Articles for this day of 10. April 2016

Ansichten zu Perry Rhodan Heft 2851

Die Mnemo-Korsaren – von Christian Montillon – Handlung:

Die Mnemo-Korsaren Valkuzz und Spaykel haben Vogel Ziellos und Lua Virtanen in ihrer Gewalt. Atlan lässt sich von Ra’rhom zu Erriam Erri bringen, von der er vermutet, dass sie ihn an die Mnemo-Korsaren verraten hat. Die Händlerin zeigt sich wenig kooperativ, doch Atlan benötigt von ihr das Versteck der Korsaren. Ra’rhom hat inzwischen vom Tod seines Partners erfahren und will sich an Erriam Erri rächen. Das Spinnenwesen lässt sich jedoch nicht so leicht überlisten und verletzt Ra’rhom. Um ihn zu retten und die gewünschten Auskünfte zu erhalten, muss Atlan erneut Erinnerungen abgeben. Er bekommt im Gegenzug das Versteck der Korsaren genannt und bricht mit Ra’rhom auf, um Vogel und Lua zu retten. Die Rettung wird nicht einfach. Die Entführer verbergen sich im Gebiet der Huscher. Die Mikrozeitreisenden können sich maximal 5,39106 Sekunden in die Zukunft oder Vergangenheit begeben.

Anderenorts in der Veste Tau sind die Neuankömmlinge aus der Frühzeit des Universums inzwischen ins Blickfeld der Bruderschaft der Peregrinologen geraten. Lothuld bekommt den Auftrag, sich um die Gäste aus der fremden Existenzsphäre zu kümmern. Während die Ankunft von Julian Tifflor von den Peregrinologen erwartet wurde, zeigt sich Atlan als ein Mann der Rätsel und Überraschungen. Lothuld macht sich daran, mehr über diesen Mann und dem Volk der Arkoniden zu erfahren. Ihm zur Seite steht sein Roboter Laonda, dem er den Namen der einzigen Frau gegeben hat, die er je geliebt hatte.

Im Versteck der Mnemo-Korsaren treten die Entführer brutal und skrupellos gegenüber Vogel und Lua auf. Die Korsaren sind gut informiert. So bekommen sie auch mit, dass Atlan von Erriam Erri die Koordinaten ihres Verstecks erhalten hat. Zur Strafe raubt Spaykel der Mnemo-Händlerin sämtliche Erinnerungen. Dann bereiten sich Valkuzz und Spaykel auf die Ankunft des Arkoniden vor. Der Peregrinologe Lothuld beobachtet das Geschehen der Parteien aus der Distanz. Er beschließt seine Zurückhaltung aufzugeben und sich mit der gebotenen Vorsicht einzumischen.

Der Insektoide Ra’rhom hat Atlan zum Sektor Torphes gebracht. Am Zielort kann der Arkonide allerdings kein Versteck orten. Er wird von Lothuld angesprochen, der seine Identität nicht preisgibt, aber seine Hilfe anbietet. Lothuld stellt den Kontakt zu zwei Söldnern her, seinem eigenen Roboter und dem Spinnenwesen Qadarou Vadhyrd. Außerdem werden zwei Huscher gewonnen, denn nur diese Wesen können das Versteck in der Zukunft aufspüren. Nebenbei gibt Lothuld einiges Wissen preis. So ist die erste SI aus einem Vorgängeruniversum über den Urknall in Atlans Universum gewechselt. Nachdem der Korpus der Ersten SI zur Synchronie umgewandelt wurde, ist die Synchronie immer wieder Angriffsziel diverser Mächte geworden. Ein Mitglied des Tribunals soll selbst einen Versuch gestartet haben, von der Synchronie eine Querverbindung zu einem anderen Medium zu schaffen.

Als Bezahlung für die Dienste der Söldner müssen erneut Erinnerungen Atlans herhalten. Die Gruppe bricht zum Versteck der Korsaren auf. Vogel Ziellos und Lua Virtanen planen zur gleichen Zeit einen Ausbruch. Mit Hilfe der tt-Progenitoren in ihrer Haarsträhne kann Lua das Energiefeld ihres Gefängnisses abschalten. Die Flucht ist nur kurz. Lua wird von der Energiepeitsche eines Korsaren getroffen und stirbt in Vogels Armen.

Atlan und seine Verbündeten greifen das Versteck an und der folgende Kampf endet in einem Desaster. Laonda wird zerstört und die beiden Korsaren entkommen mit Vogel. Die Leiche Luas bleibt zurück und wird von Qadarou Vadhyrd geborgen. Der Peregrinologe behauptet, dass man sie wiederbeleben könne. Innerhalb von 62 Stunden muss sie zu einem Marionettenmeister gebracht werden, bevor ihre ÜBSEF-Konstante verweht. Atlan ist einverstanden, will allerdings vorher Vogel retten. Seine Verbündeten unterstützen ihn erneut und es gelingt ihnen diesmal die Mnemo-Korsaren zu überraschen. Valkuzz wird getötet und Vogel befreit. Spaykel kann schwerverletzt fliehen und schwört Atlan Rache.

Atlans Gruppe macht sich auf in den Sektor Noi-Noion. Dort liegt die Praxis der Marionettenmeisterin Sinsiri Queebudh, die Lua ins Leben zurückholen soll.

 

Rezension:

Sowohl in diesem Roman, als auch im Roman der Vorwoche wird wiederholt der Zustand des Universums am Ende der Zeit angesprochen. Raum und Zeit existieren nicht mehr, nur noch ein Brei. Das müsste für Perry Rhodan, sollte er je davon erfahren, sehr enttäuschend sein. Immerhin ist der Terraner bekanntermaßen der Erbe des Universums. Erbt der denn nur den Brei? Warum geht Atlan dieser serienhistorisch immens wichtigen Fragestellung nicht nach? In der Veste Tau müssen doch Aufzeichnungen existieren, die Antworten darauf liefern, was Perry denn eigentlich vermacht bekommen hat? Oder hat er das Erbe noch gar nicht angetreten? Falls er es doch tat, was genau wurde vererbt? Mit Brei hat sich der Terraner sicher nicht zufrieden gegeben. Es stellt sich auch die Frage, ob die Inseln der Hiesigkeit zur Erbmasse gehören? Und auch das Verhalten der Kosmokraten und Chaotarchen muss man in diesem Zusammenhang näher betrachten. Die haben sich nämlich aus dem Brei, ähm, aus den Staub gemacht. Womöglich haben sie Vermögensgüter mitgehen lassen und inzwischen verprasst. Ich hoffe, wir bekommen zu diesen Fragestellungen noch Antworten. Eine bessere Gelegenheit als die jetzige Situation wird es nicht mehr geben!

Zurück zum Roman. Nachdem Atlan nun endlich die Jenzeitigen Lande erreicht hat, war klar, dass der weitere Erkenntnisgewinn gerademal ein Romanheft nach diesem Meilenstein nur in homöopathischen Dosen verabreicht werden würde. Schließlich sind bis Zyklusende noch 24 Hefte zu füllen, in denen zwar auch noch die Handlungsebene Perry Rhodan thematisiert werden wird, aber es bleibt eben noch genügend Platz und man wird darin Atlan nicht in Windeseile durch die Insel der Hiesigkeit jagen.

Christian Montillons Absicht war klar. Er versucht seine Leser im Hier und Jetzt abzuholen und eine Handlung aufzubauen, die trotz des übertrieben phantastischen Settings bekannte Elemente beinhaltet. Auch am Ende der Zeit wird gelebt und gestorben und es gibt auch dort Personen, die sich ihre Vorteile auf Kosten anderer sichern. Die notwendigen Grundlagen für die Hindernisse seines Protagonisten hat der Autor bereits in Heft 2850 gelegt. Atlans Bestrebung, das Atopische Tribunal zu erforschen, erfährt erstmal einen Dämpfer, als seine Begleiter entführt werden.

Auch wenn der Autor also eine gewisse Normalität in seiner Geschichte vermitteln möchte, fand ich die Idee, die Abenteuer Atlans mit Entführungen, Morden und Folter beginnen zu lassen, nicht die beste von Montillons Einfällen. In dieser phantastischen Umgebung, an einem Ort am Ende der Zeit, der Millionen und aber Millionen Habitate mit tausenden verschiedener Lebewesen und Möglichkeiten zur Verfügung stellt, greift der Autor auf zwei skrupellose Mörder zurück. Fantasievoll an diesen Figuren geriet nur deren Bezeichnung als Mnemo-Korsaren.

Ansonsten zeigen sich Valkuzz und Spaykel unter Montillons Schreibe als ein Tiuphorenaufguss, der zudem vom Autor auch noch schlecht verhüllt wird, wenn er einen der Mnemo-Korsaren mit dem gespiegelten Gesicht eines Hermaphroditen auftreten lässt, einem Merkmal, das auch die Tiuphoren zeigten.

Nachdem der Hauptdarsteller Atlan nicht in jeder Situation eine gute Figur gemacht hat, kann er am Ende sowas wie einen Erfolg einheimsen. Und auch für Lua Virtanen scheint es noch eine Zukunft zu geben, am Ende der Zeit.