Articles for the Month of Februar 2021

Ansichten zu Perry Rhodan Heft 3106

Das Trojanische Imperium – von Uwe Anton
Die Besatzung der BJO BREISKOLL konnte die Gharsen überlisten. Shema Ghessow hat Damar Feyerlant aus der Gefangenschaft befreit. Ebenso den Sohn von Harper LeCount und die Tefroderin Lyu-Lemolat, die angeblich einer Handelsdelegation angehörte, bevor sie in Gefangenschaft der Gharsen geriet. Perry Rhodan traut der Tefroderin nicht. Sie scheint etwas zu verbergen.
Das terranische Schiff hat mit einem Gewaltstart Fajem verlassen. Da noch immer Besatzungsmitglieder der ROMEO CHO, Harper LeCounts Schiff, an Bord der KUPFER & GRANIT sind, befürchtet der Major, dass das nächste Ziel des Ornamentraumers das Trojanische Imperium sein wird. Tatsächlich startet die KUPFER & GRANIT ebenfalls von Fajem, nachdem dort drei weitere Ornamentraumer eingetroffen sind.
Perry Rhodan will die Gharsen abfangen. Die BJO BREISKOLL ist getarnt und wartet auf den Gegner. Der hat es jedoch nicht eilig. Es bleibt Zeit, die Geschichte des Trojanischen Imperiums zu hören. Der Historiomime Volascou Rosman erzählt aus der Vergangenheit. Die Trojanischen Analen reichen zurück ins Jahr 2402 alter Zeitrechnung, als der ausgehöhlte Asteroid Troja von den Terranern nach Andro-Beta eingeschleust wurde, um dort einen Brückenkopf zu bilden. Das Unternehmen gelang, aber im Laufe der Zeit spielte Troja immer weniger eine Rolle. Mit Gleam besaßen die Terraner einen stärkeren Stützpunkt. Unter dem Kommando von Major Fracer Whooley warteten etwa 200 Terraner auf weitere Befehle, die nicht kamen. Hier ist die Historie ungenau. Troja machte sich letztlich selbständig und ging den Konflikten so gut es ging aus dem Weg. Einige Besatzungsmitglieder siedelten auf einem Planeten, die andern zogen weiter und machten die Bekanntschaft der Indarrean, die ebenfalls einen Asteroiden bewohnten. Troja wurde im Tauschgeschäft mit stärkeren Triebwerken ausgestattet und erhielt zudem einen Transitionsantrieb.
Die Terraner kamen in der Folge Tefrodern zur Hilfe, die von Maahks bedroht wurden. Die Population auf Troja stieg auf mehrere Tausend an. Weitere Zugänge folgten. Die Bevölkerung des Asteroiden betrachtete sich bald als Trojaner und beschloss, nach Cassiopeia zu fliegen. Zwanzig Jahre später kam man dort an. Wieder mehrere Jahrzehnte später fanden die Trojaner ein System mit einer gelben Sonne. Ein Asteroidenring lag in der habitablen Zone. Die Trojaner hatten ihre neue Heimat gefunden. Das System wurde Fracersystem getauft.
Die BJO BREISKOLL kann inzwischen den Kursvektor der KUPFER & GRANIT auswerten. Der Ornamentraumer ist auf Kurs Trojanisches Imperium gegangen. Rhodan wartet nicht mehr länger ab. Die BJO BREISKOLL fliegt voraus und trifft sich dabei kurz mit der RAS TSCHUBAI, um Gucky abzuholen. Im Fracersystem will man die Gharsen erwarten.
 
 
Aus dem Buch Perry Rhodan, Kap. 3106/UA
Und es begab sich, dass ein bescheidener Leser am Sonntage nach dem Gebete das Buch Perry Rhodan in die Hand nahm und vom Kap. 3106 las und vom Auszug der Trojaner in das gelobte Land.
Und als nun der Leser die Lektüre beendete, sprach er: Fürwahr, was für ein ungewöhnlicher Roman. Da er ihn nun aber gelesen hatte, breitet er hier nun das Wort aus, welches zu ihm von diesem Autor gesagt war.
 
Wer schon mal in der Bibel geblättert hat, kennt diese Worte: „Und es begab sich.“ Autor Uwe Anton beginnt beinahe jedes Kapitel seines Romans damit. Die Geschichte des Trojanischen Imperiums ist eine Mund-zu-Mund-Überlieferung. Ein professioneller Geschichtenerzähler, ein Historiomime, trägt sie den Terranern vor. Diese Form, historische Begebenheiten an andere weiterzugeben, ist nicht ganz neu. Die Begründung, dass elektronische Daten manipuliert werden könnten, stimmt nur bedingt. Aber wie ich schon zum Posizid vermerkte, steckt die Perry Rhodan-Serie computermäßig, trotz imposanter Biopositroniken, Syntroniken und Semitroniken, manchmal noch in den Kinderschuhen. Die späteren Legenden über Perry Rhodan, die der Historiomime zum Besten gibt, zeigen dann auch die Schwächen der mündlichen Überlieferungen.
Ganz am Anfang steht eine nackte Zahl. Gerade einmal 200 Terraner sind es, die auf Troja zurückblieben, als der Tross um Perry Rhodan weiterzog, um gegen die Meister der Insel zu kämpfen. Viel zu wenig, um eine anständige Population aufzubauen. Zumal der Perry Rhodan-Kenner weiß, dass es im Solaren Imperium der Frühzeit der Serie keine Frauen gab. 😉 Und es wäre schon arger Zufall gewesen, dass es die wenigen weiblichen Figuren, die bis zum MDI-Geschehen Erwähnung fanden, ausgerechnet alle auf den Asteroiden Troja verschlagen hätte. Uwe Anton tappt nicht in diese „Falle“ und steuert einen Genpool von Frauen und Kindern der Tefroder bei. Der Rest ist Geschichte.
Mir fehlte es bei der Geschichte des Trojanischen Imperiums an Faszination. Die „Zutaten“, für die spätere Gründung des Trojanischen Imperiums konnten mich nicht verzaubern. Die Grundlage, der Asteroid Troja, war richtig gut und zeigte einmal mehr, dass die Serie zurzeit einen tiefen Griff in die Geschichte tut. Aber der Rest ist ein wenig banal.
Der Autor wird zudem nicht müde, den Erzähler und dessen Darbietung ein ums andere Mal zu loben und sein Aufgehen in die Darbietung herauszustellen. Von dieser „Begeisterung“, die der Autor seine Figur Rhodan spüren lässt, kommt bei mir nicht viel an. Neben den Bezug zum MDI-Zyklus mit dem Handlungsort und dem Asteroiden Troja nimmt der Autor auch nach andere Rückgriffe auf die Serienhistorie.
Nur waren die Legenden über Perry Rhodan, die der Historiomime zum Besten gab, für meinen Geschmack zu sehr aus dem Zusammenhang gerissen. Die Handlung um die falsche Erde aus den Zeiten der dritten Macht, hatte mich als Jugendlicher fasziniert. Doch der Funke will diesmal nicht überspringen. Ich teile die Enttäuschung mit der Figur Perry Rhodan, der auch gerne etwas übers seine Rolle im Andromedakrieg erfahren hätte. Warum der Autor dem Historiomimen ausgerechnet Anekdoten aus der Dritten Macht vortragen lässt, passte nicht zur Geschichte des restlichen Romans.
Uwe Anton macht solche Griffe in die Serienhistorie sehr gern. Nur hier übertreibt der Meister in Rückbezüge herstellen etwas. Troja, die MDI, Andromeda sind bereits sehr starke Zugpferde und Rückbezug genug. Das andere war unnötig.
Ein unterhaltsamer Roman aber ohne Überraschungen.

Ansichten zum Magazin SOL 101

Ein Bruck! So mein erster Gedanke, nachdem ich die 101. Ausgabe der SOL aus dem Umschlag nahm. Bei neueren Romanen der Perry Rhodan-Serie muss ich schon mal im Impressum nachschlagen, wer denn das TiBi beigesteuert hat. Aber „dieser“ Bruck, der das Cover der SOL ziert, ist unverwechselbar. Der Künstler hat der Perry Rhodan-Serie das Gesicht gegeben. Johnny Bruck wäre im März 2021 100 Jahre alt geworden. Der Schwerpunkt der aktuellen SOL-Ausgabe widmet sich daher dem Mann, der das Aussehen der Serie wie kein anderer prägte. Das sind auch die Worte, die Redakteurin Christina Hacker im Editorial der SOL wählt.
Während der Chaotarchen-Zyklus bereits Akzente setzt, wirft Matthias Hettler noch einen Blick auf den Mythos-Zyklus. Die Hefte 3082 bis 3093 werden von ihm besprochen. Seine Rezensionen lese ich immer gerne. Er kramt immer was anderes aus den Romanen hervor und zieht den einen oder anderen Zusammenhang. Ich bin schon gespannt, wie er in der nächsten SOL das Zyklus-Ende beleuchtet.
Einen wirklich außergewöhnlichen Artikel steuert Susanne Modl bei. Sie begibt sich auf eine sprachkundliche Entdeckungsreise. Ihr hat es die arkonidische Sprache angetan. Auf Basis der lateinischen und aktgriechischen Grammatik hat sie eine Version des Arkonidischen entwickelt und stellt in diesem und noch folgenden Beiträgen arkonidische Begriffe und Personen vor. Als jemand, der sich mit Fremdsprachen außerordentlich schwer tut, ziehe ich meinen Hut. Erstaunlich, auf was Fans so alles kommen, wenn man ihnen 60 Jahre lang eine Heftromanserie anbietet!
Frank G. Gerigk, von dem auch ein Sachbuch über Johnny Bruck vor einigen Jahren erschien, macht den Auftakt zu einer Reihe sehr lesenswerter Artikel. Gerigk beginnt mit der Biografie Johnny Brucks. Michael Thiesen macht danach einen Streifzug durch die Bildwelten des Künstlers. Beide Artikel sind großartig recherchiert. Die sind echt klasse! Sabine Kropp bringt im Interview von Christina Hacker auch persönliche Kontakte mit Johnny Bruck ein. Noch persönlicher wird Klaus N. Frick, der 1995 als Vertreter des Verlags am Grab von Johnny Bruck eine Rede hielt, die nun in der SOL gedruckt wurde.
Gerhard Huber macht den Versuch einer Auswahl der besten Titelbilder des Künstlers. Da dürfen natürlich die immer wieder nachgedruckten Motive von Heft 19, 200, 287 und einige andere nicht fehlen.
Neben dem SOL-Schwerpunkt gibt’s auch noch weitere Artikel. Beispielsweise begibt sich Reginald Rosenfeldt auf Quellensuche zur größten SF-Serie der Welt und findet die eine oder andere Übereinstimmung oder Anleihe zu den Inhalten Perry Rhodans in anderen Serien und Romanen. Und Marcus Regler stellt den Podcast „warpCast“ von Mario Staas und Christian Wähner vor. Michael Marcus Thurner stellt sein Projekt vor, mit dem Motorrad eine ausgedehnte Reise zu unternehmen. Zu Beginn will der Österreicher auch viele Perry Rhodan-Fans treffen. Norbert Fiks beleuchtet die teils utopischen Preise, die für die Heftromane der Serie, insbesondere die Nummer 1, auf einschlägigen Plattformen verlangt werden. Ich beobachte das als Sammler auch schon seit vielen Jahren. Der Datenschutz hat es in diesen Fällen leider inzwischen unmöglich gemacht, Verkäufer auf falsche Angaben hinzuweisen oder potentielle Käufer vor falsch bezeichneten Produkten zu warnen.
Die Nummer 101 ist wieder eine großartige Ausgabe geworden.

Ansichten zu Perry Rhodan Heft 3105

Galerie der Gharsen – von Michelle Stern
Die Gharsen unter ihrem Imperator Khosen haben den Planeten Fajem unterjocht. Allen Schiffen wurde Startverbot erteilt. Die BJO BREISKOLL sitzt fest. Der Ornamentraumer KUPFER & GRANIT ist auch die Heimat von Khsanap. Der Jäger hat zusammen mit zwei weiteren Gharsen das Schiff verlassen und macht Jagd auf Parabegabte. Dabei sind er und seine Begleiter Shalhisar und Zharrut aber auch Konkurrenten. Khsanap hat wie einige andere Mitglieder seines Volkes eine ausgeprägte Parasensibilität. Er spürt drei Fremdwesen mit Parakräften und er will derjenige sein, der die drei Prunkstücke in seine Standarte einverleibt. Dies würde ihn auch die Gunst der stellvertretenden Kommandantin Mhednu einbringen und seine Karriere voranbringen.
Donn Yaradua hat sich mit den beiden anderen Parabegabten aus Guckys Parakorps außerhalb der Hauptstadt in Sicherheit gebracht. Für Shema Ghessow und Damar Feyerlant ist es der erste große Einsatz. Shema ist Deponentin und kann sich und andere in einer Hypersenke im Hyperraum deponieren und darin in begrenzten Umfang Ortswechsel durchführen. Damar ist Konnektor und kann positronisch-biologische Maschinen manipulieren. Für die Gruppe kommt der Angriff der Gharsen überraschend. Damar Feyerlant wird verschleppt. Die beiden anderen entkommen dem Zugriff.
Perry Rhodan hat einen Plan, wie sie Feyerlant, der inzwischen an Bord des Ornamentraumers gebracht wurde, befreien können. Zu der Gruppe um den Unsterblichen ist inzwischen auch Harper LeCount gestoßen. Sein Schiff, das wie er sagt zum Trojanischen Imperium gehört, wurde von den Gharsen geentert. Besatzungsmitglieder, darunter LeCounts Sohn, wurden in die KUPFER & GRANIT gebracht. Rhodans Plan gelingt und Shema Ghessow kann in die KUPFER & GRANIT eindringen. Die junge Terranerin hat einen TARA dabei, ist aber ansonsten auf sich gestellt. Die fremdartige Kultur der Gharsen überrascht sie und in Khsanap hat sie einen unerbittlichen Verfolger. Kann die junge Frau ihren Partner befreien?
 
Die Rezension zum Roman der Vorwoche beendete ich mit dem Satz: „Ein wenig Retro aber im modernen Gewand. So kann es weitergehen.“
Und es geht weiter. Das alte und später das neue Mutantenkorps sind inzwischen wahrhaftig Retro. Mutanten gab es aber auch immer wieder in der Serie. Nun lebt das Mutantenkorps wieder auf. Und heißt nun Parakorps. Und seine Mitglieder sind keine Mutanten sondern Parabegabte oder Wesen mit Psi-Fähigkeiten. Ohne den Roman von Michelle Stern jetzt noch einmal durchzublättern, bin ich sicher, dass der Begriff „Mutant“ darin, wenn überhaupt, nur sehr selten gebraucht wird. Das neue Korps ist somit Retro, die Abwendung vom Begriff des Mutanten hingegen lässt das Geschriebene moderner erscheinen. Denn der Begriff des Mutanten ist in der Perry Rhodan-Serie schon immer anders verwendet worden und nicht eben richtig. Andererseits müssen die nächsten Romane abgewartet werden, ob die sprachliche/inhaltliche Änderung Bestand haben wird.
Die Geschichte, die von Michelle Stern hier verfasst wurde, zeigt bekannte Blickwinkel, vertraute Einsatzszenarien und Wesenszüge bei den Gharsen, die auch ein wenig bekannt vorkommen. Die Gharsen erinnerten mich ein wenig an die Hirogen aus ST Voyager, wenn in dem Roman von „Beute“ die Sprache war. Dennoch kann die Autorin ihrer Geschichte Originalität verleihen. Die beiden Parabegabten sind sehr erfrischend und mit einer gewissen Leichtigkeit geschildert worden. Zielstrebig aber auch irgendwie verletzlich. Wie immer, wenn neue Parabegabungen geschildert werden, habe ich ein wenig den Eindruck, dass die Begabungen den Einsatzszenarien angepasst erscheinen. Zum Teleporter (Gucky), Schmerzensteleporter (Mulholland) und Parapassant (Haad) stößt mit der Deponentin Shema Ghessow nun eine vierte aktuell eingesetzte Figur dazu, die einen dimensional übergeordneten Ortswechsel durchführen kann. Die Figur der Shema Ghessow hat mir dennoch gefallen. Im Übrigen bin ich der Meinung, dass der Einsatz an Bord des Ornamentraumers auch ohne ihre spezielle Parabegabung hätte geschrieben werden können. Die besondere Kultur der Gharsen hätte es auch anderen Figuren ermöglicht, Feyerlant herauszuholen.
Wie schon im Roman der Vorwoche setzt Perry Rhodan nicht alleine auf ein bestimmtes Einsatzteam, das die Probleme lösen soll. Es werden Analytiker zur Technologie und zur Psyche der fremden Spezies herangezogen und liefern wertvolle und interessante Details. Mit TRAITOR und überlegener Kolonnentechnik haben die Terraner Erfahrung sammeln können. Die vom Chaoporter ausgesandten Gharsen sind da anders. Perry Rhodan bezeichnet sie als egozentrisch, sogar egomanisch. Dies könnte für die Terraner vom Vorteil sein. Ein solches ichbezogenes Volk hat vielleicht nicht so eine enge Bindung zum Chaoporter oder dessen Herren.
Der Zyklusstart ist bis hierhin rasant. Es beweist, dass sich die Schilderungen anderer Kulturen und das Voranschreiten der Zyklushandlung nicht gegenseitig ausschließen. Natürlich sind es nach wie vor die gewohnt kleinen Schritte, mit denen die Handlung aufgebaut wird. Aber diese Schritte erscheinen deutlich zielstrebiger zu sein, als noch zu Beginn der 3000er. Ich konnte in die Geschichte sehr gut eintauchen. Ein sehr unterhaltsamer Roman von Michelle Stern mit vielen interessanten Beschreibungen und Aktionen, den ich in einem Rutsch durchgelesen habe.