Articles for the Month of April 2017

Ansichten zu Perry Rhodan Heft 2904

Gerichtstag des Gondus – von Leo Lukas – Handlung:

Die RAS TSCHUBAI folgt dem Pentasphärenraumer DAAIDEM. Das Schiff des Ghuogondus Puoshoor soll die Terraner zu einem Treffen mit dem Gondu geleiten. Die Schäden, die von den Verschwörern, den Schutzgeistern, angerichtet wurden, sind inzwischen behoben. Auf die noch unbekannten zwei Schutzgeister und dem Barong gibt es keine Hinweise.

An einem Zwischenhalt kommt eine Delegation der Thoogondu, darunter Puoshoor, an Bord. Der Sohn des Gondus will nicht, dass die RAS TSCHUBAI sich Taqondh im Tizillarsystem nähert, auf dem sein Vater Hof halten wird. Rhodan darf mit vier Begleitern an Bord der DAAIDEM gehen. Zum Team des Unsterblichen gehört Penelope Assid, halb Terranerin, halb Báalol und eine schwache Suggestorin. Sie springt für die Chefdiplomatin Fabienne Iukik ein, die erkrankte. Weiterhin sind der Oxtorner Báron Danhuser und der Terraner Dean Tunbridge dabei. Alle tragen Slender-SERUNS, die durch extreme Miniaturisierung kaum auftragen. Perry Rhodan verlässt die RAS TSCHUBAI nur ungern. Die Krise mit den Schutzgeistern ist noch nicht überstanden und Sichu Dorksteiger hat nur wenig über die Holzkästchen in Erfahrung gebracht, außer, dass sie in geringem Maße hyperenergetisch aktiv sind, was an einer Beschichtung des Holzes liegt.

Das Quartett geht dennoch an Bord der DAAIDEM. Sie geben ihre Waffen ab. Ihnen werden zwei Begleiter zur Seite gestellt, die sie durchs Schiff führen. Sfianid und Kauttuno präsentieren stolz den mit allerlei Prunk ausgestatteten Raumer. Da die Koordinaten der Zielwelt unbekannt sind, versucht die RAS TSCHUBAI dem Pentasphärenraumer zu folgen. Deren Lokatoren erlauben Sprünge von bis zu 3000 Lichtjahren. Die Thoogondu zeigen sich davon überzeugt, dass sie das terranische Schiff abhängen können. Doch Oberst Cascard Holunder fühlt sich herausgefordert. Die Terraner lassen sich nicht abhängen. Als die RAS TSCHUBAI mit voller Tarnung das Tizillarsystem erreicht, wird sie von einer starken Flotte bereits erwartet und unmissverständlich aufgefordert, Abstand zur Paladischen Welt zu halten. Holunder fügt sich und nimmt eine Position 10 Lichtjahre entfernt ein. Gleichzeitig ist sein Misstrauen geweckt. Woher wissen die Thoogondu immer über die Position des Schiffes Bescheid? Sind es die Schutzgeister, ein Spion oder ist es eine fremde Technik, die hier aktiv ist?

Während des Aufenthalts an Bord der DAAIDEM müssen Perry Rhodan und seine Begleiter auch an Feierlichkeiten teilnehmen. Rhodan fühlt sich unwohl, alt und fehl am Platz. Die unverhohlen zur Schau getragene Überheblichkeit der Gastgeber tut ein Übriges. An Bord werden Drogen konsumiert. Das Luooma gibt den Konsumenten Das Gefühl von Jugendlichkeit und Frische. Allerdings beschleunigt es den Alterungsprozess. Am Zielort, dem Planeten Taqondh ist bereits das Flaggschiff POTOOLEM eingetroffen. Puoshoor hat während des Fluges zahlreiche Andeutungen gemacht, dass ihn sein Vater und die Politik nicht interessieren. Perry Rhodan ist darauf nicht eingegangen. Am 10. Oktober landet das terranische Quartett auf der Paladischen Welt. Auch hier müssen sie zahlreiche Feierlichkeiten erdulden. Für die POTOOLEM gibt es einen eigenen Landeplatz. Rhodan und seine Bergleiter können das Landefeld besichtigen und machen eine eigenartige Entdeckung. Wie auch ihre Raumschiffe haben die Thoogondu das Landefeld mit Einlegearbeiten geschmückt. Eines davon zeigt einen Kugelraumer mit Ringwulst. Und es trägt den Namen ORION im Gondunin-Alphabet. Aus der gelandeten POTOOLEM schwebt ein würfelförmiger Block von 500 m Größe zu einem vorbereiteten Geviert aus Türmen. Dort soll die Audienz stattfinden.

Auf der RAS TSCHUBAI wird dem gesuchten Peilsender inzwischen ein Name gegeben. Der Tracker muss unbedingt gefunden werden. Ausgeschleuste Beiboote können kein Signal empfangen. Es wird vermutet, dass der Tracker mobil ist und nicht ständig sendet. Der Techniker Kriff Dnotz, der mit der ersten Pilotin Briony Legh liiert ist, liefert den entscheidenden Hinweis. Da inzwischen außer Iukik noch weiteres Führungspersonal erkrankt ist, zieht er den Schluss, dass Führungsmitglieder mobiler als andere sind und irgendwo mit etwas in Kontakt gekommen sind, was sie krank macht. Die Expresskabinen geraten ins Visier der Ermittler und man kann nachweisen, dass drei dieser Kabinen mit Hyperkristallen unbekannter Art kontaminiert sind. Kommen diese drei Kabinen sich nahe, wird ein ultrakurzer Impuls abgestrahlt, der den Aufenthaltsort des Schiffes verrät. Die Erkrankten leiden an der Strahlung, können aber geheilt werden. Man baut die Kabinen in eine Korvette ein und schafft sich damit eine Möglichkeit, sie jederzeit auszuschleusen und die Thoogondu zu täuschen. Ein Test verläuft erfolgreich.

Mit zahlreichen anderen Gästen strebt das terranische Quartett zur Audienz des Gondu. Hightech-Leibwächter, die Gäonen, schützen den Herrscher. Selbst Puoshoor muss sich legitimieren. Der Thron des Garanten zeigt sich als türkisfarbener Zylinder. Assid spürt eine drohende Gefahr und tatsächlich bricht plötzlich das Chaos aus. Verschiedene Wesen enttarnen sich und greifen den Gondu an. Da die Terraner ohne Waffen sind, können sie nichts tun. Die Gäonen machen kurzen Prozess mit den Angreifern, wobei sie keine Rücksicht auf die vielen Gäste nehmen. Nur Rhodan und seine Begleiter werden geschont. Assid wird schwer, Rhodan leicht verletzt. Der Gondu war nur ein Doppelgänger. Fünf der Angreifer können festgenommen werden. Am nächsten Tag hält der Gondu Gericht über die Attentäter.

Der Alleinherrscher erscheint wiederum nicht persönlich sondern als Holo. Die Attentäter gehören einer Gruppierung Fürsten des Lichts an und wecken keine Sympathie bei Rhodan. Sie dürfen ihr eigenes Strafmaß wählen. Nichtige Vitrine oder Gedächtnisbuße. Alle wählen die Vitrine. Rhodan wird aufgefordert, das Urteil zu revidieren, d.h. sich für Gedächtnisbuße für die Verurteilten zu entscheiden. Rhodan lehnt dies ab, zumal ihm der Unterscheid der Strafarten nicht mitgeteilt wird. Wie es sich herausstellt, ist die Vitrine ein Todesurteil. Die Verurteilten werden desintegriert. Rhodan greift nun doch ein und die drei verbliebenen Attentäter bekommen die Gedächtnisbuße. Rhodan erfährt erst hinterher, dass sie die Erinnerung daran erhalten haben, ihre eigene Familie ermordet zu haben. Der Terraner ist entsetzt.

 

Rezension:

Michael Marcus Thurner hat es in seinem Blog und Kai Hirdt im Forum ausgesprochen. Die ersten Hefte des Zyklus sollen so geschrieben werden, dass auch Neueinsteiger eine Chance haben. Auch Leser, die den Band 2900 verpasst haben, sollen in den ersten Romanen einen leichten Einstieg in die Thematik erhalten. Die beiden Autoren haben ihre Aufgabe ganz gut gelöst. Leo Lukas wiederholt ein wenig zu viel der bisherigen Ereignisse. Daran ändert auch nichts, dass er bislang unbekannte Besatzungsmitglieder, z.B. die erste Pilotin, dazu benutzt, um seine Wiederholungen zu platzieren. Nachdem sich zweitrangige Besatzungsmitglieder mit den Ereignissen beschäftigten, lässt Lukas auch noch Perry Rhodan das Vergangene Revue passieren. Das war ein wenig zu viel des Guten (selbst für Neuleser).

Leo Lukas macht gleich zu Beginn deutlich, wie er seinen Roman angeht. Insbesondere in den Dialogen wählt der Autor eine einfache, launige Sprache. Schnell kristallisieren sich zwei Handlungsebenen. Die eine wird von Perry Rhodan und seinem kleinen Einsatzteam bestritten, die andere beschreibt mit vielfältigen Personal die Aufklärung der Spiontechnik an Bord der RAS TSCHUBAI.

Rhodans Team muss sich mit zwei Dingen auseinandersetzen. Dem Prunk und die Überheblichkeit der Thoogondu und dem undurchschaubaren Gebaren des Herrschersohns. Die Sprache des Autors ist dabei genauso ausschweifend wie der dargestellte Prunk. Das war am Anfang witzig, später nervte es mich zusehends. Zum Ende hin, als die Dramatik des Geschehens zunahm, wurde es wieder besser. Wobei die äußerst blumige Sprache von Leo Lukas doch einige Merkwürdigkeiten produzierte. Pen Assid „umtanzte“ die Thoogondu, wirbelte „mehrfach um die eigene Achse“. Was für ein merkwürdiges Bild muss das gewesen sein. Glücklicherweise musste ich es nicht sehen. Lesen war da schon schwer genug.

Bislang war das Auftreten des Titelhelden gegenüber den Gastgebern von Diplomatie geprägt. Diese Zurückhaltung währt nun bereits seit vier Romanen. Dabei ist die Form der Einladung, nämlich Sonnen zu zünden und dabei beabsichtigt oder unbeabsichtigt eine ganze Welt zu vernichten, unbedingt ein Grund, den Perry Rhodan zwingend zur Sprache bringen muss. Erstmals seit vier Geschichten verschärft der Terraner seinen Ton, als er dem Sohn des Gondus an Bord der RAS TSCHUBAI Verzögerung vorwarf. Dieser Moment währte jedoch nur kurz. Dann ist Rhodan wieder förmlich. In der Folge rückt Leo Lukas den Unsterblichen ziemlich an den Rand des Geschehens. Nur scheinbar steht der Unsterbliche noch im Mittelpunkt. Tatsächlich wird er von der Chefdiplomatin Fabienne Iukik vorgeführt, in der Wahl des Einsatzteams übergangen, und von ebenjenen auf dem Flug zum Gondu mehrmals düpiert. Auch ansonsten lässt Leo Lukas keine Gelegenheit aus, dass sich Perry Rhodan über sich selber ärgert. Der Unsterbliche erduldet alle Feiern und mag diese auch nicht, er lässt unzählige Gelegenheiten verstreichen, um mit Puoshoor ein klares Wort zu führen. Selbst als er erfährt, dass die angedachte Audienz keinesfalls nur für ihn alleine ist und er sich in eine Warteschlange einreihen muss, bleibt Rhodan ruhig. Zu ruhig. Und in den entscheidenden Momenten macht sich Rhodan zum Erfüllungsgehilfen eines grausamen Rechtssystems, das er nicht durchschaut und trotzdem handelt er.

Die zweite Handlungsebene an Bord der RAS TSCHUBAI konnte mich mehr begeistern. Abgesehen von den Wiederholungen des letzten Heftes legten die Terraner etwas Geschick an den Tag. Sie konnten der DAAIDEM folgen, auch wenn sie bereits erwartet wurden. Dennoch konnten die Terraner bei dem Hase-Igel-Spiel überzeugen. Seltsam nur, dass ANANSI durch Berechnungen „strapaziert“ wurde. Aber die Semitronik zeigt sich leistungsmäßig schon seit einiger Zeit eher auf dem Niveau eines Taschenrechners.

Sichu Dorksteiger kommt mit den Holzkästchen nicht weiter. Immerhin will sie nun – nach Tagen – mal einen Blick hineinwerfen. Das ist natürlich eine epochale Herangehensweise! Andere Besatzungsmitglieder zeigen sich empirischer. Man kommt dem Tracker auf die Spur und kann vielleicht zukünftig ohne Beobachtung der Thoogondu operieren.

Vier verschiedene Autoren haben die ersten vier Romane des neuen Zyklus im Goldenen Reich verfasst. In allen Romanen zeigt sich Perry Rhodan zurückhaltend. Positiv kann man das mit dem Begriff „diplomatisch“ belegen. Negativ zeigt sich der Held zu zaudernd. Es gibt längst genügend Situationen, in denen der Held ein energischeres Auftreten hätte zeigen können und müssen. Das Eingreifen in ein Rechtssystem, das Perry Rhodan nicht versteht und er dafür auch keine Erklärungen bekam, stellt jedoch einen unrühmlichen Höhepunkt dar. Gerade da hätte der Held sich zurückziehen müssen.

Rhodans Teilnahme am Prozess, spätestens jedoch die Teilnahme an der Urteilsvollstreckung sind dumm und unüberlegt. Seine Einmischung ohne jede Kenntnis ist beängstigend. Ich weiß nicht, was sich die Autoren dabei gedacht haben. Denn auf den Mist von Leo Lukas alleine ist diese Beschreibung Perry Rhodans sicherlich nicht gewachsen. Diese Szene wertet den Roman ab und auch den Zyklus. Da lässt sich auch nichts reparieren.

 

Ansichten zu Perry Rhodan Heft 2903

Der Bund der Schutzgeister – von Kai Hirdt – Handlung:

An Bord der RAS TSCHUBAI hat die Kosmolinguistin Attina Hopkinson einer Befragung per SEMT zugestimmt. Sie ist Zeugin des vermeintlichen Mordes von Vogel Ziellos und Ben Jello an einem Thoogondu. Nun sollen ihre Erinnerungen an die Tat über den SEMT-Transfer überprüft werden. Klavs Herm Luetyens, der Leiter der Bordsicherheit wird Hopkinsons Erinnerungen nacherleben. Und Rhodan wird die Ereignisse über eine Projektion verfolgen. Das Ergebnis schockiert den Unsterblichen. Vogel Ziellos hat den Mord begangen. Und Attina Hopkinson hat es beobachtet. Zur gleichen Zeit findet ein Treffen der Schutzgeister statt. So nennen sich einige Besatzungsmitglieder, die ein Verbrechen der RAS TSCHUBAI in den Magellanschen Wolken zum Anlass nahmen, um das Grauen, das von dem Schiff ausgeht, nicht noch einmal entstehen zu lassen. Der angebliche Mord bestärkt die Gruppierung noch in ihrem Denken. Sie greifen auf das gespeicherte SEMT-Verhör zu und planen ihr Vorgehen. Sie wollen den zweiten Piloten Kantweinen prüfen, ob er sich ihrer Gruppierung anschließt.

Ganz andere Probleme haben Täller und sein Ziehvater Andris Kantweinen. Der Waisenjunge von Maandam, der unbedingt zu den Sternen fliegen wollte, hat seinen Platz an Bord noch nicht gefunden und der zweite Pilot des Riesenschiffs tut sich mit seinen neuen Pflichten als Vater schwer. Nachdem seine Aufnahme in eine Sportmannschaft gescheitert ist, streift Täller enttäuscht durchs Schiff und Kantweinen sucht ihn. In Ogygia hat Täller die Xenolinguistin Uma Lee getroffen. Der Maandame spricht sie auf das Holzkästchen an, das Uma Lee in ihrem Besitz hat. Er kann es riechen, auch jetzt, wo sie es nicht dabei hat. Und er ist fasziniert davon, dass das Kästchen mit seiner Besitzerin spricht, auch wenn Lee das verneint. Als Kantweinen dazu kommt, lädt sie den Piloten in ihr Quartier ein. Sie drückt ihm das geöffnete Kästchen in die Hand, doch irgendetwas lässt Kantweinen zögern, hineinzugreifen.

Die Schutzgeister sind von der fehlenden Resonanz Kantweinens enttäuscht. In der Nacht wollen sich zwei Mitglieder in Ogygia treffen. Dann soll Barong verraten, um was es geht. In der Nacht ist auch Täller in der Landschaft des Schiffes unterwegs und belauscht Uma Lee bei einem Treffen mit einem unbekannten Mann. Diebstähle werden erwähnt und der Kommandant des Schiffes soll in einem Raum gelockt werden. Der Unbekannte würde dafür sein Leben sogar opfern. Täller erzählt Andris Kantweinen von seinem Ausflug und der informiert Perry Rhodan, der Kommandant Cascard Holonder und den Sicherheitschef hinzuzieht. Die berichten, dass Sprengstoff entwendet wurde und Holonder sich das ansehen wollte. Dem Attentäter soll eine Falle gestellt werden. Doch auch die Gruppierung erfährt von diesem Plan.

In einem Nebenraum der Zentrale explodiert ein Sprengsatz. Der Schaden ist gering, doch der Sprengsatz war in der angrenzenden Unterkunft Holonders versteckt. Der Verschwörung ist nur schwer beizukommen. Datenspuren wurden manipuliert und es gibt viele Verdächtige. Täller kann entscheidend dazu beitragen, dass ein weiterer Schutzgeist enttarnt wird. Neben Uma Lee, die beobachtet wird, findet sich ein Holzkästchen bei Amauran Aist. Der Waffeningenieur will seine Geschichte freiwillig per SEMT-Datenstrom erzählen. Rhodan empfängt sie und ist entsetzt. Vor sieben Jahren hat die RAS TSCHUBAI Waffentests in den Magellanschen Wolken durchgeführt. Drei Gurradschiffe forderten die Terraner auf, das Gebiet zu verlassen. Kommandant Cascard Holonder ignorierte die Aufforderung nicht nur, er ließ die Gurrads mit dem Aagenfelt-Blitz beschießen. In der Folge drifteten die drei Schiffe in eine nahegelegene Sonne und wurden vernichtet. Hunderte Gurrads starben. Der Vorfall wurde unter Beteiligung der gesamten Zentralebesatzung, einschließlich Luetyens vertuscht. Aist fand später ein kleines Holzkästchen in seinem Quartier. Über das Bordnetz wurde er von einem Unbekannten, der sich als Barong vorstellte, kontaktiert und als Schutzgeist rekrutiert.

Rhodan stellt ein Ermittlerteam zusammen aus Leuten, die so jung sind, dass sie vor sieben Jahren nicht dabei waren. Die Logdateien werden ausgewertet. Demnach sind vor sieben Jahren tatsächlich drei Gurradschiffe vernichtet worden, allerdings unbemannte alte Einheiten, die für Waffentests erworben wurden. Doch die Logdateien sind manipuliert worden. Rhodan bittet Andris Kantweinen, der damals ebenfalls in der Zentrale war um eine SEMT-Befragung. Nach Kantweinens Erinnerungen ist seinerzeit nichts geschehen. Rhodan hat nun eine belastende und eine entlastende Aussage.

Der Unsterbliche hegt den Verdacht, dass die Datenmanipulationen jedoch nicht vor sieben Jahren stattfanden, sondern erst vor kurzem. Auch die Datenfälschung beruht auf Gedächtnismanipulation. Ein weiterer Schutzgeist wird enttarnt. Auch bei Chiara Logau wird ein Holzkästchen gefunden und von Sichu Dorksteiger untersucht. Mit Myrrdin Hawk und Yerrem Karatas sind fünf Schutzgeister von mutmaßlich sieben bekannt. Ob Barong zu den sieben gehört ist allerdings unbekannt.

Karatas versucht sich der Gefangennahme zu entziehen. Er führt einen Anschlag gegen die Zyklotraf-Speicher durch, der im letzten Moment vereitelt werden kann. Karatas stirbt dabei. Während Logau und Aist verhaftet sind, werden Lee und Hawk unauffällig beobachtet, um mehr über die Schutzgeister zu erfahren.

Perry Rhodan erhält von Farye die Nachricht, dass die Gefangenen befreit wurden. Und er bekommt die Einladung oder vielmehr die Aufforderung den Gondu zu treffen. Der Flug der RAS TSCHUBAI führt nach Taqondh.

 

Rezension:

Mit Romanheft 2903 feiert Kai Hirdt seinen Einstand als Teamautor in der Erstauflage. Der Autor schreibt für NEO, hat zur Arkon-Miniserie einen Roman beigetragen, hat die Jupiter-Miniserie mit gestaltet und ist auch im Comicbereich aktiv. Die Geschichte, mit der Kai Hirdt hier nun aufwartet, spielt zu 100 Prozent an Bord der RAS TSCHUBAI und blendet das Geschehen um das Goldene Reich weitgehend aus. Lediglich der Mord an einem Thoogondu und die auf der letzten Seite ausgesprochene Einladung des Gondu an Perry Rhodan stellen Verknüpfungspunkte zur Zyklusstory dar.

Die ersten drei Seiten seiner Geschichte verwendet der Autor zur Vorstellung der wichtigsten Protagonisten. Perry Rhodan, der auf der Suche nach der Wahrheit ist. Täller, der auf der Suche nach seinen Platz an Bord ist und Andris Kantweinen, der Täller sucht aber eigentlich auf der Suche nach der Antwort auf die Frage ist, warum er Täller mitgenommen hat. Und da ist noch die zunächst unbekannte Gruppierung der Schutzgeister, die der Autor unter der Kapitelüberschrift „Geisterstunde“ ihre konspirativen Treffen ausrichten lässt. Früh fällt der Begriff Magellanschen Wolken und deutet auf ein Ereignis in der Vergangenheit hin. Mit dem Begriff Geisterstunde konnte ich zunächst nichts anfangen. Möglicherweise hat es etwas damit zu tun, dass sich die Schutzgeister in der Nacht – zur Geisterstunde – treffen. Vielleicht aber sind es die ominösen Holzkästchen, bzw. die geisterhaften (?) Stimmen, die Täller wahrzunehmen glaubt, die zu diesem Begriff führten.

Nun denn, die Geschichte entwickelte sich zunächst langsam aber stetig. Die Ergebnisse aus Hopkinsons Befragung überraschten nicht. Die Manipulation von Erinnerungen ist ein roter Faden, der sich durch die letzten Romane zieht. Die Charakterkonstellation Täller und Kantweinen wird vom Autor näher beleuchtet und traf dabei meinen Geschmack, was die Mischung aus Beruflichen, Privatleben und Gefühl anging. Ganz am Anfang der Geschichte gönnt Kai Hirdt seinem Protagonisten Kantweinen auch einen Blick auf Perry Rhodan. Statt jedoch irgendwelche Ereignisse aus Rhodans Leben Revue passieren zu lassen, macht sich Kantweinen Gedanken zu Rhodans Gefühlen. Ein kleiner Moment zwar nur, aber ein seltener. Meist begegnen die Nebenfiguren dem Unsterblichen anders. Zumeist wird auf die unglaubliche Historie der Figur und ihre Erlebnisse reflektiert. Kantweinen jedoch bemerkt die Last auf Rhodans Schultern und was sie aus dem Unsterblichen macht. Das waren nur zwei, drei Sätze, aber sie gefielen mir gut.

Über Täller knüpft der Autor an den Handlungsfaden der Schutzgeister an, die sich über das Holzkästchen identifizieren ließen. Die Gedankenwelt der Schutzgeister blieb zunächst mysteriös. Erst als das erste Mitglied gefangen und verhört wurde, bekam dieser Strang mehr Klarheit. Auch hier ging es um die Manipulation von Erinnerungen. Ich bin gespannt, wie das mit den Manipulation der Erinnerungen im Goldenen Reich zusammenhängt. Die Story wurde zusehends komplexer, denn nun kristallisierte sich heraus, dass manche Ereignisse gar nicht vor Jahren geschahen sondern diese Vergangenheit Teil der manipulierten Erinnerungen war, ebenso wie die die Erinnerungen an die Datenmanipulation erst kürzlich erfolgte. Auch wenn es auf der Hand lag, dass auch die Erinnerungen an die Datenmanipulation erst kürzlich erfolgte und nicht bereits vor 7 Jahren, war der Schluss, den Rhodan während des Gesprächs mit dem Sicherheitschef und dem Ermittlerteam zieht, vom Autor clever angelegt.

Erfreulicherweise wurde die Geschichte nicht über Effekte vorangetrieben, sondern überwiegend durch Dialoge. Die kleine Explosion am Anfang spielte dabei die Rolle, die Figuren auf die Spur von Lug und Trug zu bringen. Erst kurz vor Ende seiner Geschichte tut Kai Hirdt etwas für die Action. Ansonsten Dialoge, Dialoge, Dialoge! Und alle durchdacht und flüssig zu lesen.

Mein Fazit: Ein packender Roman mit einem gut getimten Spannungsbogen.

 

Ansichten zu Arrival

Arrival

Ich habe endlich auch Arrival gesehen. Der Film von Denis Villeneuve (Prisoners, Enemy, Sicario) besticht auf der Blu-ray nicht gerade mit Referenzverdächtigen Bild. Die Schärfe ist noch durchgehend gut und auch die blassen Farben passen zum Film. Die reduzierte Farbpalette lässt aber dennoch die eine oder andere Szene flach erscheinen. Etwas mehr Plastizität hätte ich mir da schon gewünscht. Aber insgesamt kann ich mit den stilmittelbedingten Einschränkungen leben. Zumal die Bildqualität nach ein paar Filmminuten eher zweitrangig wird. An zwölf Orten der Erde sind 450 Meter hohe monolithische Raumschiffe gelandet. Die Linguistin Louise Banks (Amy Adams) und der Mathematiker Ian Donnelly (Jeremy Renner) werden beauftragt, zu den Wesen an Bord des Schiffes, das Montana angesteuert hat, in Kontakt zu treten und deren Absichten herauszufinden. Dieses Unterfangen erweist sich als Herausforderung. Nach und nach können Louise und Ian über Logografien eine Verständigung mit den Außerirdischen herbeiführen. Auch an den anderen Landeorten sind Teams im Einsatz und anfänglich werden die gewonnenen Erkenntnisse auch untereinander über Ländergrenzen hinweg getauscht. Obwohl sich die Außerirdischen friedlich verhalten, steigt jedoch weltweit die Nervosität an und einige Länder, allen voran China, betrachten die Raumschiffe als Bedrohung. Das wird noch verstärkt, als eine Botschaft der Außerirdischen falsch interpretiert wird. Eine militärische Auseinandersetzung scheint unvermeidlich. Nur Louise Banks ist nicht bereit aufzugeben. Sie sucht weiter den Kontakt zu den Außerirdischen, um einen Krieg zu verhindern.

Ich bin selten von einem Film binnen weniger Minuten so vereinnahmt worden, wie es bei Arrival der Fall war. Dem Film merkt man an, dass die Vorlage auf einer Kurzgeschichte beruht. Obwohl der Film natürlich mit einer breiten Darstellercrew aufwartet, steht Louise Banks im Mittelpunkt allen Geschehens. Die anderen Figuren spielen kaum eine Rolle. Nur Ian Donnelly, der wichtige Erkenntnisse beibringt, kann etwas aus den Schatten hervortreten, zudem erlangt er in der Lebensgeschichte der Hauptfigur eine besondere Bedeutung. Ähnlich wie bei einer Kurzgeschichte wirkt vor allem der Schluss des Films, die Lösung der Geschichte noch lange in mir fort. Das Besondere ist, ich will mit meinen Gedanken und Überlegungen gar nicht alles Enträtseln. Es macht einfach Spaß, die Gedanken zu dem Film treiben zu lassen und nicht alles erklären zu wollen. So, wie es eben bei einer Kurzgeschichte auch der Fall ist.

Der Ton stammt übrigens einmal mehr in einem Villeneuve-Film von Jóhann Jóhannsson. Schon bei Sicario hat der Komponist eine fantastische Arbeit geleistet. Arrival ist nochmal ein bisschen besser. Extrem präzise tonale Effekte und ein genialer Tiefenbass über den Subwoofer sorgen für ein Eintauchen in den Film.

Absolut empfehlenswert!