Articles for the Month of April 2016

Ansichten zu Perry Rhodan Arkon Heft 8

PR_Arkon08Die Stunde des Smilers – von Michael Marcus Thurner – Handlung:

Auf Aralon ist der auf Archetz verletzte Gaumarol da Bostich in Behandlung. Der Imperator wird von der ARK’IMPERION geschützt, einer kleinen Flotte von GWALON-Kelchen, die von der GOS’TUSSAN angeführt wird. Auf dem Planeten jedoch braucht Bostich einen anderen Schutz. Seine Leibwache, die berüchtigten Kralasenen, begleiten den Imperator zur Behandlung, darunter auch die junge, noch in der Ausbildung befindliche Sheama da Zahrt. Sie ist aufgeregt, denn noch nie war sie dem Imperator so nah. Gleichzeitig könnte jeder im Umfeld des Herrschers ein potentieller Feind sein.

Ronald Tekener hat zusammen mit Korrt Moody die ATLANTIS erreicht. Das Schiff ist nach wie vor fremdgesteuert. Da unmöglich alle Besatzungsmitglieder auf das kleine USO-Schiff TIGA’ZHYM evakuiert werden können, entscheidet die Besatzung an Bord des Kugelraumers zu bleiben. Die beiden USO-Agenten, Perry Rhodan und Gucky wechseln in die Leka-Disk und suchen das Weite. In das Flottenaufmarschgebiet hat es auch Sahira mit der RT-13 verschlagen, mit der sie von Aralon geflohen ist und Richtung Arkon wollte. Mit einem waghalsigen Manöver kann sich Tekener dem Schiff nähern und Gucky holt Sahira ab. Der Ara Goloshir bleibt zurück.

Ronald Tekener berichtet von seinen Erlebnissen auf Archetz. Perry Rhodan, Sahira und Gucky lassen sich auf dem Planeten Glynth absetzen. Dort will Rhodan eine Schiffspassage nach Iprasa organisieren. Der Smiler verfolgt mit Moody seinen alten Plan, nämlich Bostich zu kidnappen, und fliegt nach Aralon. Dorthin unterwegs ist auch Shallowain, der ähnliche Absichten wie Tekener verfolgt. Der Kralasene hat keine Schwierigkeiten, auf Aralon zu landen. Er bringt in Erfahrung, dass Bostich auf dem schwimmenden Habitat Vits behandelt wird. Der Hund bekommt Unterstützung durch den Geheimdienst Aracom. Die Ara Gyhalla-Maas begleitet den Kralasenen, der darüber wenig erfreut ist. Unter Tarnidentitäten gelangen Shallowain und die Ara an Bord des Habitats.

Tekener und Moody machen Maske und infizieren sich mit einer Krankheit, um unentdeckt nach Aralon einreisen zu können. Mit diesem Trick und einigem an Bestechungsgeld gelangen die beiden Spezialisten auf den Planeten der Mediker. Der Mantar-Heiler Hool-Daneda unterstützt sie. Er ist ein USO-Spezialist, der auf Tekener nicht gut zu sprechen ist. Vor Jahren kamen bei einem Einsatz zwei USO-Spezialisten ums Leben. Hool-Daneda ist der Ansicht, dass Tekener die beiden auf dem Gewissen hat. Entsprechend frostig fällt die Zusammenarbeit aus. Hool-Daneda besorgt aber die Ausrüstung und vermittelt Kontakte zu zwei Marsianern, die früher mal für die USO tätig waren und jetzt auf Aralon für den Sicherheitsdienst arbeiten. Tekener und Moody nehmen deren Identität an und können sich auf die Treibinsel Vits einschleichen.

Nun sind alle Agenten auf dem Habitat, auf dem Bostichs Behandlung inzwischen Fortschritte gemacht hat. Tekener und Moody sorgen beim Sicherheitspersonal für Ablenkung. Es gibt Explosionen an Bord und Sheama da Zahrt versucht Bostich aus der Gefahrenzone zu lotsen. Die Kralasenin und die anderen Leibwächter werden jedoch von den USO-Spezialisten paralysiert. Tekener betäubt auch Bostich und sorgt für ein tiefes Koma, um zu verhindern, dass der fremdgesteuerte Arkonide per Gedankenbefehl getötet wird. Auch Shallowain hat sich zum Imperator vorgekämpft. Tekener und der Hund verbünden sich, um vom Habitat und von Aralon fliehen zu können. Tatsächlich gelingt den beiden an Bord der TIGA’ZHYM die Flucht. Bostich nehmen sie mit aber ihre Begleiter sterben auf Aralon. Die TIGA’ZHYM verlässt Thantur-Lok und die Milchstraße, um eine größtmögliche Distanz zu erreichen, damit Bostich keine Befehle mehr erhält. Der Plan gelingt. Shallowain und Tekener sind jetzt allerdings zur Untätigkeit verdammt, denn sie dürfen Bostich nicht in den Einflussbereich der ARK’SUMMIA-Verschwörer zurückbringen. Auf Perry Rhodan ruhen jetzt die Hoffnungen.

 

Rezension:

Der Roman kann mit einem überraschenden Ende aufwarten. Bostich konnte von den Dunklen Befehlen befreit werden. Und auch der Rest der Geschichte hat mir gut gefallen. Interessant ist auch, dass die einzelnen Romane innerhalb weniger Tage spielen. Tekener war zuvor auf Archetz im Einsatz. Zur gleichen Zeit ist Rhodan mit der ATLANTIS unterwegs und Sahira nach Aralon entführt worden. Im vorliegenden Band wird Bostich auf Aralon behandelt und dort zum Ziel der Agenten. Das Rhodan-Abenteuer in zwei Wochen dürfte ebenfalls parallel zu den Ereignissen von Band 8 angesiedelt sein. Doch der Reihe nach.

Band 7 vor zwei Wochen ließ am Ende einige Fragen unbeantwortet. Wie kam Tekener zur ATLANTIS und welche Gründe bewegen die unter Einfluss stehenden Arkoniden ausgerechnet das Arkon-System einzunehmen? Die erste Frage bleibt unbeantwortet und zur zweiten Frage, warum die Verschwörer etwas einnehmen wollen, das ihnen sowieso gehört, gibt’s zwar eine Antwort, die ich aber nicht ganz verstanden habe. Rhodan und Gucky vermuten, dass der Feind aus dem Inneren der Arkoniden kommt, ein Feind, den sie vielleicht sogar kennen und der die großen Führungspersönlichkeiten der Galaxis in Misskredit bringen will. Na, mal sehen, was da noch kommt.

Sahira, im Roman der Vorwoche eigentlich nach Arkon unterwegs, verschlägt es ebenfalls in das Flottenaufmarschgebiet. Das wird nicht erklärt aber vielleicht hat sie sich ja auch nur verflogen.

Nachdem die Weichen gestellt sind, geht Michael Marcus Thurner ins Eingemachte. Der Autor stellt zunächst alle Protagonisten vor. Der Leser wird genauestens informiert, wer, wo, mit welchen Mitteln und Motiven in den Einsatz geht. Auf Aralon kommt es zu einem Stelldichein unterschiedlichster galaktischer Geheimdienstmitarbeiter, Schutztruppen und Söldnern. Zu Beginn des Aralon-Einsatzes der verschiedenen Figuren waren manche Abläufe etwas antiseptisch beschrieben, was aber durchaus zum Planeten der Mediziner passte. 🙂

Leidenschaftlicher war die Nebenhandlung mit dem als Mantar-Heiler getarnten USO-Spezialisten Hool-Daneda angelegt. Der Dialog zwischen dem Ara und dem Unsterblichen über Frust, Pflichterfüllung und insbesondere das Gefühlsleben, lässt den Terraner ganz schön alt aussehen. Michael Marcus Thurner gewährt uns einen – wenngleich kurzen – Blick auf die dunkle Seite des Unsterblichen. Diese Facette, die der Autor hier den Smiler anhängt, lässt die Figur, zumindest in dieser Szene, unsympathisch erscheinen. Allzulange lässt der Autor diesen Eindruck allerdings nicht stehen. Die Rechtfertigung folgt nur ein paar Zeilen weiter und später wird noch das Bekenntnis nachgeschoben, das Tekener derjenige der Unsterblichen wäre, der am meisten mit sich selbst rang.

Also alles wieder im Lot und Tekener kann seinen Einsatz durchziehen. Mit derartigen Gewissensbissen brauchte Shallowain glücklicherweise nicht zu kämpfen. Allerdings stellt Thurner auch diesen hartgesottenen Kralasenen vor einige Schwierigkeiten und Shallowain muss einige Gedanken über seine Arbeit anstellen, die man von dem Hund so nicht erwartet hätte. Deutlich einfacher gestrickt und dann auch so gezeichnet sind die zahlreichen Leibwächter oder Söldner der Handlung. Hier greift der Autor gerne mal zu prägenden Sätzen wie diesen hier: „Der Sonne nah, dem Herrscher nah.“ Mehr braucht es nicht, um eine überzeugte Kralasenin in die Handlung einzuführen. „Voll Hitze und Glut, voll Feuer und Wut.“

An Bord des Habitats kommt es dann zu einer sehr lustigen Szene, als Shallowain und seine Begleiterin glauben, dass sie diejenigen sind, die Alarm ausgelöst haben. Dann bemerken sie, dass der Alarm auf einem anderen Deck ausgelöst wird und der Hund ahnt bereits, wer der andere Feind ist. Auf dem Habitat tobt sich der Autor aus. Die Handlung schreitet mit sehr hohem Tempo voran. Und abseits der Agententätigkeiten bleibt dennoch viel Raum für Beschreibungen einer verrückten Welt und einer durchgeknallten Gesellschaft, in der alles möglich scheint.

Trotz aller Planungen haben die Agenten keinen blassen Schimmer davon, wie sie mit Bostich die Plattform verlassen können. Der Autor initiiert daher eine Szene, die aus dem Ende von Butch Cassidy und Sundance Kid stammen könnte. Alle stürmen mit Hurra-Geschrei los. Die Helden kommen allerdings unbeschadet durch und nur die Red-Shirts bleiben auf der Strecke. Alle, bis auf eine. Michael Marcus Thurner hatte einen Internetaufruf gestartet und gefragt, ob eine bestimmte Nebenfigur überleben soll. Sheama da Zahrt überlebt, so wollten es die Leser. Allerdings bekommt sie am Romanende die Entlassung. Ihre Mitarbeit am Haus der Kralasenen wird beendet.

Ein guter Roman mit ganz, ganz, ganz viel Handlung!

Ansichten zu NEO-Story 7 – Das Schiff

Neo-Story07Das Schiff – von Oliver Plaschka – Inhalt:

Zehntausend Jahre vor unserer Zeit ist Atlantis im Krieg gegen die Methans untergegangen. Nur Atlan da Gonozal und Cunor ter Pelgan haben die Katastrophe überlebt. Atlan verschweigt Cunor seinen Zellaktivator und die Existenz des seltsamen Roboters Rico. Sechzig Jahre sind die beiden Arkoniden alleine auf dem Planeten. Dreißig Jahre davon haben sie im Tiefschlaf verbracht.

Atlan kontrolliert nach Jahren die mobilen Ortungseinheiten, als sich Rico mal wieder blicken lässt, der eigenmächtig die Ausrüstung der Tiefseekuppel benutzt, um seinen eigenen Tätigkeiten nachzugehen. Dem Unsterblichen gefällt das nicht, allerdings kann auch er nicht umhin zu erkennen, dass er irgendwann in Rico den einzigen Begleiter auf dieser Welt haben wird.

Cunor, der im Laufe der Jahre immer stiller geworden ist, hat die Aufzeichnungen der Schlacht vor sechzig Jahren erneut analysiert und ein kleines Schiff der Methans entdeckt, das in den Bergen eines anderen Kontinents heruntergegangen ist. Obwohl nur geringe Chancen bestehen, dort einen funktionierenden Hypersender zu finden oder gar das Schiff starten zu können, brechen Atlan und Cunor mit dem Tauchboot zur Absturzstelle auf. Nach drei Wochen Fahrt gehen sie an Land und marschieren zu Fuß weiter.

In der Nähe der Absturzstelle messen sie erhöhte Strahlenwerte. Am Fuß des Berges siedeln Menschen und die beiden Arkoniden werden als Gesandte der Ahnen begrüßt. Fast alle Menschen des Dorfes sind krank. Das Schiff der Methans muss das Wasser verseucht haben. Atlan bricht alleine zu dem Schiff auf. Zusammen mit Rico zerstört er das Beiboot und beraubt sich damit der letzten Chance auf Rettung. Zumindest Cunor ist dieser Ansicht, der Atlan daraufhin verlässt und seine eigenen Wege geht. Rico bestärkt Atlan darin, gemeinsam für eine Zukunft der Menschen auf Larsaf III zu sorgen.

 

Rezension:

Bereits zum siebten Mal erscheint eine Kurzgeschichte, die im Neo-Universum angesiedelt ist. Unter dem Titel Neo-Storys haben die allesamt lesenswerten Kurzgeschichten von verschiedenen Autoren eine kleine und feine Nische im Perry Rhodan-Kosmos besetzt. Für Oliver Plaschka ist es der zweite Beitrag. Der Autor hat sich etwas Besonderes ausgedacht. Mit seiner Erzählung legt er den Grundstein für Atlans Aktivitäten als Begleiter und Beschützer der jungen Menschheit.

Atlan entscheidet sich bewusst dafür, den Bewohnern einer Siedlung zu helfen und seine, wenngleich geringe Chance auf eine Rettung nicht wahrzunehmen. Eine nicht unwesentliche Rolle in diesem Entscheidungsprozess kommt dem Roboter Rico zu, der plötzlich wieder auftaucht und Atlan auf die Aufgaben hinweist, die der Arkonide zu erfüllen hätte.

Eine wunderbare kleine Geschichte, die da Oliver Plaschka verfasst hat. Sie erreicht zwar nicht die Qualität von „Das Juwel im Lotus“, seiner ersten Neo-Story, aber sie liefert letztlich die Antwort auf die Frage, warum sich Atlan dazu entschieden hat, den Menschen zu helfen.

 

Ansichten zu Perry Rhodan Heft 2853

Im falschen Babylon – von Oliver Fröhlich – Handlung:

An den Ufern des Euphrat, unweit der Stadt Babylon, wird Natal ohne Vorwarnung vom Gefühl, den Verstand zu verlieren, überfallen. Der Kandidat für den Posten des Obersten Anklägers Babylons fühlt eine Leere in sich, seine Umwelt kommt ihm fremd vor und er erinnert sich nicht mehr an seinen Namen. Im nächsten Moment kehren die Erinnerungen zurück. Allerdings schleichen sich von nun an fremde Begriffe in seine Gedanken ein, von denen er nicht weiß, woher er sie kennt. Und eine Erinnerung ist nicht zurückgekehrt. Ihm fällt der Name des 12. Monats nicht mehr ein. Natal beobachtet auch eine schwarzgekleidete Gestalt, die ihm seltsam vertraut vorkommt und die ihn zu verfolgen scheint.

Natal kehrt in die Stadt zurück. Er hört Stimmen in seinem Kopf. Dem vorherigen Ankläger der Stadt wurden solche Stimmen zum Verhängnis. Natal schließt jedoch nicht aus, dass die Hohepriesterin Yenna La-Arhani ihn durch Giftstoffe, die sie seinem Essen beigemengt hat, auf die Probe stellen will. So soll seine Eignung zum Obersten Ankläger der Stadt geprüft werden. Auf dem Markt deckt er sich mit Lebensmitteln ein. Seine Unsicherheit verstärkt sich noch. Er fühlt sich beobachtet und die Stimme in seinem Kopf, die ihn beständig mahnt, nicht zu vergessen, warum er diesen Ort aufgesucht hat, wird immer eindringlicher. Dann wird Natal zu seiner Kanzlei gerufen. Yenna La-Arhani hat einen Auftrag für ihn. Er soll zwei Gastfeinde anklagen, die sich illegal in Babylon aufhalten und Abgesandte von Kingus Dämonen sein sollen. Die Hohepriesterin stellt Natal das Amt des Obersten Anklägers in Aussicht, wenn er für eine Verurteilung der Gastfeinde sorgt.

In einem schwachen Moment gesteht Natal der Hohepriesterin, dass er Stimmen hört. Zu seiner Überraschung bleibt Yenna La-Arhani gelassen. Seine Willensstärke sei es, betont sie, dass er den Einflüsterungen nicht erliegt. Sie gibt ihm ein Amulett, das ihn schützen soll. Obwohl die Stimme in seinem Kopf ihn drängt, das Schmuckstück nicht anzulegen, entscheidet sich Natal anders. Er legt das Amulett an und die Stimme in seinem Kopf verstummt. Noch vor der Verhandlung im Gerichtssaal wird Natal zu König Nebukadnezar II. beordert. Der König will das Leben der Gastfeinde verschonen. Die Hohepriesterin würde Natal nur benutzen. Falls sich jedoch die Möglichkeit ergeben würde, mit Yenna La-Arhani einen Handel einzugehen, dann soll Natal das Leben der beiden jungen Fremden retten.

Im Gerichtssaal lehnt sich Natal gegen Yenna La-Arhani auf. Die beiden Angeklagten, eine junge Frau und ein Vogel-Mensch-Mischwesen, sollen nach dem Willen der Hohepriesterin geopfert werden. Yenna La-Arhani schlägt Natal dann doch einen Handel vor. Die Fremden bleiben straffrei, wenn der Ankläger den Dämon Kingus mit einem Dolch, den er von der Priesterin erhält, tötet. Er hat einen Tag Zeit dazu.

Auf der Suche nach dem Dämon gelangt Natal auch in den Tempelturm Babylons. In der Zikkurat will er die Gastfeinde befragen. Zunehmend drängen sich wieder fremde Begriffe in sein Gedächtnis. Er trifft auf den schwarzgekleideten Mann. Als Natal mit dem Dolch zögert, tritt der Fremde, der wie Natal aussieht, auf ihn zu und ihre Körper vereinigen sich. Natal nimmt das Amulett ab und lässt sich von der Stimme in seinem Kopf zu einer Stele führen. Darin eingraviert sind die 12 Monatsnamen. Der zwölfte Monat lautet Addaru. Nun brechen alle Erinnerungen hervor. Natal, nunmehr Atlan, erinnert sich wieder, warum er eine Geistreise ins alte Babylon unternommen hat.

Beim Vorstoß in das Vesikel sind Atlan, Lua und Vogel auf das Haus Addaru gestoßen, das nichts anderes als der ehemalige Mond der Erde ist, der in einem gigantischen Hohlraum der Veste Tau schwebt. Sie können Luna betreten und sich in den Untergrund vorarbeiten. Aus einem alten Transmitter tritt ihnen YLA, die Tochter NATHANS entgegen. Um den Richter Matan Addaru besser zu verstehen, muss Atlan eine Bewusstseinsreise antreten. Bringt er sie erfolgreich zu Ende, ist er befähigt, den Atopischen Hof zu betreten.

Atlan wählt die Epoche aus, von der YLA berichtet, dass sie Matan Addaru am liebsten ist. Das alte Babylon. Gemeinsam treten sie durch den Transmitter und erreichen das alte Babylon. Die Wolken am Himmel brechen auf und Myriaden von spinnenartigen Lebewesen oder Technogeflecht-Konstrukte regnen auf den Arkoniden herab. Atlan befindet sich plötzlich am Ufer des Euphrat und verliert den Verstand.

Nachdem Atlan die erste Bewusstseinsreise bestanden hat, soll nun die zweite Reise in die Geschichte von Matan Addaru beginnen, die zugleich die Geschichte des letzten Menschen ist.

 

Rezension:

Ein ungewöhnlicher und mutiger Roman von Oliver Fröhlich. Ungewöhnlich deshalb, weil zu diesem Zykluszeitpunkt mit einem Historienabenteuer aus einer Epoche der Erde nicht zu rechnen war. Zwar prangte auf der Titelseite der Name „Babylon“, aber nicht selten führten solche Titel die Leser in der Vergangenheit ein ums andere Mal in die Irre. Mutig deshalb, weil der Autor zu einem anderen Rahmenaufbau seiner Geschichte gegriffen hat. Die Bewusstseinsreise Atlans, von der wir als Leser zu Beginn nichts wissen, nimmt mehr als 75 Prozent der Geschichte ein und die Vorgeschichte dazu wird vom Autor ans Ende gestellt. Der (obligatorische) zweite Handlungsstrang entfiel komplett.

Der Einstieg in den Roman und die daran anschließenden Erlebnisse Natals konnten überzeugen. Recht schnell war auch klar, dass sich hinter der Figur des Natal, stellt man die Buchstaben des Namens um, niemand geringeres als Atlan verbarg. Und wer das mit dem Anagramm nicht erkannte, für den gab der Autor weitere, noch deutlichere Hinweise, die schnell auf Atlan hindeuteten.

Den Protagonisten und die Stimmen, die ihn quälten, sowie Land und Leute hat Oliver Fröhlich gut eingefangen. Inwieweit die eingeflossenen historischen Daten korrekt sind, mag ich nicht prüfen. Die Handlungsorte und die Charaktere wirkten aber sehr lebendig und auch authentisch. Nach dem guten Auftakt hat die Geschichte einen kleinen Durchhänger. Für die Nöte, die Natal quälten, fand sich längere Zeit kein Mittel und so überzeugend die Darstellung von Natals Gefühlswelt dem Autor auch gelang, war das Szenario doch nach einiger Zeit überstrapaziert.

Hier hätte ich mir einen Wechsel der Perspektive gewünscht, einen anderen Blickwinkel auf die Geschehnisse, um das ganze etwas aufzulockern. Oliver Fröhlich tat mir den Gefallen nicht und blieb bei Natal und dessen Gefühlswelt. Erstaunlicherweise fängt sich die Geschichte dann wieder. Mit dem Auftreten der Hohepriesterin, dem Prozess gegen Lua und Vogel und mit der Suche nach den Dämonen kann der Autor wieder mehr Spannung in seiner Geschichte erzeugen.

Am Ende erst schlägt der Autor die Brücke, um die Babylon-Geschichte mit Atlans Entdeckung von Luna, dem Haus des Atopen Matan Addaru, zu verbinden. Ich bin gespannt auf die Fortsetzung.