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Ansichten zu Perry Rhodan Heft 2880

pr_2880Tod im Aggregat – von Michelle Stern – Handlung:

Im Aggregat halten sich noch zwei Gyanli auf, die Lua Virtanen und Vogel Ziellos in ihre Gewalt gebracht haben. Mehr noch, die Despoten Orpleyds sind im Besitz von Informationen, wie man im Staubgürtel navigieren kann. Dank der tt-Progenitoren können sich die beiden ATLANC-Geborenen befreien. Einer der Gyanli wird getötet, dem zweiten gelingt die Flucht.

In einem der Labore des Aggregats forschen Wissenschaftler des Widerstands an gefangenen Gyanli. Den Besuchern von der RAS TSCHUBAI gehen diese Aktivitäten zu weit. Die Verbrechen der Gyanli rechtfertigen nicht den Einsatz einer biologischen Waffe gegen die Unterdrücker. Farye Sepheroa ist verärgert, da sie meint, dass Aichatou Zakara sich nicht deutlich von den Experimenten distanziert. Pedcos verteidigt die Aktivitäten. Er räumt auch ein, dass sie bislang kaum Fortschritte gemacht haben. Insbesondere das Fluid, in dem die Gyanli Ruhe, Erfüllung und Frieden finden, ist dem Widerstand ein Rätsel. Sie haben keine Probe dieser Flüssigkeit.

Lua und Vogel können Gucky und die anderen von dem Gyanli berichten. Auf dem Aggregat wird Alarm gegeben. Schiffe dürfen nicht starten. Eine riesige Suchaktion wird gestartet, die angesichts der Größe der Station aus tausenden von Schiffen aussichtslos erscheint. Lua hat jedoch eines der Geräte der Gyanli scannen können und gibt die Daten an den Widerstand, in der Hoffnung, eine Spur des Geflüchteten entdecken zu können.

Der Gyanli Wyhdomadr wartet unterdessen, ob sein Begleiter den beiden Niederkreaturen, wie er sie nennt, entkommen ist. Durch den Funkverkehr erfährt er, dass alle Gyanli bis auf ihn getötet wurden. Er kehrt in das Schiff zurück, mit dem er herkam. Es ist ein Schiff der Aysser, die TAYMISS. Eines der Besatzungsmitglieder hat ihn unterstützt. Da inzwischen Startverbot herrscht, tötet Wyhdomadr den Mitwisser und verlässt die TAYMISS. Er will an Bord des Schiffes gehen, mit denen Lua und die anderen gekommen sind.

Der Tote wird entdeckt. Die TAYMISS wird durchsucht, aber Wyhdomadr ist nicht an Bord. Erst nach Untersuchung aller Besatzungsmitglieder darf das Schiff der Aysser starten. Gucky will dem Gyanli eine Falle stellen. Sie geben vor, einen der Gyanli aus dem Labor an Bord der HARVEY zu bringen. Dadurch soll der Flüchtige animiert werden, dessen Platz einzunehmen, um eine Chance auf die Flucht vom Aggregat zu haben. Tatsächlich geht Wyhdomadr darauf ein. Er sorgt aber für Ablenkung und versucht seine Häscher zu täuschen. Letztlich können die Galaktiker Wyhdomadr gefangen nehmen. Doch der Gyanli ist ihnen einen Schritt voraus. Er hat die Daten für die Navigation nicht mehr. Sie ist mit einem Schläfer an Bord der TAYMISS aus dem Staubgürtel transportiert worden.

Während auf dem Aggregat die Evakuierung in Betracht gezogen wird, verlässt die HARVEY den Staubgürtel. Ihre schlimmsten Befürchtungen bestätigen sich. In Orpleyd verbreitet sich die Kunde, dass die Gyanli eine Flotte zusammenziehen, um in den Staubgürtel zu fliegen. Am vereinbarten Treffpunkt fehlt die SAMY GOLDSTEIN. Eine Boje wurde zurückgelassen und verrät, dass ihr Trägerschiff wegen Gyanli seine Position verlassen musste. An den neuen Koordinaten angekommen, muss die HARVEY beobachten, wie der Schlachtkreuzer von vier Gyanli-Schiffen angegriffen wird.

 

Rezension:

Die zuletzt aufgeworfenen ethischen Fragen werden auch von Michelle Stern zum Thema gemacht. Sie lässt ihre Protagonisten angesichts der gefangenen Gyanli und den Experimenten an diesen Gefangenen Abscheu und Empörung zeigen. Als es jedoch darum ging, Informationen zu den Unterdückern zu teilen, fragt keiner der Beteiligten, wie diese Informationen erlangt wurden. Soweit geht dann doch nicht die moralische Diskussion in diesem Roman.

Der Schwerpunkt der Geschichte lag auf der Suche nach dem geflohenen Gyanli und seiner Ergreifung. Die Autorin tat einiges, um alle Figuren angemessen einzusetzen. Sie bildet zwei Gruppen, Lua und Vogel, sowie Aichatou und Farye. Dazu Gucky, der seine Fähigkeiten als Teleporter einsetzt. Zwischen Aichatou und Farye kriselt es etwas, da Farye es der Zeitwissenschaftlerin übel nimmt, wie diese auf die Experimente der Widerständler reagiert hat. Die Krise ist jedoch nicht mehr als der berühmte Sturm im Wasserglas. Die Meinungsverschiedenheit wird schnell zu den Akten gelegt.

Zwischen Lua und Vogel hingegen darf es solche Differenzen eigentlich gar nicht geben. Die beiden sind im wahrsten Sinne des Wortes, auf Gedeih und Verderb aufeinander angewiesen. Hin und wieder verraten die Autoren etwas von den Schwierigkeiten, die sie meistern müssen, wenn sie eine bestimmte Figur, wie beispielsweise Gucky einsetzen müssen. Nun, der Mausbiber ist hier zumindest teilweise eingeschränkt, da seine Telepathie nicht funktioniert. Ich bin aber gespannt, was die Zukunft für Lua und Vogel bringt. Dieses Gespann wird auch für die Autoren eine Herausforderung. Die beiden Figuren müssen immer gemeinsam in einen Einsatz gehen, in dem sie stets Gefahr laufen, für länger als 62 Stunden getrennt zu werden. Sollte es zwischen ihnen kriseln, muss eine Lösung gefunden werden, da ihr Zusammenleben sonst unerträglich wird. Diese Faktoren können schnell zu einer Ermüdung beim Leser führen. Ich weiß nicht, ob sich die Autoren mit diesen beiden einen Gefallen getan haben.

Gucky bekommt von Michelle Stern einen kleinen besonderen Moment gespendet. Der Ilt leidet unter der Last der Verantwortung, seit Bully, Atlan und auch Perry abwesend sind.

Ein Teil der Geschichte wird aus der Sicht des flüchtigen Gyanli erzählt. Für einen Despoten zeigt Wyhdomadr die hinlänglich bekannten Wesenszüge. Er zeigt für ein Wesen, das so von sich überzeugt ist, allerdings auch etliche Schwächen. Unter Druck begeht er Fehler und er wirkt auch einige Male kopflos. Es gibt die Situation, in der er von Michelle Stern mit der Einstellung geschildert wird: Was geschehen ist, ist geschehen. Nur um dann im Folgekapitel doch etliche Male rückwärtsgerichtete Gedanken zu haben. Entweder sind das Fehler in der Darstellung des Gyanli oder die Unterdrücker der Galaxis sind wirklich nichts Besonderes. Außer dem immer wieder erwähnten Fluid, das so wichtig ist, kommt dieser Gyanli unspektakulär daher. Was wir bislang an Technologie zu sehen bekamen, nährt die Hoffnung, einen Gegner auf dem Technologie-Niveau der Galaktiker zu haben. Allerdings wären die eingetroffenen Tiuphoren vor Orpleyd den Gyanli nun überlegen. Und diese Tiuphoren sind zudem Egozentriker, die keine Achtung vor dem Leben anderer haben. Da kommt was auf die Völker Orpleyds zu.