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Ansichten zu Perry Rhodan Heft 2976

Hyperlicht – von Michael Marcus Thurner – Handlung:
Auf Jesper, seit dem Jahr 2110 Siedlungsplanet der Terraner, stehen Halbfinale und Finale der Zylindrion-Meisterschaften bevor. Star dieser Sportart ist der Terraner Caltu Roy. In der Mannschaft spielt auch Mabeschtur, ein gewiefter Taktiker. Die beiden Männer verbindet eine Freundschaft. Für Mabeschtur ist Caltu ein Oberflächenmensch. Er selbst gehört den Jerreten an, die unter der Oberfläche leben und es den damaligen Siedlern erlaubten, den Planeten zu besiedeln. Obwohl Jesper ein Planet der LFG ist, trennt die beiden Völkergemeinschaften auf dem Planeten nicht nur der unterschiedliche Lebensbereich. Es herrscht auch ein großer sozialer Schiefstand. Ein Großteil der Jerreten lebt in ärmlichen Verhältnissen. Die Terraner hingegen sind die Profiteure in allen Bereichen des sozialen, wirtschaftlichen und politischen Lebens. Mabeschtur nutzt seine Bekanntheit als Sportler, um gegen die Missstände vorzugehen. Seinem Freund Caltu wirft er vor, die Augen vor der Ungerechtigkeit zu verschließen.
Die Mannschaft von Caltu Roy und Mabeschtur gewinnt die Meisterschaft. Der viel bejubelte Triumph wird in den Medien von einem anderen Ereignis verdrängt. Die Projektion einer Spiralgalaxis, die in ihrer größten Ausdehnung die gesamte Milchstraße umfasst, bevor sie sich auflöst, beschäftigt die Bewohner von Jesper. Derartiges wurde noch nie beobachtet. Die Wissenschaftler stürzen sich auf das Phänomen. Einer von ihnen ist Coron Roy, der Bruder von Caltu Roy.
In den Städten unter der Oberfläche lebt auch die Alleinstehende Kariabosch mit ihrer kleinen Tochter Tariamsch. Kariabosch kann sich und ihre Tochter gerade so durchs Leben bringen. Der Job als Touristenführerin bringt nicht viel Geld. Während sie ihrer Arbeit nachgeht, entwischt Tariamsch der Nachbarin, die auf sie aufpassen soll. Auch Caltu Roy ist mit den Söhnen seines Bruders und Mabeschtur in der Unterstadt zu einer Feier der Jerreten unterwegs. Er wird auf Tariamsch aufmerksam, die alleine und weinend umherirrt. Gleichzeitig kommt es zu einer Massenpanik als ein Jerret plötzlich mit einer Waffe um sich schießt. Caltu Roy rettet das Kind. Kariabosch, die hinzukommt, hält Caltu fälschlicherweise für den Angreifer und verletzt ihn.
Das Missverständnis kann geklärt werden. Und Caltu Roy beginnt, sehr zur Freude von Mabeschtur, sich mit den Ungerechtigkeiten auf Jesper auseinanderzusetzen. Als Gesicht der sozialen Missstände will er Kariabosch gewinnen. Er selbst will Sponsoren aktivieren. Seine Aktivitäten werden jedoch überschattet. Die Projektion der Spiralgalaxis scheint von einer mentalen Störwelle begleitet worden zu sein. Der verwirrte Jerret ist keine Ausnahme gewesen. Die Menschen und Jerreten leiden unter einer Störung der sensorischen Wahrnehmung. Licht wird als zu grell empfunden, der Geschmack ist intensiviert. Berührungen wirken unangenehm. Der Wissenschaftler Coron Roy erfährt, dass dies auf allen Welten der Milchstraße auftritt. Es ereilt jeden und es gibt keine natürliche Immunität. Die Strahlung von Jespers Sonne, ist wie die Strahlung aller Sterne, verändert worden. Der Hyperlicht-Effekt beeinflusst die Quintronenstrahlung, die von Sternen emittiert wird. Die Gehirne intelligenter Wesen werden beeinflusst.
Die Menschen suchen Schutz im Lebensraum der Jerreten. Auf Jesper wird eine Botschaft Perry Rhodans über alle Kanäle übertragen. Der Unsterbliche verweist auf die Warnung der Atopen, wonach er zusammen mit Bostich und dem Adaurest die Ekpyrosis auslösen würde. Er, Perry Rhodan, hätte nichts unternommen, was den Völkern schaden würde. Dennoch scheint der Weltenbrand entflammt zu sein. Aber es ist nicht der prophezeite Weltenbrand. Es scheint eine abgeänderte Form zu sein. Eine, die man in den Griff bekommen kann. Er fordert alle zum gemeinsamen Handeln auf.

 

Rezension:
Eine von Beginn an sehr intensive und lebendige Geschichte, die der Autor Michael Marcus Thurner da zu Papier gebracht hat. Nach wenigen Zeilen fühlte ich mich mit den Figuren bestens vertraut. Und zwar mit allen Figuren. Dabei war der Schauplatz der Handlung doch auch eine Welt zweier sehr unterschiedlicher Kulturen mit andersgearteten Sitten und Gebräuchen. Allerdings geriet die Welt der Jerreten nicht zu fremdartig und nicht zu bizarr. Denn der Autor wirft zwar viele Blicke auf die Lebensart der „Maulwurfmenschen“, überfrachtet den Leser jedoch nicht. Stattdessen wählt er den Aspekt des unterschiedlichen sozialen Umfelds, um seine Figuren einzuführen. Und mit dieser Perspektive konnte ich als Leser viel anfangen, da die geschilderten Umstände bekannt und leider vertraut wirkten. Irgendwie war zu spüren, dass Michael Marcus Thurner da durchaus ihm wichtige persönliche Ansichten untergebracht hat. Mehr jedenfalls, als es üblicherweise der Fall ist. Ich finde das gut. Die phantastische Welt einer SF-Serie wie Perry Rhodan darf nach meinem Dafürhalten öfters ein Auge auf die Aktualität unserer realen Welt werfen und in kritischen Texten reflektieren.
Auf dem knappen Platz eines Heftromans schafft es der Autor, seinen Protagonisten Caltu Roy eine überzeugende Entwicklung durchlaufen zu lassen. Seine Begegnung mit der Jerret hat dem Terraner die Augen geöffnet. Oben schrieb ich, dass mich die Deutlichkeit, mit der Thurner bestimmte Anschauungen in seinem Heftroman unterbringt, überraschte. Nun lässt er seinen Protagonisten sogar Beiträge leisten, um gegen die Ungleichheiten anzugehen. Natürlich kann es dabei nur bei Andeutungen bleiben und ich kann nicht erwarten, dass der Autor in einem „Groschenroman“ Antworten auf die Fragen unserer Zeit, wie z.B. die Herbeiführung eines sozialen Friedens, findet. Aber nochmal. Mich hat diese Geschichte beeindruckt.