Articles for the Month of Oktober 2020

Ansichten zu Perry Rhodan Heft 3089

Das Atlan-Update – von Kai Hirdt
Die THORA steht in der Nähe des Sternenrads der Cairaner. Das Schiff, das Atlan von Reginald Bull zu Verfügung gestellt wurde, ist zur Untätigkeit verbannt. Atlan kann nicht in das Geschehen eingreifen, denn schließlich ist er es, den die Cairaner habhaft werden wollen. Die Strafaktion um den Planeten Tschirmayn hat gezeigt, wie skrupellos die selbst ernannten Friedenswächter der Milchstraße agieren. Markul agh Fermi und der Kristallbaron Larsav da Ariga treffen mit der TARTS ein und melden sich bei Atlan. Das Prozedere der Kontaktaufnahme ist ungewöhnlich und langwierig. Atlan erfährt bald den Grund dafür. Seine Gesprächspartner vermuten einen Verräter an Bord der THORA.
Um aus der Isolation auszubrechen, schlägt Atlan einen riskanten Plan vor. Er will den Cairanern als Köder dienen, um herauszufinden, was sie mit ihm in Schilde führen. Noch während er agh Fermi und da Ariga seine Absichten erläutert, wird Alarm gegeben. Ein Besatzungsmitglied der THORA hat sich an den Geräten zu schaffen gemacht, die Atlans Gesprächspartner für eine abhörsichere Verbindung an Bord der THORA gesendet hatten. Die Frau wird dabei von einer Sicherheitseinrichtung verletzt. In der Medostation wird festgestellt, dass die vermeintliche Verräterin ein Organoid im Kopf trägt. Beim Versuch, es zu entfernen, stirbt sie.
Atlan kommt ein schlimmer Verdacht. Um ihn zu beweisen, will er sich von den Bordärzten die Schädeldecke öffnen lassen. Es kommt nicht dazu. Ein Cairaner meldet sich bei Atlan und bittet ihn um ein Treffen. Und zwar an Bord der THORA in der Freizeitanlage des Schiffes! Atlan sorgt für Deckung für seinen Einsatz. Da er nicht weiß, wer alles von den Cairanern kontrolliert wird, bildet er unabhängige Teams. Dann trifft er sich mit dem Cairaner. Die Freizeitanlage enthält ungewöhnliche Gerätschaften und Gebäude, die Atlan noch nicht gesehen hat. Der Konsul Ammu Avvagadse tritt ihm entgegen. Atlan erfährt eine schmerzhafte Wahrheit. Er ist eine Kopie. Die ganze THORA und alle Besatzungsmitglieder sind eine Kopie. Alle werden durch Organoide beeinflusst. Die Somnus-Persönlichkeit, das Kontrollinstrument der Cairaner für die Duplikate, funktioniert bei dem Atlan-Update allerdings wohl nicht. Ammu Avvagadse weiß das nicht und Opt-Atlan stellt eigene Überlegungen an.
Er vermutet das Original an Bord und weiß nicht, wem er trauen kann. Er macht sich mit Jasmyne da Ariga auf die Suche. Opt-Atlans Aktivitäten werden mehrfach gestört und er läuft Gefahr, in diesem Verwirrspiel an Täuschungen zu unterliegen. Doch der Klon entwickelt seine eigenen Pläne. Kann er diese in die Tat umsetzen?
 
Toller Roman von Kai Hirdt, wenn ich meine Ansicht zu der Geschichte gleich mal an den Anfang stellen darf. Eine Geschichte, die ich in einem Rutsch durchgelesen habe und die mich von vorn bis hinten fesselte. Der Autor packt viele Aktionen in seinen Roman, die sich dann anders entwickeln, als ich es mir zwischenzeitlich ausgedacht habe. Vieles entwickelt sich in eine ganz andere Richtung. Das überraschte mich, zwang mich, aufmerksamer zu lesen, nur um wenige Zeilen weiter erneut überrascht zu werden. Die Geschichte ist gekennzeichnet von vielen kleinen Täuschungen. Sie ist aber mitnichten ein undurchschaubares Verwirrspiel. Tatsächlich ist sie sogar sehr transparent. Perry Rhodan-Autoren neigen mitunter dazu, zu viel zu verstecken, zu verschweigen oder zu umschreiben. Kai Hirdt wird da deutlicher. Trotzdem bewahrt die Story einige Geheimnisse. Diese Mischung war es, die mir gefiel.
Die Grundidee, dass ein künstlich geschaffenes Wesen die schmerzhafte Wahrheit über seine Herkunft erfährt und dann auch noch anfängt, sein aufgeprägtes Bewusstsein zu erweitern, ist klassischer Stoff. Es gibt tolle Romane dazu. Für einen Groschenroman holt Kai Hirdt sehr viel aus der Story, bzw. kann er seiner Story einen eigenen Stempel aufdrücken.
Als der Autor das Kapitel mit dem Sprechzwang begann, verdrehte ich etwas die Augen. Ich dachte zunächst, Kai Hirdt würde Zeilen schinden. Weit gefehlt. Hier ging es um wichtige Erinnerungen, an die die Cairaner gelangen wollten. Und Jasmyne da Ariga hatte ihren Anteil daran. Diese Hinterlist, deren Grundstein der Autor schon im Kapitel mit dem Konsul legte, gefiel mir gut. Ebenso durchdacht war der Trick von Opt-Atlan, als er Jasmyne überlistete.
Der Autor wechselt mehrmals sehr geschickt den Kurs. Als der echte Atlan vorschlug, die Rollen zu tauschen, dachte ich mit Vorfreude auf das kommende Verwirrspiel. Zwei Zeilen weiter ändert sich die Lage erneut. Nun behält wieder Opt-Atlan die Oberhand. Um sie nur kurze Zeit später an den geklonten Extrasinn abzutreten. Dem traute ich schon seit Roman-Beginn nicht über den Weg, da seine Logik-Vorträge zu banal und zu oberflächlich ausfielen. Der Autor führt mich aber auch hier aufs Glatteis. Ich ging davon aus. dass der Extrasinn ebenfalls nicht ohne Fehler kopiert wurde. Das folgende Geschehen versprach interessant zu werden. Der Extrasinn führt Opt-Atlans-Körper, dessen Bewusstsein zur Untätigkeit verbannt wurde. Und in dem irgendwo die Somnus-Persönlichkeit lauerte, die nicht richtig funktionierte. Und wieder dreht der Autor das Geschehen. Die Somnus-Persönlichkeit hat den Platz des Extrasinns eingenommen. Herrlich! Dass zu lesen hat viel Spaß gemacht. Auch Opt-Atlans Optimismus, als er sich „selbst besiegte“ und damit den härtesten Gegner ausgeschaltet hatte. Köstlich!
Sehr guter Roman, bevor nächste Woche wieder Perry Rhodan am Zug ist!

Bleibt gesund! – Der Perry Rhodan Mund-Nasen-Schutz

Tja, die nächsten Wochen werden wieder hart. Der Perry Rhodan Mund-Nasen-Schutz hilft dabei, gesund zu bleiben.
Die royalblaue Maske wurde in einer limitierten Auflage produziert. Die Maske gab es ab Juni 2020 für Besteller im Space-Shop gratis. Ab einem Bestellwert von 20 EUR und solange der Vorrat reichte. Die Maske hat eine Größe von ca. 20 x 12 cm, besteht aus 100 Prozent Baumwolle und ist waschbar sowie atmungsaktiv. Zudem ist das Material nach Öko-Text-Standard 100 zertifiziert (kein Medizinprodukt).
Den Text habe ich von der Perry Rhodan Homepage.

 

 

 

 

 

Bilder:

Ansichten zu Perry Rhodan Heft 3088

Gucky kehrt zurück – von Michael Marcus Thurner
Nach der Entführung durch die Cairaner wird Gucky in einem Alkoven gefangen gehalten. Drogen verhindern, dass er Zugriff auf seine Parakräfte erhalten kann. Wie viel Zeit vergeht, kann der Ilt nicht einschätzen. Er bereitet sich auf seine Flucht vor. Als sich jemand endlich am Alkoven zu schaffen macht, ergreift Gucky seine einzige Chance und flieht mit Hilfe der Schmerzensteleportation. Der Ilt erreicht den Andersraum und durchwandert ihn. Langsam kehren seine Erinnerungen zurück und zu seiner Überraschung ist er nicht alleine. Eine merkwürdige Karawane biologisch-technischer Wesen kreuzt seinen Weg und Gucky wird von ihnen mitgenommen. Während sie einem unbekannten Ziel zustreben kommt Gucky in Kontakt zu zwei Wesen, die ihm vertraut vorkommen. Die beiden mausbiberähnlichen Geschöpfe haben einen Translator, so dass nach einiger Zeit eine Verständigung möglich ist. Gucky erfährt, dass er in der Zero-Zone gestrandet ist. Seine Begleiter stammen von den Yllits ab, von denen Gucky schon gehört hat. Die beiden bezeichnen sich als Post-Yllits und haben ebenfalls Paragaben. Gucky wird vor die Wahl gestellt. Entweder in der Zero-Zone bleiben und mehr über diese Geschöpfe und damit womöglich mehr über etwaige Nachfahren der Ilts zu erfahren oder zurückzukehren und der Milchstraße im Kampf gegen die Cairaner zu helfen.
Gucky entscheidet sich für die Rückkehr zu seinen Freunden. Der Vorgang führt zum Verlust seiner Fähigkeit der Schmerzensteleportation. Er kommt auf der THORA heraus. Das Schiff ist in der Gewalt der Cairaner. Ein seltsamer Posbi namens Mevander ist sein einziger Gefährte. Gucky erfährt davon, dass die THORA zweimal existiert. Ein Nachbau des Schiffes ist mit Bioduplikaten der ehemaligen Besatzung in der Milchstraße unterwegs. So wie auch von ihm ein Duplikat geschaffen wurde, um seinen Tod vorzutäuschen. Der Ilt ist wütend. Während seine Parafähigkeiten noch nicht wieder vollständig zu Verfügung stehen, macht sich Gucky mit Mevander auf, die THORA zurückzuerobern. Dazu muss er die originale Besatzung finden und befreien. Den Cairanern steht ein heißer Tanz bevor.
 
Habe ich Gucky vermisst? 16 Wochen nach Guckys vermeintlichen Tod lässt Michael Marcus Thurner den Ilt wieder auferstehen. Parallel zum erscheinen dieses Romans brennt die Redaktion ein Feuerwerk an Aktionen ab. Da wurde der 23.10. (Erstverkaufstag von Heft 3088) zu einem Gucky-Tag deklariert. Fotos von und mit dem Ilt sollten eingeschickt werden und wurden auf einer Website gesammelt. Dem Heft wurde ein Poster des Tibi beigelegt. Siehe unten. Im Space-Shop gibt es ein Mousepad mit Gucky-Motiv zu erwerben. Ich tue mir in der Bewertung der ganzen Thematik schwer. War der Tod, den Leo Lukas in Heft 3072 behandelte, ein schriftstellerischer Unfall oder bewusst dilettantisch geschrieben? Sollte damit eine Reaktion der Leserschaft provoziert werden? Und sind die jetzt laufenden Aktionen somit von langer Hand geplant und damit gewollte Publicity? Oder wurde die PR-Redaktion tatsächlich von den Reaktionen der Leser nach 3072 überrumpelt und steuert nun mit einer Marketing-Offensive gegen?
Ich weiß es nicht. Aber die Macher der Serie nutzen die geschärfte Aufmerksamkeit, die ihnen der vermeintliche Tod des Ilts eingebracht hat und verstärken die Öffentlichkeitsarbeit.
Der Roman selbst bleibt ein wenig hinter den Erwartungen, die ich daran hatte, zurück. Das liegt aber auch daran, dass mich die oben erwähnte Öffentlichkeitsarbeit zu dem einen oder anderem Romaninhalt spoilerte. Außerdem treten Ereignisse ein, die zu erwarten waren, auch ohne gespoilert worden zu sein. Einem serientypischen Muster folgt bspw. Guckys Verlust der Fähigkeit der Schmerzensteleportation. Diese Fähigkeit hat der Ilt in der Vergangenheit erlangt, als er in einer schwierigen Phase seines Lebens war und die Autoren ihn in einer Art und Weise charakterisierten, die diese Figur seit dem nie wieder erlangt hat. Dieses Bindeglied schmerzt noch heute. Im wahrsten Sinne des Wortes. Sich davon zu trennen, heißt auch, den Ilt wieder etwas einzudampfen. Es heißt aber auch, dass die Thematik Zero-Zone zu den Akten gelegt werden wird. Es werden Weichen gestellt.
Thurners Roman ist insbesondere in der ersten Hälfte, als Gucky alleine auf sich gestellt ist und seine Gemütsbewegungen im Vordergrund stehen, stark. In der zweiten Hälfte werden die Emotionen zusehends durch Action verdrängt. Die Erlebnisse im Andersraum wurden, wie erwähnt, frühzeitig bekannt. Die Geschichte um die Bioduplikate wird aufgeklärt. Die Cairaner erhalten einen empfindlichen Dämpfer. Allerdings dürfte der entscheidende Anteil der cairanischen Pläne Atlan gewidmet sein. Und dessen Schicksal, damit meine ich den „echten“ Atlan, ist noch zu klären.
Gucky tut, was er am besten kann. Er mischt sich wieder ein. Habe ich ihn vermisst? Na ja, ein bisschen schon.