Articles for the Month of Dezember 2022

Ansichten zu Perry Rhodan Heft 3201

Die Vollkommenen – von Robert Corvus
Die Rettungsmission zur MAGELLAN hat den Besatzungsmitgliedern der RA inzwischen zu einigen Erkenntnissen verholfen. Der Ultratender steht unter der Diktatur der Schönheit. Panjasen, die sich der Vollkommenheit verschrieben haben, unterdrücken die Besatzung und haben das Schiff zu einer Insel der Bewährung umfunktioniert. Die Besatzung wird indoktriniert. Aber es regt sich Widerstand. Während Atlan in Gefangenschaft ist und dort an weiteren Informationen zu gelangen versucht, sind Perry Rhodan, Sichu Dorksteiger und Alschoran dabei, Kontakt zu den Widerständlern zu bekommen. Unterstützt werden sie von Marat, einer Posbi.
Unterschätzen darf man die Panjasen jedoch nicht. das bekommt auch Antanas Lato zu spüren. Der Wissenschaftler ist auf der RA geblieben und fällt auf einen Köder der Panjasen herein, die herausgefunden haben, dass die MAGELLAN von außerhalb Unterstützung erhalten hat. Unterstützt von der AURA, einem Beiboot des Tenders und mit Alschorans Hilfe wird die RA in Sicherheit gebracht.
Auf der MAGELLAN haben die „Erzieher“ Yahorosch und Devvasch das Sagen. Insbesondere Devvasch bekundet ein Interesse an Atlan. Die Frau lässt sich zu einigen Äußerungen über ein mentales Konglomerat aus, das die Panjasen vor Jahrhunderten in einer uralten verfallenen Stadt entdeckten. Die Panjasen hatten damals über Para-Hellhörige ein mentales Schmerzecho empfangen. Atlan stellt die Vermutung an, dass hier ein ES-Fragment gemeint sein könnte.
Yahorosch hat unterdessen eine Pedotransfererin angeheuert. Sie soll den Widerstand auf der MAGELLAN infiltrieren. Der Panjase vermutet auch Parabegabte auf der Gegenseite. Die Pedotransfererin sucht sich ausgerechnet Sichu Dorksteiger als Ziel. Perry Rhodan erkennt schnell am Verhalten seiner Frau, dass etwas nicht stimmt. Die Dakkarschleife scheint nicht zu schützen und der Hollbeyn-Resonator zeigt keine Übernahme an. Während Rhodan nach einem Ausweg sucht, kommt Atlan in Kontakt zu Shema Ghessow. Sie und Damar Feyerlant sind Mitglieder des Widerstands.
Nun gilt es, Sichu Dorksteiger von der Pedotransfererin zu befreien und den Widerstand gegen die Besatzer weiter zu organisieren.
 
Jeder Zyklusauftakt birgt Geheimnisse. Um die kommende Geschichte über 100 Romane interessant zu gestalten und die Leser zu ködern, müssen Rätsel platziert werden und vor allem müssen die Motive der Figuren hervorgehoben werden, die Geheimnisse lösen zu wollen. Wenn es starke Motive sind, wird der Leser automatisch von der Geschichte mitgenommen. Der Grundstein zum Fragmente-Zyklus wurde im Chaoporter-Zyklus gelegt. ES sei fragmentiert und die Fragmente würden in Refugien zu finden sein. Mu Sargai hat zwei solcher Standorte auf einen Datenträger zur Verfügung gestellt.
Bislang haben sich unsere Helden recht wenig Gedanken zu dieser Ausgangslage gemacht. Es blieb bislang bei einigen schwachen Formulierungen, der SI helfen zu müssen. Die Beweggründe unserer Helden hat das noch nicht erleuchtet. Und bislang hat sich auch noch niemand der Akteure Gedanken gemacht, warum ES fragmentiert ist. Nun lässt Robert Corvus erstmals einen Protagonisten, hier Atlan, ein paar Gedanken anstellen. Viel ist es nicht. An den Überlegungen Atlans zur Fragmentierung von ES verwundert es mich, dass der Arkonide andere Ereignisse nicht in seine Betrachtungen einbezieht. Er reflektiert lediglich über die Trennung von ES in ES und TALIN. Doch zwischenzeitlich sind auch andere Ereignisse zu berücksichtigen. Die Scherung, die von Thez verursacht wurde und der Weltenbrand. Dessen Löschung mit spezieller Eiris hat zu einem ungewöhnlichen Nebeneffekt geführt. Höhere Wesenheiten können sich in der Milchstraße nicht halten. Und auch im weiten Umkreis. Auch Gruelfin muss dazu zu zählen sein. Es sollte also auf der Hand liegen, dass die Fragmentierung andere Ursachen haben könnte. Hier fehlt es mir ein wenig an nachvollziehbaren Überlegungen unserer Helden. Zumindest spekulieren könnten sie.
Autor Robert Corvus lässt in seiner Geschichte allerdings auch wenig Platz für Spekulationen seiner Figuren. Die kämpfen gerade mit anderen Problemen. Der Zyklusauftakt mit dem Doppelband ist eher actionbetont. Mysterien stehen nicht im Mittelpunkt. Der Autor zieht die Geschichte, die er in 3200 begonnen hat, noch weiter in die Breite. Es kommen noch mehr Figuren ins Spiel und er verändert auch die Sicht auf die Geschehnisse. Die Blickwinkel werden auch auf die Panjasen ausgedehnt, aus deren Augen wir das Streben nach Vollkommenheit verfolgen können. Nicht immer einleuchtend. Allerdings liegt wohl auch bei den Panjasen die Schönheit nicht selten im Auge des Betrachters. Soll heißen, die Panjasen haben durchaus unterschiedliche Auffassung von Schönheit. Dieser Disput macht dieses Streben nach Vollkommenheit allerdings auch erträglich. Das fanatische wird dadurch etwas gedämpft.
Auch wenn die sehr breit aufgestellte Geschichte sehr nachhaltig die unterschiedlichsten Aspekte beleuchtete, stört es mich, dass erst durch Rhodan und Atlans Auftauchen, die Dinge erst in Bewegung geraten. Es ist inzwischen mehr als ein halbes Jahr seit dem Hilferuf der MAGELLAN vergangen. Aber die originäre Besatzung des Tenders hat, auch verstärkt durch Shema Ghessow und Damar Feyerlant, es bislang nicht geschafft, den Eroberern entschieden entgegenzutreten. Dabei haben die beiden Mutanten beinahe im Alleingang im Vorgängerzyklus die Kleingalaxis Cassiopeia von den Mächten des Chaos befreit. Hier folgt der Zyklusauftakt einmal mehr sehr ausgetretenen Pfaden. Terraner sind am Anfang eines Zyklus schwach und verletzlich, der Gegner übermächtig. Dieses Verhältnis wird kippen, auch das ist schon sicher. Möglicherweise früher als sonst. Denn die Fragmente werden nicht alle in Morschaztas liegen. Es werden andere Orte und damit andere Völker aufgesucht werden müssen.
Die sehr flotte Geschichte schaltet in der zweiten Hälfte nochmals einen Gang höher. Das Geschehen konnte mich mehr fesseln, als es noch zu Band 3200 der Fall war. Insbesondere die Überleitungen zwischen den diversen Figurengruppierungen fand ich sehr gelungen. Marat bildet die Schnittstelle. Obwohl alle Einsatzteams bzw. Gefangene räumlich getrennt sind, gehen ihre Aktionen ineinander über. Letzte Woche schrieb ich, dass noch Luft nach oben sei. Der Autor hat tatsächlich eine Schippe draufgelegt. Nun bin ich gespannt auf die Fortsetzung.
 

Ansichten zu Perry Rhodan Heft 3200

Mission MAGELLAN – von Robert Corvus
Ein Vierteljahrhundert nach den Ereignissen um den Chaoporter FENERIK macht sich Perry Rhodan auf die Suche nach den ES-Fragmenten. Einer von zwei Datensätzen, die im Datenträger von Mu Sargai enthalten waren, markiert die Kleingalaxis Morschaztas als Refugium eines ES-Fragmentes. 10 Jahre zuvor ist der Flottentender MAGELLAN dorthin aufgebrochen, um als Einsatzbasis zu dienen. Ihm sollte die RAS TSCHUBAI folgen. Doch die Mission MAGELLAN steht unter keinem guten Stern. Nach 10 Jahren Flug hat der Tender Ende 2095 NGZ das Ziel erreicht, ist jedoch in Schwierigkeiten geraten und hat über die Funkrelaiskette einen Hilferuf abgesetzt. In der Milchstraße haben die politischen Entscheidungsträger mit Perry Rhodan, Atlan und Sichu Dorksteiger drei Allianz-Kommissare mit der Suche nach ES beauftragt. Allerdings bekommen sie nicht die vollständige technologische Unterstützung. Und es scheint Kräfte zu geben, die nicht wollen, dass ES gefunden wird. Gilt die SI doch als Unterstützer der Terraner. Auf Perry Rhodan wird ein Giftanschlag verübt. Die RAS TSCHUBAI wird sabotiert und auch die RA, Atlans Sextadim-Kapsel, wird von Saboteuren heimgesucht. Zu dumm, dass der Sextadim-Park für eine Reparatur nicht zur Verfügung steht.
Mit erheblicher Verspätung wird die RA nach einer Instandsetzung auf einer terranischen Werft doch noch auf die Reise geschickt. Neben den drei Allianz-Kommissaren machen den Flug von 35 Tagen auch noch der Wissenschaftler Antanas Lato, der Kastellan Alschoran und die Posbi Marat, ehemals Madame Ratgeber, mit.
Fast ein halbes Jahr ist seit dem Hilferuf vergangen. Die Besatzung der RA entdeckt die MAGELLAN, die von Ganjasen geentert wurde. Morschaztas selbst ist verborgen, was insbesondere Sichus und Antanas´ Interesse weckt. Alschoran unternimmt mit Marat einen ersten Vorstoße auf den Tender. Sowohl die ehemalige Besatzung als auch die Eroberer scheinen unter dem Diktat der Panjasen zu stehen. Dieses Teilvolk der Ganjasen hat eine Führungsrolle inne und strebt nach Schönheit und Vollkommenheit. Die Mittel, die dazu eingesetzt werden, sind allerdings gewalttätig. Als Ase und mit der Fähigkeit als Pedotransferer verschafft sich Alschoran eine Identität in dem System und versorgt auch die anderen aus dem Team mit einer Tarnidentität.
Weitere Einsätze folgen. Als Atlan Zeuge einer Züchtigung durch eine Panjasin wird, schreitet der Arkonide ein. Er unterschätzt jedoch die Gegnerin, wird verletzt und gerät in Gefangenschaft. Die anderen, allen voran Perry und Sichu, versuchen den Freund zu befreien und gleichzeitig mehr über die Verhältnisse vor Ort zu erfahren.
 
Der Jubiläumsband beginnt, wie auch schon frühere Zykluseinstiege, mit einem Statement zu Freundschaft und Frieden. Diesen Text, der jeden Roman vorgeschaltet ist, sollte man kritisch hinterfragen. Es ist beinahe der gleiche Text, der schon im Vorgängerzyklus jeden Roman einleitete. Wir erinnern uns. FENERIK und seine Truppen säten Tod und Zerstörung. Chaofakta rissen ganze Sternensysteme in den Untergang. Ich würde mir wünschen, dass den Romanen ein ehrlicherer Text vorgeschaltet wird. Die Konflikte lassen nämlich auch in diesem Band nicht lange auf sich warten. Sabotageakte und Anschläge gehen dem Handeln der Helden voraus. Ich wäre schon sehr verwundert, wenn der Zyklus ohne Bedrohungslage in der Heimat auskommen täte. Und, machen wir uns nichts vor, dass es inzwischen eines „dritten“ Galaktikums bedarf, zeigt doch sehr anschaulich, dass es mit Freundschaft und Frieden doch noch nicht so weit ist, wie uns der Vorspann suggerieren will.
Zum Roman. Autor Robert Corvus konzentriert sich in seiner Geschichte auf zwei Handlungsstränge. Der eine setzt eine Siganesin in Szene, die sich als Soldatin gegen die Eroberer der MAGELLAN stellt. Nachdem sie von ihrer Einheit getrennt wird, sorgt sie sich um ihre Familie. Die Darstellung der Siganesin Hilke Silent-Brown steht ganz in der Tradition anderer Romane der Serie, die die kleinwüchsigen Helden von Siga in den Mittelpunkt rasanter Action- aber auch liebenswerter Abenteuergeschichten gestellt haben.
In der zweiten Handlung wird das Team an Bord der RA begleitet, das zur Rettungsmission aufgebrochen ist. Hin und wieder flechtet der Autor Rückblenden ein, die den Hintergrund beleuchten, warum nur eine Sextadim-Kapsel mit sechs Personen losgeschickt wird. Das Team ist hochkarätig besetzt. Bis auf eine kleine Animosität zwischen Atlan und Alschoran herrscht auch Harmonie in dieser Gruppe. Der Einsatz der Gruppe enthält zwar auch Action-Szenen, dient aber vordergründig der Aufklärung und der Lieferung von Hintergrundinformationen. Der Autor verzichtet zugunsten einer klaren Linie und einer forcierten Handlung weitgehend auf Rückblicke zum Vorgängerzyklus. Nur vereinzelt und an Stellen, an denen es auch passt, fließen ein paar Informationen zu FENERIK, bzw. die Zeit danach, ein.
Für mich fühlte sich die Geschichte so an, als ob schon ein paar Romane dieses Zyklus hinter uns liegen. Die Erzählung war nicht sonderlich spannend und große Überraschungen blieben aus. Ganzheitlich betrachtet ist Heft 3200 ein solider Zyklusauftakt. Da ist allerdings auch noch deutlich Luft nach oben.

Ansichten zu Perry Rhodan Heft 3199

Die Gordische Konstellation – von Andreas Eschbach
Der Chaoporter FENERIK ist mit der Yodor-Sphäre kollidiert. Das entstehende Konstrukt gefährdet alles Leben in der Galaxis. Um die beiden Machtinstrumente wieder zu trennen, muss sich Perry Rhodan auf eine Suche begeben. Der Schattenwurf des Chaotarchen Fenetay Rik hat sich auf unbegreifliche Weise über die Raum-Zeit der Milchstraße verteilt. Der Unsterbliche soll diese Teile finden. Sein Zellaktivator, seine Hieroglyphe und der Anzug der Verheißung sollen Perry Rhodan helfen, seine Aufgabe zu erfüllen. Doch sein Unsterblichkeitschip wird ihm schon beim Aufbruch entfernt. Rhodans Suche ist nun auch ein Kampf gegen die Zeit. Ihm bleiben 62 Stunden.
Perry Rhodan reist durch Raum und Zeit. Er landet auf einem Raumschiff, das ihm bekannt vorkommt. Es ist die AETRON. Und es ist der 26. August 1971 alter Zeitrechnung. Der Tag, an dem das Schiff der Arkoniden vernichtet wird! Eine Larve Addancs ist ihm gefolgt und macht ihm ein Angebot. Rhodan soll die Vernichtung der AETRON verhindern. Ausgelöst dadurch würden verschiedene Ereignisse anders verlaufen und Rhodan könnte ein Friedensreich nach seinen Wünschen erschaffen. Rhodan lehnt das ab. Im Konflikt mit Addanc tritt ein Substanzaspekt von Fenetay Rik in Erscheinung. Rhodan kann die Larve Addancs ausschalten und macht einen zweiten Schritt durch Raum und Zeit.
Er findet sich in der Zukunft wieder. Seine Recherchen ergeben, dass die Isolierung der Milchstraße als Clausum bezeichnet wird. Ein Ereignis, das in Rhodans Gegenwart noch nicht eingetreten ist. Und nun findet er sich 7109 Jahre nach Clausum auf einer Welt wieder, die im Leerraum zwischen den Galaxien von Kunstsonnen beschienen und von Terranern bevölkert wird. Ylans, Roboter, spielen eine wichtige Rolle in dieser Zeit. Der Unsterbliche begibt sich in eine gigantische Bibliothek, in der das Wissen der Menschheit verwaltet wird, um weitere Recherchen anzustellen.
Auch hier wird Rhodan von einer Larve Addancs aufgespürt, die sich in einem Ylan eingenistet hat. Rhodan kann auch diese Larve neutralisieren und erfährt von einem weiteren Substanzaspekt, dass er noch ein oder zwei Fragmente von Fenetay Rik finden müsse. Der nächste Stopp bringt Rhodan ins Jahr 2424 alter Zeitrechnung. Er trifft auf seine Tochter Suzan. Erneut ist Addancs ihm gefolgt. Der Quintarch hat sich diesmal nicht in einer Larve manifestiert, sondern komplett in Suzan. Perry Rhodan kann Addanc ausschalten. Diesmal endgültig. Ein weiteres Substanzaspekt offenbart sich. Fenetay Rik will mit Zou Skost den Chaoporter erstmalig in die Sziento-Phase 6 heben und die gordische Konstellation lösen. Da Elemente der Yodor-Sphäre untrennbar mit FENERIK verbunden bleiben, wird der Chaoporter nicht mehr unter der Flagge der Chaosmächte fliegen können und muss vernichtet werden.
Rhodan schlägt eine andere Lösung vor. FENERIK wird seine chaoversale Querung fortsetzen, jedoch nicht mehr länger im Dienst der Chaotarchen. Reginald Bull und Farbaud werden Quintarchen sein. Anzu Gotjian wird Bull unterstützen. Einige der Kastellane werden die Reise mitmachen, aber Alschoran bleibt in der Milchstraße zurück. Der Kastellan möchte mit nach Morschaztas reisen. Dort soll sich laut Datenträger von Mu Sargai ein Fragment von ES befinden. Perry verabschiedet Reginald, der einen OXTORNE-Kreuzer mitnimmt, den er STERNENRUF tauft. Dann gehen die Freunde auseinander.
 
Autor Andreas Eschbach ist kein Unbekannter in der Perry Rhodan-Serie. Der Beststeller-Autor hat neben dem Hardcover „Perry Rhodan – Das größte Abenteuer“ auch etliche Romane zur Serie beigetragen. Und doch ist dieser Roman eine Premiere. Es ist das erste Mal, dass Andreas Eschbach einen Zyklus abschließt. Auch für einen Erfolgsautoren ist das keine leichte Aufgabe. Wie tief steckt er drin im Geschehen der letzten 99 Bände? Kann er die Handlungsfäden zusammenführen und auflösen? Wie vertraut sind ihm die Figuren? Kann er sie so fortschreiben, dass wir (die Leser) keinen Bruch erkennen. Löst er den Cliffhanger aus 3198, als Farbauds Schiff mit der LEUCHTKRAFT kollidiert? Wird es eine One-Man-Show oder tragen die anderen Unsterblichen etwas bei? Was wird aus dem Maghan, aus dem Maskenträger, der MDI? Was aus weiteren Figuren? Kann Eschbach der Story eine eigene Note geben oder wird der Roman in seinen Inhalten von den Exposé-Autoren dominiert? Und ich hätte noch ein Dutzend mehr Fragen!
Viele Fragen und eine erstaunlich kurze Antwort. Andreas Eschbach umschifft diese Klippen. Das meiste wird schlicht ignoriert und nicht aufgelöst. In 3200 und folgenden Bänden wird sicherlich noch einiges aufzuarbeiten sein.
Zur Story: Perry Rhodan begibt sich – nicht zum ersten Mal – auf eine Reise zu seinen Wurzeln oder anders ausgedrückt, zu seinen Schicksalspunkten. Der Autor lässt den Titelhelden an 2 Punkten der Vergangenheit Abenteuer erleben und schickt ihn auch in die Zukunft. Die Zukunftsgeschichte lehnt sich inhaltlich an frühere Schilderungen an. Irgendwann tritt ein Ereignis ein, in dessen Folge die Milchstraße isoliert ist. Die Abschottung der Milchstraße ist ein beliebtes Gedankenmodell der Serie. Unklar bleibt, ob es getrennte Abschottungen geben wird. Siehe GREK-336 und auch die Erlebnisse von Sichu Dorksteiger bei ihrer Zeitreise im Roman 3165.
Die Vergangenheitsabenteuer sind von anderer Qualität. Sie spielen in Zeiten, die dem Leser bekannt sind. Reminiszenzen an die Serienhistorie sind zweifellos ein wichtiges Mittel, um einerseits den Serienkosmos immer dichter zu weben, und um andererseits dem Bedürfnis von Lesern nachzukommen, die sich nach alten Schauplätzen oder Figuren sehnen. Wie oben geschrieben, besteht jedoch auch zu einem Zyklusfinale die Sehnsucht nach Aufklärung. Unter diesem Aspekt betrachtet, verliert sich der Roman stellenweise in Reminiszenzen, statt die Zyklusstory voranzubringen, bzw. zu einem Abschluss zu bringen. Wäre dieser Roman unter der Heftnummer 3189 oder 3194 erschienen, Chapeau! So aber fehlt mir schon etwas. Störend war auch der formale Akt mit dem Galaktikum. Was soll das? 99,99% des Zyklus sind unsere Helden Einzelkämpfer und auch Entscheider. Da braucht es zum Schluss nicht diese Bürokratie.
Es fehlten die Figurenschicksale. Ja, Reginald Bull wird für einige Zeit geparkt. Seine Rückkehr mit der STERNENRUF ist jedoch vorprogrammiert. Andere Figurenlinien, siehe oben, enden jedoch vorerst im Nichts. Nochmal zurück zum Einsatz Rhodans. Der Held soll die Teile des Schattenwurfs eines Chaotarchen suchen und finden. Eine Suche, die gar keine ist. Der Translokator versetzt ihn an die richtige Stelle in Raum und Zeit. Der Held, so suggeriert es der Roman 3198 benötigt ein Instrumentarium von Zellaktivator, Hieroglyphe und Anzug, um seine Aufgabe zu erledigen. Letztlich braucht er nur den Anzug. Mit dem Verlust des Zellaktivator versucht der Autor seine Figur und die Leser unter Druck zu setzen. Eine besondere Spannung wird damit nicht erzeugt. Im Gegenteil. Die weitschweifigen Beschreibungen bei Perry Rhodans Trip stehen im Widerspruch zu Rhodans Zeitdruck. Der Held lehnt sich bequem im Ledersessel einer Bibliothek zurück, um in alten Schmökern zu blättern. Eschbach muss sich selbst mehrfach zur Ordnung rufen und den Aspekt mit dem Verlust des Aktivators in Erinnerung rufen. Doch seine Beschreibungen stehen einfach im Widerspruch zum Zeitdruck.
Auch hier kann ich nur sagen, dass der Roman deutlich mehr Wirkung erzielt hätte, wäre er vor einigen Wochen erschienen. Denn die Details, die sich Andreas Eschbach einfallen lässt, sind eine echte Bereicherung.
Zuletzt hatte ich zum Roman 3198 die Hoffnung gehabt, dass die Auflösung des Zyklus womöglich aus zwei Blickwinkeln erfolgt. Montillons Gedankenexperiment von Schrödingers Katze hätte dafür die Grundlage geliefert. Wie diese Geschichte nun zeigt, wird die Auflösung dann doch nur von Perry Rhodan betrieben. Eschbach lässt beim Aufeinandertreffen von Atlan und Rhodan allerdings durchblicken, dass Atlan auch seine Mission hatte. Der Arkonide fragt Rhodan, wie er es geschafft hätte? Vielleicht gab es ursprünglich die Absicht, eine zweigleisige Lösung zu schreiben. Die wurde jedoch nicht umgesetzt. Eschbach, durchaus motiviert von seinem Buch zu Perry Rhodan, nutzt das aus, und schreibt dem Titelhelden die Story auf den Leib. Die Auflösung alá Münchhausen finde ich lustig. Die beiden Chaotarchen ziehen sich selbst am Schopf aus dem Schlamassel.
Ich bedaure vor allem, dass die Geschichte so mancher Figur abrupt endet. Letzteres ist allerdings nicht Eschbachs Schuld. Viel zu aufgebläht war die Zyklusgeschichte bis kurz vor Ultimo mit immer neuen Aspekten und Figuren angefüttert worden. Die Autoren haben es versäumt, manche Figur schon vor dem Finale aus dem Rennen zu nehmen.
Wie bewerte ich den Roman? Schwierig. Ich belasse es bei einem „Walla wulla.“ Wer nicht weiß, was das ist, hat den Roman nicht gelesen.