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Ansichten zu PR 2540

Unter dem Schleier – Handlung:

Der Haluter Icho Tolot und Captain Eritrea Kush sondieren die Lage auf Katarakt. Dort sind die Invasoren, insgesamt 88000 Jaranoc, von der Außenwelt abgeschnitten. Das Stardust-System liegt unter dem von Tolot aktivierten Sextadim-Schleier und Amethyst-Stadt ist ebenfalls verschwunden. Den Jaranoc gehen die Vorräte an Wasser und Nahrung aus. Nach Rücksprache mit dem Administrator und dem Militär will Tolot den Versuch unternehmen, in Kontakt mit den Eingeschlossenen zu treten.

Unter den Energiefeldern wird unterdessen ebenfalls die Lage erörtert. Eine Kapitulation wird abgelehnt. Die Jaranoc hoffen auf das rechtzeitige Eintreffen von VATROX-VAMU. Obwohl der Jaranoc Kardo Tarba nicht der Ranghöchste der 88000 ist, beschließt er Kontakt zu den Terranern aufzunehmen, um diese zur Kapitulation aufzufordern. Er will die Terraner bluffen und Ihnen mit der Vernichtung durch VATROX-VAMU drohen. Insgeheim hat Kardo Tarba jedoch einen anderen Plan, da er nicht an den Erfolg seines eigenen Vorschlages glaubt.

Vor der Kontaktaufnahme zu den Eingeschlossenen machen Tolot, Whistler und Kush einen Abstecher nach Aveda und besuchen die Halle der tausend Aufgaben, um dort nach dem Rechten zu sehen. In der Halle wird Whistler von dem Siganesen Vorremar Corma angesprochen. Corma möchte von dem Administrator einen Mutanten-Detektor. Er hat herausgefunden, dass Kinder von Menschen, die in den vergangenen Jahren von einem goldenen Funkenregen getroffen wurden schwache PSI-Fähigkeiten entwickelt haben. Er ist der Ansicht, dass bei Kindern, deren beide Elterteile in Kontakt zu einem Funkenregen kamen, die PSI-Fähigkeiten deutlich stärker sein müssten. Whistler will sich die Sache überlegen. Der Siganese ist von der Reaktion des Administrators enttäuscht und beschließt, sich einen Mutanten-Detektor auf andere Weise zu besorgen. Bei einem kurzen Gespräch mit Eritrea Kush bringt diese Corma noch auf einen anderen Gedanken. Irgendwo im Stardust-System müssten die technischen Anlagen verborgen sein, die über die Kartuschen in der Halle der tausend Aufgaben aktiviert werden. Der Siganese will sich auf die Suche nach diesen Anlagen begeben.

Zurück auf Katarakt dringen Tolot und Kush unter die Energiefelder vor, die die Jaranoc umschließen. Es kommt zum Kontakt mit Kardo Tarba. Beide Seiten fordern jeweils die Kapitulation und beide Seiten lehnen diese ab. Der Jaranoc schlägt Tolot einen Zweikampf vor. Der Sieger des Kampfes auf Leben und Tod bietet dem Verlierer die Kapitulation an. Sollte Tolot siegen, würden die Jaranoc unter diesen Umständen zu einer Kapitulation bereit sein. Tolot akzeptiert jedoch nicht, dass im umgekehrten Fall die Terraner sich den Jaranoc zu beugen haben. Tolot bietet stattdessen im Falle seiner Niederlage an, dass die Eingeschlossenen mit Nahrungsmitteln versorgt werden. Tarba geht auf die veränderten Bedingungen ein.

Auf Aveda hat der Siganese Vorremar Corma mittlerweile herausgefunden, dass es bei der Aktivierung des Schleiers zeitgleich zu einer Explosion auf dem Aveda-Mond Crest gekommen ist. Mit seinem Bekannten Huslik Valting fliegt Corma zum Mond Crest. Als ehemaliger Administrator besitzt er noch einige Zugangskodes. Es gelingt dem Siganesen, in jenen Bereich vorzudringen, wo die Explosion stattgefunden hat. Statt dort jedoch auf geheimnisvolle Anlagen zu stoßen, entdeckt er gigantische Technologien, die unzweifelhaft von Stardust-Terranern erstellt wurden. Schließlich wird er doch entdeckt und betäubt.

Für das Duell hat sich Kardo Tarba in Kampftrance versetzt. In diesem Zustand kann er schwache PSI-Fähigkeiten einsetzen, die ihn allerdings schnell aller Kräfte berauben. Nur kurzzeitig ist er damit in der Lage, dem Haluter Paroli zu bieten. Tolot siegt schließlich in diesem ungleichen Kampf und lehnt es ab, den Jaranoc zu töten, als dieser ihn darum bittet. Kardo Tarba will fortan ein Vasall des Haluters ein, der alle Befehle ausführt, die Tolot ihm gibt. Allerdings werde er nicht gegen die Interessen seines Volkes verstoßen. Tolot ist sich nicht sicher, auf was er sich mit diesem Zweikampf eingelassen hat …

 

Rezension:

Nachdem mich die Serie in den vergangenen 2 Wochen in andere kosmische Sphären entführt hatte und sich bei mir an der einen oder anderen Stelle sogar etwas von dem früheren Sense of Wonder einstellte, fällt mir die Rückkehr zur normalen Serienkost nicht leicht. Unter diesen Voraussetzungen hat es Christian Montillon natürlich nicht leicht, meine Ansprüche zu befriedigen, zumal er direkt an die Geschehnisse aus seinem Heft 2523 anknüpft, aus dem mir der eine oder andere unlogische Ablauf noch in Erinnerung geblieben ist.

Wechselt die Serie nach geraumer Zeit, hier sind es 17 Wochen, wieder zurück zu einer in dieser Zeit brach liegenden Handlungsebene, dann muss auch nicht selten damit gerechnet werden, dass unzählige Wiederholungen den Leser auf den Stand der dortigen Ereignisse bringen sollen. Hier wurde ich jedoch angenehm überrascht. Christian bringt zwar die eine oder andere Wiederholung, schafft es aber diese Retrospektiven nicht ausufern zu lassen und sie zudem geschickt zu verpacken. Der Autor lässt erneut die gleichen Handlungsträger antreten, die auch im Heft 2523 agierten, als da sind Icho Tolot und Eritrea Kush. Die Person der Eritrea Kush war von Montillon im Heft zuvor überzeugend eingeführt worden. Diesmal blieb die Figur weitestgehend blass. Im 2. Kapitel, in dem Montillon seine Protagonistin in der Ich-Form schildert, sind deren Gedanken noch plausibel und nachvollziehbar. Im weiteren Verlauf wird die Figur leider schwächer. Der Autor schafft es nicht, diese Figur für die Handlung bedeutend erscheinen zu lassen. An der einzigen Stelle im Roman, an der er Eritrea etwas Intelligentes sagen lässt, ist es nur eine Wiederholung von zuvor Gesagtem. Auch das intellektuelle Potential seiner 2. Hauptfigur wird einmal mehr nicht deutlich vom Autor herausgestellt. Auch Tolot bleibt blass in einem Roman, der außer der Entdeckung des Siganesen nicht viel Aufregendes mitbringt.

Es ist aber auch eine verfahrene Situation, in der das Exposé den Autoren bringt. Die militärisch hoch überlegenen Terraner haben die von jeglichem Nachschub abgeschnittenen Jaranoc unter Schutzschirmen eingeschlossen. Autor oder Exposé setzen in dieser Situation noch eins oben drauf. Die Jaranoc werden als Krieger geschildert, die keine Kapitulation kennen und die dem Kodex des Kampfes und der Ehre folgen. Normalerweise wäre damit die Geschichte nach ein paar Tagen (Heftromanseiten) erledigt gewesen, nämlich verdursten und verhungern oder ausbrechen und sterben für die Jaranoc.

Christian Montillon strebte aber eine andere Lösung an. Die fremdartige Kultur der Jaranoc, die eigentlich keinen für beide Parteien zufrieden stellenden Ausweg aus dieser Situation zulässt wird vom Autor für seine Zwecke verbogen. Indem der Jaranoc Kardo Tarba beim Zweikampf mit Tolot unterliegt übernimmt er die volle Verantwortung und lässt damit den anderen 88.000 dann doch die Möglichkeit der Kapitulation. Das Zustandekommen dieser Lösung war dann doch etwas holprig geschildert. Mal sehen wie’s weitergeht.