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Ansichten zu Perry Rhodan Heft 3119

Gemeinsam für Ghuurdad – von Robert Corvus
Auf Ghuurdad haben Perry Rhodan und seine Begleiter mit dem Auffinden des Krummen Gryllner etwas Licht ins Dunkle der geheimnisvollen Havarie des Chaoporters gebracht. Die LEUCHTKRAFT ist mit FENERIK kollidiert. Wie es dem Schiff und seinem Kommandanten Alaska Saedelaere geht, ist unklar. Der Maskenträger hatte den Krummen Gryllner, bevor er sich mit der LEUCHTKRAFT dem Chaoporter in den Weg stellte, von Bord geschafft. Die STATOR-FE mit dem Piloten Vimuin Lichtschlag brachte den Krummen Gryllner, der eine Art lebendes Archiv ist, in Sicherheit. Doch diese Sicherheit auf Ghuurdad ist trügerisch, wie die Aktivitäten der Munuam vom Trikubus JOZZVAR zeigen.
Für die von der Meute auf dem Planeten verursachten Explosionen in der Wasserstoffzitadelle haben die Einwohner Ghuurdads noch keinen Verantwortlichen ausgemacht. Indizien sprechen jedoch für ein fremdes Schiff, das sich seit einiger Zeit im System aufhält. Die gleiche Hülle des Trikubus JOZZVAR wurde bei einem kleineren Schiff in der Nähe der Zitadelle beobachtet. Aus Maahks, Gaids, Tefrodern und Ghutawen formiert sich eine Allianz unter dem Kommando des erfahrenen Tefroders Paro Lashnar. Er und seine Berater stellen Pläne auf, wie sie im Fall der Fälle gegen den Trikubus vorgehen wollen.
Dieser Fall tritt alsbald ein. Ein Beiboot der JOZZVAR führt einen Präventivschlag gegen Raumschiffe, die auf dem Raumhafen der Hauptstadt geparkt sind. Dabei wird auch die Space-Jet des terranischen Einsatzteams irreparabel beschädigt. Während die Allianz im All das Riesenschiff der Munuam angreift, suchen Rhodan und seine Leute einen Rückweg zur BJO BREISKOLL.
 
An irgendeiner Stelle im Internet las ich im Vorfeld darüber, dass dieser zweite Band des Doppels von Robert Corvus so etwas wie Military-SF sei. Das habe ich beim Lesen so nicht empfunden. Ja, es geht hauptsächlich um eine militärische Operation. Es geht um eine Raumschlacht, von der Planung bis zur Durchführung. Dennoch empfand ich weite Teile des Geschehens nicht als Military-SF. Das lag daran, dass alle beteiligten Figuren keine Hardliner waren. Einige, nicht alle, der Figuren hatten militärische Kenntnisse, die ihnen im Konflikt halfen. Aber keine einzige der Figuren wollte den Kampf, wollte einen Krieg. Die wollten nur alle unbeschadet wieder rauskommen. Darin liegt m.E. der Unterschied zu Military-SF. Man vergleiche bspw. Heinleins Starship Troopers. Was für ein Unterschied! Von diesem Hurra-Patriotismus ist in dieser Geschichte nichts zu lesen. Corvus Roman war kein Military-SF.
Erwähnenswert ist der Aufbau der Geschichte. Die Allianz bildet sich und schmiedet Pläne. Meist werden die Hauptfiguren eher durch die Ereignisse getrieben, als dass sie planvoll handeln. Na ja, für Perry gilt in dem Roman auch eher Letzteres. Aber der Roman zeigt, dass es auch anders gehen kann. Ich bilde mir ein, dass auch der Zyklus mehr Wert auf dem „Gleichgewicht“ der Kräfte legt. In früheren Zyklen wurden die Helden am Anfang überrannt und mussten sich mühsam Erkenntnisse verschaffen, um im 99er zu triumphieren. Dieser Zyklus ist ausgewogener und das wird auch im Roman umgesetzt. Nicht nur der Gegner darf Züge machen. Das Duell gewinnt dadurch an Reiz.
Gut war, dass die Munuam durch den Autor etwas in den Hintergrund gestellt wurden. Sonst wäre es etwas zu viel mit den Meuten in den letzten Romanen gewesen. Gleichwohl baut der Autor wohl auch aus Spannungsgründen eine Gefangennahme eines Teammitglieds ein. Auch solche Szenen gab es in den zwanzig Romanen dieses Zyklus zuletzt einige Male zu lesen. Hier ging es noch. Die Szenerie mit der verletzten Chronistin, die die Geschehnisse um sich herum nur vage wahrnimmt und in letzter Sekunde gerettet wird, war packend geschrieben und man konnte mit der Figur mitfiebern. Mitfiebern war auch im All angesagt. Beinahe klassisch das späte Eingreifen der BJO BREISKOLL, während man als Leser schon 30 Seiten auf diesen Einsatz wartet.
Am Ende gibt’s wieder einen Happen zum Zyklus-Thema und zum Hintergrund der Geschehnisse. Erneut ein kurzweiliger Roman von Robert Corvus. Der Zyklus ist nach wie vor gut getaktet.