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Ansichten zu Perry Rhodan Heft 3001

Von Göttern und Gönnern – von Oliver Fröhlich
Die BJO BREISKOLL hat sich auf den Weg ins Ephelegonsystem gemacht. Perry Rhodan will jedoch behutsam vorgehen und nicht direkt zu Reginald Bull in der Zentralgalaktischen Festung vorstoßen. Sein Ziel sind die Olubfaner. 493 Jahre zuvor hat dieses Volk noch keine Raumfahrt betrieben. Nun deuten Funksprüche daraufhin, dass die Olubfaner Gönner gefunden haben. Cairaner stehen ihnen zur Seite. In wenigen Tagen soll ein Fest stattfinden, das an den ersten Sprung ins All vor 121 Jahren erinnern soll. Alle befreundeten Raumnationen sind eingeladen. Diese Gelegenheit, sich unters Volk zu mischen, will sich Perry Rhodan nicht entgehen lassen. Neben den Terranern sind auch Ladhonen im Umkreis des Planeten Olffa tätig. Die berüchtigten Piraten entern einen Transitionsraumer der Olubfaner, töten den Kommandanten und entführen etliche Besatzungsmitglieder. Auf Olffa werden die Terraner in eine Auseinandersetzung hineingezogen. Es gibt Proteste gegen die Cairaner, die die Religionsausübung der Bevölkerung unterdrücken. In diesem Szenario erfolgt ein weiterer Überfall der Ladhonen. Perry Rhodan muss entscheiden, ob er sich einmischt.
Es ist der zweite Roman von Oliver Fröhlich, den ich in den vergangenen Tagen gelesen habe. Sein Beitrag zur Reihe „Die verlorenen Jahrhunderte“ sprach mich nicht besonders an. Die Kurzgeschichte enthielt zwar viele Perry Rhodan-typische Elemente, allerdings fügten sich die einzelnen Bestandteile zu keiner zusammenhängenden Kette. Als ich in die Geschichte des Bands 3001 einstieg, hatte ich zunächst ein Déjà-vu. Auch diese Geschichte wartete gleich zu Beginn mit allzu bekannten Elementen auf. Ein Ziel wurde gesteckt. Man will zu Reginald Bull vorstoßen und ihn fragen, was um Himmels willen in den letzten 500 Jahren passiert ist. Doch der Autor setzt in der Folge auf ein bekanntes Muster und wählt für seine Protagonisten das behutsame Vorgehen. Nicht ohne das Oliver Fröhlich andere Figuren anmerken lässt, doch mal den direkten Vorstoß zu Bull der Einfachheit halber zu wählen. Und schiebt zugleich das nächste bekannte Muster hinterher, indem er dem Leser geduldig erläutert, wie wichtig es doch sei, die Lage zu sondieren. Wir alle wissen, was als nächstes passieren wird. Man wird in Ereignisse hineingezogen und verliert das anfängliche Ziel aus den Augen. Und so ist es dann auch gekommen. Also erneut kein Roman für mich? Beileibe nicht. Jenseits der bekannten Muster schafft es Oliver Fröhlich eine eigene interessante Geschichte zu entfalten. Die mit einer Vielzahl an unterhaltsamen Paarungen aufwarten kann. Von Göttern und Gönnern so der Titel, handelt ein zivilisatorischer Konflikt auf dem Planeten der Olubfaner. Von Vätern und Söhnen eine familiäre Auseinandersetzung. Von Einmischung oder Zurückhaltung eine moralische Kontroverse Rhodans und seiner Begleiter. Vom Erwachsenwerden und der Akzeptanz anderer eine ganz persönliche Auseinandersetzung des jungen Ofilor.
An der einen oder anderen Stelle hätte ich mir mehr Konzentration auf einer der Konflikte gewünscht. Aber sie passten alle ineinander und ergaben einen abwechslungsreichen Roman. Nicht zuletzt wirft Oliver Fröhlich auch einen Blick auf den Gemütszustand der Terraner, die fast fünf Jahrhunderte übersprungen haben. Mit Einschüben „Und was hast du verloren?“ werden die persönlichen Schicksale der Besatzungsmitglieder der RAS TSCHUBAI beleuchtet.
Nach dem Paukenschlag Band 3000 hätte nach meinem Geschmack durchaus ein weiterer Knaller folgen dürfen. Alleine schon, um eben etwas gegen die bekannten Muster ins Feld führen zu können. Immerhin bringt der zweite Band die schon angesprochenen Ladhonen ins Spiel. Zumindest deren Auftreten, wie auch die nicht gerade beeindruckenden Cairaner scheinen nicht dem bekannten Muster bezgl. überlegener Bösewicht folgen zu wollen. Man darf gespannt sein, ob hier der Schein trügt und wie sich das entwickelt.