Articles for the Month of Mai 2020

Ansichten zu Perry Rhodan Heft 3063

Ceres – von Susan Schwartz / Christian Montillon
Mit Hilfe des cairanischen Vitalenergieorters und dem Einsatz von Perry Rhodan und Homer G. Adams konnte in der Tiefe des Planeten Zeut die geheimnisvolle Station bestimmt werden. Ein besonderes Gefährt, das Gäonautikum, soll Perry Rhodan und seine Begleiter dorthin bringen. Das silbrig-weiße, 80 Meter lange Fahrzeug, wird auf den Namen ORPHEUS getauft. Neben Perry Rhodan nehmen Sichu Dorksteiger, der Geologe Marek Derowia, Donn Yaradua, der Okrill Phylax, Iwán/Iwa Mulholland und Farye Sepheroa teil. Das Ziel liegt in 63 Kilometer Tiefe. Mit Desintegratoren wird die Materie vor der ORPHEUS aufgelöst und als Stützmasse dahinter wieder eingefügt. Das Einsatzteam ahnt nicht, dass ihr Kommen in der Station längst bemerkt wurde.
Unmittelbar vor dem Ziel fühlt die Besatzung einen Transitionsschmerz. An Bord der ORATIO ANDOLFI wird eine gigantische Eruption beobachtet. Der Kontakt zur Expedition geht verloren. Perry Rhodan erwacht an einem unbekannten Ort. Sein erster Besucher ist ein cairanischer Roboter, der sich Bernenger nennt. Er hat eine Gebieterin. Die Cairanerin Phrio Bindunudse, die sich selbst als Gegenstandslose Konsulin bezeichnet. Die beiden verlangen von Rhodan, sich an Spielen zu beteiligen. Im Gegenzug erhält der Unsterbliche Informationen. Rhodan erfährt, dass die Cairaner schon vor langer Zeit in diesen Zweig des Dyoversums vorgestoßen sind. Mit erheblichen Verlusten. Die ehemaligen Völker der Vecuia sehen in diesem Zwillingsuniversum die Rettung. Sie wollen sich hierher flüchten. Die Cairaner waren es auch, die Terra hierher brachten. Allerdings war die Maschinerie nicht von ihnen entwickelt worden. Der Fluchtmechanismus liegt seit Ewigkeiten in Terra und die Cairaner haben es lediglich eingeschaltet. Nun wollen die Cairaner über das Supramentum in diesen Zweig des Dyoversums fliehen. Atlan, als letzter Ritter der Tiefe, soll im Supramentum verbraucht werden. Er wird das Siegel sein, zwischen den beiden Seiten des Dyoversums.
Die Spiele bringen Rhodan in Gefahr. Und der Terraner erkennt, dass die Konsulin in den Jahrhunderten der Einsamkeit psychisch gelitten hat. Der Unsterbliche muss unbedingt seine Gefährten befreien und fliehen.
 
Der zweite Teil des Vierteilers, den die Autoren Susan Schwartz  und Christian Montillon zusammen geschrieben haben, spielt auf Ceres. Dorthin wurde die ORPHEUS per Transmitter versetzt. Ein nicht unwichtiges Detail in diesem Roman. Denn Ceres im Asteroidengürtel ist bekanntermaßen ein Splitter des früheren Planeten Zeut. Zumindest im Solsystem im Zwillingsuniversum, dem Rhodan und seine Gefährten entstammen. Hier jedoch, in diesem Zweig, existiert Zeut noch. Warum also sollte es hier Ceres geben? Das Thema beschäftigt auch den Protagonisten Perry Rhodan. Er denkt an eine Modellierung. Das erinnerte mich wiederum an die „Per Anhalter durch die Galaxis“ Romane von Douglas Adams. Dort wird die Erde zerstört und die Weltenbauer modellieren einen neuen Planeten. Mit etwas anderen Details als das Original, wer sich daran erinnert.
In die gleiche Kerbe schlägt der Mechanismus, den die Cairaner vorfinden und mit dem sie den Tausch, den Raptus vornahmen. Die Cairaner, oder zumindest die Konsulin, wissen hier nicht mehr als die Terraner. Das Ziel der Völker der Vecuia, sich nämlich in Sicherheit zu bringen, geht angesichts der angedeuteten Dimension, dass hier jemand oder etwas „geschaffen“ hat, beinahe unter. Und ist sogar menschlich. Auch die Terraner unter Perry Rhodan haben schon mehrfach versucht, sich aus Konflikten der Hohen Mächte herauszuhalten. Mit wenig Erfolg. Allerdings hat das Ereignis des Weltenbrands und dessen Löschung mit spezieller Eiris zu einem ungewöhnlichen Fortschritt in diesen Bemühungen geführt. Höhere Wesenheiten können sich in der Milchstraße nicht halten. Für wie lange, und auf welche Aggregatsform von Vertretern des Kosmologiemodells sich das erstreckt, ist noch unklar. Aber hier könnte ein Weg für die versprengten Angehörigen der Vecuia gefunden werden. Es täte mich nicht überraschen, wenn sie in der Milchstraße blieben. Zumindest ein Teil von ihnen.
So oder so wird es Rhodans Aufgabe sein, Terra zurückzubringen und zu verhindern, dass Atlan für die Fluchtpläne der Cairaner geopfert wird. Das größere Rätsel dürfte aber sein, wer der unbekannte Planetenbauer oder vielmehr Universumsplaner ist.
Wie schon der Vorgänger, war auch dieser Roman abwechslungsreich. Als es mit den Spielen losging, verzog ich allerdings etwas die Mundwinkel, weil mich diese Idee der Autoren nach dem Gäonautikum, das mich an The Core denken ließ, nun an weitere ähnlich bekannte Geschichten erinnerte. Wenig einfallsreich, war mein erster Gedanke. Erst nach und nach gewann das „Duell“ an Reiz. Allerdings geriet die Konsulin zu hölzern. Ihr konnten die Autoren nicht wirklich Leben einhauchen. Es gab schon bessere Darstellungen von Cairanern in diesem Zyklus. Und verspielte oder merkwürdige Roboter sowieso. Schwerpunkt des Romans war eindeutig die Enthüllung cairanischer Motive. Dies über die Spielchen zu machen, hat funktioniert, riss mich aber nicht vom Hocker. Dennoch finde ich das Geschehen insgesamt spannend. Ich will stets wissen, wie es weitergeht. Für eine „Serie“ hat der Roman damit seinen Zweck erfüllt.
 

Ansichten zu Perry Rhodan Heft 3062

Zeut – von Christian Montillon / Susan Schwartz
Das Ultimatum der Topsider zur Auslieferung Perry Rhodans ist abgelaufen. Die Zeichen stehen auf Krieg. Die erste Attacke der Topsider gilt Skiaparelli, der Hauptstadt des Mars. Schon Jahrhunderte zuvor, als die Menschen das erste Mal in diesem Zwillingsuniversum auf die Echsen trafen, war der Mars Ziel eines Angriffs. Diesmal sind die Terraner vorbereitet. Doch sie sind der hiesigen Hegemonialmacht an Schiffen hoffnungslos unterlegen. Die Topsider setzen zunächst nur kleine Verbände ein. Auf beiden Seiten kommt es zu Verlusten. Perry Rhodan will die Angreifer bluffen. Sorgfältig vorbereitet wird den Topsidern vorgegaukelt, dass die Terraner über Transformbomben verfügen. Der Bluff gelingt und die Topsider ziehen sich zurück. Mehr noch, die Gelegemutter der Topsider will sich mit dem Unsterblichen treffen.
Bis zu dem Treffen ist noch viel Zeit. Für Perry Rhodan und Sichu Dorksteiger bietet sich die Gelegenheit, endlich mit Homer G. Adams zusammenzutreffen, der die Suspension verlassen kann. Außerdem besuchen sie den Planeten Zeut, der sich auf seiner langen Umlaufbahn nun wieder der Sonne nähert. Auf dem tiefgefrorenen Planeten erwacht langsam wieder das Leben. Zeut hält noch andere Überraschungen bereit. Ein Hyperphänomen lässt Hyperkristalle auf Zeut schneller an Energie verlieren. Sichu Dorksteiger und andere Wissenschaftler wollen das untersuchen. Ein Vorstoß in die auftauenden Meere bringt das Team in Gefahr. Und Rhodans Zellaktivator spielt verrückt. Ebenso wie auf Terra scheint es auch auf Zeut ein Rumoren zu geben. Mit einem speziellen Fahrzeug soll in die Kruste Zeuts vorgestoßen werden.
 
Mit dem Dyoversum läutete Christian Montillon die Halbzeit des Zyklus um den Mythos Erde ein. Die Romane 3050 bis 3053, die der Exposé-Autor alleine schrieb, boten gute Unterhaltung, auch wenn mich die Idee des Dyoversums nicht sonderlich ansprach. Auch die Figuren blieben in dem Viererblock etwas zu blass für meinen Geschmack. Ausnahme war die Figur des Tergén. Der spielt zumindest in diesem Roman keine Rolle. Er war mit Sichu Dorksteiger im Gestänge des Pluto. Und ist wohl zunächst dort geblieben, während Sichu Dorksteiger an die Seite ihres Mannes geeilt ist. Christian Montillon hat sich ebenfalls Verstärkung geholt. Mit Susan Schwartz hat er diesen Roman geschrieben. Es ist der erste Band eines erneuten Vierteilers, den das Duo gemeinsam verfasst.
Die im ersten Vierteiler aufgeworfenen Fragen, bzw. die Suche nach Antworten darauf werden nun offensiver angegangen. Der Roman war sehr abwechslungsreich. Der Konflikt mit den Topsidern nimmt erfreulicherweise nicht die ganze Geschichte ein. Den größeren Part beansprucht Zeut. Und wird damit dem Titel gerecht. Die Figuren wirkten lebendiger auf mich, als noch in den Romanen ab Band 3050. Ein wenig musste ich auch in dieser Geschichte die Stirn runzeln. Die Figuren stellen viele Überlegungen zur Einschränkung der Technik bei erhöhter Hyperimpedanz an. Sogar der Betrieb von Zellaktivatoren, die immerhin aus den Technikschmieden der Hohen Mächte stammen, wird im Zwillingsuniversum vor Probleme gestellt. Bei dieser Vielzahl an Gedanken hätte eigentlich auch der Paau betrachtet werden müssen. Doch der „Koffer“ tut klaglos seinen Dienst und niemanden wundert’s. Der cairanische Vitalenergieorter funktionierte dankenswerterweise auch noch, zumindest ein bisschen.
Abgesehen davon macht die Geschichte Lust auf mehr. Es scheint voranzugehen.