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Ansichten zu Perry Rhodan Atlantis 02

Festung Arkonis – von Lucy Guth
Auf dem Atlantis der Vergangenheit ist der Rückweg in die Zukunft für Perry Rhodan und Sichu Dorksteiger zunächst nicht möglich. Sie tragen das Talagon bei sich und beabsichtigen das Artefakt an den Atlan dieser Zeit zu übergeben. Ihre härteste Verfolgerin, die Arkonidin Rowena, haben sie in einem Dorf gefesselt zurücklassen können. Caysey hat sich den beiden angeschlossen und führt sie. Die Schwangere erhofft sich Hilfe, denn sie befürchtet, dass ihr Baby tot zur Welt kommen wird. Ein Fluch lastet auf ihr.
Der Weg nach Arkonis ist weit. Den ganzen Kontinent können die drei Flüchtenden nicht zu Fuß durchqueren. Die Atlanterin führt sie zu einer arkonidischen Station, die von einem Energiefeld umgeben ist. Hier forscht ein arkonidischer Wissenschaftler. Quartam da Quertamagin fühlt sich durch die Ankömmlinge gestört und will sie loswerden. Da entdeckt er das Talagon. Er kennt das Artefakt bereits, da er es im Besitz von Rowena gesehen hat. Es steht im Zusammenhang zu dem Tor durch Raum und Zeit an der Ostküste Atlantis. Der Wissenschaftler unterstützt die Flüchtlinge. Mit einem Gleiter gelangen sie nach Arkonis. Allerdings kann da Quertamagin Rowena, die sich inzwischen befreit hat und in der Station erscheint, nicht daran hindern, den drei nach Arkonis zu folgen.
In Arkonis hat sich inzwischen die Nachricht verbreitet, dass Atlan, der Kristallprinz, bei einem Gefecht ums Leben gekommen ist. Die Botschaft ruft unterschiedliche Reaktionen hervor. Die Schlacht, in der Atlan angeblich starb, scheint von Doppelagenten inszeniert worden zu sein. Als Perry, Sichu und Caysey in Arkonis ankommen und den Gouverneur aufsuchen, ahnen sie nicht, dass sie in ein Wespennest stechen.
 
Eine flotte Fortsetzung der Geschehnisse von Heft 1, die hier von Lucy Guth in Szene gesetzt werden. Etwas überraschend kommt für mich, dass die Protagonisten schon gleich zur arkonidischen Hauptsiedlung auf Atlantis vorstoßen und wie das Ende verrät noch sehr viel weiter. Dem beiliegenden Poster der Serie sind diverse weitere Handlungsorte zu entnehmen. Es wird also irgendwann wieder zurückgehen.
Für die Handlung stellt die Autorin die Atlanterin Caysey in den Mittelpunkt. Diese Figur ist Dreh- und Angelpunkt der Geschichte. Mit kindlicher Unbekümmertheit macht die junge Frau ihre Beobachtungen oder wird beobachtet. Sie zeigt Weisheit und Abgeklärtheit, wenn sie benötigt wird und ist in manchen Situationen auf Augenhöhe zu ihren Begleitern. Und sie zeigt eine hohe Moral in ihren Handlungen. Insbesondere zum Romanende hin. Glücklicherweise treten die durch die Schwangerschaft Cayseys auftretenden unterschiedlichen Beschwerden nur dann auf, wenn es sich die Figuren leisten können, sprich, sie sind in einer Situation, in der sie etwas kürzer treten können. Immer dann, wenn Gefahr droht, läuft die Schwangere zur Hochform auf. In der Summe ihrer Eigenschaften ist das ein wenig übertrieben. Sichu bekommt ihr „Fett“ ab, wenn sie in der ungewohnten Umgebung an der einen oder anderen Stelle unleidlich ist. Caysey ist klar die Sympathieträgerin in der Geschichte.
Wie in beinahe jeder Miniserie werden auch in „Atlantis“ in den Beschreibungen und Schilderungen von Emotionen der Figuren einfache, klare Signale gesetzt. Man muss nicht zwischen den Zeilen lesen. Es geht rauf und runter mit diesen Emotionen. Und auch das Vorankommen der Figuren durchläuft schnelle Wechsel. Probleme und Schwierigkeiten, die die Reise der Figuren behindern, werden mit schnellen Lösungen behoben. Der schnelle Wechsel von Ereignissen und durchlaufenen Gemütsbewegungen lässt keine Langeweile aufkommen. Allerdings erzeugt die Geschichte auch kaum Spannung und hin und wieder kommt es insbesondere bei Beschreibungen von Emotionen zu Widersprüchen. Die Miene eines Militärs verwandelt sich in ein aufmerksames Misstrauen, nur um im nächsten Moment den Ankömmling (Rhodan) mit gleichgültigen Interesse zu mustern.
Aufmerksamkeit, Misstrauen, Gleichgültigkeit, Interesse und dann auch noch gleichgültiges Interesse? Puh, das ist kurios! Absonderlich ist auch Rhodans Gleichgültigkeit, als er im Büro des Gouverneurs das Talagon einfach aus der Hand gibt. Das passt nun gar nicht zu dem Unsterblichen.
Der Roman hat mich dennoch gut unterhalten. Der „Ursprung“ so mancher terranischen Legende oder biblischer Texte liegt wohl in Atlantis, wie man diversen Textstellen entnehmen kann.