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Ansichten zu Perry Rhodan Mission SOL 2 Heft 11

Anker der Superintelligenz – von Olaf Brill
Perry Rhodan befindet sich in Gefangenschaft. Mit der Rückkehr der Ritterin A-Kuatond von BARIL scheint sie sich zu einer Fanatikerin entwickelt zu haben. Der Zellengenosse des Unsterblichen ist ausgerechnet die Stimme BARILS. Der Ritter Haldukass hat jedoch längst seine Befreiung geplant. Als seine Komplizen das Gefängnis stürmen und Haldukass ihnen befiehlt Rhodan zu töten, kann der Terraner seine Chance nutzen und ebenfalls entkommen. Das Siegel in seiner Brust führt ihn zu A-Kuatond. Die Ritterin hat einen Auftrag erhalten und startet von der Spitze von BARILS Adyton, der Zitadelle des Ritterordens auf Kessaila. Dort ist das Lockschiff SYRAN verankert gewesen. Die Zentrifaal soll es ins Sphärenlabyrinth steuern. Zu TRAZULS Dorn. Im letzten Moment kann sich Rhodan an Bord schleichen.
Derweil sieht sich die SOL mit einer Übermacht feindlicher Schiffe konfrontiert. Es sind jedoch nicht Traitanks, die den Hantelraumer zusetzen. Eine Flotte von Kosmokratenschiffen unterschiedlichster Bauart ist überraschend aufgetaucht und hetzt das Fernraumschiff. Auch die NEUBEGINN ist darunter. Die Schiffe wollen Eroin Blitzers letzten Befehl ausführen. Und der lautet, die SOL zu vernichten. Roi Danton will die Flotte von den guten Absichten der Solaner überzeugen. Eroin Blitzer wird aus der Suspension geholt. Der Androide verlangt den Tod von Aroff und Zerbone. Mit einem Trick will Roi Danton das verhindern. Doch Aroff hat andere Pläne.
Inzwischen hat A-Kuatond die Anwesenheit ihres Orbiters auf der SYRAN entdeckt. Es kommt zum Kampf, der unerwartet endet, als das Schiff angegriffen wird. Wieder einmal müssen sich Ritterin und Orbiter zusammenraufen. Rhodan erfährt von A-Kuatonds Auftrag und vom Plan BARILS. Die Superintelligenz will das Gleichgewicht der universellen Kräfte wahren. In ihrem Plan spielt das Viele Eine und TRAZULS Dorn eine wichtige Rolle. A-Kuatond muss sich erneut opfern, um den Plan der Superintelligenz zu erfüllen. Doch in ihrer neuen Rolle erfährt die Zentrifaal vom Untergang ihres Volkes und ändert ihre Meinung. Perry Rhodan entwickelt einen Plan, um allen gerecht zu werden.
 
Der Roman von Olaf Brill beginnt, wie sollte es anders sein, mit Rhodans Gefangenschaft. Der Autor lässt seinen Protagonisten über diese Situation zumindest mit einem Augenrollen reflektieren. Besser wird es dadurch natürlich nicht. Obwohl es für den Autor wohl einfacher ist, seine Figur aus einer Krisensituation zu führen, und daher dieses Element immer und immer wieder eingesetzt wird. In der Miniserie jedoch deutlich zu häufig. Rhodans Eindringen in das Lockschiff war hingegen wieder spannend geschrieben. Ich konnte mit dem Helden mitfiebern. Auch wenn das Siegel der Ritterin die Spannung dann abrupt raubte. Konsistent war dieses Element sowieso nicht. Rhodan darf es nicht einsetzen, um sich gegenüber A-Kuatond nicht zu verraten. Aber er setzt es, wenngleich nicht bewusst, ein, um an Bord zu gelangen. Die Ritterin hätte gerade da den Einsatz bemerken müssen. Sie war zwar durch den Chor abgelenkt aber das aktive Siegel hätte ihr nicht entgehen dürfen. Später, als es ihr unter dem Eindruck des Chors sogar noch schlechter ging, hat sie das Siegel schließlich auch entdeckt, als Rhodan zu nachlässig war.
Rhodan grübelt im Übrigen darüber, dass es sich gar nicht um A-Kuatond handeln könnte. M.E. war ihm aber schon im vorhergehenden Roman, nicht nur wegen dem Siegel, klar, dass die junge Zentrifaal doch die Ritterin sein muss.
Wie schon in Dietmar Schmidts Roman ist auch in dieser Geschichte von Olaf Brill die Hauptfigur im Zentrum des Geschehens, ohne allerdings wenig eigene Akzente setzen zu können. Die Befreiung aus der Gefangenschaft besorgt ein anderer für ihn. Der SYRAN, auf die er gelangt, kommt eine wichtige Rolle zu. Eine Rolle, in die ihn allerdings A-Kuatond einweiht, die diese Informationen am Anker der Superintelligenz BARIL erhalten hat. Zusammen mit einem Auftrag. Den auch nur sie ausführt. Rhodan bleibt zunächst nur, ein wenig die Orter zu bedienen. Als A-Kuatond im Chor aufgeht, kann Rhodan die Mission ohne sie nicht zu Ende führen. Er holt sie zurück. Nur hat A-Kuatond inzwischen Informationen erhalten, die sie erneut zur Gegnerin Rhodans macht. Erst hier kann der Titelheld erstmals eingreifen und etwas bewegen.
Die Nebenhandlung an Bord der SOL, die das Schicksal von Aroff und Zerbone betrifft, war für meinen Geschmack etwas zu breit angelegt. Und dem Ricodin dichtet der Autor einige wundersame Fähigkeiten an. So wie auch Rhodans Parafähigkeit mal wieder erwähnt wird. Die seit Jahrzehnten keine Rolle mehr spielt. Dieses Aufwärmen war unnötig. Das Ende der Nebenhandlung fand ich gut. Vielleicht spielt Aroff noch das berühmte Zünglein an der Waage.
Wie schon mehrfach erwähnt, ist mir die Zyklusstory eine Spur „zu groß“ angelegt. Auf kleinem Raum, wie diese 12 Romane, entwickeln die „kosmischen“ Pläne, an denen der Titelheld unfreiwillig mitwirkt, genauso unfreiwillig eine andere Wirkung. Eine, in der die Zutaten nur noch mit einem Achselzucken quittiert werden. SoW war gestern, geblieben ist hier teilweise nur ein Namedropping.