Articles for the Month of August 2012

Ansichten zu PR 2662

Kaowens Entscheidung – von Arndt Ellmer – Handlung:
Protektor Kaowen beobachtet an Bord seines Flaggschiffs RADONJU den Untergang der Werft APERAS KOKKAIA. Der Ort des Wandels hat sich in ein Energie speiendes Ungeheuer verwandelt. Kaowen ordnet den Rückzug an. Doch noch immer befördern die Kugeln aus Chandakristallen Schiffe der Invasionsflotte in diesen Raumsektor. Der Untergang der Werft zieht viele Schiffe der Xylthen mit in den Untergang. Schließlich ist die Werft zerstört. Die Anomalie hingegen erscheint unversehrt. QIN SHI, die in die Anomalie eingedrungen ist, meldet sich nicht und Kaowen muss eigene Entscheidungen treffen.
Unterdessen gelingt es Ramoz, das Schiff, auf dem er und Mondra ausharren, mit Energie zu versorgen. Die Ortungen zeigen erstmals die anderen Schiffe im Kalten Raum. Sie sind von unterschiedlicher Größe aber stets von gleicher Form. Ein Würfel, auf dessen sechs Seiten Vierkant-Pyramiden aufgesetzt sind. Durch die Strukturschleuse des Kalten Raums kann Mondra andere Schiffe erkennen.
In Kaowens Bewusstsein taucht ein Gedanke auf. Er soll sich nach Shikaqin begeben. Der Ort liegt im Shikaqin-Viibad auf der anderen Seite der Materiebrücke, knapp 60.000 Lichtjahre entfernt. Die RADONJU macht sich auf den Weg dorthin.
Rhodan trifft am Ort des Kalten Raums ein. Endlich zeichnet sich ein Sternschiff am Ende des Korridors ab. Mondra und Ramoz kommen an Bord der MIKRU-JON. Rhodan erhält von Mondra deren Aufzeichnungen von Ramoz Erzählungen aus seinem früheren Leben. Die Flotte im Kalten Raum umfasst nach Angaben des Zasas 765.000 Schiffe. Das BASIS-Versorgungselement soll mit seinen Hypertropzapfern die Energieversorgung dieser Schiffe ermöglichen.
Kaowen erreicht Shikaqin. Der Ort verbirgt hinter einer Barriere ein unbekanntes Objekt. Eine Schutzflotte der Chanda-Völker ist im Auflösen begriffen. Kaowen exekutiert mehrere Dutzend Kommandeure und übernimmt das Kommando. Da zeigt sich plötzlich QIN SHI. Die SI befiehlt einigen Schiffen, sich der Invasionsflotte nach Escalian anzuschließen und Kaowen solle den Befehl über die zurückbleibenden Einheiten bei Shikaqin übernehmen. Gleichzeitig treffen weitere Flottenverbände ein, unter anderem von Meloudil.
Das BASIS-Versorgungselement hat nach langen Berechnungen Ryans damit begonnen die Chanda-Kristalle im Kalten Raum mit Energie aufzuladen. Diese Energie soll bei einer Sättigung an die Sternschiffe weitergegeben werden. Bei Untersuchungen des Sternsaphirs wird deutlich, dass der Kristall eine Fälschung ist und bei weitem nicht die Funktionen beinhaltet, die ein solches Sternjuwel normalerweise hat. Ein schwerer Unfall bei der Untersuchung des Kristalls wird von Nemo Partijan schadlos überstanden. Ennerhahl und Rhodan haben keine Erklärung. Die starke Hyperstrahlung müsste den Wissenschaftler eigentlich getötet haben. Partijan verweigert eine medizinische Untersuchung.
Bei einer Konferenz mit Vertretern des Widerstands zeigt sich Ramoz misstrauisch gegenüber den Oracca. Seine Frage, ob die Oraccameo ihre Vorfahren seien, wird von den anwesenden Oracca verneint. Doch Ramoz traut den Aussagen nicht. Rhodan selbst wird von den Oracca vor Ramoz gewarnt. Er hätte eigene Pläne.
Bei Shikaqin treffen auch Dosanthi von Meloudil ein, unter ihnen Tokun Gavang. Die Dosanthi verbreiten Panikstrahlung. Die Schiffe der Schutzflotte beschießen sich gegenseitig. Über eine Sicherheitsschaltung kann Kaowen Schiffe explodieren lassen auf denen die Dosanthi außer Kontrolle geraten. Doch das Chaos nimmt zu. Das Tarnfeld um Shikaqin erlischt und zeigt einen sonnenlosen kleinen Planeten, auf dessen Oberfläche sich riesige knöcherne Gesichter zeigen.
Auch bei Rhodan gibt es Schwierigkeiten. Der Durchgang zum Kalten Raum wird instabil. Die MIKRU-JON beginnt sich aufzulösen.

Rezension:
Einmal mehr bietet Arndt Ellmers schöpferischer aber nicht immer sinniger Schreibstil Anlass zu einiger Kritik. Zugute halten muss man dem Autor, dass er immer etwas „Neues“ schreiben will, was aber meistens dazu führt, dass der Autor die Handlungsweisen seiner Figuren nach Belieben wechselt und eigentlich harmlose Situationen unnötig aufbläht. Der Autor hat wohl auch das Bestreben, seine Figuren unkonventionell agieren zu lassen. Leider wirken diese Handlungen meist eher antiquiert als fortschrittlich. Darüber hinaus dreht der Autor für Kleinigkeiten viele unnütze Runden und in vielen Szenarien gerät die zeitliche Abfolge der Ereignisse durcheinander. Enthalten sind auch wieder die sehr häufig vom Autor verwendeten abrupten Szenenwechsel und die ebenso typische plötzlich auftretende Veränderung in der Gefühlswelt seiner Figuren. Ebenso typisch für Arndt Ellmer ist seine Art Fakten zu schaffen. Seine Figuren verbreiten überraschende Erkenntnisse, die sich nicht aus seiner Erzählung noch aus den vorausgegangenen Geschichten herleiten lassen. Der Autor versucht in jede noch so kleine Szene einen Spannungsbogen einzubauen. Leider misslingen die meisten dieser Aktionen, den Leser über mehrere Zeilen oder gar Kapitel zu fesseln. Akute Bedrohungssituationen meistert der Autor noch am besten. Bei den Versuchen weiter gefasste Spannungsbögen zu schaffen, mit sich langsam entwickelnden bedrohlichen Elementen, scheitert der Autor. Ein einfaches Spannungselement ist das Vorenthalten von Informationen. Der Autor setzt das recht häufig ein, allerdings geraten diese Elemente meist zu plump.
Textstellen für die Ellmertypischen Fehler finden sich in „Kaowens Entscheidung“ leider zuhauf. Hier einige Beispiele:
Das Zusammentreffen der Kommandeure mit Kaowen bei Shikaqin bündelt gleich mehrere der oben genannten Schwächen des Autors. Umständlich werden die Kommandeure von tausenden von Schiffen zu einer Konferenz eingeladen. Der Autor möchte etwas Unkonventionelles schreiben, tatsächlich gerät die Aktion zu behäbig. Um die Spannung (?) zu erhöhen, schreibt der Autor zunächst als harten Fakt, dass die Widerspenstigen unter den Kommandeuren sich nicht blicken lassen. Ein paar Zeilen weiter treffen die Widerspenstigen dann doch ein. Die Spannung war bereits nach dem ersten Fakt vorbei. Sie wäre aufrechterhalten worden, wenn Kaowen und damit der Leser durch Formulierungen des Autors im Unklaren darüber geblieben wäre, ob die wahrscheinlichen Widersacher nicht vielleicht dennoch eintreffen oder vielleicht etwas in Schilde führen. Der Autor lässt jedoch einfach Informationen weg, um sie dann doch noch zu präsentieren. Dieser Schreibstil des Autors ist fade. Die Szene geht jedoch noch weiter. Kaowen beansprucht den Oberbefehl. Die widerspenstigen Kommandeure lehnen das ab. Die Begründungen des Autors sind wirr. Einerseits schreibt er, dass Kaowen als Kommandeur der QIN SHI Garde für alle Beteiligten bekannt unumschränkte Macht besitzt, andererseits lässt der Autor seine Figuren zu einer Schmierenkomödie zusammenkommen. Völlig unmotiviert lässt der Autor seinen Hauptdarsteller schließlich einen Gewaltausbruch durchlaufen und mehrere Dutzend Kommandeure exekutieren. Auf dem Höhepunkt der Auseinandersetzung entwickelt Kaowens Klonkörper ungeahnte Fähigkeiten. Seinen Handrücken (?) kann Kaowen so strecken, dass er fast so schmal wie eine Messerklinge wird. Damit bezwingt er einen Gegner im Zweikampf. Abgesehen davon, dass sicherlich die Handkante gemeint sein sollte, ist diese Fantasie des Autors an der Stelle einfach nur übertrieben und wirkt deplatziert. Ein gut geschriebener längerer Zweikampf wäre noch akzeptabel gewesen, statt einer Massenexekution und einer genetischen Handveränderung.
Das Zusammenspiel der Figuren Ramoz und Mondra ist hektisch und von willkürlichen Gefühlsschwankungen durchsetzt ohne dass der Autor diese Umstände schlüssig herleitet. Beim Zusammentreffen Rhodans mit Ramoz und Mondra geraten der zeitliche Ablauf und die Übermittlung von Informationen zu den Geschehnissen im Kalten Raum durcheinander. Rhodan erwähnt einen Bericht von Ramoz, doch davon war vorher nichts zu lesen. Erst nach dem Gespräch mit Ramoz kommt Rhodan dazu, einen Speicher Mondras mit den Aufzeichnungen der Erinnerungen von Ramoz zu sichten. Doch schon zuvor hatte der Autor Rhodan Informationen überlegen lassen, die diese Figur zu dem Zeitpunkt unmöglich haben konnte.
Übrigens ist bei Ellmer der Kalte Raum bei einer blauen Sonne angesiedelt, während es bislang eine grüne Sonne war. In der Nähe dieser Textstelle bekommt Rhodan die Information vom Verzweifelten Widerstand, dass die Anomalie noch existiert und der Durchgang nach Escalian reibungslos funktioniert. Da aber niemand durchgeflogen ist und aus Escalian auch nicht zurückkehrte kann das gar nicht stimmen, was der Autor hier schreibt. Diese beiden Fehler stehen stellvertretend für dutzende derartige Fehler im Roman, die alle aufzuzählen schlicht unmöglich ist.
Ennerhahls Darstellung über seine Angaben, er sei eine Inkarnation der Zeitrose kann Rhodan ebenfalls nicht wissen. Wenn ich mich recht entsinne, dann hat Ennerhahl dies gegenüber Alaska Saedelaere bei ihrem ersten Zusammentreffen behauptet, möglicherweise um den Maskenträger zu täuschen.
Die Fähigkeiten des BASIS-Versorgers geraten zu einer Wundertüte. Selbst wenn das Schiff Hypertropzapfer hat, um damit die eigene Energieversorgung und die der anderen BASIS-Zelle zu sichern, soll das plötzlich die Versorgung von eben mal 765.000 Schiffen der Flotte im Kalten Raum sicherstellen. Eine „Beurteilung“ dieser Darstellung fällt schwer, da der Autor gerade bei diesem Geschehen einmal mehr wichtige Informationen zum Verständnis einfach weglässt, was den Eindruck einer Wundertüte noch verstärkt.
Ein ums andere Mal lässt Ellmer Kaowen Überlegungen anstellen, QIN SHI nach Escalian zu folgen, um die beiden Gegenstände (Anzug und Okular) zu beschaffen. Weder in diesem, noch in den vorherigen Romanen sind jedoch Aussagen gemacht worden, die den Protektor zu solchen Gedanken inspirieren könnten. Kaowens Überlegungen können noch nicht einmal spekulativ sein. Denn auch dafür gibt es keinen Anlass. Wenn mich meine Erinnerung nicht trübt, dann sind die beiden BASIS-Teile durch Transitionen aus der Werft entkommen. Die Auswirkungen der Transition haben, abgesehen von der Sonnenbombe aus Escalian, zur Zerstörung der Werft beigetragen. Sie sind also mitnichten in die Anomalie eingeflogen. Am Anfang des Romans schreibt Ellmer sogar, dass nun auch die andere BASIS-Zelle die untergehende Werft per Transition verlassen hat.
Fehler schlichen sich auch bei der Hereinnahme des Dosanthi Tokun Gavang ein. Die Figur wurde zuletzt in den Heften 2630 und 2631 verwendet. Tokun Gavang hatte seinerzeit über die zivilen Kommunikationsnetze die Bewohner Meloudils zum Widerstand aufgerufen. Zwar erwähnt Ellmer anfänglich, dass Gavang in den Untergrund gehen musste aber bei der Mobilmachung ist er doch wieder unter seinem Namen an Bord eines Xylthenschiffes. Ein merkwürdiger Umstand, dass der öffentlich und namentlich genannte Anführer der Verzweifelten Widerstands eines Planeten so einfach an Bord eines Xylthenschiffes gelassen wird. Und noch merkwürdiger ist der Umstand, dass diese Figur vom Kommandanten sogar in die Zentrale gebeten wird. Wohlgemerkt von einem Xylthen, der nicht Mitglied des Widerstands ist. Das hat man davon wenn man sekundäre Figuren nach so langer Zeit wieder hervorzaubert. Arndt Ellmer versucht sich mit einer Erklärung, dass dem Kommandanten der Xylthen nicht bekannt sei, dass Gavang versucht hat Kaowen zu töten. Das sind jedoch Ereignisse vor dem Geschehen auf Meloudil, sie liegen über 90 Jahre zurück. Die Ereignisse auf Meloudil blendet der Autor weitgehend aus. Die folgenden Handlungen um die Dosanthi bei Shikaqin sind allerdings so wirr geschrieben, dass der Fehler eh kaum auffällt.
Die letzten Seiten habe ich nur noch überflogen. Aktionen, Beteiligte, Motivationen, Ursachen und Wirkungen des Tumults bei Shikaqin werden zu einer zähen Melange zusammengerührt. Dem konnte und wollte ich nicht folgen.
Fazit: Ein Roman mit zahlreichen Fehlern inhaltlicher und schreibtechnischer Natur. Im Übrigen wurde mir während und nach der Lektüre nicht klar, um welche Entscheidung es bei „Kaowens Entscheidung“ ging.

Ansichten zu PR 2661

Anaree – von Uwe Anton – Handlung:
Ennerhahl ist dabei den Sternsaphir zu untersuchen, der beim Tod von Samburi Yura zurückblieb. Als Rhodan das Sternjuwel berührt wird eine Botschaft in seinen Kopf gesendet. Rhodan erfährt die Geschichte von Anaree.
Anaree ist fünf Jahre alt als sie beim Spielen am Fluss das erste Mal den blauweißen Kristall bemerkt, der am untersten Zweig eines Baumes hängt. Der Kristall zieht sie magisch an, doch ihn zu berühren, wäre ein Tabu-Bruch. Die Morgenschwester hat dem Tag-Volk verboten diese Gegenstände zu berühren. Tara Marate, ein alter Jäger des Dorfes warnt das Mädchen. Diejenigen, die den Sternsaphir berühren, altern und verschwinden. Das Mädchen ignoriert die Warnung und berührt den Kristall. Wissen strömt in sie ein und die Morgenschwester, die Göttin des Tag-Volks tritt ihr gegenüber. Mit den Worten „du wirst für mich sterben“ lässt sie das Mädchen verwirrt zurück. Anaree stellt verblüfft fest, dass sie gealtert ist. Sie ist jetzt mindestens 15 Jahre alt, als sie ins Dorf zurückkehrt. Dort nimmt niemand Notiz von ihrer Wandlung.
Nach einem Jagdausflug mit Tara Marate, bei dem Anaree einem seltsamen Kaninchen begegnet, vergehen mehrere Tage bis die Morgenschwester ins Dorf kommt und Anaree mitnimmt. Die Göttin des Tag-Volks führt Anaree in einen fremden Bereich. Ein Gegenstand, der dort nicht hinzugehören scheint, fesselt ihre Aufmerksamkeit. Von ihrer Herrin befragt, was das sei, antwortet Anaree ohne zu zögern. Eine Nekrophore. Das Wissen dazu ist aus dem Sternsaphir in ihr übergegangen. Auch die weiteren Fragen der Morgenschwester kann Anaree beantworten. Die Morgenschwester ist mit dem Ergebnis zufrieden und eröffnet Anaree, dass sie als Leibwächterin dienen soll. Sie soll ein Hypergespinst, einen Kampfkokon bedienen lernen, damit sie für die Morgenschwester kämpfen und sterben kann.
In der Folgezeit lernt Anaree weitere seltsame Bereiche und fremde Welten kennen. Sie weiß nun, dass sie in einem Raumschiff mit dem Namen LEUCHTKRAFT reist. Jedes neue Ereignis und jeder neue Ort rufen in ihr das Wissen dazu wie aus einer Enzyklopädie ab. Sie begegnet der Androiden-Besatzung. Einer von ihnen, der Offizier M’ian Mor, wird ihr Ausbilder. Sie lernt Ultradim-Fenster und andere technische Einrichtungen zu bedienen. Und sie lernt den Kampfkokon zu bedienen, mit dem sie in den Hyperraum rotieren kann. Das Hypergespinst kann sich über Feinde stülpen und sie in den Hyperraum abstrahlen. Außerdem kann Anaree mit dem Kampfkokon andere Existenzebenen betreten. Das Hypergespinst ist so mächtig, dass es sogar den Sensoren der LEUCHTKRAFT entgehen kann.
Eines Tages wird Anaree zur Morgenschwester gerufen, die sich in einem Lagerraum mit hunderten von Sternjuwelen aufhält. Als ihre Herrin abgelenkt ist, entwendet Anaree einen Sternsaphir und hofft, dass der Diebstahl unbemerkt geblieben ist. Sie versteckt den Sternsaphir am Ufer des Flusses und kehrt in der Folgezeit immer wieder dorthin zurück, um die Funktionen des Sternjuwels zu erforschen. Schließlich kommt der Tag, an dem Anaree ihren ersten Einsatz hat. Sie begleitet unsichtbar für alle Beteiligten die Morgenschwester und fünf Androiden an Bord der ROTOR-A zum Schauplatz des Mahnenden Schauspiels vom See der Tränen. Die Entität Tafalla widersetzt sich und tötet die Androiden. Anaree kann mit ihrer Herrin entkommen. An Bord der LEUCHTKRAFT erscheint Sholoubwa und verbietet die Vernichtung der Schauspielplattform. Die LEUCHTKRAFT zieht sich unverrichteter Dinge zurück.
Anarees Ausbildung geht weiter und nicht nur ihre Fähigkeiten wachsen, sondern auch ihre Neugierde. Mit dem Hypergespinst macht sie Streifzüge durch die LEUCHTKRAFT. Ihre Beobachtungen zeichnet sie auf dem Sternjuwel auf. Eines Tages wird sie Zeuge einer Unterhaltung zwischen der Morgenschwester und einem alten Mann, der sich kurz darauf in einen jungen Mann verwandelt und als Delorian angesprochen wird. Die Unterhaltung dreht sich darum, dass Delorian und die Morgenschwester QIN SHIS Idee nutzen wollen. Dazu benötigen sie das BOTNETZ, das Okular, den Anzug und einen Zellaktivator. Anaree trifft auch auf Alaska Saedelaere und auf Monkey, dem sie das Leben rettet.
Irgendwann trifft Anaree mit DAN zusammen. Der Bordrechner hat ihre Aktivitäten doch verfolgen können. Er bezeichnet sich selbst als Gefangenen, so wie alle an Bord. DAN nimmt beim Gespräch mit Anaree die Gestalt des jungen Delorians ein. Anaree erinnert sich, diese Gestalt gesehen zu haben, was bei DAN scheinbar Besorgnis hervorruft. DAN hat den Wunsch nach Anthuresta gebracht zu werden. Er spricht davon, dort ein schlimmes Schicksal zu erleiden. DAN führt sie zu einem weiteren Sternsaphir, den Anaree an sich nimmt. Beide wollen das Zusammentreffen gegenüber der Morgenschwester verschweigen.
Ein weiterer Einsatz führt Anaree an der Seite der Morgenschwester zur immateriellen Stadt Ultramarinblau. Die Herrin hinterlässt dort eine Botschaft für Saedelaere und lässt zwei Proto-Enthoninnen dort zurück. Schließlich erreicht die LEUCHTKRAFT Kopters Horst, wo das BOTNETZ versteckt ist. Die Morgenschwester und Anaree begeben sich in eine der 48 Raumstationen, die eines der 48 Blütenblätter der Zeitrose enthält. Die Morgenschwester macht jedoch keine Anstalten, das BOTNETZ zu bergen. Wenn es an Bord der LEUCHTKRAFT gelangt, wäre es in den Händen der Kosmokraten, sagt sie. Und das darf nicht geschehen. Als QIN SHI erscheint, lässt die Morgenschwester Anaree, die durch das Hypergespinst nicht von QIN SHI identifiziert werden kann, zurück. Bevor sie geht, macht sie den Sternsaphir, den ihr seinerzeit Anaree entwendet hat, unbrauchbar. Sie hatte es doch bemerkt. QIN SHI nimmt Anaree in ihrem Hypergespinst, im Glauben es sei Samburi Yura, gefangen. Anaree stirbt. Ihr bleibt ein letzter Triumph. Sie hat die Morgenschwester überlistet. Ihre Erinnerungen hat sie auf dem zweiten Sternsaphir gespeichert.
Perry Rhodan kennt nun die Erinnerungen der Proto-Enthonin. Mikru soll das Sternenjuwel untersuchen. Rhodan ist um Saedelaere besorgt. Der Freund wird von Samburi Yura offensichtlich hintergangen.

Rezension:
Uwe Antons Roman gliedert sich in 3 Teile. Im ersten Drittel wird die Figur Anaree eingeführt. Im zweiten Drittel verknüpft der Autor das Geschehen um diese Figur mit bekannten Fakten aus dem aktuellem Zyklus und der Serienvergangenheit und im letzten Drittel fügt der Autor einige neue Aspekte zur aktuellen Zyklushandlung dazu.
Das erste Romandrittel war nicht schlecht geschrieben auch wenn gleich zu Beginn etwas zu viel Theatralik eingeflossen ist, als Rhodan den Sternsaphir berührt. Auf den folgenden 20 bis 25 Seiten führt Uwe Anton die Figur Anaree ein und schließt dieses Kapitel mit dem ersten Einsatz der Proto-Enthonin ab. Leider war der erste Einsatz seiner Figur auch der erste Einsatz von Samburi Yura, und diese Geschichte kennen wir schon. Zwar wird die Wiederholung aus einer anderen Perspektive erzählt, allerdings kann der Autor dem Geschehen keine neuen Gesichtspunkte hinzufügen. Insofern empfand ich den Aufbau des Romans bis zu dieser Stelle nur als durchschnittlich. Statt jetzt auf dem Geschehen aufzubauen, macht der Autor auf den folgenden Seiten erst mal wieder einen Schritt zurück und schildert erneut die Ausbildung Anarees. Das geriet etwas zu langatmig.
Zudem fehlte der Darstellung der Proto-Enthonin einfach ein interessantes Element. Uwe Anton, bekennender Fan von Philip K. Dick hat eine gute Gelegenheit verpasst, seinem Vorbild nachzueifern und seinem künstlichem Geschöpf besondere Eigenschaften, Wesenszüge oder Emotionen mitzugeben. Anaree bleibt während des gesamten Romans nur eine Dienerin ihrer Herrin und Schöpferin. Anders als Dick gelingt es Anton nicht, seinem künstlichen Geschöpf Leben einzuhauchen. Anaree bleibt blass, im wahrsten Sinn des Wortes. Wenn es doch Ansätze gibt, die über die Schilderung der Ausbildung hinausgehen, dann sind sie misslungen. Eine Schlussfolgerung, zu der der Autor seine Figur beispielsweise kommen lässt, ist seltsam. Die Neugierde Anarees soll ein Beleg dafür sein, dass sie keinen freien Willen hat. Das wäre wirklich überraschend, denn dann hätten die meisten Menschen keinen freien Willen!
Im letzten Drittel wird es interessanter und der Autor kann stellenweise mit neuen Informationen fesseln. Leider schleichen sich auch hier einige Fehler ein, die unnötig sind. So wird ein ums andere Mal wiederholt, wie sich Anaree mit den Sternjuwelen beschäftigt und langsam lernt, sie einzusetzen. Das hatte sie bereits in den Kapiteln zuvor getan.
Der Autor geht an einer Stelle auf ein Stilelement ein, das in der Serie weit verbreitet ist. Wesen höherer Art und solche, die sich dafür halten, hinterlassen für Personen, deren Hilfe sie benötigen, kryptische Botschaften. Da ein Teil des Romans in der Stadt Ultramarinblau spielt, die Alaska Saedelaere betreten hatte und dort eine Botschaft Samburi Yuras fand, bot sich nun die Gelegenheit, die Aufzeichnung der Botschaft aus einer anderen Perspektive zu schildern. Dem Autor Uwe Anton fiel jedoch nichts Gescheites ein und er hat seine Figur Samburi Yura allen Ernstes in den Mund gelegt, für Saedelaere Lügen und Halbwahrheiten zu hinterlassen, um es ihm nicht zu einfach zu machen. Selbst wenn dies Ausdruck dessen sein soll, dass die Enthonin Saedelaere hintergeht, ist es dumm. Auch hier hat Uwe Anton eine gute Gelegenheit verpasst, um eine schlüssige Begründung für den umständlichen Inhalt dieser Botschaft zu liefern. Oder anders ausgedrückt, an dieser Romanstelle verstrickt sich der Autor im eigenen gesponnenen Netz!
Im Epilog schließlich verpasst der Autor erneut eine gute Gelegenheit. Die Echtheit des Sternjuwels wird von seiner Figur Rhodan angezweifelt und damit einhergehend werden auch die Erinnerungen Anarees in Zweifel gezogen. Das ist aus zweierlei Gründen schade. Erstens sät der Autor erneut Zweifel auf der Handlungsebene Rhodan, statt einmal Fakten wirken zu lassen und zweitens sind die Schlussfolgerungen, die Anton seine Figur Rhodan ziehen lässt, falsch. Rhodan fragt sich, ob der Sternjuwel echt sei, den Anaree entwendet hat. Wenn Rhodan allerdings gerade erst die ganze Geschichte Anarees erfahren hat, dann kann ihm nicht entgangen sein, dass der Sternjuwel nicht der ist, den Anaree entwendet hat, sondern ein zweiter, der ihr von DAN gegeben wurde. Samburi Yura hatte als letzte Aktion den zuerst von Anaree entwendeten Sternjuwel, bzw. das, was Anaree für einen Sternjuwel hielt, unbrauchbar gemacht. Und Anaree hatte den unbrauchbaren Sternjuwel im Kampf gegen QIN SHI eingesetzt.
Fazit: Mit dem Roman kann (muss ?) man wohl zufrieden sein. Mehr kann Uwe Anton derzeit nicht schreiben. Wie wäre wohl die Figur Anaree von einem Wim Vandemaan gestaltet worden, mit welchen Worten hätte er die Proto-Enthonin die Wunder der LEUCHTKRAFT erleben lassen? Uwe Anton bleibt in vielen Bereichen sehr oberflächlich. Seine Story punktet mit den Informationen und den geschilderten Zusammenhängen. Mit der Schilderung der Figur Anaree hat Uwe Anton jedoch Potential verschenkt und im Epilog schafft der Autor wieder nur Verwirrung.
Spekulation: Mache ich selten aber die zwei Erscheinungsbilder Delorians und DANs seltsames Verhalten könnten Ausdruck dafür sein, dass es zwei Delorians gibt. Einen alten Delorian, ehemals Chronist von ES und einen jungen Delorian, möglicherweise im Dienst von TALIN.

 

Ansichten zu PR 2660

Die springenden Sterne – von Christian Montillon – Handlung:
Nachdem Rhodan mit der MIKRU-JON den so genannten Kalten Raum verlassen hat, beginnt sich Ramoz an seine Vergangenheit zu erinnern. Mondra, die mit ihm zusammen auf einem der Schiffe zurückgeblieben ist, erfährt so die Lebensgeschichte ihres merkwürdigen Begleiters.
Ramoz wird sich seiner bewusst in einer Pilotenschule der Oraccameo. Die knöchrigen Wesen stehen der Doppelgalaxis Chalkada vor. Von den Oraccameo erfährt Ramoz anfangs nur sehr wenig über seine Herkunft. Das Volk der Zasa würde seine Jungen vernachlässigen, heißt es. Die Oraccameo nehmen sich ihrer an und bilden sie zu Piloten aus. Ramoz ist der beste Pilot seines Jahrgangs. Seine Fähigkeiten lassen sein Selbstbewusstsein schnell wachsen und er fühlt sich allen anderen überlegen. Nur ein Zasa namens Sajon ist ihm annähernd ebenbürtig. Die beiden werden Freunde.
Bei einer Prüfung zum Abschluss seiner Grundausbildung wagt sich Ramoz mit seinem Mondsicheljäger zu tief in ein Asteroidenfeld. Dabei macht er die Entdeckung eines unbekannten Energiefeldes, das wie ein Diamant strahlt. Für seine Eigenmächtigkeit wird er zu Wörgut Gooswart, dem höchsten Oraccameo zitiert. Gooswart bestraft Ramoz mit einer mehrwöchigen Haft, lässt den Zasa aber gleichwohl wissen, dass seine Leistungen beeindrucken. Der Diamant, den Ramoz entdeckt hatte, sei ein gescheitertes Experiment. Die Oraccameo arbeiten daran, Miniaturuniversen zu erschaffen.
Während seiner Haft, die mit Schlafentzug einhergeht, hat Ramoz Träume. Er sieht wilde Tiere, die, so wundert er sich, die gleiche Fellfarbe aufweisen wie die Körperbehaarung der Zasa. Nach der Haft scheint sich Wörgut Gooswart sehr für seine Träume zu interessieren. Außerdem stellt ihn der Oraccameo vor die Wahl. Er könne sich einer Operation unterziehen oder die Pilotenschule verlassen. Ramoz willigt in die Operation ein und kann zudem seine Bitte durchsetzen, dass auch Sajon die gleiche Behandlung erfährt. Von einem Quallenwesen wird den beiden Zasa ein Metalldorn in ein Auge eingesetzt. Das Implantat ermöglicht ihren Gehirnen den Empfang und auch das Senden von Hyperimpulsen. Im Ruhemodus kann der Dorn teilentstofflicht werden. Ramoz verträgt die Operation problemlos, Sajon hat jedoch Anpassungsschwierigkeiten und muss mehrere Wochen in der Klinik verbringen. Derweil testet Ramoz das Implantat. Ein Einsatzgebiet ist die Möglichkeit, mehrere Schiffe als Pilot gleichzeitig zu steuern. Zudem entdeckt der Zasa, dass ihn der Metalldorn in die Lage versetzt, in den aufgewühlten Hyperkräften der Doppelgalaxis sichere Passagen zu finden.
Als endlich auch Sajon sein Implantat beherrscht, gelingt den beiden Zasa die Rettung verunglückter hochrangiger Oraccameo. Alle Türen stehen den beiden Zasa offen und sie gewinnen an Popularität. Doch eines Tages begeht Sajon einen schweren Fehler. Schon vor langer Zeit sind in der Doppelgalaxis Chalkada unbekannte gigantische Raumstationen aufgetaucht. Die Stationen, die sich in der Regel mit einer Sonnentarnung umgeben, werden von den Oraccameo auch Handelssterne genannt. Sajon entdeckt, dass die Handelssterne kurze Transitionen vollziehen. Als er den Versuch unternimmt, mit seinem Implantat Einfluss auf einen der springenden Sterne zu nehmen, führt dies zu einer Katastrophe. Der Handelsstern explodiert. Die Oraccameo sind so erzürnt über den Verlust eines wichtigen Forschungsgebiets, dass sie Sajon mit der Reduktion bestrafen.
Ein genetischer Resequenzer leitet die Rückverwandlung Sajons in ein luchsähnliches Tier ein. Ramoz erkennt nun seine Herkunft. Die Oraccameo haben die Fähigkeiten der Zasa erkannt aber wollten keine Millionen Jahre Evolution abwarten. Stattdessen haben ihre Genetiker die Tiere zu intelligenten Wesen fortentwickelt. Und in jedem Zasa ist eine solche Sicherheitsschaltung integriert, die jederzeit die Rückverwandlung möglich macht.
Ramoz macht weiter. Bald hat er den Freund vergessen, denn es herrscht Krieg. Er erfährt eine Erweiterung seines Implantats und auch andere seiner Art bekommen nun diese Metalldorne. Doch Ramoz’ Fähigkeiten übertrafen alle. Er alleine besiegt den Feind. Dann hörte Ramoz zum ersten Mal vom Herrn der Gesichter. Ein Zasa namens Nijas erzählt ihm, dass die Oraccameo sich vergeistigen wollen. Wie sich herausstellt, ist Nijas sein früherer Freund Sajon. Er wurde begnadigt, da seine Fähigkeiten im Krieg benötigt wurden. An sein Leben als Tier kann er sich nicht erinnern aber alle anderen Erinnerungen sind ihm geblieben.
Ramoz glaubt ihm die Geschichte mit der Vergeistigung nicht. Für Wörgut Gooswart soll er einen Zugang zu einem neuen Miniaturuniversum bei einer grünen Sonne finden. Er scheitert, doch der Oraccameo ist zufrieden. In der Anomalie soll die Flotte der Oraccameo versteckt werden, die nach dem Krieg nicht mehr benötigt wird. Ramoz soll als Seele der Flotte den Übergang bewerkstelligen. Bevor das geschieht verkünden die Oraccameo, dass sie eine Wesenheit namens QIN SHI gefunden haben. Tatsächlich aber sind es die Oraccameo selbst, die sich zu dieser Wesenheit verschmelzen wollen. Die Zündung eines Handelssterns durch Sajon soll die notwendige Energie liefern. Sajon stirbt dabei und in Ramoz entstehen Zweifel am Vorgehen der Oraccameo. Wörgut Gooswart ist über seine Einstellung verärgert. Er unterzieht Ramoz der Reduktion und entledigt sich des Zasas, indem er ihn in Stasis durch das Polyportnetz schickt. Der Polyporthof, wo Ramoz landet, wird von den Halbspur-Changeuren in der Endlosen Stadt integriert. Auf Markanu erlischt irgendwann das Stasis-Feld und Ramoz wird von Mondra gefunden.

Rezension:
Es war der gleiche Autor, der diesen Handlungsort in der Nähe der grünen Sonne zuletzt behandelt hat. Zu Heft 2648 schrieb ich vor einigen Monaten, wie ärgerlich es doch sei, dass eine hochstehende Technologie tatsächlich mehrere tausend Raumschiffe in einem Miniaturuniversum über Äonen zu konservieren vermag und es einfach nicht schafft, den Ankömmlingen eine klare Botschaft zu hinterlassen. Nun kennen wir durch Christian Montillon auch die Vorgeschichte. Das Ärgernis bleibt. Christian Montillon greift mir hier eine Spur zu häufig auf diesen Plot-Driven-Erzählstil zurück. Es geschieht, weil es geschieht.
Dabei bietet doch gerade eine Lebensgeschichte wie diese vielfältige Möglichkeiten, um mehr den Charakter als die Handlung in den Vordergrund zu stellen. Das Wesen von Ramoz kam deutlich zu kurz in der Geschichte. Oberflächlich betrachtet ist er ein arroganter Kotzbrocken, der seine Fähigkeiten zu seinem Vorteil nutzt. Das innere Wesen des Zasas wird vom Autor leider nur gestreift. Warum er zum Schluss den Oraccameo den Gehorsam verweigert, wird durch die flüchtige Charakterisierung der Figur nicht schlüssig herausgearbeitet.
Sehr umständlich wurde leider auch das eigentliche Romanthema angegangen. An irgendeiner Romanstelle, die eigentlich einem anderen Phänomen gewidmet war, erfuhr der geneigte Leser in einem Nebensatz von den springenden Sternen. Als dann der Autor wenig später den Begriff erneut verwendet, ist die Pseudo-Spannung auch schon aufgebraucht. Es sind Handelssterne, ah ja. Das hätte man auch anders aufziehen können.
Als misslungen hat sich auch die Zyklusplanung und die Planung der Redaktion erwiesen. Ausgerechnet den vom Sprach- und Erzählstil eher kraftlosen Christian Montillon auf einem Roman von Richard Dübell folgen zu lassen, ist ungeschickt. Der Unterschied zum sehr guten Roman der Vorwoche wird dadurch noch größer.
Fazit: Nur mäßiger Roman mit vielen kleinen Ungereimtheiten