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Ansichten zu Perry Rhodan Heft 3090

Erdkruste – von Susan Schwartz / Christian Montillon
Perry Rhodan ist zur Erde zurückgekehrt. Die Staubfürsten haben ihm einen Schlüssel in die Hand gegeben, der dazu dienen soll, das Transfergetriebe in Terra zu starten. Bevor Terra und Luna ins heimische Solsystem zurückkehren können, muss erforscht werden, ob dies überhaupt zu bewerkstelligen ist. Eine Expedition mit dem Gäonautikum wird vorbereitet. Das Gefährt, PERSEPHONE genannt, soll zum Ursprung des Rumorens im Erdinneren vorstoßen. Dort wird die Maschine vermutet, die die Rückversetzung Terras in die andere Hälfte des Dyoversums ermöglichen soll. Neben Perry Rhodan, Sichu Dorksteiger und dem Mutanten Iwán/Iwa Mulholland ist auch die Transmitterspezialistin Anzu Gotjian mit an Bord.
Auf Terra selbst genießt die Expedition höchste mediale Aufmerksamkeit. Die Menschen machen sich viele Gedanken. Sollen sie in diesem Teil des Dyoversums bleiben oder sich mit Terra an den angestammten Platz versetzen lassen? Die Schwestern Oona und Fany Anckerstrom, die beide über besondere Fähigkeiten verfügen, gehen zunächst wie gewohnt ihren Berufen nach. Ihre Eltern sind früh gestorben und der bekannte Mäzen Milton Chu fördert die beiden seit Jahren. Chu selbst kämpft noch mit den Folgen des Attentats auf sein Opernschiff. Aber Milton Chu entwickelt auch Aktivitäten, die Einfluss auf die Anckerstroms nehmen.
Die PERSEPHONE ist unterdessen ins Erdinnere aufgebrochen. Nach einigen Tagen kommt es zu technischen Schwierigkeiten. Rhodan bricht mit Gotjian und mit Hilfe von Mulholland zu einer unbekannten Station im Erdinneren auf, die als die Quelle der Störung identifiziert wurde. Dort haben sie eine überraschende Begegnung. Es formieren sich nicht nur im Erdinneren, sondern auch an der Oberfläche Kräfte, die Rhodans Pläne gefährden.
 
Kennzeichen des Romans der beiden Autoren sind zwei getrennte Handlungsstränge, die allerdings einen Berührungspunkt haben. In beiden Erzählebenen wird Perry Rhodan von anderen Menschen betrachtet, bzw. beobachtet. In der Ebene des Gäonautikums ist es die Transmitterspezialistin Anzu Gotjian. In der zweiten Ebene sind es die Schwestern Oona und Fany Anckerstrom, die sich Gedanken über Perry Rhodan machen. Aufgrund der persönlichen Nähe nimmt Anzu mehr den Menschen Perry Rhodan wahr. Die Schwestern hingegen sind dem Unsterblichen nicht begegnet. Sie urteilen über sein Wirken in der Vergangenheit und über seine aktuelle mediale Präsenz.
Die Musterung eines Unsterblichen durch einen „normalen“ Menschen finde ich stets anregend und einen interessanten Weg, mal nicht aus der Sicht des Helden selbst die Abenteuer zu beschreiben. Anregend deshalb, weil ich als Leser dazu verleitet werde, ähnliche Gedanken anzustellen. Wie würde ich mich in der Nähe einer Legende verhalten? Würde ich ähnlich wie Anzu den Kontakt suchen oder eher still abwarten? Und wie ist das Wirken des Unsterblichen über die Jahrhunderte und Jahrtausende zu bewerten?
Anzus Beobachtungen des Unsterblichen fallen wohlwollend aus. Fany Anckerstrom ist von dem Helden nicht begeistert. Sie führt mächtige Argumente gegen Rhodan ins Feld. Unter anderem die Konflikte, in die der Unsterbliche die Menschheit immer wieder geführt hat. Und sie sorgt sich um ihre jüngere Schwester. Die Geschichte um die Schwestern entwickelte sich zu einer Verführung und zu einer Manipulation. Konkret einschätzen ließ sich dieser Handlungsstrang bis zum Ende nicht. Erst dann fällt ein Name, der dem Geschehen seinen Stempel aufdrückt.
Ein gut geschriebener Roman, dem allerdings etwas zu offensichtlich die Schwäche anzumerken ist, die Geschehnisse im ersten Band eines Viererblocks nicht mit Nachdruck vorantreiben zu wollen.