Articles for this day of 8. Juni 2017

Ansichten zu Perry Rhodan Heft 2912

Der letzte Galakt-Transferer – von Robert Corvus – Handlung:

Angeführt von dem Vanteneuer Ea-Eaveud sind Perry Rhodan, Penelope Assid, Báron Danhuser und Dean Tunbridge in Begleitung einiger Soprassiden auf den Galakt-Transferer AN-ANAVEUD transportiert worden, der einen Pulsar umkreist. Rhodan erhofft sich, hier Daten zu den Thoogondu zu erhalten, als diese in die Galaxis Theuershavd kamen, jetzt Sevcooris genannt. Doch zunächst hat der Unsterbliche andere Probleme. Der Gäone Gi Barr hat den Transfer mitgemacht. Während bis auf den Oxtorner und Rhodan noch alle anderen unter den Folgen des Langstreckentransports leiden, hat die Rüstung den Gäonen gut geschützt und er greift an. Danhuser und Rhodan schützen die anderen und wehren den Angriff mit Mühe ab. Kampfroboter der Vanteneuer unterstützen sie. Gi Barr setzt mobile Holo-Basen ein, die mehrere Gegner vortäuschen. Dennoch kann der Gäone in die Flucht geschlagen werden.

Die AN-ANAVEUD entpuppt sich als Kugelraumer mit 2100 Metern Durchmesser, mit Ringwulst sogar 2500 Meter. An Bord gibt es ständig hyperenergetische Störfronten des Pulsars, die immer wieder sekundenlang zu einer gestörten Wahrnehmung, bzw. Desorientierung der Besatzung des Schiffes führen. Allerdings ist die Nähe des Pulsars auch ein Glücksfall. Als die AN-ANAVEUD vor langer Zeit zu einem Transfer ansetzte, versagte der Hyperboral-Antrieb, der sich seitdem nicht mehr abschalten lässt. Die Fluktuationen des Antriebs werden durch die hyperenergetische Störfronten des Pulsars überdeckt. Pattsituation!

Penelope Assid begleitet den verletzten Soprassiden Ossprath in den Medo-Bereich. Die anderen werden vom Kommandanten Chos-Chosserd empfangen. Ea-Eaveud hat einen schlechten Stand. Rhodan ist wütend, weil der Vanteneuer den Mutanten Dussudh geopfert hat. Und auch der Kommandant ist verärgert, weil Ea-Eaveud sie in Gefahr bringt. Für die Vanteneuer, das lernt Rhodan schnell, sind allerdings Opfer durchaus denkbar, um ein Ziel zu erreichen. Rhodan kann Chos-Chosserd dazu bewegen, Teams mit den Terranern zu bilden, die den Gäonen fangen sollen.

Gi Barr indes hat einen der Roboter aus dem Kampf gegen ihn umprogrammiert und schickt ihn als Drohne durchs Schiff. So bleibt er auf dem Laufenden. Die Architektur der AN-ANAVEUD ist ungewöhnlich. Es gibt hohe Räume mit vielen Säulen und halbhohen Wänden. Ständig weht ein Wind. Der Gäone kann sich dank seiner hochwertigen Tarnvorrichtung in einem Lager mit Sprengstoff versorgen.

Rhodan vermutet als Ziel des Gegners die Hangarbereiche und dort ein Schiff mit Überlichtantrieb. Der Terraner muss mit den Vanteneuer paktieren, deren Motive er noch nicht kennt. Gi Barr sabotiert den Antrieb, indem er dort eine Explosion verursacht. Während sich Penelope Assid mit dem Schiffsarzt Kel-Kellad an einem Rettungseinsatz beteiligt erfährt sie in Gesprächen mehr über den Galakt-Transferer. Einst waren es drei Schiffe. Als die Hyperimpedanz erhöht wurde ging eines der Schiffe verloren. Ein anderes wurde von den Thoogondu vernichtet. Vor 27.043 Jahren sind die drei Schiffe in die Milchstraße geflogen. Man wollte dort mehr über die Herkunft der Invasoren, der Thoogondu, erfahren. Man traf aber nur ein Kunstgeschöpf namens Namenlos.

Rhodan, Danhuser und Tunbridge haben Gi Barr in einem Hangar entdeckt. Doch der Gäone legt seine Verfolger rein. Aber Rhodan erzielt einen kleinen Erfolg. Die Rüstung des Gäonen zeigt erste Ausfälle. Doch Barr gibt nicht auf und er kann Danhuser entführen. Den gekappten Roboter schickt der Gäone zu Rhodan, um ihn über die Geisel zu informieren. Mit dem Oxtorner hat er allerdings so seine Schwierigkeiten. Als er ihn zwingt, den SERUN abzulegen, greift Danhuser an. Von der Konstitution seines Gefangenen ist der Gäone überrascht. Danhuser kann ihm sogar die Helmmaske zerstören. Zur Überraschung Danhusers steckt in der Rüstung ein Terraner, der neuronal mit der Rüstung verbunden ist. Der Gäone flieht, seine Befehle an die Rüstung gibt er dabei in Interkosmo! Und der Oxtorner kehrt zu Perry zurück, der die Neuigkeit kaum glauben kann. Er nimmt über den Roboter Kontakt zu dem Gäonen auf. Gi Barr meldet sich und gibt bereitwillig zu, ein Bürger des Zweiten Solaren Imperiums zu sein! Sie sind Verbündete des Gondunat.

Inzwischen haben die Vanteneuer den Gäonen orten können und Rhodan entwickelt eine Falle für den Gegner. Auf die erste List mit Penelope Assid als vermeintlich Abtrünnige, fällt Gi Barr nicht herein. Die zweite Falle mit Fesselfeldern in der Funkzentrale umgeht der Gäone ebenfalls. Rhodan erweckte den Anschein, die RAS TSCHUBAI herbeizurufen. Nun wird Rhodan zur Geisel von Gi Barr. Es kommt zu einem längeren Gespräch, in der Gi Barr seine Ansichten über ES, der die Menschheit mehrmals im Stich ließ und die korrumpierte Macht eines gewissen Perry Rhodan von sich gibt. Auch scheint die Schwarm-Krise ein zentrales Element im Leben des oder der Gäonen zu spielen.

Der Gäone bringt Rhodan zurück zum Transmitter, den er für die Flucht benutzen will. Es kommt zum Showdown. Gi Barr wird gefangen und seiner Ausrüstung beraubt. Perry Rhodan besucht ihn in seiner Zelle. Der Gäone will ihm über Ereignisse berichten, die den Wanderer und das Gondunat in anderen Licht erscheinen lassen werden. Rhodan will diese Geschichte hören.

Rezension:

Robert Corvus versetzt die Figuren in eine neue Situation. Das Setting ist insgesamt nicht überraschend, denn es enthält viele bekannte Elemente. Aber es sind eben auch die richtigen Elemente, um eine wirklich gute Geschichte zu liefern. Per Transmitter werden die Helden an Bord eines unbekannten Raumschiffs befördert. Das Schiff umkreist seit langer Zeit einen Pulsar. Die Energien dieses Sternenmonsters und die Energien des defekten Antriebs halten sich die Waage. Das Schiff gehört den Vanteneuer. Terroristen, wie die Thoogondu behaupten. Rhodan erhofft sich von den „Feinden“ Informationen zum Goldenen Reich. Doch die Terraner sind nicht alleine an Bord gekommen. Der Gäone Gi Barr ist auch durch den Transmitter gekommen. Seine Rüstung mit dem verspiegelten Visier macht den Gegner geheimnisvoll. Und seine Ausrüstung macht ihn zunächst überlegen. Er ist den Terranern und den Vanteneuer immer einen Schritt voraus.

Sehr zugesagt hat mir der Figureneinsatz. Alle Protagonisten werden mit ihren Stärken und Schwächen adäquat eingesetzt. Als ausgerechnet der Oxtorner in Gefangenschaft gerät, hatte ich kurzzeitig Bedenken. Aber Corvus weiß, was Leser nun erwarten und schildert einen kurzen aber packenden Kampf, den der Umweltangepasste für sich entscheidet.

Die Geschichte entwickelte sich zu einem Katz-und-Maus-Spiel, das der Autor mit immer neuen Details und Informationen anreicherte. Spätestens als der Oxtorner dem Gegner die Maske vom Gesicht reißt und ein Terraner dahinter zum Vorschein kam, hatte mich die Geschichte gepackt. Sie war schnell, abwechslungsreich, mit genau den richtigen Informationen an den richtigen Stellen. Die Figur des Gäonen und seine Handlung werden dabei erstmals in diesem Zyklus auch aus dessen Perspektive beschrieben. Bisher wusste man als Leser nicht, welches Volk sich in der Rüstung verbirgt. Als Corvus den Gäonen in seiner Rüstung grinsen lässt, hatte ich schon einen Verdacht. Das war noch bevor der Oxtorner seinem Gegner das Visier abreißt. Dennoch war ein Terraner in der Rüstung natürlich ein gelungener Effekt.

Mehrmals auch nimmt Robert Corvus die Gelegenheit wahr und konfrontiert die Hauptfigur der Serie mit Ereignissen, die Rhodan nicht unbedingt in besten Licht erscheinen lassen. Es ist zwar keine Demontage des Helden, das hat man sich doch nicht getraut, aber es werden Finger in Wunden gelegt.

Bleibt mir nur noch der Standardsatz. Ich bin gespannt auf die Fortsetzung.