Articles for the Month of April 2017

Ansichten zu Perry Rhodan Heft 2906

Das gestohlene Raumschiff – von Michael Marcus Thurner – Handlung:

In Terrania auf der Erde des Jahres 1551 NGZ wächst Yeto Carell auf. Der siebenjährige Junge leidet unter einer sehr seltenen Krankheit. Die Intermittierende Muskuläre Atonie, kurz IMA, lässt den Jungen zusammenbrechen, weil die Muskulatur versagt. Die Anfälle sind lebensbedrohlich. Sein Medorobot Nestor ist immer an seiner Seite. Nur etwa 100 Menschen im Solsystem, hauptsächlich Terraner, leiden an der Krankheit, die die besten Ärzte vor Rätsel stellt. Da siebzig der Erkrankten in der Onryonenstadt Iacalla auf Luna leben, mutmaßen sie, dass IMA vom Atopischen Tribunal eingeschleppt wurde. Allerdings erklärt das nicht die dreißig Erkrankten auf Terra. Yeto ist trotz seiner Krankheit ein aufgeweckter Junge und will sich von der Schwarzen Clara, wie er seine Anfälle nennt, nicht unterkriegen lassen. Aber seine Eltern, der Wohnungsdisponent Millard Carell und die Obstdesignerin Pendo Carell bangen um sein Leben.

Eines Tages findet Yeto im Garten seiner Mutter ein ovales blaues Steinchen von der Größe eines Senfkorns. Er nimmt es mit in sein Zimmer und stellt erstaunt fest, dass es einen Tag später auf die doppelte Länge angewachsen ist. Wieder einen Tag später hat sich sein Fund erneut vergrößert und mit jedem weiteren Tag wächst das ovale Gebilde. Eine Freundin, der er von seinem Fund erzählt, schaltet den Reporter Sommer ein, der für das Mediennetzwerk Sol/intern arbeitet. Der Reporter zeigt sich an dem mittlerweile 50 cm großen Gebilde interessiert, doch Pendo wirft den Mann raus. Das ovale Ding sieht inzwischen wie ein kleines Raumschiff aus. Kurze Zeit später wird bei einem Einbruch der Fund Yetos gestohlen. Der Zustand des Jungen, der in den vergangenen Tagen stabil war, verschlechtert sich wieder. Der Onryone Locctar Vetshener, der Yeto ein Freund ist, sieht einen Zusammenhang zwischen Yetos zwischenzeitlichen Wohlbefinden und dem merkwürdigen kleinen Schiff und verständigt die Behörden.

Der TLD-Agent Paracel Fitzgerald macht sich zusammen mit seiner Partnerin Ona Jutaite auf die Suche nach dem Reporter und dem gestohlenen Raumschiff. Sie durchsuchen Sommers Wohnung und ein Lager. Sie finden Spuren, die zu Ariel Butenandt, einem Synthogenetiker führen. Ihm werden Verbindungen zum Techno-Mahdi nachgesagt. Butenandt und Sommer sind misstrauisch gegenüber der Regierung. Nach Aussage Butenandts will Sommer das Raumschiff aus Angst, die Regierung könnte es unterschlagen, selbst der Öffentlichkeit präsentieren. Die beiden TLD-Agenten bekommen den Namen des Immobiliendisponenten Juna-Junte genannt. Der hat Sommer eine alte Sporthalle besorgt und dort legen sich die Agenten auf die Lauer. Als der Reporter die Halle betreten will, wird er verhaftet. In der Halle wird das Raumschiff gefunden, das inzwischen über dreißig Meter misst.

TLD, Militär und Wissenschaftler machen sich über den Fund her und erfahren doch nichts. Bald ist das semitransparente Schiff zu groß für die Halle. Das Dach wird abgetragen und da in unmittelbarer Nähe keine hyperenergetische Technologie eingesetzt werden kann, muss das Schiff mit Stahltrossen umwickelt zum Raumhafen transportiert werden. Nach Tagen hört das Wachstum endlich auf. Das Schiff misst 4960 Meter in der Länge und 3530 Meter in der Breite. Auf allen Empfangsgeräten Terras ist eine Botschaft zu hören. Die Stimme stellt das Volk der Gemini vor, die in Frieden kämen und im Auftrag GESHODS. Sie errichten eine Schutzzone über die verwaiste Mächtigkeitsballung und pflanzen im Solsystem das erste Pacische Rhizom. Hekéner Sharoun, der Resident der Liga Freier Galaktiker bittet die Gemini, mit ihrem Schiff aus dem Solsystem abzuziehen, um auf neutralen Boden weiter zu verhandeln. Ein Gemini namens Bhal Haddhunis (Aussehen siehe Titelbild) will dem auch gerne nachkommen. Zuvor will er sein Schiff, den GESHOD-Spross öffnen, da sie nichts zu verbergen hätten. Und er hat Geschenke mitgebracht. Über Trivid richtet er eine Botschaft an Yeto Carell. Bhal Haddhunis hält einen Zellaktivator in der Hand. Er ist für Yeto bestimmt, um ihn zu heilen. Dieser erste von 1000 Zellaktivatoren ist für Yeto reserviert.

 

Rezension:

Mit einigen Heften Verzögerung eröffnet Michael Marcus Thurner den Genesis-Zyklus standesgemäß mit der von mir schon schmerzlich vermissten Einschüchterungsgebärde. Während normalerweise der Jubiläumsband für die Einführung einer Bedrohung für die Heimatwelt der Menschen herangezogen wird, überrascht das Exposé-Team und verlegt dieses Thema in den siebten Band des laufenden Zyklus. Und natürlich ist es auch gar keine Bedrohung. Die Gemini sind überaus freundlich und haben sogar Geschenke mitgebracht.

Hauptthema oder vielmehr Hauptakteur des Romans ist allerdings ein kleiner Junge. Denn die Szenen, mit der ich meine Ansichten hier eröffnet habe, stellt Michael Marcus Thurner ganz ans Ende seiner Geschichte. Und tatsächlich ist es erst der letzte Satz des Romans, der das Geschenk der tausend Zellaktivatoren zum Inhalt hat. Die Kapitel davor gehören jedoch Yeto Carell. Eigentlich ein normaler Junge, der dreitausend Jahre von unserer (Leser)Welt entfernt in der Hauptstadt der Erde aufwächst und die gleichen Träume und Sehnsüchte, die gleichen Gefühle und Ängste wie ein Kind unserer Zeit hat. Die Beschreibungen sind dem Autor überaus gut gelungen und die Figur Yetos, wie auch die Figuren in seinem Umfeld wirken glaubhaft.

Auch die beiden TLD-Agenten und die anderen Protagonisten hat der Autor gut charakterisiert. Die Figuren in dieser Geschichte „passen“ alle, sind stimmig und harmonieren mit den Handlungen. Die Alltagswelt der Terraner wird nicht zu exotisch beschrieben. Man kann sich als Leser in vieles hineinversetzen. Na ja, bis auf einen Onryonen als Restaurantbetreiber! Aber vielleicht haben sich die Onryonen an den Anblick in der Öffentlichkeit essender Wesen in den vergangenen Jahren inzwischen gewöhnt.

Die Gesellschaft, die der Autor schildert, ist positiv. Aber es wird keine „Heile Welt“ geschildert. Krankheiten gibt es immer noch. Stadtteile verfallen, wenn schlecht gewirtschaftet wurde oder Ereignisse eintreten, die Auswirkungen auf den Handel haben. Die beiden Agenten bedienen sich illegaler Methoden. Außerirdische werden auch mal nicht mit offenen Armen empfangen und Vorurteile gibt es auch im 52. Jahrhundert.

Wie erwähnt lässt Michael Marcus Thurner erst im letzten Satz seines Romans die sprichwörtliche Katze aus dem Sack. Die Gemini haben ein ganz besonderes Geschenk mitgebracht. Derartige Geschenke gibt es allerdings nicht zum ersten Mal. Und nicht immer verbreiteten solche Gaben die Freude, die man davon erwartet.

Ein schöner Roman mit überzeugenden Figuren.

 

Ansichten zu Perry Rhodan Heft 2905

Das verlorene Volk – von Michelle Stern – Handlung:

Perry Rhodan ist noch immer mit seinen Begleitern auf Taqondh, als er endlich eine Einladung des Gondu erhält. Gäonen bringen ihn an Bord der POTOOLEM. Dort trifft er den Herrscher des Goldenen Reichs. Narashim ist mehr als nur der derzeitige Gondu des Goldenen Reichs. Er repräsentiert auch alle bisherigen Herrscher, denn ihm stehen die Gedächtnisse seiner Vorgänger zur Verfügung. Indem er ihre Erinnerungen in sich vereinigt, ist er der Garant für den Fortbestand des Reiches. Rhodan erfährt von ihm, dass die Thoogondu vor langer Zeit vom Wanderer aus der Milchstraße vertrieben wurden. Narashim will diese Erinnerungen mit Rhodan teilen. Mit einer SEMT-verwandten Technologie nimmt Perry Rhodan an den Erinnerungen von Tothoolar teil, dem designierten Thronfolger in ferner Vergangenheit.

Perry Rhodan wird in das Jahr 28.461 vor Christus versetzt. Tothoolar hält sich zu diesem Zeitpunkt auf Topsid auf. Er hat sich maskiert und nimmt an martialischen Schlachten der archaischen Echsenwesen teil. Die Topsiderin Chetch-Vrren wird ihm eine wertvolle Begleiterin in den Jahren auf Topsid. Dort fühlt er sich frei. Das Goldene Reich und seine Regeln betrachtet er distanziert, obwohl er der Sohn des Gondus ist. Eines Tages wird er von Kommandantin Shinoo überraschend zu seinem Schiff OOTHANT zurückgerufen. An Bord erfährt er vom Tod seines Vaters Baphoor. Der Gondu hatte die Bleibe des Wanderers aufgesucht und ist dort offensichtlich ums Leben gekommen. Tothoolar will entgegen allen Empfehlungen nicht ins heimatliche Prakursystem fliegen, sondern den Wanderer zur Herausgabe des Leichnams seines Vaters auffordern.

Auf den Flug dorthin bekommt Perry Rhodan weitere Informationen. Die Thoogondu stammen nicht aus der Milchstraße. Sie sind aus der Zwerggalaxis Cooris, die Rhodan unter dem Namen Canis Major kennt. Ihre Heimat ist Thoo im System der Sonne Madurant. Die Bleibe des Wanderers bewegt sich auf einer Bahnellipse. Einer der Brennpunkte ist das Prakursystem. Der andere wohl das Solsystem.

Bei der Kunstwelt angekommen, bekommt Tothoolar unerwarteten Besuch. Der Observant Ouruust berichtet, dass sich die Gansan und die Union der Chlorgasatmer gegen das Gondunat erheben werden. Tothoolar soll zur Hauptwelt zurückkehren. Doch wieder weigert sich der neue Gondu. Die Landeerlaubnis auf der Bleibe wird ihm lange verweigert. Endlich meldet sich Niemandssohn, ein künstlicher Thoogondu und wie Rhodan erkennt, ein Pendant zu Homunk. Tothoolar darf die Bleibe alleine besuchen. Rhodan sieht ein abweichendes Wanderer. ES hat seine Kunstwelt für die Thoogondu anders gestaltet. Nur die Maschinenstadt ist gleich. Auch die Spielchen der Superintelligenz sind gleich. Denn er schickt Chetch-Vrren, die Tothoolar von Topsid kennt.

Im Goldenen Saal der Maschinenstadt erlebt Perry Rhodan die Anfänge der Thoogondu. Wie sie 35.066 vor Christus das erste Mal die Heimatwelt verließen, Jahrhunderte später erstmalig ein anderes Sonnensystem erforschten und schließlich nach Poshcooris vorstießen, der Milchstraße. Sie entdeckten das Wirken einer höheren Macht und der Gondu Sholuud besuchte die Bleibe des Wanderers. Zunächst bekam Sholuud eine Zelldusche und später einen Vitalenergieakkumulator, der ihm 1240 Lebensjahre schenkte. Das Gerät wurde dann an den nächsten Gondu vererbt.

Der Wanderer ist nicht zu sprechen und Niemandssohn verweigert ohne Begründung die Herausgabe von Baphoors Leichnam. Er lässt durchblicken, dass die Suche Baphoors nach dem zweiten Brennpunkt der Bahnellipse der Grund für seinen Tod ist, denn der Wanderer hat Flüge dorthin untersagt. Der Wanderer lässt über Niemandssohn mitteilen, dass die Verbindung mit dem Gondunat aufgelöst wird und die Thoogondu Poshcooris verlassen sollen. Als letztes Geschenk erhält Tothoolar die Formel für das Material Pedgondit.

Tothoolar, nun offizieller Gondu, lässt die Gansan und die Union der Chlorgasatmer angreifen und entledigt sich dieser Bedrohung. Und er schickt die Reichsflotte gegen die Bleibe des Wanderers. Die Flotte erleidet fatale Verluste und die Bleibe verschwindet. Es ist Shinoo, die Tothoolar endlich zur Vernunft bringen kann. Alle Spuren werden verwischt, niemand bleibt zurück, als die Thoogondu in einem riesigen Treck die Milchstraße verlassen, mit dem festen Willen, eines Tages zurückzukehren.

Während des Fluges wird der Thron des Gondus aus Pedgondit hergestellt. In diesen Thron wird der Vitalenergieakkumulator integriert. Auch Narashim sitzt nun auf diesem Thron, der ihm die Lebensspanne von 1240 Jahren gewährt. Aber er ist ein Gefangener des Throns, denn er kann ihn nur für maximal 62 Stunden verlassen.

 

Rezension:

Vor der Lektüre gefragt, hätte ich nicht beantworten können, was mich in dem Roman erwartet. Nach der Lektüre lautet meine Antwort: Vieles hätte ich mir auch selbst zusammenreimen können. Diese Art von „Geschichtserzählung“ ist nicht neu. Perry Rhodan hat schon unzählige Male auf diese oder eine ähnliche Weise Zusammenhänge erklärt bekommen. Und mit ihm der Leser. Die Elemente, die Michelle Stern in ihrer Geschichte verbaut, sind bekannt, auch wenn sie andere Namen tragen.

Allerdings hat es mir dennoch Spaß gemacht zu lesen, wie in ferner Vergangenheit frühere „Günstlinge“ von ES mit der Situation umgegangen sind. Ich erwartete auf jeder Seite der Geschichte eine Bombe. Aber so richtig geknallt hat es an keiner Stelle.

Die Passage, bis Rhodan endlich den Thronsaal erreicht, zog sich ein wenig und sprach mich am wenigsten an. Die Schilderungen auf Topsid gehörten zu jenem Teil des Romans, der mich überraschen konnte. Wie schon Narashim gegenüber Rhodan erwähnte, zeigt sich darin der Charakter der Figur Tothoolar. Er ist wild, ungebändigt und lässt sich nichts vorschreiben. Später, als Gondu, muss er doch den Rat anderer folgen und sein Volk in die Ferne führen.

In der Geschichte, wie sie Rhodan erfährt bleiben viele Fragen offen. Was ist mit den Thoogondu in Cooris? Ist die Heimatwelt der Thoogondu ebenfalls aufgegeben worden? Was ist mit Baphoor tatsächlich geschehen? ES treibt so manche Scherze aber einen Mord auf Wanderer zur Strafe, weil derjenige einen verbotenen Sektor angeflogen hat? Warum die Bestrafung eines ganzen Volkes mit Verbannung? Im Roman werden „Jahrtausende“ erwähnt, die der Bund des Wanderers mit dem Gondunat bestand. Selbst wenn die Thoogondu nicht ganz so viele Welten wie die Terraner in dieser Zeitspanne besiedelt haben, bleibt die Frage, wie diese vielen Milliarden und aber Milliarden in 100.000 Schiffe passten? Und warum man nicht eine der nächstgelegenen Galaxien angeflogen hat? Warum 111 Millionen Lichtjahre weit? Die Mächtigkeitsballung von ES ist deutlich kleiner. Und warum wollen die Thoogondu zurück? Die Milchstraße ist ja nicht ihre Heimat, wie wir nun wissen.

Die Aufklärung der Hintergründe wird wohl noch ein bisschen auf sich warten lassen. Die Handlung springt mit dem nächsten Band in die Milchstraße.

 

Ansichten zu Perry Rhodan Terminus Heft 1

Zeitspringer – von Uwe Anton – Handlung:

Die Geschichte beginnt am 05. September 1523 NGZ im Kuipergürtel des Solsystems. Auf Orcus, einem der zahlreichen Plutinos, wurde bei einem Einschlag eine Kaverne freigelegt. Darin entdeckten Archäologen neun Obelisken, die um einem Sockel aus Hyperkristallen schweben. Die Obelisken werfen keinen Schatten. Als Perry Rhodan den Fundort aufsucht, wundert er sich. Er kann sich nicht erinnern, aber alles kommt ihm vertraut vor. Als der Unsterbliche den Sockel berührt, wird alles klarer. Er erinnert sich plötzlich an Ereignisse, die ab dem 30. Oktober 3430 alter Zeitrechnung im Kuipergürtel ihren Anfang nahmen.

Die WOOGAN-237, ein kleines getarntes Schiff des Imperiums Dabrifa befindet sich auf Kurs ins Solsystem. Es sind drei Agenten an Bord. Juki Leann und ihr Kollege Darren Zitarra können sich nicht ausstehen. Beide müssen jedoch mit dem Dritten im Bunde, Wloto Gribsen, zusammenarbeiten. Ihr Ziel ist die Informationsbeschaffung über Paratrontechnologie, bzw. die Zerstörung wichtiger Anlagen auf den Saturn-Monden. Die Anti-Terranische Koalition glaubt, dass sich das Solsystem gegen einen Angriff mit einem systemumspannenden Paratronschutzschirm schützen kann. Der Aufbau dieses Schirms muss verhindert werden.

Die drei Agenten geraten zufällig mit ihrem Schiff in den Aufbau des ATG-Feldes. Perry Rhodan hat Fall Laurin ausgerufen. Die Energien des ATG-Feldes lassen die WOOGAN-237 ausbrennen. Die drei Insassen werden verstrahlt. Wloto Gribsen löst sich auf und verschwindet. Der Haluter Icho Tolot kommt zur Hilfe und birgt die beiden Überlebenden. Sie werden in Zellen von Imperium-Alpha inhaftiert. Das Verhör führt der junge SolAb-Agent Alaska Saedelaere. Der Transmittergeschädigte verabreicht Darren Zitarra ein Wahrheitsserum und erfährt so den Plan der Agenten. Er berichtet gerade Admiral Tezen Sadinoha von den Ergebnissen des Verhörs, als die Nachricht eintrifft, dass die Gefangenen aus den Zellen verschwunden sind.

Juki Leann wird plötzlich kalt und ihre Umgebung verschwimmt. Als sie wieder klar sehen kann, ist ihre Zellentür offen. Keine Sicherheitseinrichtung hält sie auf, als sie durch Gänge und Schächte von Imperium-Alpha wandert. Alle Menschen sind verschwunden. Sie glaubt an eine Täuschung. An der Oberfläche angekommen, ist Terrania verlassen. Plötzlich trifft sie doch auf eine Gruppe verwahrloster Terraner. Ein Redner bezeichnet sich als Homo superior. Sie wird gefangengenommen und misshandelt, als ihr plötzlich wieder kalt wird.

Darren Zitarras Zelle steht plötzlich offen. Auch er verlässt sie und begegnet verschiedenen Personen, die ihn misstrauisch mustern. Er wird auf eine Auseinandersetzung aufmerksam. Zwei Humanoide kämpfen gegeneinander. Ihre Körper und Gesichter erscheinen maskenhaft und verändern sich. Dann spürt er wieder die Kälte.

Inzwischen sind Galbraith Deighton, Perry Rhodan und Gucky über die seltsamen Gefangenen informiert worden und vor Ort, als diese wieder in ihren Zellen erscheinen. Die Frau ist übel zugerichtet und muss ärztlich versorgt werden. Der Hyperphysiker Renier Bievre aus dem Waringerteam wird hinzugezogen und macht Messungen. Seine Theorie ist einfach. Zusammen mit den von Icho Tolot gemachten Beobachtungen und den Aussagen der beiden Agenten, die von ihren „Ausflügen“ berichteten, ergibt sich ein Bild. Die beiden Agenten sind durch die Energien des ATG-Feldes zu Zeitspringern geworden. Während Darren Zitarra für ca. 12 Jahre in die Vergangenheit gesprungen ist, hat es Juki Leann möglicherweise für den gleichen Zeitraum in die Zukunft geschleudert. Alte Aufzeichnungen NATHANS und anderer Positroniken scheinen Zitarras Erlebnisse zu bestätigen. Vor 12 Jahren ist ein Unbekannter in Imperium-Alpha eingedrungen und hat Tezen Sadinoha angegriffen. Die Aufnahmen sind unscharf, sie zeigen aber ein Gesicht im Hintergrund, das die Kämpfenden beobachtet. Das könnte Darren Zitarra sein.

Perry Rhodan erklärt den gesamten Fall zur Geheimsache. Er sieht seinen 500-Jahres-Plan gefährdet. Und er hat Angst vor der Zukunft, wie Juki Leann sie schildert. Er versucht die Agenten auf seine Seite zu ziehen. Die Sextadim-Strahlung ist tödlich für die beiden Zeitspringer. Für ihre Hilfe sollen sie medizinische Betreuung erhalten. Rhodan vermutet anhand der Aufzeichnungen weitere Verschwörer in Imperium-Alpha. Die beiden Agenten werden mit Nanopartikeln „geimpft“, um sie verfolgen zu können, wenn sie fliehen. Was Rhodan (noch) nicht weiß, ist, dass Tezen Sadinoha nicht der ist, der er vorgibt zu sein.

Juki Leann und Darren Zitarra werden verlegt. Plötzlich geht das Licht in ihrem Transportgleiter aus.

 

Rezension:

Mit dem Roman „Zeitspringer“ eröffnet Uwe Anton die Mini-Serie „Terminus“, für die er auch die Exposés verfasst. Wie andere Mini-Serien des Verlags ist Terminus auf 12 Hefte konzipiert und in sich abgeschlossen. Neu ist hingegen das Erscheinungsbild. Der Schriftzug Perry Rhodan kommt zwar nach wie vor im typischen Layout daher, wird aber direkt in weiß auf das Titelbild gedruckt. Der Name der Mini-Serie wird von zwei Balken mit silbergrauen Farbverlauf gesäumt. Das finde ich gut gemacht. Alt trifft Modern. Perry Rhodan-Leser erkennen „ihren“ Perry und Neu-Leser werden vielleicht neugierig zugreifen.

Zum Roman. Das Solare Imperium ist zurück! Zackige Meldungen der Art, „Jawohl Sir“ oder „Ja, Sir, jawohl Sir“ werden von Uwe Anton so lässig heruntergeschmettert, als hätte der Autor der ersten Garde der Perry Rhodan-Autoren angehört und nie etwas anderes geschrieben. Seltsam mutet das siezen an, auch unter den langjährigen Freunden Perry Rhodan und Galbraith Deighton, dem Gefühlsmechaniker. Seltsame Fähigkeit. Eigentlich müsste sie ihm helfen, mit „allen“ Menschen klarzukommen. Weil er sie „lesen“ kann. Tatsächlich ergibt sich in diesem Roman ein anderes Bild. Der Solarmarschall wirkt unnahbar auf seine Umgebung. Seine Mitarbeiter werden nicht warm mit ihm.

Seltsam wirken auch die knappen Dialoge auf mich, die Uwe Anton seinen Figuren bei den „offiziellen“ Anlässen spendiert. Aus den kurzen Sätzen ist alles und auch wiederum nichts interpretierbar. Ist das jetzt nur Pflichterfüllung, wenn ein „Jawohl Sir“ gebellt wird? Ist die Person, die das brüllt, glücklich oder verstimmt, vielleicht beleidigt oder angefressen? Fühlt sie sich übergangen? Nur die Figur des Hyperphysikers Renier Bievre lockert das Figurenensemble mit den militärisch korrekten Umgangstönen etwas auf. Vielleicht hat Uwe Anton diese Figur aus der „Autorenzukunft´“ in seinen Vergangenheitsroman mitgebracht, um den Faden zu den modernen Figuren mit Stärken und Schwächen nicht ganz zu verlieren.

Der Auftakt mutet aus meiner Sicht seltsam an. Wenn ich zunächst dachte, dass mal wieder eine Zeitreise den Beginn der Geschichte markiert, kann Uwe Anton diese Befürchtung schnell entkräften. Perry Rhodan erinnert sich an diese Ereignisse, die aus seinem Gedächtnis gelöscht wurden. Es bleibt abzuwarten, ob seine Erinnerungen zu Handlungen in 1523 NGZ führen werden oder ob sich die Miniserie überwiegend mit der Zeit um 3430 beschäftigen wird. Spannend bleibt auch, warum Rhodans Gedächtnis manipuliert wurde.

Die (Handlungs)Zeit Solares Imperium ist mir, ich muss das einräumen, etwas fremd geworden. Mich haben immer die Romane mehr angesprochen, die den Zerfall des SI und den weiteren Weg der Menschheit zum Inhalt hatten. Der Zerfall hatte etwas Morbides, das mir irgendwie gefallen hat. Und der weitere Weg der Menschheit griff endlich das Thema aus Band 1 wieder auf, nämlich den Weg des Menschen in die Zukunft. Mit dem SI traten die Menschen unter Rhodans Führung lange auf der Stelle. Den Einstieg von Uwe Anton in Terminus fand ich dennoch recht vergnüglich und kurzweilig. Mal sehen, wie es weitergeht.

Der Terminus-Edition lag noch eine Postkarten-Collection bei.