Articles for the Month of Mai 2021

Ansichten zu Perry Rhodan Heft 3119

Gemeinsam für Ghuurdad – von Robert Corvus
Auf Ghuurdad haben Perry Rhodan und seine Begleiter mit dem Auffinden des Krummen Gryllner etwas Licht ins Dunkle der geheimnisvollen Havarie des Chaoporters gebracht. Die LEUCHTKRAFT ist mit FENERIK kollidiert. Wie es dem Schiff und seinem Kommandanten Alaska Saedelaere geht, ist unklar. Der Maskenträger hatte den Krummen Gryllner, bevor er sich mit der LEUCHTKRAFT dem Chaoporter in den Weg stellte, von Bord geschafft. Die STATOR-FE mit dem Piloten Vimuin Lichtschlag brachte den Krummen Gryllner, der eine Art lebendes Archiv ist, in Sicherheit. Doch diese Sicherheit auf Ghuurdad ist trügerisch, wie die Aktivitäten der Munuam vom Trikubus JOZZVAR zeigen.
Für die von der Meute auf dem Planeten verursachten Explosionen in der Wasserstoffzitadelle haben die Einwohner Ghuurdads noch keinen Verantwortlichen ausgemacht. Indizien sprechen jedoch für ein fremdes Schiff, das sich seit einiger Zeit im System aufhält. Die gleiche Hülle des Trikubus JOZZVAR wurde bei einem kleineren Schiff in der Nähe der Zitadelle beobachtet. Aus Maahks, Gaids, Tefrodern und Ghutawen formiert sich eine Allianz unter dem Kommando des erfahrenen Tefroders Paro Lashnar. Er und seine Berater stellen Pläne auf, wie sie im Fall der Fälle gegen den Trikubus vorgehen wollen.
Dieser Fall tritt alsbald ein. Ein Beiboot der JOZZVAR führt einen Präventivschlag gegen Raumschiffe, die auf dem Raumhafen der Hauptstadt geparkt sind. Dabei wird auch die Space-Jet des terranischen Einsatzteams irreparabel beschädigt. Während die Allianz im All das Riesenschiff der Munuam angreift, suchen Rhodan und seine Leute einen Rückweg zur BJO BREISKOLL.
 
An irgendeiner Stelle im Internet las ich im Vorfeld darüber, dass dieser zweite Band des Doppels von Robert Corvus so etwas wie Military-SF sei. Das habe ich beim Lesen so nicht empfunden. Ja, es geht hauptsächlich um eine militärische Operation. Es geht um eine Raumschlacht, von der Planung bis zur Durchführung. Dennoch empfand ich weite Teile des Geschehens nicht als Military-SF. Das lag daran, dass alle beteiligten Figuren keine Hardliner waren. Einige, nicht alle, der Figuren hatten militärische Kenntnisse, die ihnen im Konflikt halfen. Aber keine einzige der Figuren wollte den Kampf, wollte einen Krieg. Die wollten nur alle unbeschadet wieder rauskommen. Darin liegt m.E. der Unterschied zu Military-SF. Man vergleiche bspw. Heinleins Starship Troopers. Was für ein Unterschied! Von diesem Hurra-Patriotismus ist in dieser Geschichte nichts zu lesen. Corvus Roman war kein Military-SF.
Erwähnenswert ist der Aufbau der Geschichte. Die Allianz bildet sich und schmiedet Pläne. Meist werden die Hauptfiguren eher durch die Ereignisse getrieben, als dass sie planvoll handeln. Na ja, für Perry gilt in dem Roman auch eher Letzteres. Aber der Roman zeigt, dass es auch anders gehen kann. Ich bilde mir ein, dass auch der Zyklus mehr Wert auf dem „Gleichgewicht“ der Kräfte legt. In früheren Zyklen wurden die Helden am Anfang überrannt und mussten sich mühsam Erkenntnisse verschaffen, um im 99er zu triumphieren. Dieser Zyklus ist ausgewogener und das wird auch im Roman umgesetzt. Nicht nur der Gegner darf Züge machen. Das Duell gewinnt dadurch an Reiz.
Gut war, dass die Munuam durch den Autor etwas in den Hintergrund gestellt wurden. Sonst wäre es etwas zu viel mit den Meuten in den letzten Romanen gewesen. Gleichwohl baut der Autor wohl auch aus Spannungsgründen eine Gefangennahme eines Teammitglieds ein. Auch solche Szenen gab es in den zwanzig Romanen dieses Zyklus zuletzt einige Male zu lesen. Hier ging es noch. Die Szenerie mit der verletzten Chronistin, die die Geschehnisse um sich herum nur vage wahrnimmt und in letzter Sekunde gerettet wird, war packend geschrieben und man konnte mit der Figur mitfiebern. Mitfiebern war auch im All angesagt. Beinahe klassisch das späte Eingreifen der BJO BREISKOLL, während man als Leser schon 30 Seiten auf diesen Einsatz wartet.
Am Ende gibt’s wieder einen Happen zum Zyklus-Thema und zum Hintergrund der Geschehnisse. Erneut ein kurzweiliger Roman von Robert Corvus. Der Zyklus ist nach wie vor gut getaktet.
 

Ansichten zur Miniserie Wega Heft 06

Hinter den Truhen – von Dietmar Schmidt
Im Wegasystem regieren die Maccani mit harter Hand. Demonstrationen der Ferronen finden statt. Unter den Augen von Marium Polescar, der in einem Cyborg verwandelt wurde, werden von den Maccani Hinrichtungen an Zivilisten vorgenommen. Und Polescar, selbst Ferrone, lässt das weitgehend kalt. Er bereist verschiedene Wega-Planeten und wendet sich mit Reden an die Bevölkerung. Bewirken kann er nichts. Überall entstehen Widerstandgruppen und Sabotageakte werden verübt. Die Maccani breiten sich aus. Sie wollen nach dem Wegasystem die Neue Ordnung auch in die Milchstraße hinaustragen. Und Marium Polescar ist auf ihrer Seite.
In der Lanzette, dem Bohrwurm, haben Perry Rhodan und Gillian Wetherby inzwischen das Deck 2 erreicht. Karyptichon, der Erste Bewahrer der Garstag, lässt sie zu den Gebrüdern Vorannen vor, die nicht nur die Piloten der Lanzette stellen, sondern die auch die Bewahrer der Truhen sind. Der Kontakt gestaltet sich schwierig. Die Gebrüder Vorannen haben ihre Körperlichkeit vor langer Zeit verloren. Geblieben sind ihnen Rüstungen, in die Rhodan und seine Begleiterin einsteigen müssen, um mit ihnen zu kommunizieren.
Perry Rhodan und Gillian Wetherby machen sich nun auf, um in dieser seltsamen Umgebung, die ihnen alles abfordert, die Truhe zu finden, die sie im Auftrag von ES suchen sollten. Der Bastardprinz ist ihnen auf den Fersen. Krakatau beseitigt rücksichtlos alle Widerstände, um an Rhodan heranzukommen.
 
Nach der Lektüre des Romans von Dietmar Schmidt drängt sich mir erneut der Gedanke wieder in den Kopf, warum Krakatau die Situation nach der Ankunft in der Lanzette im Roman zuvor nicht genutzt hatte, um an den ZA von Rhodan zu gelangen. Nach den geschilderten Ereignissen in dieser Geschichte mit Krakataus Feldzug erst recht. Es ist beinahe so, als hätte Krakatau im Roman der Vorwoche ein Päuschen eingelegt. In Olaf Brills Roman wurde Rhodans Verfolger ganz anders geschildert. Anders ausgedrückt: Wäre Dietmar Schmidts Krakatau im letzten Roman so drauf gewesen wie in diesem, wäre es um Rhodans ZA längst geschehen.
Den Einstieg und mehrere Zwischenkapitel widmet der Autor jedoch Marium Polescar. Was diese Figur soll und welche Absichten die Autoren mit dieser Figur verfolgen, ist mir völlig unklar. Sowohl die Figur des Marium Polescar, der im Wegasystem dank der Maccani dem Tod entronnen ist, als auch die Situationen, in denen er agiert, sind sehr klischeehaft dargestellt.
Der Serientod dieser Figur erscheint unausweichlich und kommt hoffentlich bald. Polescar wird in diesem Konflikt den Kürzeren ziehen. Etwas erträglicher könnte sein Abgang nur noch sein, wenn ein Autor doch noch Erbarmen zeigt und in den letzten Zeilen seiner fiktiven Existenz Polescar eine Abkehr von seinem verhängnisvollen Kurs anschreibt und ihn eine letzte Heldentat zugunsten des ferronischen Volkes begehen lässt. Okay, na gut, auch das wäre Klischee. Die Figur ist einfach von Beginn an verhunzt. Die Autoren haben es versäumt, der Figur eine Vorgeschichte zu geben und haben den jetzigen Stand mit der Brechstange herbeigeführt. Das konnte nicht gut gehen. Das Agieren der Figur ist schrecklich schablonenhaft. Zu einem bestimmten Moment der Handlung gewinnt man den Eindruck, dass sich der Autor fragt: Hey, Moment mal, die Serie heißt doch Wega. Da muss ich unbedingt ein paar Schauplätze des Systems mit einbauen. Ich klappere mal ein paar Planeten ab. Und genau so wirkt das dann. Stereotyp und einfallslos.
Die Rhodan-Ebene konnte noch am ehesten überzeugen. Die Gebrüder Vorannen waren mal was Neues, der Einstieg in den Körperpanzer und die Suche nach den Truhen ebenso. Richtig voran kommt die Zyklushandlung um das galaktische Rätsel aber auch hier nicht. Rhodan und Wetherby bekommen ihre Truhe, können sie aber nicht öffnen.
Alle Handlungsebenen des Romans enthielten langweilige Passagen. In der Krakatau-Ebene und dann auch noch in der Polescar-Ebene ist der Autor der Ansicht, möglichst viele Todesarten beschreiben zu müssen. Im Wegasystem sind es vor allem Hinrichtungen wahlweise mit Kopfschüssen oder Enthauptungen. Im Bohrwurm gönnt der Autor dem Bastardprinz ein breiteres Spektrum an Tötungen mit diversen Waffen. Gefühlt auf jeder zweiten Seite platzte irgendjemand der Schädel. Sicherlich gibt’s Leser, denen das gefällt. Ich fand es, wie vieles andere an dem Roman, überflüssig und einfallslos. Für mich der Tiefpunkt der Wega-Serie bisher.

Ansichten zum Magazin SOL 102

Die 102. Ausgabe der SOL hat sich erneut ein Schwerpunktthema gegeben. Wie bereits dem TiBi zu entnehmen ist, sind es diesmal die Risszeichner, die mit ihren Arbeiten, die alle vier Wochen in der Heftserie erscheinen, zu Wort kommen. Ich selbst, das muss ich an dieser Stelle gestehen, bin nur noch mäßig an den Risszeichnungen interessiert. Die Zeiten, in denen ich die Hefte vor dem Lesen gleich im Mittelteil aufschlug, liegen schon etwas zurück.
Doch zunächst zur Pflichterfüllung. Im Editorial fragt Christina Hacker, ob in der SOL zukünftig QR-Codes statt URLs abgedruckt werden sollen, wenn es um weiterführende Informationen geht. Ich hätte nichts dagegen. Genauso könnten aber beide abgedruckt werden. Und da sich mein Blog gerade unter Steuerberatern steigernder Beliebtheit erfreut, leite ich auch noch die nächste Frage der Redakteurin hier weiter. Die SOL oder vielmehr der Verein der Perry Rhodan Fanzentrale, sucht einen Steuerberater, der den Verein unentgeltlich bei der Steuererklärung unterstützen könnte.
Nils Hirseland weist darauf hin, dass die PRFZ schon seit Anfang April eine neue Website hat. Gut zu wissen, so häufig schaue ich da auch nicht vorbei. Das liegt auch daran, dass nur selten was Neues unter den „News“ dort zu sehen ist. Tatsächlich gibt es seit der Auffrischung der Website, die ich gelungen finde, nur den Hinweis auf die neue SOL 102. Also seit 7 Wochen nichts Neues. Der Vorstand der PRFZ hat das auch erkannt und will die Seite aktueller gestalten. Den Gedanken finde ich gut. Vielleicht könnte man den Newsletter, der inzwischen Fanzine-Umfang hat, wieder etwas schlanker gestalten und Artikel daraus zum Weiterlesen auf die Website stellen?
Kritische Worte findet Matthias Hettler zum Abschluss des Mythos-Zyklus. Waren seine Reflexionen in der Vergangenheit etwas distanziert mit dem Fokus auf Inhalte und Querverbindungen, findet der Rezensent nun etwas persönlichere Worte zu den letzten Romanen des vergangenen Zyklus. Zudem wirft Matthias Hettler einen Blick auf die Romane 3100 bis 3108. Susanne Modl setzt das arkonidische Nachschlagewerk fort. Ich habe wieder was gelernt, was die Herleitung von Arkon angeht. Leonhard Beyrle reist zurück in die Ära der Videospiele. Als Sammler habe ich die vorgestellten Spiele von ITT Family Games auch. Aber nie gespielt. Die hatte ich erst entdeckt, als ich meine 2600er Konsole schon nicht mehr hatte. In diesem Report wäre übrigens der QR-Code gewünscht, denn die URLs auf Emulatoren sind doch recht lang.
Bei einem der letzten Online-Abende, die von Roman Schleifer organisiert werden, waren auch die Risszeichner Gregor Sedlag und Gregor Paulmann zugeschaltet und erzählten von ihrem Hobby. Christina Hacker hat diese Gespräche für die SOL veröffentlicht. Neu sind dann die Artikel zur Entstehung der THORA von Gregor Paulmann und der NESBITT-BRECK von Mark Fleck. Die Berichte sind mit zahlreichen Skizzen und Entwürfen versehen, die die Entstehung dieser RZ zeigen. Im Interview gibt Verena Themsen dann auch noch Antworten darauf, wie RZ ausgeschrieben werden, ob Exposé-Autoren Einfluss nehmen und wie mit Vorschlägen der Zeichner umgegangen wird. Und noch ein Interview zum Thema. Roman Schleifer befragt Georg Jörgens zum RZ-Journal.
Viele weitere interessante Artikel, bspw. zum Kurd Laßwitz Preis, für den übrigens auch die SOL-Redaktion nominiert wurde, füllen die aktuelle SOL-Ausgabe. Auf 78 Seiten ist wieder ein stattliches Magazin entstanden.