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Ansichten zu Perry Rhodan Heft 3131

Die Diebe von Valotio – von Christian Montillon
Nachdem Perry Rhodan und Vetris-Molaud in Kontakt zu Lousha Hatmoon gekommen sind, fliegen sie gemeinsam nach Avol, der Hauptwelt des nur acht Systeme umfassenden Reiches der Tefroder in Cassiopeia. Von der stellvertretenden Leiterin des tefrodischen Geheimdienstes ist noch immer nicht bekannt, ob sie Soynte Abil ist, eine Meisterin der Insel. Im Kerrevasystem mit dem Planeten Avol werden sie zunächst von Kamuna Midra kontrolliert. Die Tefroderin kommandiert mit der BOGOLO SPARTOR das mächtigste Tefroderschiff der Galaxis. Von Maatvan-Vao, dem Virth des tefrodischen Reiches, erfahren Perry Rhodan und seine Begleiter Details zum Einsatz von Raumschiffen aus dem Chaoporter. Die Agentur konnte beobachten, wie Schiffe aus der Kluft emporsteigen. Doch die Navigation in der Kluft ist nicht jedem Schiff gestattet. Man benötigt einen Chaotreiber.
Damit steht das Ziel der Terraner und Tefroder fest. Ein geeignetes Schiff des Feindes muss gefunden werden, damit die Diebe von Valotio, wie die Tefroder ihre Galaxis nennen, in den Einsatz gehen können. Wichtiges Mitglied ist einmal mehr Anzu Gotjian. Die Mutantin, die bereits in FENERIK war, kann mit ihrer Gabe hoffentlich ein Schiff mit Chaotreiber identifizieren.
Nach längerer Suche gelingt dies auch. In einem System der Gaid wird ein Trikubus der Munuam entdeckt und Anzu Gotjian ist sicher, dass es das gesuchte Gerät an Bord hat. Vetris-Molaud und Kamuna Midra sorgen für entsprechende Ablenkung, damit Perry Rhodan, Gucky und Anzu Gotjian in das Munuam-Schiff eindringen können. Doch der Diebstahl des Chaotreibers ist leichter gesagt als getan.
 
Der Wechsel der Handlungsebene zurück nach Cassiopeia/Valotio tat gut. Ich atmete beinah ein wenig auf, als ich die Lektüre begann. Der Milchstraßenplot nervte zuletzt etwas. Die Helden, allen voran Bull, waren sehr blass und ließen sich zuletzt zu häufig die Butter vom Brot nehmen. Ohne Not im Übrigen. Die Kastellane sind auf Zusammenarbeit angewiesen. Eine stärkere Vertretung eigener Interessen hätte den Terranern in der Milchstraße gut getan. Dies tun sie auf alle Fälle in Valotio. Mit der mutmaßlichen MDI im Handgepäck reist Rhodan zum Gespräch mit dem Virth. Im Handumdrehen wird das nächste Ziel festgelegt, ein Plan geschmiedet und in die Tat umgesetzt.
So weit, so gut. Der Autor wirft in Zwischensequenzen schon mal einen Blick auf kommende Probleme, die unsere Helden überwinden müssen. Es geht um den Wächter der Kluft. Belamassu scheint ein recht eigenwilliger Geselle zu sein. Das Stehlen des Chaotreibers dürfte die leichtere Aufgabe sein, gemessen an dem Unterfangen, den Wächter zu überlisten. Vordergründig geht es dem Autor in diesem Roman jedoch wohl darum, neben Perry Rhodan auch Vetris-Molaud und Lousha Hatmoon in seine Geschichte einzubinden. Dazu verwendet Christian Montillon viel Dialog. Die zwei Unsterblichen und die mutmaßliche Unsterbliche duellieren sich mit Worten. Das war zuweilen amüsant, wenn die vierte Person in diesem Spiel, Anzu Gotjian, das Geschehen beobachtet und analysiert. Allerdings fehlte es den Dialogen an Tiefe. Es war nicht mehr als ein harmloses Geplänkel. Und es geriet zu erratisch. Ein bestimmter Kurs, den der Autor verfolgt, ließ sich nicht erkennen. Der Diebstahl selbst bringt dann Perry Rhodan in den Einsatz. Warum ausgerechnet der dabei war, konnte der Autor auch nicht erklären. Außer, dass zuletzt viele Aktionen ohne den Titelhelden stattfanden. Erfolgreiche Einsätze, im Übrigen. Und es wohl mal wieder an der Zeit für Rhodan war. Lousha Hatmoon kommt dann überraschend auch nicht mehr vor in dem Roman. Sie wird gewissermaßen durch Kamuna Midra verdrängt. Eine blasse Figur, an deren Seite auch Vetris-Molaud nicht besonders auftrumpfen kann. Ich hoffe, dass die interessanteren Romane jetzt folgen.