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Ansichten zu PR 2561

Insel der goldenen Funken – Handlung:

Aus dem auf Talanis aufgetauchten Palast der Vier Himmel, einer tausend Meter hohen und 500 Meter durchmessenden Säule aus wirbelnden Goldfunken, strömen die Mitglieder des alten und neuen Mutantenkorps des Solaren Imperiums. Dazu gesellt sich eine Horde von Ilts, u.a. Iltu, Jumpy und Gecko. Mindestens 45 der Stardust-Mutanten hat der fehlgeschlagene Angriff auf VATROX-VAMU das Leben gekostet. Bevor ein weiterer Angriff erfolgen kann, müssen die neuen Mutanten lernen, ihre Fähigkeiten einzusetzen und vor allem ihre Fähigkeiten gemeinsam zu konzentrieren. Die ES-Mutanten dienen als Tutoren und Mentoren und beginnen damit die Menschen auf Talanis zu schulen. Es werden wohl Wochen vergehen, bis ein neuer Versuch gestartet werden kann, das Geistwesen aus dem Stardust-System zu verdrängen. In der Zwischenzeit muss alles getan werden, um zu verhindern, dass VATROX-VAMU Zugriff auf die im Stardust-System gefundenen Technik-Hinterlassenschaften der Oldtimer nehmen kann. Obwohl VATROX-VAMU bislang keine Möglichkeit gefunden hat, nach Talanis vorzudringen werden zum Schutz der Mutanten zwei der Silberkugeln auf der Insel stationiert. Sie dienen auch als Unterkunft, denn sie lassen sich bis auf 500m Durchmesser vergrößern und die Materieprojektoren können alle benötigten Materialien erschaffen.

Von John Marshall kommt die Information, dass der Polyport-Hof NEO-OLYMP von ES besonders gesichert wurde, so dass weder die Frequenz-Monarchie, noch VATROX-VAMU oder die Jaranoc darauf Zugriff haben. Tolot gibt bekannt, dass die in NEO-OLYMP gefundene Psi-Materie den Mutanten für die Bildung eines Parablocks zur Verfügung gestellt wird. Es wird auch überlegt, die Howanetze zur Verstärkung der Mutanten zu nutzen. Allerdings hat auch VATROX-VAMU die Netze entdeckt und will sich für die bevorstehende Auseinandersetzung stärken, bzw. die verlorenen Kräfte nach der Auseinandersetzung mit VATROX-DAAG wiedergewinnen, wie Tolot vermutet.

Während auf Talanis die Schulung der Mutanten läuft, kehrt Tolot mit Iltu, Betty Toufry und Ribald Corello in die Stardust-Nadel zurück, um von seinem Vasallen Kardo Tarba mehr Informationen zu erhalten. Der Jaranoc war in der Zwischenzeit nicht untätig. Er hat sich in den Kontrollraum der Felsnadel zurückgezogen und Informationen über die Immateriellen Städte gesammelt. Amethyst-Stadt war seit dem Start des Hyperdim-Perforators verschwunden. Der Jaranoc hat unter den 4 verbliebenen Städten jeweils eine gewaltige Maschinen-Halle entdeckt, die in ihren Ausmaßen von 8000 Meter Durchmesser, 50 Meter Höhe und mit 8350 Maschinenblöcken exakt der Halle in der Stardust-Nadel entsprachen. Auch an der Stelle, wo Amethyst-Stadt sich befand, existiert eine solche Halle. Tarba zeigt dem Haluter, dass es zudem 2 weitere Hallen ohne Stadt gibt. Da jeder Halle eine entsprechende Farbzuordnung zugrunde liegt, werden die bislang unbekannten Städte als Ultramarin-Stadt und Rubin-Stadt bezeichnet. Es gibt also insgesamt 7 Immaterielle Städte. An den Koordinaten von Rubin-Stadt, entdeckt Tarba im innern eines Gebirges, des Otamaro, eine weitere kegelförmige Halle mit einem Grunddurchmesser von 8000 Meter bei 1500 Meter Höhe. Darin schwebt die Projektion der Stardust-Galaxis. Toufry bezeichnet die Entdeckung als Singenden Berg mit Observatorium. Tolot ist mit den Entdeckungen seines Vasallen so zufrieden, dass dieser es wagt einen Wunsch zu äußern. Er will aus der Felsnadel ins Freie entlassen werden, um sich dem Einfluss VATROX-VAMUs auszusetzen. Er will damit in Erfahrung bringen, ob das Geistwesen gewillt ist, ihn aus seinen Diensten zu entlassen. Nach einigen Tagen des Abwartens stimmt Tolot zu. Unter der Kontrolle von 3 Mutanten wird Tarba dem Einfluss des Geistwesens ausgesetzt.

Unterdessen steht der Siganese Vorremar Corma nach wie vor unter der Kontrolle von VATROX-VAMU. Diese Kontrolle ist mal stärker und mal schwächer, zudem partizipiert der Siganese am Denken und Handeln des Geistwesens. Dadurch bekommt er mit, dass VATROX-VAMU den Polyport-Hof NEO-OLYMP inspiziert, aber durch die Signatur einer Superintelligenz abgeschreckt wird. Das Geistwesen wendet sich den Nebeldomen zu. Aber auch hier versagen seine Kräfte. VATROX-VAMU rätselt, wie sich die Nebeldome seinem Einfluss entziehen. Es wird deutlich, dass VATROX-VAMU eine starke geistige Wesenheit darstellt aber keine Superintelligenz. VATROX-VAMU lässt die Schiffe der Jaranoc über den 4 Nebeldomen Position beziehen. Über Aveda wird zudem der Hyperdim-Perforator in Stellung gebracht. Aber auch mit kombiniertem Beschuss bei gleichzeitigem Einsatz des Hyperdim-Perforators gelingt es VATROX-VAMU nicht die Nebeldome zu knacken. Als letzten Versuch versucht das Geistwesen Vorremar Corma über den Nebeldom nach Talanis zu schicken. Immer wieder lässt das Geistwesen den Siganesen auf seinem Trageroboter gegen den Nebel anrennen. Vergebens. Auch hier entstehen Rückkopplungen und Corma nimmt am Wissen des Geistwesens teil. Als VATROX-VAMU, VATROX-DAAG und VATROX-CUUR ein weiteres Geistwesen schufen, richtete sich dieses Kind gegen seine Schöpfer und verhinderte die Entstehung einer negativen SI. Das Kind konnte VATROX-VAMU übernehmen und wurde selbst zu VATROX-VAMU. Nach langer Zeit traf VATROX-VAMU wieder auf die anderen Triumvir. Diese hatte ein gewaltiges Kraftzentrum geschaffen. Um zu verhindern, dass diese Kräfte eingesetzt werden, handelte VATROX-VAMU. Eine Sicherheitssperre wurde aktiv und schleuderte das Geistwesen in die Mächtigkeitsballung einer SI, die positive und negative Elemente in sich vereinigte. Das Kraftzentrum hingegen blieb verschwunden. VATROX-VAMU bekam von der SI mit der Doppelnatur einen Hinweis auf die Fernen Stätten. Corma wird indirekt Zeuge, wie der Jaranoc Kardo Tarba tatsächlich von VATROX-VAMU freigegeben wird.

Mit einer Silberkugel fliegen Tolot, Tarba und einige andere nach Katarakt und erkunden den Singenden Berg mit dem Observatorium. Über eine mentale Stimme bekommen sie bei der Erkundung der Projektion der Stardust-Galaxis den Hinweis auf deren richtigen Namen, Anthuresta. Außerdem werden ihnen die Positionen von mindestens 12 Handelssternen angezeigt, darunter 2, in deren Nähe sich die Hibernationswelten 7 und 8 der FM befinden. Auch die Standorte von Polyport-Höfen und Distribut-Depots werden übermittelt. Mit diesem Wissen kehren sie nach Aveda zurück wo endlich der lange vorbereitete Schlag gegen VATROX-VAMU beginnt. Mit Hilfe der Psi-Materie und den ES-Mutanten gelingt es, VATROX-VAMU nach Art eines telepsimatischen Angriffs von Ribald Corello, dem Koordinator des Parablocks, aus den Stardust-System zu schleudern und auch alle Schiffe der Jaranoc. Es gibt nur einen Toten, Vorremar Corma. Als die ES-Mutanten im Palast der Vier Himmel verschwinden, öffnet sich der fünfte Himmel, das Tor nach Terra und alle bekommen die Vision eines bedrohlichen Feuerauges, das alles verschlang …

 

 

Rezension:

Der zweite Teil von Arndt Ellmers Roman konnte mir nur streckenweise gefallen. Mit dieser Art von Romanen habe ich einfach meine Schwierigkeiten. Auf der einen Seite viel Informationen und einige Überraschungen, auf der anderen Seite eine schwache Umsetzung. Es mag Fans geben, die sich darüber freuen, dass frühere Seriencharaktere in dieser Erzählung auftauchen. Im SF-Bereich stehen da schließlich mannigfaltige Möglichkeiten zur Verfügung. Und auch ich mag es eigentlich, wenn bekannte Charaktere aus früheren Episoden eingebaut werden. Die Betonung liegt dabei auf Charaktere. Damit dieses Stilmittel funktioniert, reicht es einfach nicht, irgendwelche „Namen“ in den Roman einzustreuen. Bei dieser Art von Geschichten sind einige Dinge zu beachten, damit sie funktionieren. Die Protagonisten, die man „reaktiviert“ müssen natürlich eine besondere Bedeutung in der Vergangenheit gehabt haben. Es macht keinen Sinn Hinz und Kunz aus der Versenkung zu holen, wenn sich eh keiner an die Beiden erinnert. Es müssen Persönlichkeiten sein, von denen uns zumindest einige Charakterzüge noch in Erinnerung sein müssen. Es spielt keine Rolle ob dies positive oder negative Verhaltensweisen sind, wichtig ist nur, sie verfügen über solche Eigenschaften. Die so aus der Versenkung geholten Personen müssen für die aktuelle Handlung von entscheidender Bedeutung sein und aktiv am Geschehen teilnehmen. Wenn Sie keine Bedeutung haben oder eh nicht „mitspielen“, braucht es sie ja nicht. Und hier hapert es in der Erzählung von Arndt Ellmer. Er bringt so viele Personen der Vergangenheit ins Spiel, auch völlig unbedeutende, das von manchem wirklich nur der Name in einer Liste erwähnt wird. Und die wenigen, die vom Autor etwas herausgestellt werden, bleiben ebenfalls gesichtslos.

Nur vordergründig scheinen die früheren Seriencharaktere etwas zur Handlung beitragen zu können. Tatsächlich sind es nur wenige Aktionen, die hier geschildert werden und sie entfalten keine Nachhaltigkeit.

Als besonders problematisch betrachte ich persönlich den Rückgriff auf die „Serientoten“. Die Beliebigkeit, mit der mittlerweile die „verstorbenen“ Akteure der Vergangenheit in die aktuelle Handlung eingebaut werden, ist mir sehr suspekt. Völlig wahllos werden die „Toten“ aus der Versenkung geholt. Die Autoren, allen voran der Expokrat Uwe Anton schaffen damit eine Beliebigkeit im Geschehen, die beispiellos in der Perry-Rhodan-Serie ist. Per Dekret wurde wahrscheinlich auf der letzten Autorenkonferenz beschlossen, dass alle jemals in der Serie verstorbenen Seriencharaktere in ES aufgegangen sind und bei passender Gelegenheit hervorgezaubert werden können.

 

Die Erzählung weist zudem die typischen Fehler auf, ohne die ich mir einen Roman von Arndt Ellmer schon gar nicht mehr vorstellen kann, siehe z.B. die Beschreibung der Funktion von Prallfeldprojektoren. Und auch bei anderen technischen Beschreibungen gerät der SF-Autor arg ins Schwimmen. Unbefriedigend sind auch die Beschreibungen der Mutanten. Aus Kitai Ishibashi wird ein Telepath gemacht. Früher war der mal Suggestor. Oder John Marshall, der selbst Telepath ist und die Untersuchung eines Menschen auf einen posthynotischen Befehl durch Son Okura veranlasst, der jedoch Frequenzseher ist, während einige Seiten später es dann richtigerweise Telepathen sind, die den Jaranoc auf einen posthynotischen Befehl scannen. So beliebig wie die Mutanten auftauchen, so beliebig und billig werden sie auch beschrieben. Die von ES „entlassenen“ Mutanten bleiben gesichtslos. Ihr „Einsatz“ beschränkt sich weitestgehend darauf, in einigen Szenen beim Namen genannt zu werden. Das hätte man sich sparen können oder anders ausgedrückt, diese Figuren haben es einfach nicht verdient von Arndt Ellmer derart verwurschtelt zu werden.

Es wäre besser gewesen, auf diese Figuren gänzlich zu verzichten und in der Handlung alleine auf die Stardust-Mutanten zu setzen, die vor einigen Wochen von den anderen Autoren in die Handlung eingeführt wurden. Diese Charaktere hätte man weiter entwickeln können.

Fazit: Viele interessante Informationen. Die Handlung war an sich auch interessant, leidet aber unter handwerklichen Fehlern.