Articles for the Month of Oktober 2016

Ansichten zu Perry Rhodan Heft 2879

pr_2879Die Staubtaucher – von Uwe Anton – Handlung:

An Bord der HARVEY können die drei geretteten Raumfahrer des fremden Schiffes stabilisiert werden. Das Gasgemisch, das die Fremden benötigen, wird von der Bordpositronik synthetisiert. Endlich gelingt es auch, mit den Wesen zu reden, die dem Volk der Hogarthi angehören. Der Sprecher der drei nennt sich Jicloaij. Sehr viel geben die Hogarthi nicht von sich. Sergio Kakulkan schickt den 500-Meter-Schlachtkreuzer SAMY GOLDSTEIN zur Unterstützung. Auch Gucky wird dort an Bord untersucht. Die Strahlung des Staubgürtels unterdrückt seine telepathischen Fähigkeiten aber der Effekt ist nur vorübergehend und verschwindet, wenn sich der Ilt vom Staubgürtel fernhält.

Nach einiger Zeit verhalten sich die Hogarthi kooperativer. Die Tiuphoren kennen sie, allerdings sind sie Freunde der Hogarthi. Insbesondere Luas Fähigkeit, im Staubgürtel zu navigieren, erregt ihre Aufmerksamkeit. Sie befürchten, dass diese Fähigkeit, sollten die Gyanli sie nutzen können, ihr Versteck im Staubgürtel auffliegen lassen könnte. Sie wollen einen Beweis von Luas Fähigkeit. Mit der HARVEY fliegen die Zeitwissenschaftlerin Aichatou Zakara, Gucky, Lua, Vogel und Farye erneut los und nehmen die drei Hogarthi mit. Lua demonstriert ihre Fähigkeit, woraufhin die Hogarthi das Schiff zu bestimmten Koordinaten im Staubgürtel lotsen. Man will die Galaktiker zum Aggregat bringen. Ein Pflanzenwesen namens To’a-Anum-Che kommt an Bord. Es wird von einem Insektoiden getragen. Die To’a-Anum dienen dem Aggregat als Navigatoren im Staubgürtel.

Man fliegt zum Aggregat, das sich 7000 LJ entfernt befindet. Vier Tage nimmt der Flug in Anspruch. Das Aggregat entpuppt sich als gigantisches kreuzförmig angelegtes Objekt aus tausenden von Raumschiffen, die miteinander verbunden sind. Die Arme des Aggregats erreichten Längen von 21 bis 43 Kilometer, bei einem Durchmesser von maximal 14 Kilometer. Die LAURIN-Jet schleust ein und Pedcos, der oberste Funktionswart des Aggregats empfängt die Galaktiker. Pedcos ist ein kybernetisches Wesen vom Volk der Aysser und ähnlich dem Erstkontakt zu den Hogarthi, zeigt auch Pedcos Zurückhaltung bei der Preisgabe von Informationen.

Nach und nach erfahren Gucky und sein Begleiter dennoch mehr über die Gyanli, die ganz Orpleyd unterdrücken. Pedcos ist auch der Koordinator des galaxisweiten Widerstands. Das Aggregat ist insbesondere Zufluchtsort für alle möglichen Einheimischen. Während Lua und Vogel auf Erkundung im Aggregat gehen und dabei von To’a-Anum-Che und seinem Träger begleitet werden, treffen sich Gucky, Farye und Aichatou mit Wissenschaftlern. Unabhängig voneinander machen beide Gruppen Bekanntschaft mit Tiuphoren, die wie alle anderen Völker auch, Schutz im Aggregat gesucht und gefunden haben. Diese Tiuphoren sind friedlich.

Die Wissenschaftler sind fasziniert, dass die Galaktiker mehr als 100 Millionen Lichtjahre zurückgelegt haben, um in Orpleyd nach einem Freund zu suchen. Das Zeitphänomen ist ihnen bekannt und versetzt den Gästen einen Schock. Die Zeit läuft in Orpleyd um den Faktor 10.000 langsamer, als im Rest des Universums. Statt 20 Millionen Jahre, sind in Orpleyd nur ca. 2000 Jahre vergangen. Da die Galaktiker bereits seit Tagen im Staubgürtel unterwegs sind, könnten sie Jahrhunderte verloren haben! Es stellt sich aber heraus, dass die Galaxis die Veränderung in Phasen durchlebt. Und jetzt ist eine Phase, in der die Eigenzeit dem des restlichen Universums entspricht.

Auf ihrer Erkundung werden Lua, Vogel und das symbiotische Wesen in einen Hinterhalt gelockt. Vier Gyanli betäuben sie und nehmen sie gefangen. Lua und Vogel müssen hilflos mit ansehen, wie die Gyanli To’a-Anum-Che und den Insektoiden töten, nachdem sie DNA aus dem Körper des Pflanzenwesens entnommen haben. Die Gyanli verfolgen das Ziel, hinter das Geheimnis der Staubtaucher zu kommen.

Für Gucky und seine Begleiter zeigen die Widerständler eines ihrer Forschungsobjekte. Sie forschen an gefangenen Gyanli. Offenbar will der Widerstand mit Hilfe einer Biowaffe Orpleyd aus dem Würgegriff der Angreifer zu befreien.

 

Rezension:

Der Zyklus schreitet schnell voran. Und wenn in den Heften 2700 bis 2874 das eine oder andere Mal das Hauptthema auf der Stelle zu treten schien, geht es hier zu schnell voran. Mal eben 131 Millionen Lichtjahre geflogen. Vor einer Sterneninsel mit 150.000 Lichtjahren Durchmesser drei Fremdwesen vor den Gyanli gerettet, die einen Kontakt zu einem vierten Fremdwesen herstellen, der die Besatzung zum fünften Fremdwesen bringt, der sich als der Kopf des galaxisweiten Widerstands entpuppt. Punktlandung oder doch ein Stück zu weit hergeholt dieses Szenario? Den goldenen Mittelweg scheint es nicht zu geben, oder? Na egal, es tut sich was. Allerdings sollte man sich nicht ganz so Hals über Kopf in diese Galaxis stürzen, wie es die Figuren von Uwe Anton taten. Denn eines haben sie ja erkannt. Der Zeitablauf von Orpleyd ist gestört. Und trotzdem fliegen die Helden los und machen sich keine Gedanken. Wenigstens die „Zeitwissenschaftlerin“ hätte ein paar Überlegungen anstellen können. Denn dazu ist sie dabei, oder?

Ein wenig mutet das an, als wolle der Autor seinen Lesern mitteilen, dass mit einem hohen Tempo in der Handlung auch ein Verlust an Plausibilität oder gesunden Menschenverstand einhergeht. Und wenn ich mich zuletzt über das lahme Tempo beschwert hatte, sollte ich jetzt still sein. Ich hoffe, dass ist nur ein vorübergehendes Empfinden von mir und dass nicht alle Romane dieses Kurzzyklus eine solche Wahrnehmung auslösen.

Für die erste Begegnung mit Tiuphoren Orpleyds sucht sich Uwe Anton ausgerechnet Lua und Vogel aus. Damit verpasst der Autor die Chance, tiefergehende Emotionen zu schildern, wenn man den „Mördern“ unzähliger Unschuldiger begegnet. Bei Lua und Vogel muss der Autor sogar umständliche Erläuterungen in dieses Erlebnis schreiben, denn die beiden haben die Tiuphoren persönlich nicht erlebt. Dadurch erzielt diese Episode leider nur eine geringe Wirkung. Anders ausgedrückt, sie enttäuscht mich. Und auch die Reaktion der anderen Galaktiker bei deren Begegnung mit einem Tiuphoren ist vergleichsweise verhalten. Farye Sepheroa hätte Uwe Anton durchaus etwas stärkere Empfindungen durchleben lassen können.

Nur wenige Passagen erzeugten Spannung, andere waren einfach zu bemüht oder zu einfach gestrickt. Beispielsweise die Unterhaltung der Gyanli nach der Gefangennahme von Lua und Vogel, als sie den Gefangenen genau die Informationen liefern, die erklären, was sie treiben.

Zunächst entwickelt sich die Geschichte in die gleiche Richtung, wie die Romane zuvor. Die Bösewichter des letzten Zyklus werden durch noch größere Bösewichter ersetzt. Die ethischen Fragen wurden nur teilweise behandelt aber keineswegs zu einem Ergebnis gebracht. Mit dem Ende seines Romans wirft der Autor die nächste Frage dieser Art auf. Die misshandelten Völker Orpleyds scheinen keine Skrupel zu haben jedwedes Mittel gegen die Unterdrücker zum Einsatz zu bringen. Wir werden sehen, wie es weitergeht.

Der Roman kann qualitativ nicht an den Vorgängerband, der ebenfalls von Uwe Anton stammt, anknüpfen. Zu viele Zufälle bestimmen diese Geschichte.

Ansichten zu Perry Rhodan Jupiter Heft 08

pr_jupiter08Wie man Sterne programmiert – von Wim Vandemaan – Handlung:

Auf Jupiter sind Perry Rhodan, Pao Ghyss und Firmion Guidry in ihrem Skaphander in den Fluktuationstransmitter gezogen worden. Eine Stimme in Interkosmo begrüßt sie und fordert sie auf, den Helm zu öffnen. Die drei steigen aus und werden von einem entfernt humanoiden Wesen begrüßt, dessen Körper knöchern und dürr wirkt und in dessen Schädel als einzige Sinnesorgane nur zwei Augen sitzen. Der Fremde nennt sich Ileschqa vom Volk der Schiqalaya. Sie sind im inneren der NAPHAUT DOSCHUR, einem Hyperraumboot der Schiqalaya, das nach einer Kollision mit dem TERRANOVA-Schirm vor 117 Jahren auf Jupiter gestrandet ist.

Ileschqa bittet Perry Rhodan um Hilfe. Der Terraner reagiert zurückhaltend, denn er will zunächst die Zusammenhänge begreifen lernen. Immerhin ist Jupiter dabei, sich in ein Schwarzes Loch zu verwandeln und die Schiqalaya scheinen diesen Prozess initiiert zu haben. Ileschqa bringt Rhodan und seine Begleiter zu einem Versammlungsort. Zusammen mit anderen Schiqalaya lässt Ileschqa die Besucher an den gemeinsamen Erinnerungen seines Volkes teilhaben.

Es beginnt in ferner Vergangenheit mit dem Ende der Heimatwelt der Schiqalaya. Qala ist dem Untergang geweiht. An Bord mehrerer Generationenschiffe verlassen zehntausende Schiqalaya die Heimat und fliegen mit Ionenantrieb tausende von Jahren zu zwei Sternsystemen. Zu den Schiffen, die nach Tatauqqa flogen, brach der Kontakt ab. Aber einige Schiqalaya erreichten den Planeten Schelekesch und besiedelten ihn. Nach Jahrzehnten entdeckten die Siedler ein Artefakt. Ein unzugänglicher Turm aus fremdartigen Material erhob sich aus dem Boden des Planeten. Nach Jahrhunderten öffnete sich der Thesaurus. In seinem Inneren fanden die Forscher seltsame Tropfen. Einige Schiqalaya konnten diese Tropfen aufsaugen. Die Tropfentrinker waren von da an voller Tatendrang und bereichert von Plänen. Das Volk der Schiqalaya erlebte mit der Bewusstseinserweiterung dieser Tropfentrinker einen riesigen Aufschwung.

Ein Transszenarium wurde gebaut, das nicht nur durch den Hyperraum fliegen, sondern auch darin verweilen konnte. Die Erforschung des Hyperraums führte zu Erkenntnissen, die das Wissen der Terraner bei weitem übersteigt. Rhodan ist von den Fragmenten, die er vermittelt bekommt, fasziniert. Die Schiqalaya flogen nach Tatauqqa, um nach den anderen Generationenschiffen zu forschen. Diese waren zerstört und ein Objekt, das sich später als Rufer der Zhiridin entpuppte, schien dafür verantwortlich zu sein. Ein Sternenreich, der Bund von Ducphaun, wurde in der Galaxis Baschq gegründet. Mehrere Dutzend Völker, darunter die Schiqalaya, gehörten diesen Bund an, der sich alsbald Angriffe von außen ausgesetzt sah. Der Bote einer Superintelligenz namens YNTRIM III machte dem Bund ein Angebot, den dieser ablehnte.

Dann kam der Tag, der alles änderte. Die Tritheophane Präsenz erschien und bot allen Leben in Baschq an, in den Dienst der Apostel der Tritheophanen Präsenz zu treten. Die Zhiridin duldeten keine Ablehnung. Als der Bund nein sagte, vernichteten sie einer seiner Welten. Es kam zum Krieg, der endlos währte. Im vierzigsten Jahr erschien erneut der Bote YNTRIMS. Ein Schiqalaya empfing ihn. Es war Ileschqa, wie Rhodan erkennt. Ileschqa konnte den Boten dazu bewegen, einen Plan zu initiieren, der es den Schiqalaya ermöglichte, Baschq zu verlassen und die Tropfen des Thesaurus mitzunehmen. Gleichzeitig wurde der Thesaurus vor den Zugriff der Zhiridin geschützt. Ileschqa bekam einen Zellaktivator, um die Umsetzung der Pläne langfristig begleiten zu können.

Ein Quarkstern wurde manipuliert, um daraus exotische Materie zu gewinnen. Damit wurde der Thesaurus, den der Bote als Psionen-Born bezeichnete, angeregt, Unmengen an Psionen zu produzieren, die von den Schiqalaya eingesammelt wurden. Die Schiqalaya wanderten in den Hyperraum aus, den sie den Transzendenten Raum nannten. Nach einiger Zeit kam es dort zu einem Phänomen, der Absoluten Aberration. Nur die Tropfentrinker, nur sieben Prozent der Bevölkerung, waren immun. Der Rest verlor sich im Hyperraum. Ein weiteres Problem wurde prognostiziert. Die Erhöhung des hyperphysikalischen Widerstands stand bevor, die das Leben im Transzendenten Raum unmöglich machen würde.

Die Schiqalaya brauchten ein neues Refugium. Dazu wurde nach psionischen Ankern gesucht. So wurden sie auf Zeut im Solsystem aufmerksam und das PEW-Metall. Als Zeut zerstört wurde, floh der Anker zum Planeten Jupiter. Er verwandelt den Planeten in ein Schwarzes Loch, dem zukünftigen Rückzugsort der Schiqalaya. Doch deren Zeitpläne gerieten durcheinander. Als sie mit der NAPHAUT DOSCHUR havarierten, hätte das Schwarze Loch längst entstanden sein müssen. Schiqalaya verirrten sich in der Jupiteratmosphäre und wie Rhodan vermutet, sind auch Psionen entwichen. Er sieht einen Zusammenhang zu Tau-acht. Rhodan erfährt auch, dass der Fluktuationstransmitter vom Boten YNTRIMS stammt und nun mit der NAPHAUT DOSCHUR fusioniert ist. Die Schiqalaya haben keine Kontrolle mehr. Nur auf Schelekesch, wo jetzt die Zhiridin herrschen, könnte man auf den Transmitter einwirken. Perry Rhodan muss nach Schelekesch.

 

Rezension:

Der Roman von Wim Vandemaan stellt zwar das Geschehen in dieser Miniserie nicht auf den Kopf, präsentiert aber einen Handlungsfortgang, der so nicht zu erwarten war. Das Artefakt erwies sich zwar als geheimnisvoll aber da dessen Aufklärung noch nicht erfolgt ist, zeigten sich andere Elemente deutlich präsenter. Von Drogen war bisher die Rede, von einem Syndikat, das mit Hilfe der Drogen die Vision einer schlaflosen Menschheit verfolgt. Darin verwickelt ein Verwandter von Perry Rhodan. Als der Resident zum Ganymed aufbricht, werden auch Mondra Diamond und Reginald Bull involviert. Das Gespann musste sich in den ersten sieben Geschichten zunächst normalen, beinahe schon trivialen Problemen stellen.

Nun aber schlägt Vandemaan ein ganz anderes Kapitel auf. Eines mit kosmischen Flair. Der Kontrast zu den Abenteuern Mondras oder Reginalds der letzten Hefte ist entsprechend gewaltig. Es ist nicht alleine die Historie der Schiqalaya, die diesen Roman aus der breiten Masse heraustreten lässt. Die Geschichte dieses Volkes, das sich immer wieder eine neue Zufluchtsstätte erschließen muss, ist sogar in einigen Abschnitten nicht ungewöhnlich. Der Bote einer SI, die Begünstigung durch eine unbekannte Maschinerie, die kriegerischen Auseinandersetzungen. Das sind alles bekannte Elemente. Wim Vandemaan macht daraus jedoch ein schon episch anmutendes Szenario.

Eine besondere Bedeutung in diesem Roman erhält das Thesaurus. Damit bezeichnen die Schiqalaya ein Artefakt, das sie auf Schelekesch finden. Wim Vandemaan verleiht diesem Fund, ganz im Sinne dieses Wortes, mehrfache Bedeutung. Für die Schiqalaya ist es ein Schatz, der ihnen einen Ausbau ihres Wissens ermöglicht.

Für den Leser ergibt sich eine weitere Bedeutung. Die Schiqalaya erleben einen Aufschwung. Sie bauen Raumschiffe, erschließen sich den Hyperraum und machen andere Entwicklungen. Nur dass Wim Vandemaan hier auch den Thesaurus einsetzt. Als Synonymwörterbuch werden zu allen möglichen und unmöglichen Begriffen andere Ausdrücke von ihm verwendet. Aus Galaxien werden Lichtweiden. Aus dem Hyperraum der Transzendente Raum, aus Raumschiff ein Transszenarium und so weiter. Akzeptiert man das als Leser, erschließt sich einem ein überaus phantasievoller Roman, der Lust auf die Fortsetzung macht.

 

Ansichten zu Perry Rhodan Heft 2878

pr_2878Aufbruch nach Orpleyd – von Uwe Anton – Handlung:

Kurz vor dem Jahreswechsel, am 31.12.1519 NGZ hat sich Vogel Ziellos noch immer nicht an seine neue Heimat gewöhnen können. Der Singuläre, der zusammen mit Lua Virtanen aus den Jenzeitigen Landen nach Terra kam, sucht noch seinen Platz. Er vermisst die ATLANC und die Weite des Planeten bleibt ihm fremd. Zusammen mit Lua bewohnt er ein Forschungshabitat auf der Insel Pulau Komba, das von dem Ara Mo Trulan geleitet wird. Der Mediker untersucht die beiden Transterraner, die sich einen Zellaktivator teilen. Vogel kann sich nie länger als 62 Stunden von seiner Gefährtin, die den Chip trägt, entfernen. Um vom Unsterblichkeitschip zu profitieren, muss er in einer Entfernung von 10 Meter im ungünstigsten und 100 Meter im günstigsten Fall entfernt sein.

Er und Lua sind froh über eine Abwechslung, als sie von Gucky zu den Sylvesterfeierlichkeiten abgeholt werden. Diesen Brauch kennen sie nicht und der Ilt ist ihnen zum Freund geworden. Auch auf Luna wird der Jahreswechsel gefeiert. Der Mond ist ins Solsystem zurückgekehrt und das Technogeflecht weitgehend verschwunden. Pri Sipiera ist Botschafterin in der Onryonensiedlung auf dem Erdtrabanten, denn nicht alle Onryonen ziehen mit dem Atopischen Tribunal ab. Die letzte Station von Guckys Sylvestertour führt die drei Feiernden nach Terrania in Perry Rhodans Haus, wo sie mit Farye Sepheroa anstoßen. Der Ilt nimmt die beiden jungen Leute am 01. Januar 1520 NGZ mit auf die RAS TSCHUBAI. Das Schiff wird auf Luna repariert. Der Omniträger ist im Kampf gegen die Tiuphoren schwer beschädigt worden. Obwohl fast 1 Jahr seitdem vergangen ist, bleibt offen, ob und wie schnell das Fernraumschiff repariert werden kann. Die LFT hat viele Baustellen und ein Schiff instand zu setzen, um einen Mann zu retten, von dem alle davon ausgehen, dass er tot ist, hat keine Priorität. Sichu und Gucky sind jedoch von der Mission, Perry Rhodan zu retten, nicht abzubringen.

Lua und Vogel sind von diesen Plänen angetan und ziehen an Bord der RAS TSCHUBAI, wo sie sich sofort heimisch fühlen. Mit Hilfe der tt-Progenitoren in ihrer Haarspange kann Lua Virtanen dazu beitragen, die Semitronik ANANSI an entscheidender Stelle zu reparieren. Obwohl der Einsatz der Atopentechnologie kritisch gesehen wird, ist es dieser Fortschritt, der dem Projekt neue Impulse gibt. Gucky und Sichu Dorksteiger schöpfen wieder Hoffnung. Der Start der RAS TSCHUBAI wird für Januar 1522 NGZ terminiert.

Endlich ist es soweit. Die RAS TSCHUBAI bricht unter dem Kommando von Sergio Kakulkan zur Galaxis NGC 6861 auf. Nach Orpleyd. Jawna Togoya ist als Beraterin an Bord. Sichu, Gucky, Lua, Vogel, Farye und die Zeitwissenschaftlerin Aichatou Zakara sind auch dabei, als das Riesenschiff in den Hypertransflug geht.

Die Besatzung erlebt wirre Albträume in der Suspension, bevor das Schiff am 03. August 1522 NGZ die Nähe von Orpleyd erreicht. Die ellipsoide Galaxis hat einen Durchmesser von 150.000 Lichtjahren. Die Staubbänder, die sie umgeben, beginnen etwa 56.000 LJ vom Zentrum entfernt. Die ersten Ortungsdaten zeigen ein merkwürdiges Phänomen. Aichatou Zakara erkennt, dass die Galaxis um 3000 Lichtjahre von der vorberechneten Position entfernt ist. Die Sterneninsel hängt zurück, etwas hat sie verlangsamt, sie eingefroren. Die Tiuphorenflotte ist nirgends zu entdecken. Der Staubgürtel entzieht sich aufgrund unbestimmbarer hyperphysikalischer Bedingungen der näheren Betrachtung. Hyperfunksprüche aus Orpleyd zeichnen ein chaotisches Bild. Hilferufe von Völkern, die vor der Kohäsion und den Gyanli fliehen, bestimmen das Bild.

Mit dem LAURIN-Jet HARVEY begeben sich Gucky, Lua, Vogel und Farye auf eine Erkundung. Doch der Staubgürtel lässt eine Navigation nicht zu. Als sie erfolglos zurückfliegen, kreuzt ein kleines Schiff ihren Kurs, das von einem größeren Schiff, vermutlich einem Gyanli-Raumer verfolgt und beschossen wird. Gucky kann drei der fremden Besatzungsmitglieder des verfolgten Schiffes retten und an Bord der HARVEY bringen. Der Gyanli-Raumer hat sie nicht entdeckt und dreht ab, nachdem der verfolgte Raumer zerstört ist.

 

Rezension:

Ein „Aufbruch“-Roman. Immer wieder gerne gelesen. Der Roman soll Stimmung erzeugen, es geht ins Unbekannte. Gleichzeitig wird zurückgeblickt und aufgeräumt. Aber der Schwerpunkt ist die Sicht nach vorne.

Dem Autor gelingt ein feinfühliger Einstieg in die Psyche des Singulären. Die Darstellung von Vogel Ziellos und seinen Problemen auf Terra hat der Autor sehr gut herausgearbeitet. Beispielsweise als Vogel Ziellos Gedanken anstellt, ob die Vögel, die er auf der Erde beobachtet eine Karikatur von ihm oder er eine Karikatur der Vögel sei. Dazu die Beziehung zu Lua, die Schwierigkeiten auf einem Planeten zu leben, die Untersuchungen des Medikers. Uwe Anton erzeugt hier eine leicht melancholische Stimmung, die auf das vorbereitet, was dann auch später eintrifft. Die beiden Transterraner machen die Reise nach Orpleyd mit.

Die schöne Stimmung, die Uwe Anton in den ersten Seiten seiner Geschichte erzeugt, bekommt aus meiner Sicht nur einen kleinen Dämpfer. Die Innenillu, die auf Seite 7 abgebildet ist, zeigt Vogel Ziellos auf Terra bei seinem Selbstfindungstrip. Allerdings ist der dort abgebildete Vogel Ziellos eher der Verwandte einer Disney-Figur auf der Suche nach Entenhausen, als ein junger Mann, der seinen Platz noch nicht gefunden hat. Okay, der Autor kann nichts für das Innenillu und der Illustrator Sven Papenbrock hat sich an die Exposé-Vorgabe gehalten. Egal, die Komposition trifft nicht meinen Geschmack.

Dass Gucky ein Freund der beiden Transterraner geworden ist, passt hingegen. Andere Elemente können nicht ganz diese lockere Wirkung erzielen, die von Uwe Antons Beschreibungen der drei so ungleichen Figuren transportiert wird. Pri Sipieras Auftritt spült wieder nur den nicht zu Ende gedachten Handlungsstrang des letzten und vorletzten Zyklus ins Gedächtnis. Damit tun sich die Autoren keinen Gefallen. Der Umgang mit Luna und dem Widerstand hatte einen starken Beginn und ein miserables Ende. Für den Aufbruchroman hätte man auf andere Figuren zurückgreifen können als ausgerechnet auf Pri Sipiera. Allerdings ist deren Auftritt wohltuend kurz und von daher störte es die Geschichte kaum.

Etwas verwundert war ich, dass die dys-chrone Drift noch immer anhält. Hatte es nicht geheißen, dass die Effekte in Rhodans Haus erste Anzeichen dieser Drift waren? Das hatte die Zeitwissenschaftlerin Aichatou Zakara in Heft 2837 behauptet. Na egal, auch diese Nachwirkung des letzten Zyklus muss ja nicht unbedingt geklärt werden.

Zum Schmunzeln fand ich Sichu Dorksteigers Wahrnehmung der beiden Transterraner. Uwe Anton lässt die Wissenschaftlerin die beiden jungen Leute mustern, wie ein Entomologe seltene Käfer betrachten würde. Ob absichtlich oder zufällig erinnert das an eine Textstelle aus Heft 2845. Damals wurde Sichus Aufmerksamkeit gegenüber dem Unsterblichen Rhodan mit dem Interesse einer Koleopterologin gegenüber einem Insekt verglichen. Autor war damals Hubert Haensel.

Die Semitronik wird vom Autor zuerst vermenschlicht. Er greift sogar zu Vergleichen mit einem menschlichen Körper, um den Zustand ANANSIS zu beschreiben. In Teilen, so der Autor, sei die Semitronik unrettbar verloren. Ein merkwürdiges Statement für eine Maschine, die von Menschen gebaut wurde. Jede Technik lässt sich ersetzen. Die Frage, die sich eigentlich stellen müsste, ist die, ob die Technik vorher bereits mehr war, als nur die Summe ihrer Bestandteile. Ein Thema, dass so alt ist wie die Serie selbst und dem die Autoren mit schöner Regelmäßigkeit aus dem Weg gehen. So auch Uwe Anton, der dann doch die „Maschine“ reparieren lässt.

Während man noch glaubt, dass die Geschehnisse in der Milchstraße noch ein wenig länger beleuchtet werden, zieht der Autor das Tempo plötzlich wieder an. Das Schiff bricht auf und kaum angekommen, wird der erste Vorstoß vorgenommen. Mit den geschilderten Staubmassen und der Dichte habe ich angesichts der Zahlen, die im Roman stehen, so meine Probleme. Die Partikeldichte kann unmöglich so hoch sein, dass für eine Space-Jet kein Durchkommen ist! Die Galaxis hat einen Durchmesser von 150.000 LJ, wobei der Staubring 56.000 LJ vom Zentrum beginnt. Damit wäre der Staubring grob geschätzt 19.000 LJ dick. In den entscheidenden Szenen ist die Beschreibung sehr schwammig. Hier soll wohl nicht zu viel verraten werden. Ich hoffe da auf eine Auflösung im nächsten Band.

Insgesamt ein solider Roman, der das Thema „Aufbruch“ gut trifft und der Vogel Ziellos sehr gut porträtiert.