Articles for the Month of August 2019

Ansichten zu Perry Rhodan Mission SOL Heft 5

Strafkolonie der Ksuni – von Olaf Brill
Die SZ-2 ist von Skamant-Efthon gestartet und verfolgt den geflohenen Yakonto Masling Dryw. Curcaryen Varantir behauptet zu wissen, wohin sich der Flüchtige begeben wird. Drei Wochen später erreicht das Schiff das Susmalsystem der Ksuni. Das Volk blauhäutiger Humanoider mit Fischgesichtern betreibt erst seit wenigen Jahrhunderten die interplanetare Raumfahrt. In dem System gibt es eine verbotene Zone. Der Großgouverneur behauptet, dass das Schiff von Masling Dryw darin verschwunden und offensichtlich vernichtet wurde. Der Algorrian weiß es besser. Die verbotene Zone wurde von ihm eingerichtet, weil er darin ein Kolonnen-Dock der Chaosmächte untersucht hat, ein Überbleibsel der Geschehnisse vor 20 Millionen Jahren. Als die SZ-2 in die Zone einfliegt wird sie gekapert. Wie sich herausstellt, dient die Zone der Regierung der Ksuni als Strafkolonie. Hierhin werden Rebellen und Straftäter abgeschoben. Im Kolonnen-Dock hat sich eine isolierte Gesellschaft mit grausamen Regeln gebildet. Rhodan, Varantir und die Solaner müssen ums Überleben kämpfen.
Curcaryen Varantir ist der einzige, der sie aus der Zone herausführen kann. Doch der Algorrian ist ein unzuverlässiger Partner, der nur an seine Rache denkt. Er will Masling Dryw töten. Der Yakonto hat jedoch Informationen zum Verbleib des Mittelteils der SOL. Während Rhodan nach Verbündeten sucht, erfährt er den möglichen Aufenthaltsort seines Sohnes und bekommt eine unerwartete Funkbotschaft.
 
Die Geschichte von Olaf Brill ist recht einfach gestrickt. Das Volk der Ksuni und ihre auf das Recht des Stärkeren basierende Gemeinschaft werden nur gestreift. Zumal ich die Schönheiten des Planeten und die Ksuni-Errungenschaften, wie sie Mahlia Meyun wahrnimmt, irgendwie nicht unter dieses Dogma summieren vermochte. Dann geht’s schon in die verbotene Zone. Es folgen Arena-Kämpfe, die Suche nach Verbündeten, das Schließen von Bündnissen mit den üblichen Aufs und Abs einer solchen Koalition. Überraschend war dann nur der Funkspruch aus der Proto-Chaotischen Zelle.
Die Story hat mich nicht gepackt. Zu vorhersehbar war das Ganze angelegt. Natürlich hätte Perry Rhodan sich zum Ende hin auch anders entscheiden können. Aber das meinte ich nicht mit der Vorhersehbarkeit. Sondern die Abfolgen eines bekannten Szenarios. Rhodan gerät in Gefangenschaft, muss kämpfen, erleidet Verluste, sucht Verbündete usw. Diesen bekannten Mustern konnte Olaf Brill keine eigene, keine besondere Note verpassen. Mahlia Meyun ist der einzige Lichtblick in diesem Roman. Die Heilerin erkennt, dass sie keine Anführerin ist und räumt ihren Posten. Curcaryen Varantir wird gegensätzlich beschrieben. Seine Aggressionen und sein Auftreten setzt der Autor gekonnt in Szene. Dennoch bleiben die Handlungen dieser Figur widersprüchlich. Er beruft sich im entscheidenden Moment auf den Kodex der Ordnung. Nur hat die Figur in der Vergangenheit selbst dagegen verstoßen. Schließlich setzte er Chaos-Technologie ein, um die verbotene Zone erst zu schaffen. Seine Vorwürfe Rhodan gegenüber passen da nicht.
Die Figur des Pravo Ylapp war letztlich auch zu einfach gestrickt. Ein Einfaltspinsel, so kommt er bei mir rüber, der an der Seite Varantirs arbeiten möchte. Ja sicher, Rhodan nimmt diese Figur anders wahr. Aber diese „Entwicklung“ der Figur Ylapp war mir zu naiv angelegt.
Insgesamt fehlte es der Geschichte an Raffinesse. Zu einem Olymp-Roman des Autors kam ich zum Resümee, dass der Roman zwar Atmosphäre aber keinen Zündstoff enthielt. Diesen 5. Band der Miniserie SOL beurteile ich anders herum. Er barg gewissen Zündstoff, entwickelte aber keine Atmosphäre.
Die Zyklusentwicklung der letzten beiden Bände enttäuscht mich. An die Mini-Serie hatte ich andere Erwartungen. Hier geht es schließlich um die SOL! Die paar Bauernrüpel, die ein wenig inspirierter Perry Rhodan um sich geschart hat, schlagen sich, unter den Vorgaben des Exposé-Autors, ganz achtbar. Aber ich habe einfach andere Vorgaben erwartet. Alleine auf Evolux hätte man 50 Bände eines EA-Zyklus spielen lassen können, ohne dass es langweilig würde. Aber Kai Hirdt schickt seine Figuren auf Zombieplaneten und in Arena-Kämpfe.

Ansichten zu Perry Rhodan Heft 3025

Ich erinnere mich – von Wim Vandemaan
Die RAS TSCHUBAI ist nach Rudyn ins Ephelegonsystem gereist. Dort trifft sie wieder mit der BJO BREISKOLL zusammen, die auf einem Umweg das Nashadaan von Zemina Paath abgeholt hat. In der Zheobitt-Klinik von Neu-Terrania wird Zemina das Gehirnteil eines Thesan implantiert. Nachdem einige Probleme gemeistert wurden, erinnert sich Zemina. Die Unsterblichen werden mit den Erinnerungen des Thesan Eyx Xunath konfrontiert.
Eyx Xunath lebt im Galaxiengeviert der Vecuia, den die Thesan, Cairaner, Ladhonen und Shenpadri angehören. Es ist der Einflussbereich der Superintelligenz VECU. Diese SI nimmt Aufträge der Kosmokratin Mu Sargai entgegen und lässt ihre Hilfsvölker die Hinterlassenschaften von SIn bergen. Xunath ist ein Lasha. Er kann über einen Kanal in die Zukunft blicken. Seine Dienste und die der anderen Lasha sind wichtig für die Entsorgung der Hinterlassenschaften von Superintelligenzen. Xunath wird Zeuge, wie ein Konsul der Cairaner sich Technologie aneignet, statt sie zu vernichten. Es ist eine Technologie, die Positroniken befällt und korrumpiert. Später wird Xunath Zeuge, wie die Hyperimpedanz-Erhöhung die Völkergemeinschaft der Vecuia trifft. Dank VECU und der Unterstützung durch hochstehende Technologie kann die Vecuia jedoch weiterhin Aufträge durchführen. Xunath, inzwischen durch eine Vitaltränke unsterblich geworden, trifft auf die schwangere Thesan Challaize Paath, die ihn sehr beeindruckt. Bei einem gemeinsamen Blick in die Zukunft wird ein Ereignis offenbart. Ein Angriff auf die Vecuia. Die Völkergemeinschaft will sich wappnen. Ein Einsatz für VECU in der Ferne entpuppt sich als Ablenkung. Das Galaxiengeviert wird von den Phersunen angegriffen, als viele Kräfte weit von zu Hause operierten. Die Erinnerungen wie Xunath nach Terra oder auf die Welt der Ayees gelangt ist, sind nebulös.
Zemina Paath hat die Erinnerungen von Eyx Xunath wiedergegeben. Aus den Informationen versuchen die Unsterblichen nun ein Bild zu erstellen.
 
Die Geschichte des Exposé-Autors Wim Vandemaan enthielt viele Passagen, die mich ansprachen. Mit etwas Abstand zu dem Roman muss ich dessen ungeachtet feststellen, dass auch wiederkehrende Elemente enthalten sind, denen der Autor nicht mehr jene Faszination einhauchen kann, wie zu früheren Zeiten.
Die Geschehnisse, in denen Zemina Paath auf die Erinnerungen von Eyx Xunath zugreift, konnten mich anfänglich fesseln. Der Thesan lebt zurückgezogen auf einer Welt am Rande einer Völkergemeinschaft. Er hat ein Leben in der Abgeschiedenheit gewählt. Sein merkwürdiger Begleiter, der Glasgast, ändert nichts an seinem Einsiedlerdasein. Die Beschreibungen seines Domizils und das der nahen Eremitenstadt erinnern ein wenig an einen anderen Einzelgänger. An Alaska Saedelaere, der auf dem Planet der Puppen gestrandet war. Ähnlich wie William Voltz verzichtet auch Wim Vandemaan in derartigen Szenarien auf zu viele Erklärungen. Er lässt seine Beschreibungen einfach auf den Leser wirken, der dadurch das Gefühl bekommt, an einem wirklich erstaunlichen Geschehnis teilzuhaben.
Diese Ehrfurcht, wenn ich das mal so bezeichnen darf, Einsicht in geheimnisvolle kosmische Ereignisse genommen zu haben, hält allerdings nicht lange an. Zumindest bei mir nicht. Kaum ist Eyx Xunath „reaktiviert“ und unterstützt die Vecuia in der Ausübung der Aufträge höherer kosmischer Entitäten, verliert der Roman an Faszination. Kosmokrat beauftragt SI. SI beauftragt Hilfsvölker. Einige davon entwickeln Gier. Die Geschichten der Zyklen wiederholen sich. Meine Erwartungen an den Zyklus waren hoch. Die runde Nummer 3000 erzeugte in mir die Hoffnung, mal eine andere Geschichte erzählt zu bekommen. Auf eine andere Weise. Doch für Experimente ist die Serie nicht bereit. Es bleiben die Einzelromane, in denen die Autoren brillieren können. Die Zyklusstory kann, zumindest bei mir, momentan nicht zünden.
Ich glaube, es ist das erste Mal, dass ich einen Roman von Wim Vandemaan als „konventionell“ empfunden habe. Das ist beinahe schon die Höchststrafe für diesen Autor, den ich sonst sehr schätze. Bin ich an einem Punkt gelangt, an dem ich „zu viel“ Perry Rhodan gelesen habe?

Ansichten zu Perry Rhodan Heft 3024

Der Geist von Hellgate – von Verena Themsen
Im Orbit um Hellgate dockt die zurückgekehrte BJO BREISKOLL an ihrem Mutterschiff an. Atlan hat die RAS TSCHUBAI verlassen und trifft sich mit Perry Rhodan auf Hellgate. Die beiden Unsterblichen bringen sich auf den aktuellen Stand ihrer Erlebnisse und beschwören den Geist von Hellgate herauf. Die beiden Männer schmieden Pläne. Perry Rhodan will die Heimat der Cairaner aufsuchen und Atlan, der inzwischen einiges über neue Völker und Allianzen in seiner Heimat Thantur-Lok herausgefunden hat, will in der Milchstraße den Hebel ansetzen, um die Rätsel dieser Zeit zu lösen.
Zunächst jedoch muss die RAS TSCHUBAI aufgerüstet werden, denn den Flug zur Heimat der Cairaner kann das Schiff zwar bewältigen, nicht jedoch den Rückflug. Die mobile Werft HEPHAISTOS der LFG soll den Umbau bewerkstelligen. Die Werftbesatzung ist über die wahre Identität der Besatzung der RAS TSCHUBAI nicht informiert. Aber Sabru, die Sicherheitschefin der Werft ist sehr neugierig. Und die Ekhonidin verfolgt auch noch andere Pläne. Die Führung der RAS TSCHUBAI, allen voran Sichu Dorksteiger, Gucky, Atlan und Perry Rhodan sehen sich unversehens mit neuen Herausforderungen konfrontiert, als Naats, Zain-Konstrukte, Piraten und ominöse Hintermänner ein Auge auf HEPHAISTOS werfen.
 
Gleich zu Beginn des Romans schafft Verena Themsen eine Szene, in der sich für mich viel von dem ausdrückte, wie diese Geschichte auf mich wirkte. Die Ekhonidin Sabru führt mit dem Naat Kloog ein Gespräch über Blumen. Und der Naat denkt über eine Frage sehr lange nach, obwohl die Ekhonidin sicher ist, dass er die Antwort kennt. „Er suchte lediglich die Worte sorgfältig aus, in die er sie kleidete.“
Diesen Eindruck, den Sabru da äußert, hatte ich in Bezug auf den Roman der Autorin. Woran genau das lag, kann ich nur schwer beschreiben. Aber der Text wirkte auf mich ebenfalls sorgfältig, zudem sehr lebendig, unterhaltsam und kurzweilig. Abgesehen natürlich von den technischen Ausschweifungen, die wohl mal wieder sein mussten. Die ich aber dennoch nicht übertrieben fand. In allen anderen Beschreibungen und Handlungen erzeugt die Autorin mit wenigen Worten eine hohe Aussagekraft. Auch die Dialoge waren kurz und stimmig mit genau dosierten Gefühlen. Vieles wurde schnell auf den Punkt gebracht. Und die Geschichte mit Sabru und der Wendung war einfach überzeugend geschildert.
Der Roman stellt zudem Weichen. Alle bisherigen Ereignisse fließen hier zusammen. Mit den Erkenntnissen, die Atlan zudem aus seiner Heimat gewonnen hat, werden neue Schauplätze und neue Rätsel eingeführt. Naats, Freischaren und geheimnisvolle Technologiegeber. Dazu die Vermutungen zum Antagonist hinter verschiedenen Gruppierungen, wie den Cairanern. Als wäre das nicht genug, packt die Autorin auch noch die Thesanit in ihre Geschichte. Die Zain-Konstrukte dürfen auch noch ran, obwohl hier das Fluidum des Unbekannten nicht richtig ausgespielt wurde.
Zur Entwicklung des Zyklus trägt der Roman ebenfalls etwas bei. Die erwähnte Weichenstellung werden auch die Einsätze der Figuren betreffen. Offen ist noch, mit welchen Partnern die drei Hauptfiguren ihre weiteren Abenteuer bestreiten werden. Aber Bull bleibt wohl Statthalter, Rhodan geht auf Fernreise und Atlan wird der Aufräumer vor Ort sein. Diese wohlbekannte und wenig innovative „Aufgabenteilung“ ist ein Wehrmutstropfen in einem ansonsten sehr guten Roman.