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Ansichten zu Perry Rhodan Heft 3059

Der transuniversale Keil – von Leo Lukas
Am 10. September 1777 NGZ setzt der Posizid ein. Der Haluter Ishan Dropat wird Zeuge dieses Ereignisses. Er ist Wissenschaftler und auf Last Hope zugegen, als Sunset City über Hyperfunkkanäle mit einer neuen Art Virus konfrontiert wird, der sich rasend schnell über die Milchstraße ausbreitet. Auch die Station ist vor dem Virus nicht gefeit. Der Zufall will es, dass der 1600 Meter Raumer BLAISE PASCAL im Orbit seit Stunden isoliert ist. Dort wird an einem neuen Rechner gearbeitet, einer Hypertronik. Der Forschungsraumer der GALILEI-Klasse ist offline. Die Hypertronik könnte nun ein Rettungsanker sein, wenn das darin enthaltene Wissen in den Hyperraum gerettet werden kann. Dropat und andere Wissenschaftler gehen an Bord und informieren die Besatzung. Die Hyperbits, mit denen die Hypertronik rechnet, führen allerdings dazu, dass nicht feststeht, für welche Bezugsebene, unter Umständen ein anderes Universum, die Rechenergebnisse geliefert werden. Es müssen daher verschiedene Rechenwege begangen und Interpretationsmodelle geschaffen werden.
Der Posizid setzt die Wissenschaftler unter Druck, die Experimente voranzutreiben. Als das Schiff mehrere Transitionen vornimmt, erkennt die Besatzung mit Schrecken, dass man in einem fremden Universum gelandet ist. Last Hope ist hier, ebenso wie die gesamte Milchstraße, unbewohnt und nur eine merkwürdige Statue kann auf dem Planeten entdeckt werden. Weitere Sprünge führen zu Katastrophen. Der Zufall führt das Schiff wieder in das Universum mit der Statue. Ähnliche Hinterlassenschaften werden auf anderen Planeten entdeckt. Schließlich kann nach langer Zeit ein Kontakt zu den Statuen hergestellt werden. Diese sind Teil einer metauniversellen Struktur. Diese Totumsfraktion markiert bewusstseinslose Universen und kam in Kontakt zur Hypertronik. Dadurch wurde die BLAISE PASCAL beeinflusst. Die Totumsfraktion sieht für sich eine Gefahr aus dem Universum, dem die BLAISE PASCAL entstammt. Die Bleisphäre strahlt in etliche Universen aus. Dieser transuniversale Keil könnte außer Kontrolle geraten. Um dies zu stoppen, soll die Hypertronik so geschult werden, dass sie das Schiff in die Bleisphäre steuern kann. Jahrhunderte vergehen. Die Nachfahren der ersten Besatzung siedeln längst auf einer Welt, als Ishan Dropat die BLAISE PASCAL ins angestammte Universum zurückschickt.
Das Schiff materialisiert, von Chariklis in einer Vision vorhergesagt, in der Nähe der Bleisphäre. Atlan, Gucky und der TARA-Psi gehen an Bord und erfahren die Geschichte des Schiffes. Aber auch die Ladhonen entern das Schiff und die Cairaner erheben Anspruch.
 
Da war da noch die Frage zu klären, wie kommen Atlan und Co. in das abgeschottete Arkonsystem? Der Roman von Leo Lukas liefert dafür eine Perspektive. Für den Österreicher ist dieser Band ein Jubiläumsroman. Vor genau 1000 Wochen hat der Autor seinen Einstand in der Serie gehabt. Wenn es um ungewöhnliche Schicksale von Raumschiffen und deren Besatzungen geht, hätte der Roman eigentlich von Michael Marcus Thurner geschrieben werden müssen. Aber dann wäre das Jubiläum futsch gewesen.
Leo Lukas schreibt seinen Roman aus zwei Perspektiven. Jener der Vergangenheit aus der Sicht des Haluters und jener der Gegenwart, aus dem Blickwinkel des Arkoniden. Die kleinen Schritte, die seine Figuren Atlan, Gucky und Sallu Brown bei der Ergründung des Rätsels, des plötzlich aufgetauchten Schiffes machen, führen sie nur langsam an die Wahrheit heran. Parallel dazu nähert sich der Autor mit den Schilderungen des Haluters der Gegenwartsebene. Die beiden Handlungsstränge sind gut aufeinander abgestimmt.
Mit der Hypertronik liefert Leo Lukas eine weitere Variante, ein weiteres Prinzip der inzwischen unzähligen Rechenanlagen in der Serie. Während die meisten dieser Rechner nur sehr schwammig beschrieben werden, oftmals nur mit Leistungsparametern, dichtet der Autor seiner Erfindung (oder vom Exposé vorgegeben) ein paar Details an. Hyperbits und Verschränkungen fließen ein und lassen ein wenig an Quantencomputer unserer Zeit denken, die anderen Prinzipien folgen, als klassische Elektronengehirne. Es wird ein Einzelfall bleiben. Die Positronik wird uns bis zum Ende der Serie begleiten. Dennoch mal etwas anderes.
Ein gut geschriebener, unterhaltsamer Roman, bei dem ich lediglich Atlans Entscheidung kritisiere, das Schiff zunächst aus der Hand zu geben. Seine Flotte war vor Ort, die BLAISE PASCAL in Reichweite, da hätten die Ladhonen gar nicht ran gekonnt. Zudem die Posbi-Flotte im Hintergrund parat stand. Aber der Unsterbliche baut noch eine Hintertür ein.