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Ansichten zu Perry Rhodan Heft 2907

Der Spross YETO – von Susan Schwartz – Handlung:

Die Botschaft des Gemen Bhal Haddhunis wird nicht nur auf der Erde, sondern auch in der Milchstraße verbreitet. Dem direkt angesprochenen Yeto Carell geht es schlechter. Nach einem weiteren Anfall beschließen seine Eltern mit ihm an Bord des Sprosses YETO zu gehen. Neben Millard und Pendo Carell schließen sich noch die Ärztin Bunur und die TLD-Agenten Paracel Fitzgerald und Ona Jutaite dem Jungen an. Inzwischen ist auf der Erde ein Hype ausgebrochen. Die Wohnung der Carells wird belagert und immer mehr Menschen strömen zum Schiff der Gemeni. Der Journalist Sommer, inzwischen wieder auf freien Fuß, will sich der Gruppe um Yeto anschließen, wird jedoch abgewiesen.

Hunderttausende Menschen und andere Galaktiker sind zum Aldebaran Space Port gepilgert. Yeto und seine Begleiter können ungehindert an Bord gehen. Als wäre es ein Signal, strömen hinter ihnen die Massen ins Schiff. Haddhunis, der Bhal des Sprosses, begrüßt Yeto. Er führt die Gruppe ins Schiff. Alles wirkt gleichförmig. Es gibt keine Transmitter, keine Antigravschächte, keine Lifts. Die Wege sind lang. Ein Gemeni namens Ledgona wird der Gruppe als Saenkari, als Wirt zugeteilt. Er kümmert sich um Kabinen und Essen. Andere Gruppen von Terranern bekommen eigene Saenkari zugeteilt.

Im Solaren Haus treffen sich indessen einige Regierungsvertreter und beraten die Lage. Verteidigungsminister Basil Vitelli, die Solare Premier Cai Cheung, TLD-Chef Maurits Vingaden und Resident Hekéner Sharoun sind entspannt, obwohl die Gemeni nicht wie gewünscht die Erde verlassen haben. In zwei Ansprachen werden die Gemeni aufgefordert, die Auswahlkriterien der Zellaktivator-Vergabe offenzulegen und die Bevölkerung wird aufgefordert Ruhe zu bewahren.

Etwa 150.000 Bewerber auf einen Zellaktivator haben die Gemeni an Bord gelassen. Den Applikanten wird in einem riesigen Saal das Verfahren erläutert. In Phase Eins werden 250 Zellaktivatoren ausgelobt. Die Anwesenden müssen in einem Zeitraum von drei Tagen Vorschläge machen, wer von ihnen einen Zellaktivator verdient hätte. Während sich Gruppen bilden, langweilen sich die Carells und nehmen einige der Freizeitangebote an Bord wahr. Yetos Vater macht dabei eine seltsame Beobachtung, die sein Sohn später als Spuk bezeichnet.

Am 14. Juli 1551 NGZ meldet sich Bhal Haddhunis erneut bei der Regierung der LFG. Die Schwierigkeiten, die der Ansturm der Bewerber auslöst, scheinen den Gemen nicht zu berühren. Der TLD schickt den Journalisten Sommer vom Mediennetzwerk Sol/intern zu einer Pressekonferenz an Bord des Sprosses YETO. Dort erfährt Sommer, dass der Spross dem Gemoshom entstammt, einer Kultur, die unter der Zeitlichen Eskorte der Superintelligenz GESHODS steht. Das Gemoshom hat seine Matrix in der Galaxis Sashpanu, den Terranern als NGC 151 bekannt und 165 Millionen Lichtjahre entfernt.

Für die Bewerber ist die Drei-Tage-Frist verstrichen. Tausende haben das Schiff verlassen, aber sehr viel mehr sind hineingelangt. Da die Anforderungen der Gemeni nicht erfüllt wurden, dürfen nun alle der inzwischen 250.000 Applikanten sich selbst als Träger eines Zellaktivators vorschlagen. Jedem steht zwei Minuten Zeit zur Verfügung, um einen Sanudh, einen Ermesser, zu überzeugen. Jeder, der mitmacht, muss einen Tropfen seines Bluts abgeben. Wieder verlassen Tausende das Schiff.

Yeto soll seinen Zellaktivator in einer Zeremonie verliehen werden, doch der Junge lehnt ab. Er stellt Bedingungen. Auch seine Eltern sollen einen ZA erhalten. Yeto setzt sich durch. Und auch die beiden TLD-Agenten erhalten einen ZA.

Im Solaren Haus werden am 18. Juli 1551 NGZ die gewonnen Erkenntnisse diskutiert. Der zeitliche Zusammenhang des Auftretens zweier Mächte, das Goldene Reich und die Gemeni, die beide Hilfe für die verwaiste Mächtigkeitsballung von ES anbieten, besorgt die Regierung. Maurits Vingaden steuert eine weitere Information bei. Im Spross YETO existiert eine künstlich erzeugte aktive Psi-Quelle.

 

Rezension:

Ein bedächtig aufgebauter Roman, den Susan Schwartz zum Zyklus beisteuert. So, mein erster Eindruck. Die allgemeine Botschaft des Vorgängerromans, nämlich die Auslobung von 1000 Zellaktivatoren, wird von der Autorin nun aus Sicht jener Figuren beleuchtet, die direkt in der Nachricht angesprochen wurden. Genauer gesagt, ist es nur Yeto Carell, dem die Gemeni einen ZA fest versprechen. Die Reaktionen der Figuren fallen unterschiedlich aus. Die Eltern Yetos, Millard und Pendo Carell, geraten zumindest kurzzeitig in Streit. Die Motive der Ara bleiben unklar. Und die beiden TLD-Agenten gehen mit an Bord, um natürlich ihrem Chef, und somit der Regierung, aus erster Hand berichten zu können.

Im weiteren Verlauf der Geschichte zeigt sich aber, dass die letzte Woche noch so sorgfältig charakterisierten Figuren keine weitere Entwicklung vollziehen. Zumindest keine, die man als Leser nachvollziehen konnte. Die Ara fällt bei der Autorin durchs Raster und auch die beiden TLD-Agenten bleiben flach. Lediglich den Eltern gönnt die Autorin einige Augenblicke, die deren Gefühlswelt beschreibt. Die Sehnsucht der Mutter nach ihren Garten, die Angst um ihren Sohn, die (späte) Erkenntnis, dass Yeto, wenn er den ZA anlegt, für immer ein Kind bleibt. Der Hüter des Sprosses YETO scheint ganz am Ende eine Entwicklung zu machen. Zumindest beobachtet das sein Vater, der seinem sieben Jahre alten Sohn bescheinigt, erwachsener geworden zu sein.

Aber insgesamt bleiben die Figuren etwas hölzern. Und meinen ersten Eindruck, die Geschichte würde behutsam aufgebaut, musste ich revidieren. Die Geschichte war nun eher langsam und die Details zwar vorhanden aber in der Ausführung irgendwie oberflächlich. Weder mit dem Auswahlverfahren, noch den Figuren, noch mit dem Innenleben des Schiffes oder den Spielen, wurde etwas Herausgehobenes geschaffen. Am Ende wurde die Geschichte auch noch sprunghaft. Yeto sagt, er würde den ZA nicht annehmen. Es sei denn, seine Eltern erhielten auch Zellaktivatoren. Die verblüfften Gemeni lassen Yeto mit seinen Begleitern ziehen. Dem Sanudh erklärt Yeto kurz vor dem Ausgang des Schiffes, dass er sich nicht um entschieden habe. Und schließlich erscheint auch noch mal Bhal Haddhunis und fragt nach. Und hier antwortet Yeto, dass er annehmen werde. Zwischen der Ablehnung gegenüber dem Sanudh und der Frage des Bhals gab es kein Ereignis. Ich habe es nicht verstanden. Es ist, als ob der Geschichte hier etwas fehlen würde.

Eigentlich sind alle Elemente vorhanden, die ich von einer solchen Geschichte erwarte. Allerdings wird zu keiner Zeit ein Konfliktpotential geschaffen, das den Fortgang interessant erschienen ließe. Die vier Regierungsvertreter geben brav ihr Statement ab, sich nicht selbst für einen ZA zu bewerben. Aber die Gelegenheit sich mit dem Thema Unsterblichkeit auf dieser Ebene auseinanderzusetzen, lässt Susan Schwartz weitgehend verstreichen. Eine gepflegte Langeweile breitete sich aus, bevor am Ende noch ein paar Fakten zu den Gemeni eingeworfen werden.

Der Roman hat mich eingelullt. Ich hoffe, dass Kai Hirdt im nächsten Roman dem Geschehen etwas mehr Tiefe verleihen kann.