Articles for the Month of Januar 2022

Ansichten zu Perry Rhodan Heft 3152

Die Schwarzen Gärten von Ogygia – von Michael Marcus Thurner
Nachdem festgestellt wurde, dass der Neutronenstern Giat seinen einzigen Begleiter, den Planeten Prudh, binnen kürzester Zeit vernichten wird, läuft die Evakuierung. Es war Farbaud, der einen ganz und gar ungewöhnlichen Vorschlag gemacht hatte. Die Bevölkerung von Prudh, immerhin 800 Millionen Tefrodernachfahren und Maahks, würden im Saum des Chaoporters eine neue Heimat finden. Aus der Kluft entsendet FENERIK Raumschiffe der Faaol. Die Bewahrfabriken der Faaol machen sich an die Aufgabe der Evakuierung. Obwohl Perry Rhodan skeptisch ist, erledigen sie ihre Aufgabe binnen Stunden. Etwa 21 Millionen Bewohner wollen sich nicht retten lassen und gehen mit Prudh unter. Farbaud zeigt wie zuvor keinerlei Gefühle. In Rhodan wächst die Wut auf den Quintarchen.
Derweil macht die Kamashitin Nonovasene Resnidsha Shemiramyr eine seltsame Beobachtung in Ogygia. Wie alle Kamashiten ist Semiramis, wie Axelle Tschubai ihre Freundin nennen darf, psisensibel. Ihre paranormale Rückkopplung lässt sie Veränderungen in der Natur zuverlässiger erkennen, als es Maschinen könnten. Die Kamashitin erkennt eine Schwärze, die sich in Ogygia ausbreitet. Perry Rhodan und Anzu Gotjian unternehmen mehrere Versuche, um Farbaud aus der Reserve zu locken. Doch der ungebetene Gast bleibt undurchschaubar. Er lässt sich kaum in die Karten blicken. Und das wenige, das er preisgibt, kann nicht überprüft werden.
An Bord mehren sich Zwischenfälle unter den Besatzungsmitgliedern, die offenbar Psychosen entwickeln. Zunächst wird dies den allgemeinen Belastungen der letzten Tage zugeschrieben. Es kommt zu Verletzungen. Semiramis ist selbst betroffen und braut sich einen Pflanzensud, der den Einfluss unterdrückt. So kann sie Perry Rhodan und die Schiffsführung warnen. Der fremdartige Einfluss geht von Ogygia aus. Darauf angesprochen, räumt Farbaud ein, dass er, bzw. seine Sextatronik dafür verantwortlich ist. Er hat Gran-Legaten in der RAS TSCHUBAI ausgesetzt. Die Fäden verändern Ogygia und üben einen unheilvollen Einfluss auf die Menschen aus, die sich in der Landschaft aufgehalten haben.
Farbaud ist von den Fähigkeiten der Terraner enttäuscht. Aber er zieht die Gran-Legaten zurück. Inzwischen erhöht FENERIK wieder das Tempo. Rhodan und Gucky spekulieren, dass der geheimnisvolle Attraktor, oder derjenige, der ihn manipuliert, ein Interesse daran haben könnte, dass FENERIK in der Milchstraße eintrifft, wenn der Chaoporter noch nicht wieder vollständig hergestellt ist.
 
Michael Marcus Thurner spielt im zweiten Teil seines Doppels mal wieder mit den Ängsten der Besatzungsmitglieder eines Raumschiffes. Der Autor hat darin Erfahrung. Etwas an Bord wendet sich gegen die Besatzung und erzeugt Chaos. Gut, dass eine Kräuterhexe an Bord ist, die einen Sud mixt und sich immunisiert und dadurch die Verantwortlichen warnen kann. Die brauchen dann nur noch den Verursacher identifizieren, was ziemlich einfach ist. Eine höfliche Bitte von Rhodan genügt und der Quintarch zieht sein Einflussmittel zurück. Das Geschehen könnte sich auf zwei Arten deuten lassen.
Es läuft unter der Rubrik, den Dualismus von Kosmokraten und Chaotarchen auf eine völlig neue Weise zu ergründen. Das ist natürlich ein interessanter Ansatz, der hier verfolgt wird und auch etwas, das ich gerne lesen möchte. Alleine in der geschilderten Auseinandersetzung der Romangeschichte entsteht bei mir jedoch nicht der Eindruck, dass sich aus dem Spannungsverhältnis, das der Autor schildert, neue Deutungen dieser Mächte ergeben. Natürlich ist es ein interessantes Spiel, wenn nun statt Gegensätzen, die scheinbar zu einer Unvereinbarkeit führen, nun durch die eine oder andere Begebenheit vielleicht ein komplementäres Verhältnis angedeutet werden könnte.
Aufgrund der in der Serie vorherrschenden Ambivalenz wird es jedoch keine genau definierten Zuordnungen geben, die es erlauben würden, die Grundelemente der Serie, Ordnung und Chaos, aus Lesersicht einordnen zu können. Der Zyklus wird uns da nicht weiterbringen. Aus Autorensicht ist das wahrscheinlich auch gar nicht gewünscht. Es sind noch viele Geschichte zu schreiben.
Also bleibt nur die zweite Deutung der Geschehnisse. Audry, die aus Little Shop of Horrors, giert nach dem Blut der Besatzung. Es entwickelt sich eine Gruselgeschichte mit SF-Elementen.
Die Geschichte fand ich unterhaltsam, dennoch, ich hoffe, dass Tempo von FENERIK zieht bald an.

Ansichten zu Perry Rhodan Heft 3151

Unter dem Neutronenstern – von Michael Marcus Thurner
Farbaud, der im Glanz, hat sich an Bord der RAS TSCHUBAI häuslich eingerichtet. Der Quintarch will Sextadim-Kanoniere für FENERIK rekrutieren. Da er in Anzu Gotjian eine Kandidatin erkennt, reift bei den Terranern der Plan, sie als Doppelagentin auf den Chaoporter zu entsenden. Gotjian wird auf ihre Aufgabe vorbereitet. Mit ihrer besonderen Gabe erkennt die Mutantin aber zunächst eine Änderung beim Chaoporter. Er wird langsamer und verändert auch die Richtung.
Sein Ziel ist ein Neutronenstern. Der sehr kompakte Stern hat vor langer Zeit eine Dunkelwelt in sein Gravitationsfeld gezogen. Die Instrumente der RAS TSCHUBAI ermitteln, dass der Planet aber nur noch wenige tausend Jahre überleben wird. Dann stürzt er in den Stern. Und noch etwas können die Orter der RAS TSCHUBAI erkennen. Der Planet ist bewohnt. Nachkommen von Tefrodern siedeln in streng abgeschirmten Habitaten, die sie vor der Strahlung des Neutronensterns schützt.
Ein Team, dem u.a. Farbaud, Perry Rhodan, Gucky und Anzu Gotjian angehören, nimmt Kontakt auf und landet in der Nähe eines der Habitate des Planeten Prudh. Sie werden von Kumrath Quoise empfangen. Der Politiker ist aalglatt. Nicht zuletzt wegen Gucky kommen die Besucher schnell hinter die Machtverhältnisse des Planeten. Auch Maahks leben in eigenen Bereichen. Auf beiden Seiten haben sich Mutanten entwickelt, die Soliden. Und es gibt unterschiedliche gesellschaftliche Strömungen.
Als Farbaud behauptet, herausgefunden zu haben, dass das Ende des Planeten in Kürze bevorsteht, eskaliert die Situation. Der Quintarch macht der Planetenbevölkerung einen ungewöhnlichen Vorschlag.
 
Der aus Österreich stammende Autor Michael Marcus Thurner ist seit Monaten mit dem Motorrad unterwegs. Er durchquerte schon ein Dutzend und mehr Länder in Europa. Das hat ihn nicht davon abhalten können, Ereignisse in seiner Heimat in diesem Roman zu verewigen. Es sind bestimmte Typen von Politikern, die hier ihr Fett abbekommen. Das ganze gipfelt in der beinahe schon genüsslich geschilderten Tötung des Kumrath Quoise am Romanende.
Gegen die Figur Kumrath Quoise sind selbst Perry Rhodan und Gucky, ja sogar Farbaud machtlos. Obwohl die Fakten klar belegt werden können, zieht Quoise sein Ding durch und lügt bis zum unvermeidlichen Ende. Neben diesem unerfreulichen Charakter tummeln sich noch zahlreiche andere Figuren in Thurners Roman. Beinahe schon zu viele. Auch die geschilderten gesellschaftlichen Strömungen haben ihre Entsprechung in der realen Welt. Das war beinahe schon zu viel des Schlechten. Anzu Gotjian spielt natürlich auch wieder eine Rolle. Und der Quintarch, der nicht nur sprichwörtlich seine Fäden spinnt. Die Motive Farbauds bleiben unklar. Auch, ob er oder FENERIK den Neutronenstern manipuliert haben.
Der Figur Perry Rhodan bleibt nur die Rolle des Beobachters. Der Autor versucht zwar, den Titelhelden aus der Rolle des Statisten hervorzuheben, es bleibt jedoch bei dem Versuch. Da Rhodan keine Mittel hat, um irgendetwas in dieser Geschichte zu bewirken, bleibt dem Autor nur ein schriftstellerisches Mittel. Er zügelt im Gegenzug den Gegenspieler Rhodans. Farbaud wird eingebremst.
Die zweite Zyklushälfte zündet noch nicht so richtig. Zumindest nicht bei mir. Im Sturz des Chaoporters, der mal langsam, mal schneller in Richtung Milchstraße geht und hier eine Abweichung vom Kurs erhält, lässt sich eine Analogie zum Zyklusgeschehen beobachten. In wieweit beide Abläufe kontrolliert erfolgen, muss sich noch zeigen.

Ansichten zu Perry Rhodan Storys Galacto City 6

Anschlag auf Galacto City – von Wim Vandemaan
Die Stadt Galacto City wächst innerhalb weniger Jahre zu einer Metropole heran und wird langsam zur Keimzelle eines kommenden Sternenreiches. In wenigen Tagen wird die GIOVANNI SCHIAPARELLI starten. Das erste Kolonistenschiff der Menschheit soll Auswanderer zum Mars bringen. Pressevertreter aus der ganzen Welt reisen zur Berichterstattung dieses Ereignisses nach Galacto City. Darunter auch Dieter Ehrenberg, ein Journalist aus München, der für die Münchner Abendpost arbeitet. Während zu Hause seine schwangere Frau auf ihn wartet, begegnet Ehrenberg sehr ungewöhnlichen Menschen. Solchen, die wie er fasziniert von den Geschehnissen sind, und solchen, die böse Absichten hegen. Ein Anschlag ist geplant.
 
In der Geschichte von Wim Vandemaan wird kein Datum genannt. Am Romanende kehrt Perry Rhodan nach mehrjähriger Abwesenheit zur Erde zurück. Die Geschehnisse sind daher im Frühjahr 1980 anzusiedeln. Wie die anderen Beiträge zu dieser Kurzreihe behandelt auch Wim Vandemaan eine Schattenseite dieser frühen Epoche der Serie. Dieter Ehrenberg kommt Anschlagsplänen auf einen wichtigen Kopf der Dritten Macht auf die Spur. Genauer gesagt werden die Pläne an ihn herangetragen. Die Geschichte bringt einen der ersten großen Gegenspieler Rhodans ins Spiel. Monterny, der Overhead, versuchte anfangs der Dritten Macht vor allem wirtschaftlich zu schaden. Charlene van Serooskerken war eine Attentäterin ohne es zu wissen. Aber sie gab Ehrenberg entscheidende Hinweise.
Wesentlicher Inhalt dieser Geschichte ist jedoch nicht das Attentat. Es sind die Figuren, auf die der Journalist Dieter Ehrenberg während seiner Reise und seinem Aufenthalt in Galacto City trifft. Der Autor glänzt hier mit skurrilen Beschreibungen. Sein Protagonist beobachtet viel und sortiert seine Beobachtungen. In die Frau mit der roten Bienenkorbfrisur, den Klassenprimus mit dem geraden Scheitel, der Schaufensterpuppe, den Pfeifen-Nichtraucher usw. Überdies sind die Beobachtungen trocken und auf den Punkt gebracht und nicht ausschweifend. Dazu die komischen Fragen und Einlagen bei den Pressekonferenzen. Der Auftritt von Rhodan und Gucky, wenngleich die erste „Wahrnehmung“ des Dritte-Macht-Gründers schön beschrieben war, hätte es nicht gebraucht.
Eine runde Geschichte zum Abschluss der Reihe, die gerne fortgesetzt werden kann.