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Ansichten zu Perry Rhodan Terminus Heft 10, Teil 2

Nachgedanken zu Terminus 10:

Nachdem ich den Roman von Dietmar Schmidt ausgelesen hatte, waren meine Gedanken vor allem von einer Szene beherrscht. In Kapitel 14, also ganz zum Ende hin, beschreibt der Autor einen kleinen Abschnitt, der sich mit Takayo Sukurais Verhalten beschäftigt. Wir erfahren, dass die Figur ein Cyno ist. Wir erfahren auch, dass dieser Cyno auf Rhodan und andere Figuren eingewirkt hat. Und zwar von Anfang an. Damit knüpft die Geschichte an den Wissensstand der alten Erzählungen der Erstauflage an, als Cynos während der Schwarmkrise das Heimliche Imperium offenbarten und dessen Einfluss auf galaktische Zivilisationen. Wer, wie beeinflusst wurde, darüber geben die alten Geschichten kaum Auskunft. Zu Recht, wie ich finde. Wenn in einem einzelnstehenden SF-Roman eine solche Beeinflussung geschildert wird, ist dies ein beklemmendes Szenario. Würde jedoch die Terminus-Serie mit einem solchen Szenario deutlicher versehen werden, wäre dies ein fataler Fehler. Perry Rhodan und die Menschheit, nur Vasallen einer anderen Macht? Welcher Gedanke, welche Entscheidung, welche Aktion des Helden war seine? Welche war beeinflusst von den Cynos? Wie will man da noch mit anderen Lesern oder Autoren noch befreit diskutieren. Fehler und Ungereimtheiten ließen sich leicht mit Hinweis auf die „Beeinflussung“ von außen zurückweisen. Und gar erst der Einfluss auf die Erstauflage!

Ich hoffe, dass in den letzten beiden Heften eine zufriedenstellende Erklärung oder Lösung für diese Beeinflussungsgeschichte gefunden wird. Eine, in der die Hauptfigur Kenntnis über diese Knechtschaft gewinnt und sich aus der Abhängigkeit befreit. Serien, die den Helden nur als Marionette schildern, will ich nicht.

Unter diesem Szenario leidet etwas zu Unrecht meine Beurteilung des Romans von Dietmar Schmidt. Der Autor setzt nach Band 5 erneut eine meiner Lieblingsfiguren ein. Alaska Saedelaere. Vor dem Hintergrund, dass kein Geringerer als William Voltz diese Figur eingeführt und zum einsamsten Charakter der Serie geformt hat, muss der Mut des neuen PR-Autoren anerkannt werden. Und auch der Roman selbst, der dann, wenn Saedelaere beschrieben wird, mir besonders gut gefallen hat. Natürlich ist „der“ Saedelaere noch nicht der kosmische Mensch. Er steht erst am Anfang, aber die Lasten, die ihm auferlegt werden, formen bereits die bekannte Figur der Hauptserie. Die Probleme des Maskenträgers beschreibt der Autor anschaulich. Erstmals (in Terminus) lässt Schmidt auch die Masse in Saedelaeres Gesicht aktiv werden. In Terminus weiß man nichts von Cappins oder vom Cappin-Spürer. Aber der Einfluss höherdimensionaler Energie auf das Fragment ist ein Effekt, den der Autor sicherlich gerne schildern wollte.

Mit den detaillierten Beschreibungen von Null-Schwerkraft-Szenarien oder den Befehls- und Kommandoketten im Bordbetrieb terranischer Raumschiffe kann ich mich weniger anfreunden. Allerdings kann ich auch nicht sagen, dass das schlecht geschrieben war. So waren die Perrys eben früher und da habe ich sie auch gemocht.