Articles for this day of 15. Januar 2017

Ansichten zu Perry Rhodan Heft 2891

Im Herzen der Macht – von Michelle Stern – Handlung:

Farye Sepheroa träumt davon, durch eine Flüssigkeit zu gleiten, während in ihr Bilder von Mutter und Vater aufsteigen. Langsam kehren die Erinnerungen zurück. Sie war in Orpleyd, auf der RAS TSCHUBAI. Gyanli enterten das Schiff und sie wurde mit zwei Dutzend anderen Besatzungsmitgliedern in den Katoraum verschleppt. Dort wurden sie von Gucky gefunden, der ihnen aber nicht helfen konnte. Als Farye Sepheroa die Augen aufreißt, ist sie tatsächlich in einer rötlichen Flüssigkeit. Und sie kann atmen. An ihrem Hals befinden sich Kiemen. Langsam legt sich ihre Angst und sie erkundet die Umgebung. Dabei trifft sie auf einen Eonator. Sie erfährt, dass sie sich an Bord des Gitterschiffes befindet, das an der RAS TSCHUBAI angedockt hatte. Die Fähre der Eonatores wird von den Kursdenkern gesteuert. Einer von ihnen, den Farye auf den Namen Neun tauft, führt sie durch die Fähre. Neun ist sehr fremdartig. Das Torana, in dem die Eonatores leben, hat mit dem Fluid der Gyanli nichts gemein. Auch lehnt Neun eine Verantwortung für die Gefangennahme ab.

Im Katoraum haben die anderen Terraner inzwischen das Verschwinden von Farye Sepheroa bemerkt. Bei einigen Gefangenen liegen inzwischen die Nerven blank. Sie befürchten, dass einer nach den anderen von den Gyanli geholt wird oder gar, dass Farye mit Gucky entkommen konnte und sie zurückgelassen hat.

Die Enkelin Perry Rhodans spürt, dass ihr Neugierde entgegenschlägt. Sie lernt das Neuronium kennen, eine Art Nervensystem, das die Fähre durchzieht und Aufgaben einer Positronik wahrnimmt. Das Neuronium kann ihre Gedanken lesen und macht ihr ein ungewöhnliches Angebot. Aufgrund ihrer genetischen Vorbelastung erscheint sie für eine Kursdenkerin geeignet. Das Neuronium will Farye adoptieren. Der Flug der Fähre geht in das Trallyomsystem, ins Herz der Macht. Dort liegt die Heimatwelt Gyan und die Bannwelt Goath. Der Planet Goath ist tabu. In der Frühzeit der Raumfahrt haben die Gyanli dorthin ihre Götter verbannt.

Farye Sepheroa bringt das Neuronium dazu, die anderen Gefangenen an Bord der der Fähre zu holen und nimmt Kontakt zu ihnen auf. Mit Shaker Garofalo, einem Xenolinguisten, hat sie einen Verbündeten unter den Gefangenen. Die anderen sind abwartend oder aggressiv, als ihnen Farye Sepheroa keine schnelle Befreiung aus ihrer Lage mitteilen kann. Farye Sepheroa darf im Relaitron eine Simulation zur Steuerung der Fähre absolvieren. Sie wird von Garofalo begleitet, der die Gelegenheit wahrnimmt, mehr über das Trallyomsystem herauszufinden. Als die Heimat der Gyanli erreicht ist, wird die Simulation unterbrochen. Das Trallyomsystem wird von eigenartigen Verwerfungen durchzogen, die die ganze Aufmerksamkeit des Neuronium verlangen.

Die Gefangenen werden betäubt und erwachen in einem kubusförmigen Haus auf Gyan, wo sie vom Kontakt-Operator Thamogand begrüßt werden. Den Gefangenen wird in einer Kom-Kapsel die Sprache Anliit der Gyanli vermittelt. Nur Farye Sepheroa muss nicht in die Kapsel, da sie über ihre Kiemen einen Translator verpasst bekommen hat. Farye beobachtet mit Misstrauen, dass sich die Terraner nach der Behandlung zunehmend sorgloser verhalten und vermutet eine fremde Beeinflussung. Aber auch ihr eigenes Verhalten wird immer unbedachter. Die Terraner werden in Quartieren untergebracht und erhalten eine Führung durch die Hauptstadt. Fluchtgedanken werden kaum noch angestellt. Als dann doch Farye Sepheroa einige andere überreden kann, gemeinsam auf Erkundung zu gehen, machen sie alle eine merkwürdige Erfahrung. Sie stehen alle unter fremder Beeinflussung und werden verhört. Die Gyanli verdächtigen die Gefangenen, einer Antenne des Chaotarchen Cadabb anzugehören. Der Terraner Certic Janes macht einen Selbstmordversuch. Die anderen tragen ihre seltsamen Beobachtungen dieser Welt zusammen. Shaker Garofalo, der einen Würfel um den Hals trägt, den er öfter um Entscheidungen bemüht, macht eine verblüffende Entdeckung. Er würfelt stets die gleiche Zahlenkombination. Zwei, Vier, Fünf, Eins, Drei, Sechs. Doch nicht der Würfel ist gezinkt, sondern das gesamte Trallyomsystem.

 

Rezension:

Nach dem Ausflug in kosmische Sphären im Roman der letzten Woche, kommt Michelle Sterns Geschichte wieder bodenständiger daher. Die Autorin stellt die Enkelin Perry Rhodans in den Mittelpunkt ihres Romans. Aus der Perspektive Farye Sepheroa werden fast alle Kapitel beschrieben. Die Handlungsorte können mit der Lebensfähre der Eonatores und der Heimat der Gyanli kaum unterschiedlicher sein. Der Schwerpunkt auf Farye Sepheroa tut der Erzählung gut. So haben wir die Tefroderin noch nicht erlebt. Die Autorin gönnt ihrer Heldin eine breite Skala an Eindrücken und Emotionen, ohne zu übertreiben. Die persönlichen Erinnerungen, bzw. die Bilder, die Sepheroa von Mutter und Vater in dieser Geschichte erhält, sind einfühlsam geschrieben und wirken authentisch.

Der Kontrast zu den Gefühlsregungen der anderen Gefangenen, wirkt dadurch umso härter. Nur mit Shaker Garofalo erhält die Hauptfigur einen bedachten Partner zur Seite gestellt. Die anderen Gefangenen besetzen die schwachen, die nervigen, die aggressiven und die provozierenden Figuren in dieser Geschichte. Anfänglich ließen die Darstellungen und die Dialoge unter den Gefangenen das Schlimmste befürchten. Doch die Dialoge werden im Verlauf der Geschichte besser, weil lockerer und zuweilen spöttischer. Damit gewinnen auch die anderen Figuren zunehmend an Format. Die anderen Charaktere pendeln sich ein. Dominant bleibt allerdings Farye Sepheroa, von deren Darstellung die Geschichte getragen wird.

In ihr nagt stets der Gedanke, beeinflusst zu werden. Zuerst an Bord der Fähre durch das Neuronium, später durch die Gyanli auf Gyan. Dieses Szenario bot insgesamt nur wenig Abwechslung, allerdings konnte die Autorin durch ein schnell wechselndes Geschehen Langeweile vermeiden und zu einem pointierten Abschluss gelangen, wenn es nächste Woche mit dem Roman „Der programmierte Planet“ weitergeht.

Mein Fazit: Eine unterhaltsame Geschichte mit einer starken Heldin.