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Gefangene des Handelssterns – Handlung:

Die Allianz hat um den Standort des aktiven Handelssterns eine Flotte von 40000 Raumschiffen der Maahks, Tefroder und Posbis zusammengezogen. Nur die Gaids-Rebellen sind nicht mit von der Partie. Die Gaids bereiten einen Einsatz gegen Hibernation-3 in der Nähe ihrer Heimatwelt vor. Atlan wartet an Bord der JULES VERNE auf ein Lebenszeichen von Perry Rhodan. Der ist mit der MIKRU-JON und einem Kommandounternehmen in die Sonnenkorona des Handelsstern eingedrungen.

Um die als Standard-Shuttle der FM getarnte MIKRU-JON ist nach Einflug in einem Hangar des Handelssterns FATICO ein 5-D-Schirmfeld errichtet worden. Identifikationscodes und Anfragen bleiben unbeantwortet. Rhodan beschließt auszusteigen. Er vermutet ein Psychospiel und will den ersten Zug machen. Der Kommandant des Handelssterns, der Frequenzfolger Vastrear, hat darauf vertrauend, dass die Gefangenen erstmal passiv bleiben, das Feld Satwa überlassen. Satwa beobachtet, wie 33 als Darturka getarnte Gestalten den Obelisk-Raumer verlassen. Sie erkennt 29 Roboter und 4 Lebewesen. Sie lässt Geschützpanzer auf die Gefangenen zuschweben und fordert sie über Funk auf, die Tarnung abzulegen und sich festnehmen zu lassen. Als die Primärschirme abgeschaltet werden versuchen die beiden Teleporter Tschubai/Lloyd mit Rhodan und Gucky mit Pral, den Hangar zu verlassen. Tschubai/Lloyd und Rhodan werden zurückgeschleudert, während Gucky und Pral in den Schirmfeldern hängen bleiben. Satwa lässt Rhodan und das Konzept in Zellen bringen und befiehlt den Okrivar die Roboter zu zerlegen und die MIKRU-JON zu untersuchen, um mehr über die Technologie der Galaktiker zu erfahren. Unterdessen ist es Gucky und Pral gelungen, die tödliche Falle der Schirmfelder zu verlassen. Für Satwa sieht das so aus, als seien beide getötet worden. Sie beginnt mit den Verhören des Konzeptes und Rhodan. Rhodan, der sich Satwa gegenüber als Stanley ausgibt, kann Satwa beim ersten Verhör so weit ablenken, das diese sich vorerst nicht näher mit ihm beschäftigt. Insbesondere kann er sie von seinem Zellaktivator ablenken.

Der Okrivar Irdelph nimmt unterdessen die von Satwa befohlene Aufgabe wahr und zerlegt und studiert mit anderen Okrivar die Roboter, die als Darturka getarnt, an Bord geholt wurden. Als er den siebzehnten stillgelegten Roboter zerlegt, wird er überraschend vom 5. Mitglied des Einsatzkommandos angegriffen. Es ist die Posbi Jawna Togoya, die sich in dem Roboter verborgen hatte. Sie setzt die anwesenden Okrivar außer Gefecht. Sie blufft Irdelph, indem sie vorgibt einen Sprengsatz an seinem Druckanzug befestigt zu haben und zwingt ihn dadurch Ihren Befehlen zu gehorchen. Sie erfährt von Irdelph einiges über die Führungsstruktur an Bord und eignet sich die biometrischen Daten Satwas an. In der Folge tritt die Posbi gegenüber den internen Computern als Satwa auf.

Gucky und Pral sind unterdessen über den Gefechtsfeld einer Übung von Klon-Kriegern materialisiert, wo sie auch sofort von einer Patrouille der Militärpolizei gestellt werden. Da Gucky und Pral weiterhin als Darturka getarnt sind, kommen die beiden lediglich in wenig geschützten Arrest, was Gucky und Pral nur Recht sein kann. Von Ihrem Gefängnis aus gehen sie auf Erkundung.

Jawna Togoya hat unterdessen Nachrichten an die anderen Mitglieder des Unternehmens im Netzwerk FATICOs eingespeist. Da dies unter Satwas Identität geschah, wird auch die Kriegsordonnanz Bhustrin darauf aufmerksam. Er vermutet Verrat durch Satwa und informiert Vastrear. Dieser ruft umgehend Satwa zu sich, die gerade Tschubai/Lloyd verhört und dabei die PSI-Kräfte Ihres Symbionten einsetzt. Die Führungselite des Handelssterns hat mittlerweile erkannt, dass ein biokybernetischer Organismus Zugriff auf die Rechnernetze FATICOs erhalten hat. Auch bekommen sie Kenntnis darüber, dass die beiden angeblich im Hyperreusenfeld getöteten Mutanten dem Feld entkommen sind.

Gucky und Pral befreien unterdessen das Konzept und Rhodan aus ihren Zellen. Von Bord der MIKRU-JON wird der B-Controller geholt. Rhodan kann zwar keinen Vollzugriff auf die Systeme des Handelssterns erlangen, es gelingt ihm aber die Systeme herunterzufahren. FATICO ist schutzlos und Mikru schickt das vereinbarte Funksignal an Atlan. Vastrear erkennt seine Niederlage an. Bis er mit seinem C-Controller die Systeme rebooten kann, ist es zu spät. Die Flotte hat den Handelsstern eingekreist und erste Einheiten sind in FATICO eingedrungen. Vastrear sperrt mit seinem C-Controller alle Systeme, bis auf einen letzten Transportvorgang und verlässt mit seinen Ordonnanzen den Handelsstern, in der festen Absicht zurückzukehren.

 

 

 

Rezension:

Führt man sich nach der Lektüre die Ausgangssituation und das erreichte Ziel unserer Helden nochmals vor das geistige Auge, dann hat Leo Lukas eine ganz und gar unmögliche Geschichte geschrieben. Dennoch bin ich zufrieden mit dem Roman. Woran liegt das, habe ich mich gefragt? Bin ich plötzlich nicht mehr kritisch genug oder haben gar die wenig überzeugenden Romane der Vorwochen meine Urteilsfähigkeit derart in Mitleidenschaft gezogen, dass ich schon mit den unglaubwürdigsten Erzählungen zufrieden bin?

Nun, zum einen kann mich die Sprache und der Schreibstil von Leo Lukas überzeugen. Zum anderen ist die Geschichte bei näherer Betrachtung nicht gänzlich an den Haaren herbeigezogen. Sie ist durchgehend plausibel und an den wenigen Stellen, wo man als Leser den einen oder anderen Gedanken hegen möchte, der Art, warum hat die FM nicht diese oder jene Technologie eingesetzt oder warum passen die nicht besser auf oder warum überwachen die nicht jeden Raum des Handelssterns mit superhyperhochfrequenten Instrumenten?, lässt der Autor seine Charaktere dennoch schlüssig agieren. Es ist auch keineswegs so, dass die Herrscher FATICOs gänzlich dumm auftreten. Vielmehr „kämpfen“ beide Seiten lange Zeit auf ähnlichem Niveau. Die Reaktionen und Aktionen Satwas und später auch Vastrears sind schlüssig. Der Autor schafft es tatsächlich eine anfangs ganz und gar ausweglose Situation der Gefangenen in einen Erfolg der Galaktiker zu wandeln.

Dazu kommt noch, dass der Autor ein gehöriges Tempo vorlegt und man sich dadurch gar nicht so viele Gedanken macht. Mit schnellen Schnitten wechselt er zwischen den verschiedenen Gruppen hin und her. Und da alle Beteiligten an ihren jeweiligen Handlungsorten stets unter Strom stehen und die Geschichte sich stetig fortentwickelt, kommt auch keine Langeweile auf. Dazu garniert der Österreicher die Geschehnisse wieder einmal mit seinem unverwechselbaren Humor.

Fazit: Leo Lukas hat mich prima unterhalten!

 

Stilblüte (Seite 27):

„Zu Befehl. – Könntest Du mich bitte etwas weniger würgen?“ (Irdelph zu Jawna Togoya)