Articles for the Month of September 2021

Ansichten zu Perry Rhodan Heft 3136

Oszyrium – von Michelle Stern
Die Expedition von Terranern und Kastellanen in die Eastside der Galaxis führt in das Sternenreich der Oszyrii. Die terranische Residentin wird zur Hauptwelt des Oszyrium eingeladen. Dort hat sich vor einiger Zeit ein Unfall ereignet. Ein Raumschiff der Oszyrii hat ein im Orbit des Planeten Oszyr aufgetauchtes unbekanntes Objekt geborgen. Die davon ausgehenden Emissionen legten jedoch den Antrieb und weite Bereiche der Schiffstechnik lahm. Den Jülziish gelang es mit viel Mühe, das Großraumschiff in einer unbewohnten Gegend des Planeten zur Notlandung zu bringen.
Während die Residentin zu einem Treffen mit der Regierungschefin Whygnid aufbricht, sind die Kastellane Kokuloón und Gera Vorr in einer Sextadim-Kapsel getarnt unterwegs. Die Abgesandten von ES gehen verdächtigen Spuren nach, denn der Vorfall mit dem abgestürzten Raumschiff wird vertuscht. Den beiden Kastellanen gelingt es, an eine Bildaufzeichnung des unbekannten Objekts zu kommen. Was sie sehen, setzt sie in Erstaunen.
Auch Sichu Dorksteiger und Icho Tolot sind erstaunt. Die beiden Vertreter der Liga wähnen sich auf Oszyr in Sicherheit, als sie angegriffen werden. Tolot erkennt in dem Spektakel schließlich eine ungewöhnliche Aktion des Geheimdienstes der Jülziish. Diese sind unsicher, wie sie mit den politischen Änderungen in der LFG umgehen sollen. Als die Kastellane jedoch ihre Tarnung aufgeben und von dem Objekt berichten, bahnt sich eine Zusammenarbeit zwischen den Oszyrii, Terranern und Kastellanen an. Denn das fremde Objekt ist die Sextadim-Kapsel eines weiteren Kastellans, der verschwunden ist.
 
Autorin Michelle Stern setzt in ihrer Geschichte vor allem Sichu Dorksteiger und Icho Tolot in ihren Rollen als Wissenschaftler in Szene. Gerade für die Figur Sichu Dorksteiger ist dies gefühlt viel zu selten in der Vergangenheit der Fall gewesen. Die Chefwissenschaftlerin musste erst (kommissarische) Residentin werden, damit ihr die Autoren einen Stoff auf den Leib schrieben. Abgesehen davon, dass Rhodans Frau sich in Szene setzen konnte, nehmen die Aspekte von Zusammenarbeit und Allianzen wesentlichen Raum in diesem Roman und in diesem Zyklus ein.
Die Geschichte war kurzweilig. Das Bergen der Sextadim-Kapsel durch die Oszyrii verriet natürlich noch nicht, um was für ein Artefakt es sich handelte. Auch als die Kastellane ihre Entdeckung machten, ließ die Autorin die Leser noch etwas schmoren. Den Raum füllte Michelle Stern mit der etwas ungewöhnlichen Inszenierung von Whygnid und dem Geheimdienst, um mehr über die Besucher in Erfahrung zu bringen. Die Schreckwürmer hatten jedoch, zumindest bei mir, schnell ihren Schrecken verloren. Diese Passagen waren mir etwas zu ausgedehnt.
Dorksteigers Plan führt zum Auffinden des Kolgonen Amamu Empu und eines Yodoren. Ich bin gespannt, wie es weitergeht.

Ansichten zu Perry Rhodan Heft 3135

Fremde aus dem Hypersturm – von Arndt Ellmer
Nach der Abdankung Reginald Bulls als Resident der Liga hat Sichu Dorksteiger das Amt kommissarisch übernommen. Die bisherige Liga-Ministerin der Technosphäre rüstet für eine Expedition in die Eastside der Milchstraße. Dort hat eine Sextadim-Kapsel vor Jahren einen Impuls empfangen. Ein Bautrupp der Kosmokraten ist dort tätig. Die Yodor-Sphäre soll das Ziel der Expedition sein. Die Ator wird dabei von Icho Tolot begleitet. Neben dem Forschungsschiff WILHELM GLIESE reisen auch drei Superschlachtschiffe der JOSCHANNAN-Klasse mit. Ebenso die beiden Kastellane Kokuloón und Gera Vorr in ihren Sextadim-Kapseln.
Der Flug über mehrere Tage endet in der Nähe des Zielgebiets in einem ungewöhnlich starken Hypersturm. Die WILHELM GLIESE wird dabei leicht beschädigt. Auf der nahegelegen Welt Opterx haben Jülziish eine Station errichtet. Dorthin begibt sich das terranische Schiff, um Reparaturen auszuführen. Die Jülziish gehören zum Teilvolk der Oszyrii und ihr kleines Sternenreich nennen sie Oszyrium. Die Archäologen der Station forschen an den Relikten einer uralten Zivilisation, der Vha. Das Artefakt erscheint als Gerüst und sendet unverständliche Botschaften aus, für die insbesondere die Oszyrii sehr empfänglich sind. Zwei der Forscher arbeiten zudem für den Geheimdienst und sind alarmiert, als Terraner sich dem Planeten nähern. Die Terraner versuchen herauszufinden, was die seltsamen Gerüste mit der Yodor-Sphäre zu tun haben.
 
Arndt Ellmer nimmt sich in diesem Roman erneut den Kastellan Kokuloón vor. Der Autor hatte auch den Auftaktband zu den Siebenschläfern geschrieben, von denen zwei noch immer durch Abwesenheit glänzen. Die Handlungen, die der Autor auf dem Mars beschreibt, scheinen keine Verknüpfungspunkte zur anschließenden Expedition zu haben. Immerhin werden darin aber ein paar Gedanken Kokuloóns beschrieben, der die Menschen, ihre Städte und ihr Gemeinwesen beobachtet. Und wenig schmeichelhafte Schlussfolgerungen zieht.
Die Handlung wechselt dann recht schnell zur Expedition zur Yodor-Sphäre. Abgesehen von den prominenten Hauptfiguren Dorksteiger und Tolot führt der Autor einige Nebenfiguren ein, die allesamt blass blieben. Es folgen zahlreiche Beschreibungen, Aktionen, Figuren und Handlungen, die aneinandergereiht werden. Irgendwo fehlte mir ein bestimmendes Element, ein roter Faden. Einzelne Sequenzen der Erzählung sind für sich alleine betrachtet unterhaltend geschrieben. Aber insgesamt wirkte der Roman unharmonisch auf mich. Es wurde keine Spannung aufgebaut. Letztlich ist aber zu vermerken, dass das bis dahin statische Geschehen in der Milchstraßenebene nun dynamischer gestaltet wird.
 

Ansichten zu Perry Rhodan Heft 3134

Unternehmen Sternenstaub – von Wim Vandemaan
Nach der Entmachtung als Resident der Liga hat Reginald Bull mit der THORA das Solsystem verlassen. Dies sind die offiziellen Informationen. Doch der Unsterbliche ist heimlich auf die Erde zurückgekehrt. Er will weiterhin die Fäden ziehen können, was er in verantwortlicher Position nicht mehr hatte tun können. Misstrauisch beobachtet Bull, wie sich die Kastellane immer mehr Macht aneignen. Doch zunächst kann er nicht viel tun. Bull ist nach New York gegangen. Privat verbindet ihn viel mit der Stadt. Er lässt sich treiben, lernt Menschen kennen und rettet einen Trox, die als galaktische Tramps bekannt sind, vor dem Ertrinken. Der Gerettete stellt sich ihm als Sälsinde vor. Zunächst ahnt Bull nicht, wie schicksalhaft diese Begegnung sein würde. Erst nach und nach erschließt sich dem Terraner, dass er und Sälsinde sich in einer Art Gedächtnisraum bewegen, der aus den Erinnerungen Bulls und des Trox gespeist wird. Wobei der Trox ein Werber des Chaoporters ist. Bull hat endlich die Stimme in seinem Kopf gefunden. Auf die Offerten, die ihm der Trox macht, will Bull zunächst nicht eingehen.
Er hat nämlich andere Probleme. Ylanten machen Jagd auf ihn. Doch Homer G. Adams und seine geheime Organisation der abwesenden Freunde greifen Bull unter die Arme. Der Unsterbliche kann seine Verfolger narren und wichtige Informationen über den Chaoporter gewinnen. Und Freund Adams hat eine interessante andere Sicht der Dinge. Hoffnung setzt Bull auch auf Sichu Dorksteiger, die sich auf die Suche nach der Yodor-Sphäre begeben hat.
 
Dieser Band enthält einen zusätzlichen Text von Wim Vandemaan. Heft 3134 ist der 5000. Roman, der im Perryversum spielt. Eine unglaubliche Zahl, die der Autor pfiffig mit ein paar Zahlenspielereien noch untermauert. Eine Reminiszenz an die Anfänge der Serie findet sich auch im Titelbild von Dirk Schulz, der Elemente des Titelbildes von Heft 1 von Johnny Bruck in seine Grafik einfließen lässt. Selbstredend greift auch der Autor für dieses Jubiläum auf Szenen aus dem ersten Heft der Serie zurück.
Dier wohl häufigste Fragen, der sich Autoren der Serie ausgesetzt sehen, ist, warum holt ihr nicht dieses Raumschiff zurück, warum geht ihr nicht mehr zu diesem oder jenen Handlungsort oder wann kommt die Figur xyz wieder in die Handlung. Wim Vandemaan antwortet stets, zuletzt auch am PR-Online-Abend wieder, dass es einen guten Grund geben müsse, um die aktuellen Geschichten mit solchen Elementen zu füllen.
Für den vorliegenden Roman gab es viele gute Gründe, einige Namen, Orte und bekannte Szenarien wieder auferstehen zu lassen. Und das alles wirkte nicht konstruiert. Der Autor erschafft trickreich mit dem Gedächtnisraum aus den Erinnerungen Bulls die Basis für eine hochinteressante und phantasievolle Geschichte, die die Handlung von Band 1 bis heute verbindet.
In einer früheren Rezension zu einem Roman von Wim Vandemaan schrieb ich, dass die Figuren des Autors häufig durch ferne Sphären streifen. Und er, wie kein anderer des aktuellen Autorenteams, Subtilität in seine Geschichten bringt. Nun, wenn die fernen Sphären zu weit weg sind vom Protagonisten, dann müssen sie eben zum Protagonisten kommen. Reginald Bull, der wieder mal die Stellung hält, während Perry Rhodan auf großer Fahrt ist, streift durch New York der Erde des Jahres 2071 NGZ. Der Autor beweist, dass man nicht Millionen Lichtjahre fliegen oder extrasolare phantastische Orte besuchen muss, um kosmisches Flair zu erzeugen. Das geht auch auf der Erde. Auf nur 60 Seiten werden zudem faszinierende Figuren geschaffen. Der Detailreichtum ist enorm. Auch die Action kommt nicht zu kurz. Reginald Bull erlebt in einer äußerst kurzweiligen Story Höhen und Tiefen. Dazu steuert der Autor auch noch interessante Gedankengänge zu Band 1 bei. Beispielsweise fragt er sich, warum im havarierten Arkonidenraumer auf dem Mond nicht eigentlich mehr Frauen hätten sein müssen. Schließlich waren es vor allem die Männer, die dekadent waren, die Frauen weniger. Ein Roman, den ich mir in einigen Tagen nochmals vornehmen werde, um die Nuancen besser würdigen zu können. Großes Kopfkino!