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Ansichten zu PR 2660

Die springenden Sterne – von Christian Montillon – Handlung:
Nachdem Rhodan mit der MIKRU-JON den so genannten Kalten Raum verlassen hat, beginnt sich Ramoz an seine Vergangenheit zu erinnern. Mondra, die mit ihm zusammen auf einem der Schiffe zurückgeblieben ist, erfährt so die Lebensgeschichte ihres merkwürdigen Begleiters.
Ramoz wird sich seiner bewusst in einer Pilotenschule der Oraccameo. Die knöchrigen Wesen stehen der Doppelgalaxis Chalkada vor. Von den Oraccameo erfährt Ramoz anfangs nur sehr wenig über seine Herkunft. Das Volk der Zasa würde seine Jungen vernachlässigen, heißt es. Die Oraccameo nehmen sich ihrer an und bilden sie zu Piloten aus. Ramoz ist der beste Pilot seines Jahrgangs. Seine Fähigkeiten lassen sein Selbstbewusstsein schnell wachsen und er fühlt sich allen anderen überlegen. Nur ein Zasa namens Sajon ist ihm annähernd ebenbürtig. Die beiden werden Freunde.
Bei einer Prüfung zum Abschluss seiner Grundausbildung wagt sich Ramoz mit seinem Mondsicheljäger zu tief in ein Asteroidenfeld. Dabei macht er die Entdeckung eines unbekannten Energiefeldes, das wie ein Diamant strahlt. Für seine Eigenmächtigkeit wird er zu Wörgut Gooswart, dem höchsten Oraccameo zitiert. Gooswart bestraft Ramoz mit einer mehrwöchigen Haft, lässt den Zasa aber gleichwohl wissen, dass seine Leistungen beeindrucken. Der Diamant, den Ramoz entdeckt hatte, sei ein gescheitertes Experiment. Die Oraccameo arbeiten daran, Miniaturuniversen zu erschaffen.
Während seiner Haft, die mit Schlafentzug einhergeht, hat Ramoz Träume. Er sieht wilde Tiere, die, so wundert er sich, die gleiche Fellfarbe aufweisen wie die Körperbehaarung der Zasa. Nach der Haft scheint sich Wörgut Gooswart sehr für seine Träume zu interessieren. Außerdem stellt ihn der Oraccameo vor die Wahl. Er könne sich einer Operation unterziehen oder die Pilotenschule verlassen. Ramoz willigt in die Operation ein und kann zudem seine Bitte durchsetzen, dass auch Sajon die gleiche Behandlung erfährt. Von einem Quallenwesen wird den beiden Zasa ein Metalldorn in ein Auge eingesetzt. Das Implantat ermöglicht ihren Gehirnen den Empfang und auch das Senden von Hyperimpulsen. Im Ruhemodus kann der Dorn teilentstofflicht werden. Ramoz verträgt die Operation problemlos, Sajon hat jedoch Anpassungsschwierigkeiten und muss mehrere Wochen in der Klinik verbringen. Derweil testet Ramoz das Implantat. Ein Einsatzgebiet ist die Möglichkeit, mehrere Schiffe als Pilot gleichzeitig zu steuern. Zudem entdeckt der Zasa, dass ihn der Metalldorn in die Lage versetzt, in den aufgewühlten Hyperkräften der Doppelgalaxis sichere Passagen zu finden.
Als endlich auch Sajon sein Implantat beherrscht, gelingt den beiden Zasa die Rettung verunglückter hochrangiger Oraccameo. Alle Türen stehen den beiden Zasa offen und sie gewinnen an Popularität. Doch eines Tages begeht Sajon einen schweren Fehler. Schon vor langer Zeit sind in der Doppelgalaxis Chalkada unbekannte gigantische Raumstationen aufgetaucht. Die Stationen, die sich in der Regel mit einer Sonnentarnung umgeben, werden von den Oraccameo auch Handelssterne genannt. Sajon entdeckt, dass die Handelssterne kurze Transitionen vollziehen. Als er den Versuch unternimmt, mit seinem Implantat Einfluss auf einen der springenden Sterne zu nehmen, führt dies zu einer Katastrophe. Der Handelsstern explodiert. Die Oraccameo sind so erzürnt über den Verlust eines wichtigen Forschungsgebiets, dass sie Sajon mit der Reduktion bestrafen.
Ein genetischer Resequenzer leitet die Rückverwandlung Sajons in ein luchsähnliches Tier ein. Ramoz erkennt nun seine Herkunft. Die Oraccameo haben die Fähigkeiten der Zasa erkannt aber wollten keine Millionen Jahre Evolution abwarten. Stattdessen haben ihre Genetiker die Tiere zu intelligenten Wesen fortentwickelt. Und in jedem Zasa ist eine solche Sicherheitsschaltung integriert, die jederzeit die Rückverwandlung möglich macht.
Ramoz macht weiter. Bald hat er den Freund vergessen, denn es herrscht Krieg. Er erfährt eine Erweiterung seines Implantats und auch andere seiner Art bekommen nun diese Metalldorne. Doch Ramoz’ Fähigkeiten übertrafen alle. Er alleine besiegt den Feind. Dann hörte Ramoz zum ersten Mal vom Herrn der Gesichter. Ein Zasa namens Nijas erzählt ihm, dass die Oraccameo sich vergeistigen wollen. Wie sich herausstellt, ist Nijas sein früherer Freund Sajon. Er wurde begnadigt, da seine Fähigkeiten im Krieg benötigt wurden. An sein Leben als Tier kann er sich nicht erinnern aber alle anderen Erinnerungen sind ihm geblieben.
Ramoz glaubt ihm die Geschichte mit der Vergeistigung nicht. Für Wörgut Gooswart soll er einen Zugang zu einem neuen Miniaturuniversum bei einer grünen Sonne finden. Er scheitert, doch der Oraccameo ist zufrieden. In der Anomalie soll die Flotte der Oraccameo versteckt werden, die nach dem Krieg nicht mehr benötigt wird. Ramoz soll als Seele der Flotte den Übergang bewerkstelligen. Bevor das geschieht verkünden die Oraccameo, dass sie eine Wesenheit namens QIN SHI gefunden haben. Tatsächlich aber sind es die Oraccameo selbst, die sich zu dieser Wesenheit verschmelzen wollen. Die Zündung eines Handelssterns durch Sajon soll die notwendige Energie liefern. Sajon stirbt dabei und in Ramoz entstehen Zweifel am Vorgehen der Oraccameo. Wörgut Gooswart ist über seine Einstellung verärgert. Er unterzieht Ramoz der Reduktion und entledigt sich des Zasas, indem er ihn in Stasis durch das Polyportnetz schickt. Der Polyporthof, wo Ramoz landet, wird von den Halbspur-Changeuren in der Endlosen Stadt integriert. Auf Markanu erlischt irgendwann das Stasis-Feld und Ramoz wird von Mondra gefunden.

Rezension:
Es war der gleiche Autor, der diesen Handlungsort in der Nähe der grünen Sonne zuletzt behandelt hat. Zu Heft 2648 schrieb ich vor einigen Monaten, wie ärgerlich es doch sei, dass eine hochstehende Technologie tatsächlich mehrere tausend Raumschiffe in einem Miniaturuniversum über Äonen zu konservieren vermag und es einfach nicht schafft, den Ankömmlingen eine klare Botschaft zu hinterlassen. Nun kennen wir durch Christian Montillon auch die Vorgeschichte. Das Ärgernis bleibt. Christian Montillon greift mir hier eine Spur zu häufig auf diesen Plot-Driven-Erzählstil zurück. Es geschieht, weil es geschieht.
Dabei bietet doch gerade eine Lebensgeschichte wie diese vielfältige Möglichkeiten, um mehr den Charakter als die Handlung in den Vordergrund zu stellen. Das Wesen von Ramoz kam deutlich zu kurz in der Geschichte. Oberflächlich betrachtet ist er ein arroganter Kotzbrocken, der seine Fähigkeiten zu seinem Vorteil nutzt. Das innere Wesen des Zasas wird vom Autor leider nur gestreift. Warum er zum Schluss den Oraccameo den Gehorsam verweigert, wird durch die flüchtige Charakterisierung der Figur nicht schlüssig herausgearbeitet.
Sehr umständlich wurde leider auch das eigentliche Romanthema angegangen. An irgendeiner Romanstelle, die eigentlich einem anderen Phänomen gewidmet war, erfuhr der geneigte Leser in einem Nebensatz von den springenden Sternen. Als dann der Autor wenig später den Begriff erneut verwendet, ist die Pseudo-Spannung auch schon aufgebraucht. Es sind Handelssterne, ah ja. Das hätte man auch anders aufziehen können.
Als misslungen hat sich auch die Zyklusplanung und die Planung der Redaktion erwiesen. Ausgerechnet den vom Sprach- und Erzählstil eher kraftlosen Christian Montillon auf einem Roman von Richard Dübell folgen zu lassen, ist ungeschickt. Der Unterschied zum sehr guten Roman der Vorwoche wird dadurch noch größer.
Fazit: Nur mäßiger Roman mit vielen kleinen Ungereimtheiten