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Ansichten zu PR 2601

Galaxis in Aufruhr – von Leo Lukas – Handlung:
Gegen die Übermacht von rund tausend Schiffen können die Beiboote der BASIS und die MIKRU-JON nichts ausrichten. Rhodans Versuche, die Absatzbewegungen der Beiboote zu koordinieren erweisen sich als aussichtslos. Er hat Mühe, die MIKRU-JON, die selbst von den herrschenden Verhältnissen beeinträchtigt ist, durch die Reihen der feindlichen Einheiten zu steuern. Nachdem die Panik-Strahlung, die von den Dosanthi und von ihren Zapfenschiffen verbreitet wird, der Besatzung der BASIS und der MIKRU-JON stark zugesetzt hatte, erweist sich nun, dass in diesem Abschnitt des Universums noch ein zweiter Einfluss präsent ist. Es ist eine Art Hintergrundrauschen, der von der Materiebrücke oder der gesamten Doppelgalaxis ausgeht. Sowohl Mensch als auch Technik ist von der Strahlung betroffen. Auch mit Ramoz geht eine sonderbare Veränderung vor. Das Tier fällt ins Koma und die Gamaschen, die es an den Hinterbeinen trägt, beginnen zu wachsen und den Körper mit einem Geflecht zu überziehen.
Mit Mühe gelingt es Rhodan den Obeliskraumer in den Hyperraum zu steuern. Das Schiff benötigt Zeit, um die Systeme neu zu konfigurieren. Nemo Partijan, der sich mittlerweile von der Panik-Strahlung erholt hat, kann erste Erkenntnisse aus den Ortungsdaten ziehen. Er bezeichnet den zweiten Einfluss als Paraflimmern. Ähnliche Effekte treten bei geringen Strangeness-Differenzen auf. Ob allerdings eine Versetzung in ein Paralleluniversum stattgefunden hat, sei Spekulation. Über die Transporttechnologie der Dosanthi vermutet er einen Ähnlichkeit zur Polyport-Technologie, wobei die Dosanthi keine Gegenstation benötigten. Möglicherweise kam eine Frühform oder eine andere Entwicklungslinie der Polyport-Technologie zum Einsatz.
Rhodan nimmt Kurs auf die nächststehende Sonne vom Sol-Typ, die nach den Notfallregularien der LFT-Flotte als Sammelpunkt für versprengte Einheiten gilt. Während des Fluges zu dem 775 Lichtjahre entfernten Stern, macht die MIKRU-JON einige Zwischenstopps und wertet den regionalen Funkverkehr aus. Die Galaxis erweist sich nicht nur in den physikalischen Gegebenheiten als instabil. Es scheint auch zahlreiche kriegerische Auseinandersetzungen in der Region zu geben. Allerdings gibt es keine Anzeichen für eine Hegemonialmacht oder der Präsenz einer Höheren Wesenheit.
Am Zielpunkt angekommen, ortet Mikru einen BASIS-Tender, die CHISHOLM. Das Schiff treibt antriebslos und schwer beschädigt in Richtung der Sonne. Die Besatzung befindet sich aufgrund einer von der Sonne ausgehenden betäubenden Strahlung im UHF-Bereich im Schlaf. Nur zwei Besatzungsmitglieder, die Ertruserin Sinaid Velderbilt und der Sänger Rynol Cog-Láar können der Strahlung Widerstand leisten. Der Baalol-Priester hält sie mit seiner Parafähigkeit bei Bewusstsein. Die MIKRU-JON koppelt den Tender mittels Traktorstrahlen an sich. Die beiden Schiffe nehmen Kurs auf den zweiten von zwölf Planeten des Systems. Vom Mond des Planeten wird eine sich wiederholende Funksendung empfangen. Darin wird vor einer Gefahr, einer widrigen Strömung gewarnt. Rhodan lässt sich dennoch darauf ein, mit beiden Schiffen auf dem unbewohnten Planeten, der Orontes getauft wird, zu landen. Aufgrund der von der Sonne Morpheus ausgehenden Strahlung und dem Warnhinweis, hofft er, einigermaßen ungestört, die dringend notwendigen Reparaturen an der CHISHOLM vornehmen zu können. Außerdem wartet er auf weitere versprengte Einheiten der BASIS.
Gucky und Nemo statten dem Mond einen Besuch ab. Die Station ist unbewohnt, die verwendete Technologie unter dem Niveau der Terraner. Die ehemaligen Bewohner des Forts könnten wurmartige Wesen gewesen sein, Höhlenbewohner, wie sich aus den Beobachtungen schließen lässt. Aus einem Computer zieht der Hyperphysiker ein paar Daten. Vor etwa 6000 Jahren kam es zu einer systemweiten Katastrophe, die als Weltengeißel umschrieben wird. Seitdem sendet die Roboterbesatzung des Mondforts die Funkwarnung. Partijan fügt der Funkbotschaft einen Rafferimpuls hinzu, damit terranische Einheiten über die Anwesenheit der 2 Schiffe informiert werden. Allerdings haben die Roboter einen weiteren Funkimpuls nach Orontes abgesetzt, der die Ankunft eines Schiffsverbands, vermutlich MIKRU-JON und CHISHOLM, meldet. Vom Planeten kam keine Antwort.
Den beiden Schiffen gelingt nach einigen Schwierigkeiten, verursacht durch hyperphysikalische Strömungen in der Atmosphäre, die Landung in der nördlichen Hemisphäre des Planeten, der sich als Glutwelt mit Temperaturen von über 50 Grad Celsius entpuppt. Beim Überflug konnten zahlreiche verwaiste Ruinenstädte und Raumhäfen mit Schiffswracks beobachtet werden. Unter der Oberfläche kann MIKRU-JON keine Gefahr entdecken. Die Besatzung der CHISHOLM beginnt mit den Reparaturen. Einige Besatzungsmitglieder leiden jedoch verstärkt unter dem Paraflimmern. Nemo Partijan erörtert mit dem Wissenschaftsoffizier des Tenders einige Theorien zu Paralleluniversen. Plötzlich dringen durch die Planetenoberfläche hunderte von Robotern und dringen in die CHISHOLM ein. Die primitiven Maschinen können jedoch rasch bezwungen werden. Eine TLD-Agentin in Ausbildung, Heatha Neroverde, unterstützt dabei den Abwehrkampf. Und auch Gucky kann mit Telekinese brillieren. Unter der Oberfläche Orontes macht sich ein Wesen namens Syb Gedanken, wie es die lästigen Fremden loswerden kann. Syb entsendet die Todringer.

Rezension:
Die eher faktendominierte Erzählweise von Leo Lukas gefiel mir recht gut. Neben einigen Actionsequenzen hat der Autor die Beobachtung, bzw. das Einholen von Informationen und die darauf basierenden Auswertungen und die theoretische Abstraktion in den Vordergrund seiner Geschichte gerückt. Dazu hat er einige Nebenfiguren geschickt genutzt, um diese Theorien zu erläutern. Die Sequenz zwischen Nemo und dem Wissenschaftsoffizier der CHISHOLM sind ein Paradebeispiel. Diesen Aufbau habe ich im vergangenen Zyklus schmerzlich vermisst. Da wurde zwar häufig beobachtet aber keine Theorie aufgestellt, keine Schlussfolgerung gezogen und vor allem keine Handlung abgeleitet.
Die Weiterentwicklung wissenschaftlicher Phänomene ist ja die Paradedisziplin der Science Fiction. Wenn es den Autoren gelingt, die in diesem Roman angeklungenen Aspekte zu Paralleluniversen zu einem wichtigen Bestandteil der Handlung zu machen und sie logisch weiterzuentwickeln, dann ist der Zyklus auf einem guten Weg.
Der Roman bezog seine Spannung aus der neuen, noch wenig bekannten Umgebung. Der Autor hat dem Aufbau seiner Geschichte von daher relativ wenig Aufmerksamkeit geschenkt.
Der Humor kommt nicht zu kurz in Leos Roman. Viele Dialoge sind geprägt von Foppereien und anderen flachsigen Bemerkungen. Auch der Spott kommt nicht zu kurz. Eine Art Running-Gag ist der ständige Hinweis, dass es wichtigeres (als Ramoz) gibt. Leo Lukas streut zudem den einen oder anderen Hinweis auf dem Ende September stattfindenden Weltcon in Mannheim ein.
Neben den verminderten technischen Möglichkeiten wird einmal mehr mit verminderten Befähigungen der Protagonisten ein Szenario gezeichnet, das den Lesern eine Einschränkung vermitteln soll, warum in diesem und auch in den kommenden Romanen nicht mit Fortschritten zu rechnen ist. Im vorletzten Zyklus waren es die Auswirkungen der Manipulationen TRAITORS, im letzten Zyklus die Auswirkungen der Psi-Materie und in diesem Zyklus wird uns, so ist es zu befürchten, dass Paraflimmern bis zum Ende begleiten.