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Ansichten zu Perry Rhodan Heft 3144

Im ewigen Krieg – von Susan Schwartz
Die Situation um den verschwundenen Planeten, der als neues Arkon III die Symbolik des Tiga Ranton wieder herstellen soll, konnte geklärt werden. Seine Reise kann fortgesetzt werden. Atlan ist mit der THETA DA ARIGA auf dem Weg zur Yodor-Sphäre. Die BROVAYD mit dem Yodoren Voryad Dämmerwärts begleitet ihn. Als der Arkonide die vergangenen Ereignisse rekapituliert, fällt ihm eine Bemerkung seiner Begleiterin Deena von Prasior wieder ein. Die junge Akonin hatte von einem Etappenhof berichtet, auf dem unerwartet Artefakte aufgetaucht seien. Figuren, die über 12000 Jahre alt waren. Atlan lässt einen kleinen Umweg machen. Es geht in das Doppelsternsystem Ghudru-Ghurva zum gleichnamigen Etappenhof, der als Forschungsstation abseits liegt und vom Kommandanten Odard tan Antappon geleitet wird.
Der Unsterbliche erkennt die Figuren als Hinterlassenschaften der N’naurten, die von den Maahks entdeckt und in die Methan-Kriege hineingezogen wurden. Während der Arkonide und seine Begleiter noch darüber grübeln, wer diese Figuren versendet hat und aus welchem Grund, werden er und seine Begleiter per Kokon-Transmitter entführt. Atlan findet sich mit Deena von Prasior, dem Arkoniden Skrul, dem Stationskommandanten und dem Chefwissenschaftler des Etappenhofs, Angu von Zamzegh, auf einer unbekannten Welt wieder.
Dort wird die Lage für die Entführten schnell brenzlig. Der unbekannte Entführer bleibt zunächst unsichtbar, aber die einheimische Spezies befindet sich in einem ewigen Krieg. Nur mit Mühe können sich Atlan und seine Begleiter zwischen den Fronten behaupten. Schließlich erscheint der Entführer und erklärt seine Absichten.
 
Zum Ende des Vorgängerromans mutmaßte ich, dass die Handlungsebene Atlan mit der übrigen Milchstraßenhandlung zusammengeführt wird, denn es ging in Richtung Yodor-Sphäre, wo mit Sichu Dorksteiger und Icho Tolot zwei Hochkaräter bereits im Einsatz sind. Ganz so schnell soll diese Fusion dann wohl doch nicht vonstattengehen. Atlan macht einen Umweg. Und gerät in ein ganz anderes Abenteuer. Den Arkonidenfürst verschlägt es mit seinen Begleitern auf eine Forschungsstation, auf der merkwürdige Artefakte materialisiert waren. Das hörte sich zunächst geheimnisvoll an und ich hegte die Hoffnung, dass das Autorenteam dann vielleicht doch Atlan einen eigenen Handlungszweig spendiert, der die Fähigkeiten dieser Figur zu Geltung bringen würde.
Nach der Lektüre darf dies bezweifelt werden. Im Roman der letzten Woche trat der Unsterbliche noch nicht so in den Vordergrund. Der Gegenstand seines Auftretens passt zur Figur. Arkon III soll wieder aufleben. Dieser Plan bedingte einige Beschreibungen sowohl technischer als auch historischer Art. Dabei blieb der Aktivatorträger selbst mit seinem Handeln und seinen Einfluss auf die Geschichte zurückhaltend. Das war aber aufgrund der beschriebenen Umstände okay. Nun aber kann die Figur gefordert werden. Und wie es scheint, haben die Autoren ein Thema gefunden, dass Atlan auch fordert. Er wird von einer Kastellanin geprüft. Wäre das im Zuge des Auftauchens der Kastellane geschehen, hätte ich das wohl leichter akzeptiert, als es nun der Fall ist. Die Kastellane haben sich bislang einen Dreck um die Aktivatorträger geschert. Warum jetzt noch einen davon prüfen? Das Thema kommt 20 Wochen zu spät.
Dass sich der Arkonide über die Prüfung und die Art und Weise ärgert, ist nachvollziehbar. Leider war die Figur auch in diesem Roman bis dahin erneut blass. Odard tan Antappon läuft ihm den Rang ab. Der Akone kam gut rüber. Deena von Prasior und Angu von Zamzegh waren unauffällig. Wer oder was ist Skrul? Wenn diese Figur, außer mich zu nerven, eine Mission hat, dann sollte das bald klargestellt werden.
Lange mussten die Leser in diesem Zyklus auf das Erscheinen Atlans warten. Und nun ist die Figur da, aber irgendwie noch nicht so richtig angekommen. Zudem wird eine Handlung beschrieben, die den Leser auf eine harte Geduldsprobe stellt. Es ist schon viereinhalb Jahre her, da schrieb ich in meinem Fazit zum Sterngruftzyklus: „Wir können alles, bloß nicht schnell!“ Meine damalige Aussage zielte auf das Autorenteam und dem Umgang mit dem Zyklusaufbau. Sternengruft war ein 25-bändiger Kurzzyklus, der letztlich nach dem gleichen Schema wie ein 100er Zyklus geschrieben wurde. An dem grundsätzlichen Aufbau eines Zyklus wird wohl auch im Chaotarchen-Zyklus nichts geändert. Anfänglich war das Tempo hoch. Insbesondere in Cassiopeia fielen die üblichen „Sondierungsromane“ weg und die Helden erlebten spannende, auf einander aufbauende, Abenteuer. Die Kastellan-Thematik brachte den ersten Dämpfer für mich. Zurück in Cassiopeia konnte mich der erste Ausflug in den Chaoporter faszinieren. Danach entwickelte sich die Handlung auch dort zäh. Das Geschehen gleicht mehr einer Schnitzeljagd, wobei deren Erfolge zuletzt durch merkwürdige Zufälle geprägt waren. Andere Themen, wie die Vosskon-Geschichten wurden zu breit aufgezogen. Und nun wird auch in der Milchstraße auf die Bremse getreten. Der Zyklus ist vor der Halbzeit in einer Krise.
Die Autoren geben ihr Bestes. Aber die x-te gute Nebenfigur und ein ansprechendes Planetenszenario entfalten immer weniger eine Wirkung, wenn erkennbar ist, dass die Hauptstory dahinter schwächelt. Von daher war der Roman noch unterhaltend, aber der Unterhaltungswert der Romane sinkt, zumindest bei mir, momentan stetig.