren Maschinen haben die Sonnenwesen ein Weißes Loch geschaffen, das das Schwarze Loch mit Materie speist. Der Korpus der SI PAUTHOFAMY wird in das Schwarze Loch eingespeist. Die Ephemere Pforte zerlegt den Korpus in Psitonen, die sich an der Außenseite der Anomalie anlagern und sie vor dem Einfluss anderer Universen kurzfristig schützen. Endgültige Stabilisierung kann nur die Transformation der Anomalie in ein Neuroversum bringen. Shanda erkennt in den Gedanken der Spenta, was mit dem Erwecker des Neuroversums gemeint ist. Es ist das Totenhirn des Brückenplaneten.
Choursterc stellt Shanda und Toufec ein sayporanisches Raumschiff zur Verfügung, die PÄRSTAIR und weist sie in die Bedienung ein. Sie verlassen das Gills-Ghaulinc-System.

Rezension:
Dem Autor Wim Vandemaan ist wieder einmal ein faszinierender Roman gelungen und stellt das Wörterbuch meiner WORD-Installation vor besondere Herausforderungen. Dabei habe ich viele Wortschöpfungen des Autors allerdings erst gar nicht in meiner obigen Zusammenfassung einfließen lassen. Wieder einmal glaube ich zu erkennen, dass der Autor sehr akribisch an dem einen oder anderen Satz gefeilt hat. Und wieder einmal meine ich zu erkennen, welch diebische Freude es dem Autor bereitet, die Wirkung seiner Sprache am Leser zu erproben.
Es hat immensen Spaß gemacht, den neuesten Beitrag des Autors zu lesen. Der Schreibstil Wim Vandemaans beflügelt meine Gedanken beim Lesen wie es kein anderer der Teamautoren derzeit schafft. Selbst banale Beschreibungen regen meine Fantasie an. Sehr schön gelungen ist einmal mehr die Darstellung der Figur Shanda Sarmotte. Ähnlich wie in Band 2607 setzt Wim Vandemaan die speziellen Fähigkeiten der Stardust-Terranerin, was das extrahieren von Informationen aber auch das lesen von Emotionen angeht, konsequent ein.
Auch in kürzeren Szenen, wie insbesondere die Marktplatzszene auf Zyorin Zopai, reicht dem Autor der knappe Platz, um dennoch eine interessante und fremdartige Kultur entstehen lassen. Man muss diesen Roman sehr aufmerksam lesen, denn der Autor nutzt jede noch so kleine Episode, jede noch so kleine Beschreibung, jeden noch so kleinen Dialog um unermüdlich Details einzubauen, die man bei einem normalem Lesetempo manchmal überlesen könnte. Und was besonders auffällt, trotz dieser Detailverliebtheit verliert der Autor nie den Blick auf das Ganze und nie das Ziel aus den Augen.