Articles for the Month of Oktober 2022

Ansichten zu Perry Rhodan Heft 3190

Addanc, der Taucher – von Christian Montillon
Die Terranerin Anzu Gotjian ist aus dem Extemporalen Gefecht zurückgekehrt. Sie leidet unter den Auswirkungen und befindet sich in Isolation. Dort bekommt sie Besuch. Addanc, der Taucher, seines Zeichens letzter Quintarch FENERIKS, schickt ihr eine seiner Larven und lädt sie zu sich ein.
Sie wird auf den Grund eines Meeres geführt, denn Addanc, ein riesiger Wurm, lebt dort in einem Tunnel. Der Quintarch ist von Gotjians Fähigkeiten beeindruckt. Er will sie zu einer Audienz mit Zou Skost mitnehmen. An Bord seines Schiffes, der LUCTU, fliegen die beiden so unterschiedlichen Wesen zu einem Audienzsaal.
Der Chaotarch unterliegt dem Transformsyndrom. Sein fischartiger Aktionskörper taucht aus einer Ampulle auf. Anzu Gotjian erfährt, dass Addanc zu einem Quintarchen wurde, weil er mehrmals mit Zou Skost getaucht ist. Die Mutantin erhält weitere Einblicke in FENERIK, der in seiner Gesamtheit eine Hülle für den Chaotarchen ist. Addanc strebt nach der ultimativen Herrschaft. Er begehrt von Zou Skost die Autorität zur Chaonomen Weisung. Das Konzept der Quintarchie hätte versagt. Addanc, der Taucher hätte mit der Chaonomen Weisung Zugriff auf den Chaofaktenhort. Zou Skost verweigert dem letzten der Quintarchen diesen Wunsch. Nur im absoluten Notfall würde er Addanc diese Autorität verleihen.
Addanc verfolgt nach der Audienz nun andere Pläne. An Bord seines Schiffes befindet sich eine ganz spezielle Sextadim-Kanone. Anzu Gotjian soll sich damit vertraut machen. Neben den bekannten Modi kann sie auch Chaofakte verschießen. Sie erfährt, dass jeder Quintarch ein Votum hinterlassen hat, ein Ersatz, falls er stirbt. Die beiden ersten Quintarchen, die bei der Kollision mit der LEUCHTKRAFT starben, hinterließen unvorbereitete Voten. Schomek und Farbaud hingegen spezifisch an die aktuelle Situation angepasste Voten. Die vier Voten spalten sich in zwei Lager.
Anzu Gotjian soll die Voten für Addanc mit der Sextadim-Kanone beeinflussen. Als Anzu Gotjian die Kanone einsetzt, kommt es zu einer Katastrophe. Eine, die Addanc zu unglaublicher Macht verhilft.
 
Die Figur der Anzu Gotjian gefällt nicht jedem Leser. Das kann Kritiken zu den Romanen entnommen werden. Andere hingegen sind begeistert von dieser Figur. Ich auch. Christian Montillon sind die gespaltenen Lager zu seiner Figur natürlich nicht entgangen. Mit einer gehörigen Portion Humor geht darauf an verschiedenen Stellen in seinem Roman ein.
Auch in dieser Geschichte erleben wir eine Anzu Gotjian, die nicht auf den Mund gefallen ist und die auch dem letzten Quintarch respektlos gegenübertritt. Und ob ein Chaotarch jemals direkter, impulsiver und frecher kontaktet wurde?
Unklar bleibt einmal mehr, ob FENERIK von Anfang an eine Bedrohung war. Im jetzigen Zustand ist er das allemal. Die zum wiederholten Male heraufbeschworenen Auswirkungen einer Kollision mit der Yodor-Sphäre verdeutlichen dies. Nur wurde der Zustand des Chaoporters von den Kosmokraten und von den Terranern verursacht. Die Unbestimmtheit, was denn in diesem Zyklus die Bedrohung ist, wird uns wohl bis 3199 begleiten. Und ob wir danach klarsehen, ist keineswegs sicher.
Der Roman war recht unterhaltsam. Obwohl wir uns längst auf der Zielgeraden des Zyklus befinden, bleiben die Motive der handelnden Figuren weitgehend im Dunkeln. Das macht es schwer, als Leser seine Sympathien zu verteilen. Und davon lebt doch eigentlich die Unterhaltungsliteratur? Ich verfolge die Geschichten daher eher neutral. Ich habe schon ein Interesse zu erfahren, wie der Zyklus endet. Aber eine emotionale Bindung wäre mir lieber, um in die Geschichten auch eintauchen zu können. Die Art und Weise, wie die Serie ihre Zyklen aufbaut und ihre Geschichten erzählt, verhindert das allerdings ein gutes Stück.
 

Ansichten zu Perry Rhodan Heft 3189

Farbauds Plan – von Uwe Anton
Nachdem sich FENERIK am entarteten PEW-Metall im System Paramag-Alpha bedient hat, beobachtet Farbaud drei Schiffe, die in das System einfliegen. Es sind die beiden terranischen Schiffe BJO BREISKOLL und FELLMER LLOYD. An ihrer Seite die LEUCHTKRAFT. Jenes verhasste Kosmokratenschiff, das sich auf Geheiß der Kosmokratin Mu Sargai, dem Chaoporter in den Weg geworfen hat und Schuld daran trägt, dass zwei Quintarchen sterben mussten. Da inzwischen mit Schomek auch die dritte Quintarchin das Zeitliche gesegnet hat, befindet sich FENERIK in der Sziento-Phase Zwei. In diesem Zustand ist er kaum kontrollierbar und eine Kollision mit der Yodor-Sphäre wird zur absoluten Katastrophe führen.
Farbaud findet mit Hilfe seines Containers heraus, dass es an Bord der LEUCHTKRAFT eine Rebellion gegeben hat. Getreue Zwergandroiden von Alaska Saedelaere, dem ursprünglichen Kommandanten, haben den Aufstand angezettelt und Vetris-Molaud ist unter Druck geraten. Der Quintarch will die Gunst der Stunde nutzen. Streitkräfte FENERIKS kommen durch die Kluft. Er befiehlt den Angriff auf die LEUCHTKRAFT. Angeführt von Perzpar, einen Munuam und Altalt Vier, einer Außnerin, soll die kobaltblaue Walze erobert und Technologie erbeutet werden. Mit Sextadim-Kanonen wird das Kosmokratenschiff beschossen. Als sein Schutzschirm zusammenbricht, dringen die Chaostruppen in die Walze ein. Die Zwergandroiden erweisen sich als erbitterte Gegner.
Farbaud, der im Glanz, geht mit an Bord. Er wird misstrauisch. Manches erscheint ihm zu einfach. Aber er wischt seine Zweifel beiseite. Dann erhält er erste Rückmeldungen von Perzpar und Altalt Vier, die seinen Verdacht bestätigen. Mit der LEUCHTKRAFT stimmt etwas nicht. Inzwischen gerät sein Container außerhalb in arge Bedrängnis. Raumschiffe der Tefroder nehmen das Chaotarchenschiff unter Feuer. Der Quintarch ist, wie es scheint, in eine Falle getappt. Farbaud versucht den Spieß umzudrehen und opfert dafür seinen Container. Kann er der Falle, die ihm von Vetris-Molaud und Soynte Abil gestellt wurde, entkommen?
 
Zum Ende des Zyklus werden die Handlungen gestrafft und die Schauplätze wechseln nun wöchentlich. Das ist nicht neu. In jedem Zyklus wiederholen sich diese Muster. Neu, oder zumindest selten ist hingegen die Schilderung einer Niederlage aus Sicht der gegnerischen Konfliktpartei. Farbaud, der im Glanz, wird hinters Licht geführt. Autor Uwe Anton schildert die Ereignisse nahezu vollständig aus der Sicht des Quintarchen. Dessen bisherige Unantastbarkeit, sehr schön ausgedrückt durch die Autogenerative Distanz-Kluft, bekommt Risse. Wie seinerzeit die MDI, schalten die Galaktiker nach und nach alle Quintarchen aus. Ein gefährliches Spiel, denn dadurch verliert FENERIK an Kontrolle. Und ob der Plan, die Lenker des Chaoporters durch eigene Kräfte zu ersetzen, gelingt, ist mehr als ungewiss. Aber noch ist Farbaud auch nicht am Ende.
Es ist nicht alles Gold/Farbaud, was in diesem Roman glänzt. Um so weit zu kommen, wie es die Helden in dieser Geschichte geschafft haben, muss schon ein wenig an der Plausibilitätsschraube gedreht werden. Und es ist natürlich auch ein wiederkehrendes Muster, dass in der ersten Zyklushälfte der Gegner die Oberhand hat und in der zweiten Hälfte nun Dinge gelingen, die nach Sachstand der ersten Zyklushälfte hätten gar nicht gelingen können. Sei’s drum. Die Geschichte las sich flüssig und machte Spaß. Endlich mal wieder ein guter Uwe Anton-Roman!

Ansichten zu Perry Rhodan Heft 3188

Die letzten Tage von Pordypor – von Michelle Stern
Reginald Bull ist im Februar 2072 NGZ Kommandant des Roten Sterns. Die Ash’sharal an Bord der Chaos-Bake sind von seiner Loyalität FENERIKS gegenüber noch nicht überzeugt. Allenfalls Mieke Meideina, die eigentlich selbst zu einer Ash’sharal wurde, bringt dem Unsterblichen Sympathie entgegen. Allerdings stellt sie auch klar, dass Reginald Bull sich erst noch beweisen muss.
Das könnte bald der Fall sein, denn FENERIK wird auf seiner Route vom PEW-Vorkommen im Paramag-Alpha-System angezogen. Dessen einziger Planet Pordypor ist vor über 100.000 Jahren zerstört worden. Die Trümmerwelten, auch WABEN genannt, werden nach wie vor von den Paramags bewohnt. Der Rote Stern wird von einem terranischen und einem tefrodischen Schiff begleitet. Beim Einflug in das Trümmersystem treten seltsame Phänomene auf und die Besatzungen beobachten etwas Erstaunliches. Der Planet Pordypor existiert wieder und die Schiffe stürzen darauf ab.
Nach Mieke Meideinas Auskunft hat sich eine Zeitsenke gebildet und die drei Schiffe in die Vergangenheit befördert. Die Chaos-Bake kann die Katastrophe nicht verhindern, aber die Folgen mindern. Dennoch werden die beiden Begleitschiffe zerstört und die Überlebenden müssen sich der Paramags erwehren.
Ein noch größeres Problem kommt auf die Überlebenden und Reginald Bull zu. Obwohl sie nicht die Fähigkeit der Paramags zur Paratransdeformation besitzen, werden Terraner und Tefroder in das PEW-Metall gesogen. An einer zentralen Stelle hat sich eine Geistmühle gebildet, die die Bewusstseine aufsaugt und ihre Individualität zerstört. Reginald Bull und Mieke Meideina dringen ebenfalls als Bewusstseine in das PEW-Geäder vor. Sie machen die Entdeckung, dass das PEW-Metall entartet. Und Bull trifft auf Betty Echomag. Die Erscheinung bezeichnet sich selbst als Echo der späteren Altmutanten, die im PEW aufgingen.
Man sucht nach einer Lösung, wie die Bewusstseine vor der Geistmühle gerettet werden können. Und noch ein weiteres Wesen macht Bull seine Aufwartung. Zou Skost, bzw. eine Version von ihm, die sich als Sediment bezeichnet, gibt Bull den Auftrag, das entartete PEW für FENERIK zur Verfügung zu stellen. Der Aktivatorträger ist in einem Dilemma. Er will Pordypor sprengen, um die Entartung des PEW zu stoppen und gleichzeitig seine Zeitlinie zu bewahren. Andererseits darf FENERIK nicht weiter geschwächt werden, denn sonst droht eine noch größere Katastrophe.
 
Die Autoren nutzen erneut die Gelegenheit, um mit FENERIK einen alten Handlungsort der Serie zu besuchen. Einerseits mag ich es, wenn es einen guten Anlass gibt, einen Blick in die Serienhistorie zu werfen. Andererseits nutzt sich das schnell ab, wenn es zu häufig in kurzer Zeit gemacht wird. Der Anlass ist nach wie vor gegeben, auch wenn der „Kurs“ des Chaoporters doch ziemlich konstruiert wirkt. Nun ist die Geschichte des PEW-Metalls eng verbunden mit dem Schicksal der acht Altmutanten. Die haben, nach quälenden Jahrhunderten, in denen sie immer mal wieder durch die Autoren hervorgezaubert wurden, inzwischen doch das Zeitliche gesegnet. Das ficht die Autorin dieses Romans nicht an. Michelle Stern lässt ein „Echo“ der selbigen auftreten. Meine Güte! Lass endlich los, möchte ich der Autorin zurufen. Aber wie ich schon des Öfteren an anderer Stelle schrieb: Perry Rhodan-Autoren können vieles, aber ein Thema auch mal zu einem Ende bringen, können sie nicht. Es wäre schön, wenn man manche Geschichten endgültig abhaken könnte. Was wird wohl nach dem Echo kommen?
Der Roman konnte mich nicht wirklich fesseln. Trotz des Auftritts von Zou Skost und des speziellen Raumschiffs am Ende, wird der Zyklus nicht wirklich vorangebracht.