Articles for the Month of Januar 2016

Ansichten zu Perry Rhodan Heft 2838

Leticrons Säule – von Leo Lukas – Handlung:

Auf dem Planeten Kaldik der Galkiden gibt es auch eine Kolonie der Überschweren. Deren Anführer Motatyn bewacht dort Leticrons Säule. Motatyn ist nicht entgangen, dass es auf dem Archivplaneten gewisse Phänomene gibt, die sich in jüngster Zeit verstärken. Etwas drängt sich in diese Realität und versucht sie zu verschieben. Ähnliche Beobachtungen macht auch die Galkidin Eluontarar Gabink. Die Wissenschaftlerin hat sich der Beobachtung des Zweisam verschrieben. Die Rufer der AllEinsamen stehen hinter einer glasierten Fläche, dem sogenannten Totenspiegel und können nur aus der Distanz beobachtet werden. Gabink muss sich jedoch zunächst familiären Verpflichtungen stellen. Ihr Bruder wurde das erste Mal Vater und hat sie zur Feier auf das orbitale Habitat MEppa eingeladen.

Die ONTIOCH ANAHEIM ist inzwischen im Anflug auf Kaldik. Lordadmiral Monkey beansprucht das Kommando über das Schiff und die planetare Operation, was jedoch von Kaiserin Indrè Capablanca zurückgewiesen wird. Der Hofnarr Niemandgram Toposhyn und der Oxtorner können sich auf Anhieb nicht ausstehen. Und der Sicherheitschef Telo Buurnam macht nicht nur der Chronotheoretikerin Aichatou Zakara schöne Augen sondern versucht sich auch an der Kaiserin. Endlich landet das Schiff auf der Archivwelt. Kaldik dient der Erinnerung und dort sind nicht nur unzählige Daten aus allen Epochen gelagert, sondern in Museen auch viele Artefakte. Die Chronotheoretikerin zieht eine Verbindung von den Galkiden nach Terra. Rhodan bewohnt die ehemalige Botschaft dieses Volkes in Terrania und Zakara vermutet, dass es sich bei den bekanntgewordenen spukhaften Erscheinungen in diesem Gebäude um frühe Anzeichen der dys-chronen Drift handeln könnte.

Die beiden Ordischen Stelen auf der Archivwelt zeigen die gleichen Änderungen wie die Stele auf Olymp und geben mittlerweile keine Auskünfte mehr. Die Kaiserin wird in das Gästehaus des Planeten eingeladen. Sie wird von Aichatou Zakara, Niemandgram Toposhyn, Telo Buurnam und Monkey begleitet. Der Oxtorner tarnt sich als Ramfaru, um auf dem Planeten nicht aufzufallen. Im Gästehaus wird ihnen ein Kontakt zu Eluontarar Gabink vermittelt. Die Galkidin soll ihnen beim Kontakt zu Motatyn behilflich sein. Der Überschwere lässt die Gruppe jedoch abblitzen und die Kaiserin und die anderen besuchen Gabinks Forschungsstation. Der Versuch der Besucher, sich dem Zweisam zu nähern, scheitert. Ein unbekanntes Energiefeld scheint jede Annäherung an die Doppelstatue zu verhindern. Im Gästehaus stellt die Chronotheoretikerin weitere alarmierende Anzeichen der dys-chronen Drift fest. Niemandgram Toposhyn und Telo Buurnam haben sich inzwischen verbündet. Sie glauben, dass etwas mit Monkey nicht stimmt. Der Lordadmiral könnte ein Jaj sein.

Monkey lockt Motatyn aus der Reserve. Er gewinnt ein Duell mit dem Überschweren und die Gruppe darf als Gegenleistung Leticrons Säule besuchen. Ftempar, der Symbiont der Kaiserin empfängt Reste der Erinnerungen Leticrons, die in der Säule gespeichert sind. Der flüchtige Widerhall ist widersprüchlich. Ja, Nos Gaimor ist am 23. Januar 3466 gestorben, nein, Nos Gaimor ist nicht am 23. Januar 3466 gestorben. Leticron hat Gaimor am 05. Juli 3459 das Leben gerettet. Leticron hat Gaimor später im Kampf erschlagen. Zakara bezeichnet die Informationen als kontra-kausale Raumzeitstörung.

Aichatou Zakara und die Kaiserin bringen in Erfahrung, dass eine bestimmte Melodie die Stelen doch noch zum Sprechen bringt. Mit Monkey befragen sie die Stelen von Kaldik. Sie bekommen einen Koordinatensatz genannt. Danach verwandeln sich die Stelen in schwarze Lohen. Als sie die Doppelstatue der Rufer der AllEinsamen überfliegen, übermitteln diese eine Botschaft. „Brich auf dorthin!“

Die ONTIOCH ANAHEIM macht sich auf, um die übermittelten Koordinaten anzufliegen. Von der Liga bestätigt Cai Cheung, dass die Koordinaten nicht unbekannt sind. Es ist der Standort des Planeten Medusa.

 

Rezension:

Das Spiel mit der Zeit wird uns wohl doch noch einige Zeit beschäftigen. 😉 Rhodans unfreiwilliger Ausflug in die Vergangenheit, Atlans Besuch einer alternativen Zukunft und sein Flug durch die künstliche zweite Zeit, dazu der Tiuphoren-Vorstoß in die Zukunft sind die großen Aufhänger zu diesem Thema. Ins Eingemachte geht die dys-chrone Drift. Hier betreiben die Autoren ein Spielchen der besonderen Art, eines der Art „was wäre wenn“ bestimmte Ereignisse anders verlaufen wären. Das gefällt mir ganz gut. Zahlreiche bekannte Fernsehserien der jüngeren Geschichte haben dieses Element sehr erfolgreich verwendet. Heroes, Fringe und Lost, um einige zu nennen. Etwas anderes wäre es, wenn die „was wäre wenn“ Geschehnisse einen dauerhaften Platz erhalten sollten. Dann könnte einiges durcheinandergeraten und schnell der Überblick verloren gehen.

Zurück zum Roman. Die zuweilen im unverbindlich wirkenden Plauderton dargebotene Erzählung hat nahezu ständig zwischenmenschliche Beziehungen im Fokus ohne jedoch die harten Fakten zu vernachlässigen. Letztere streut der Autor immer wieder ein, so dass dadurch ein kleiner Spannungsbogen aufrechterhalten wurde. Nur zu Beginn des Romans greift Lukas einen Tick zu häufig auf schon bekannte Sachverhalte zurück. Für den Auftritt Monkeys übertreibt es der Autor schamlos. Bereits im Roman der Vorwoche ist das entrückte Auftreten des Lordadmirals beschrieben worden. Der Autor setzt nun daran an und beschreibt das Eintreffen und die Vorstellung des Oxtorners aus Sicht anderer Personen. Nur, um daran im Anschluss die Szenen aus dem Roman der Vorwoche nahezu 1:1 nochmal zu bringen. Das war überflüssig und unterbrach den Erzählfluss in unnötiger Weise. Als wäre das nicht genug, erfolgt anschließend eine über mehrere Seiten gehende Zusammenfassung des Romans der Vorwoche. Das war unverständlich, denn gerade Leo Lukas hat aufgrund seines erzählerischen Potentials solche Einschübe zur Streckung der Geschichte auf die erforderliche Anzahl von Zeichen gar nicht nötig.

Der Auftritt des Hofnarren, den Monkey als unnötig exaltiert bezeichnet, schien so wenig wie letzte Woche zur Geschichte zu passen. Allerdings zeigt Leo Lukas die Figur Niemandgram Toposhyn tatsächlich so, wie man sich einen Hofnarren vorstellt. Letzte Woche war der Epsaler mehr Berater als Hofnarr.

Der Autor ließ es sich nicht nehmen, dem letzten Jahr verstorbenen Rainer Castor in seiner Geschichte einen Auftritt als Archivar zu geben. Darüber hinaus gefallen mir der trockene Humor und das in vielen Szenen leicht übertriebene aber niemals verletzende Zusammenspiel der Figuren. Besonders die Perspektive des Überschweren zu Beginn des Romans und die Figur der Galkidin Eluontarar Gabink sind dem Österreicher gut gelungen. Allerdings vermag der Autor ausgerechnet zwischen diesen Figuren des Archivplaneten und dem hochkarätigen Figurenensemble, das ihrer Welt einen Besuch abstattet, keine Verknüpfungen herzustellen, bzw. dauert es viel zu lange, bis es hier zu Interaktionen kommt. Zwar steht hinter allen Kapiteln das verbindende Element der dys-chronen Drift und mit dem Zweisam wird auch eine Brücke zu Rhodans Erlebnissen in der Vergangenheit des Archivplaneten geschlagen, dennoch werden diese Elemente erst im letzten Romandrittel hervorgehoben.

Dann kam die Geschichte an eine Stelle, an der Leo Lukas vermeintlich deutlicher wird. Die Kaiserin und die Chronotheoretikerin unterhalten sich über die historischen Daten. Die beiden kennen nur die Version mit Nos Gaimors Tod mehrere Jahre nach seinem Kampf mit Leticron. Beide erinnerten sich auch nicht an eine andere Historie. Die zweite Version im Gespräch ist lediglich eine Spekulation der beiden Figuren. Ich, als Leser ging nun davon aus, einen Wissensvorsprung zu haben. Ich kenne beiden Daten, die Protagonisten hingegen kennen nur eine, da die ganze Historie überschrieben wurde. Beim Flug zur Tonne im letzten Roman hatten die Kaiserin und die Chronotheoretikerin noch die alte Historie recherchiert, wonach Leticron seinen Widersacher im Jahr 3459 getötet hat. Dann kamen die Ereignisse auf der Tonne, die nun vom Tode Gaimors im Jahr 3466 erzählen und dazu führte, dass nun die alten Daten überschrieben wurden.

Wenig später stehen die Protagonisten an Leticrons Säule und Indrè Capablanca erhält von ihrem Symbionten zwei Erinnerungen mitgeteilt. Sie gibt die Informationen an die andern weiter und sie diskutieren diesen Vorgang. Damit „erinnern“ sich die Protagonisten also doch an verschiedene Historien, bzw. wird die eine Historie nicht sofort gelöscht, als die Figuren ihrer Gewahr werden. Damit läuft dieser Vorgang anders ab, als zuletzt in der Raumstation, wo eine Historie durch die andere überschrieben wurde. Ich hoffe nun auf baldige Auflösung.

Tempus fugit!

 

Perry Rhodan Plejaden Hörspiele Teil 09

Weg zur Unsterblichkeit

Walter Higgins ist nach wie vor dabei, die Geschehnisse zu rekonstruieren. Er will von Taisha Konta wissen, wie es sich anfühlt, kein Mensch zu sein. Die Terranerin war getötet und ihre Leiche von Kalton Morkena mitgenommen worden.

Von der USO-Station ist nach dem Abzug des Oxtorners und seiner Söldner Gucky mit einer Space-Jet aufgebrochen, um die geborgenen Splitter des Vitalenergiespeichers zurück auf den Planeten der Lkandoner zu bringen. Er wird bereits von Morkena beobachtet. Der Oxtorner hat es geschafft, das Bewusstsein von Taisha auf einen Plasma-Klumpen zu übertragen und ihr einen künstlichen Körper zu verpassen, der schwer bewaffnet ist. Sie soll Gucky töten und die Splitter wieder erbeuten.

Als Perry Rhodan per Funk bei Gucky nachfragt, wie die Mission läuft, kollidiert die Space-Jet mit einer Rettungskapsel. Der Ilt will die Kapsel bergen aber Rhodan glaubt, dass es eine Falle ist. Der Unsterbliche behält Recht. Taisha kommt in ihrem Roboterkörper auf Guckys Schiff. Zwischen ihr und dem Mausbiber kommt es zum Kampf. Sie besiegt den Ilt und nimmt die Splitter an sich.

Als Gucky wieder zu sich kommt, sind Perry Rhodan und Lenny Hestis zur Stelle. Der USO-Spezialist hat in Erfahrung gebracht, wohin die Splitter gebracht werden sollen. Perry Rhodan will sich mit dem Boten der SI treffen. Tindras’Solekort schließt sich dem Terraner an. Der Bote will mit Perry zusammenarbeiten, trotz der Bedenken der Lkandoner. Die Splitter sollen auf einem Planeten, in einer Maschine, die der Oxtorner vor langer Zeit entdeckt hat, eingesetzt werden. Der Vitalenergiespeicher diente der Maschine als Energiequelle. Die Maschine bringt nach Auskunft des Boten das Leben oder den Tod. Durch den Vitalenergiespeicher angetrieben können Lebewesen in der Maschine Langlebigkeit erhalten.

Der Bote fliegt mit Perry Rhodan, Gucky und Tindras’Solekort zu diesem Planeten. Als sie landen und sich auf einer Waldlichtung der Maschine nähern, ist auch Kalton Morkena im Anflug und schießt auf Rhodans Gruppe. Der Bote gibt vor, die Maschine sabotieren zu wollen und verändert sie aber heimlich. Um die Maschine entbrennt der Kampf zwischen Morkena, Taisha und Rhodans Gruppe.

 

Rezension:

Mit der Folge „Weg zur Unsterblichkeit“ liegt die vorletzte Folge der Plejaden-Hörspiele vor. Die CD weist eine Gesamtspieldauer von knapp 65 Minuten auf. Ca. 31 Minuten davon fallen auf 9 Bonus-Soundtracks. Zaubermond hatte im November 2015 aufgrund der kurzen Spieldauer von Folge 08 die Hörer befragt, ob die letzten 3 Folgen der Reihe im Preis reduziert werden sollen oder ob bei Folge 09 und 10 jeweils 30 Minuten PERRY-RHODAN-Musik draufgepackt werden sollen, die Komponist Andreas Meyer exklusiv zusammenstellen wird. Gewissermaßen als Wiedergutmachung für die etwas kürzeren Laufzeiten der Hörspielreihe.

Das Ergebnis fiel zugunsten der Bonus-Tracks aus. Doch zunächst zur Handlung der neunten Folge selbst. In Folge 08 sind mir jüngst einige Ungereimtheiten aufgefallen. Die aktuelle Folge beginnt leider auch verwirrend. Nach dem längeren Vorspann geht’s wieder weiter mit der Befragung von Taisha Konta. Walter Higgins möchte in der Befragung von Taisha erfahren, wie es ist, kein Mensch mehr zu sein. Er bezieht sich auf das Gefecht an Bord des Raumfrachters OLYMP CITY, bei dem die Terranerin getötet wurde und ihre Leiche von Kalton Morkena mitgenommen wurde. Tatsächlich aber fand das Gefecht auf der USO-Station statt. So war es zumindest in der vorherigen Folge zu hören. Darin war auch zu hören, dass Morkena die Leiche von Taisha nach Oxtorne bringen will. In dieser Folge ist er jedoch bereits auf dem Flug zum Planeten der Lkandoner, genau wie Gucky. Ich vermute, der Umweg über Oxtorne hat nicht stattgefunden. Die Space-Jet, mit der Morkena in Folge 08 floh, muss dann schon den Spezialkörper für Taisha an Bord gehabt haben. Auch das passt nicht zu den letzten Geschehnissen.

Der Oxtorner schafft es auch, die Splitter wieder zusammenzusetzen. Wie er das schafft bleibt unklar. Auch fehlten m.E. etliche Splitter. Überhaupt erschließt sich mir nicht, warum er und seine Leute die Splittertragenden Lkandoner getötet haben. Dadurch löste sich jedes Mal der Splitter in Form einer Spiralgalaxie auf. Wie er es schaffte, die dann doch einzusammeln, muss ich verpasst haben.

Während der Kampf in Folge 08 zuletzt nicht einfach zu verfolgen war, wird der Kampf zwischen Gucky und Taisha in dieser Folge besser dargestellt. Dazu bedient man sich eines Kniffs. Morkenas Leute können sich in die Bildübertragung der Space-Jet hacken. Nun wird der Kampf nicht nur aus Guckys Sicht geschildert, sondern Morkena und seine Leute kommentieren die jeweiligen Szenen. Dadurch wirkt das Geschehen gleich plastischer.

Musik und Effekte können wieder überzeugen. Die Geschichte selbst, die sich geradlinig von Folge 01 bis Folge 07 entwickelte, ist auch in dieser vorletzten Folge ins Stottern geraten. Beileibe kein Absturz, aber der Ereignisverlauf der Geschichte hätte an der einen oder anderen Stelle mehr Sorgfalt verdient gehabt. Hat man noch in den ersten Folgen wirklich konsequent die Ereignisse so „besprochen“, dass man als Hörer dem Fortgang der Ereignisse gut folgen konnte, wird in Folge 08 und nun auch in 09 manches weggelassen. Wie kommen Perry und Hestis wieder mit Gucky zusammen? Auf welchem Schiff sind sie? Wo wird Gucky versorgt? Mit wem hat Hestis gesprochen? Wie und wo trifft man sich mit dem Boten? Mit welchen Schiff reist man zum Planeten mit der Maschine?

Gewiss kann man sich manches zusammenreimen und vielleicht ist auch nicht alles unbedingt nötig, erzählt zu werden. Schließlich läuft die Reihe bereits in Folge 09 und will nicht langatmig erscheinen. Dennoch verliert die Geschichte aus meiner Sicht durch solche Auslassungen an Homogenität. Der ursprüngliche Ansatz war ja, ohne begleitenden Sprecher und nur mit den Dialogen der Figuren die Story voranzutreiben. Diesem Ablauf wird man in Folge 08 und 09 nicht gerecht.

 

Ansichten zu Perry Rhodan Heft 2837

Der Hofnarr und die Kaiserin – von Uwe Anton – Handlung:

Anfang Mai 1518 NGZ wird der Planet Olymp von zwei der wichtigsten Personen der Milchstraße besucht. Vetris-Molaud hat sein Kommen angekündigt und auch Arun Joschannan will die Zentralwelt des Olymp-Komplexes besuchen. Anfang Juni ist auf allen 38 Welten eine Volksabstimmung angesetzt. Wird sich Olymp dem Tamanium anschließen oder in der LFT verbleiben? Zahlreiche Medienvertreter erwarten die Landung der VOHRATA, darunter auch Keykil Fektenór vom Sender Augenklar. Einen Tag früher als angekündigt landet überraschend nach dem Flaggschiff der Tefroder auch die MAURENZI CURTIZ des LFT-Residenten. Die beiden Politiker werden nacheinander vom Kaiserpaar von Olymp begrüßt. Bei der ungewöhnlichen Zeremonie tut sich vor allem der Hofnarr Niemandgram Toposhyn hervor. Der Epsaler ist eigentlich die Person, die Keykil Fektenór gerne als Aufhänger in ihrer Reportage vorgesehen hat. Sein Auftritt für die Gäste erfolgt nach einer längeren Krankheit, über die nichts bekannt ist.

Kaiser Martynas Deborin-Argyris und Kaiserin Indrè Capablanca geben am Abend für die beiden Politiker und weiteren Gästen ein Festessen. Noch während des Essens wird dem Kaiserpaar durch den Tesqiren Yoqord eine ungewöhnliche Botschaft überbracht. Die Ordische Stele in der Nähe des Kaiserpalasts wünscht die beiden zu sprechen. Indrè Capablanca begleitet alleine den Fürsprecher des Tribunals zur Stele. Mit dem Gesicht von Matan Addaru Jabarim wendet sich die Stele mit einer Bitte an die Kaiserin. Für das Konzil der Stelen von GA-yomaad soll sie ins Ardinsystem zum Planeten Yoopsin fliegen und dort eine Raumstation, die Tonne, aufsuchen. Und sie soll in Erfahrung bringen, was aus dem Entdecker der Tonne, einer Person namens Nos Gaimor, geworden ist. Die Stelen haben Anzeichen eines Phänomens entdeckt, die dys-chrone Drift.

Nach Übermittlung aller Fakten an Arun Joschannan bricht die Kaiserin mit der ONTIOCH ANAHEIM, einen Schweren Kampfkreuzer auf. Sie wird von Niemandgram Toposhyn und der Chronotheoretikerin Aichatou Zakara begleitet. Der Abflug des Schiffes bleibt der Journalistin Keykil Fektenór nicht verborgen. Sie hatte eine Spionsonde auf Niemandgram Toposhyn angesetzt, der kurz in seinem privaten Anwesen eine Tasche geholt hatte. Während er weg ist, will sie sich in dem Haus, das der Epsaler sich unmöglich leisten kann, ein wenig umsehen. Sie bricht in das Anwesen ein und stößt unversehens auf einen Kampfroboter, der sie töten will. Nur mit ihrer Sonde kann sie rechtzeitig entkommen. Für einen zweiten Besuch ist sie besser gerüstet. Ihre Spionsonde löst jedoch beim Versuch an Daten zu gelangen eine Explosion aus, die das ganze Haus vernichtet und die Journalistin ins Krankenhaus befördert.

Auf der ONTIOCH ANAHEIM machen sich Indrè und Aichatou mit den historischen Fakten vertraut. Nos Gaimor ist das Resultat eines Experiments der Aras aus dem genetischen Material eines Naats und eines Terraners. Die 3500 Meter lange und 700 Meter durchmessende Tonne unbekannter Baumeister hatte Gaimor entdeckt und deren Machtmittel zur Unterwerfung Yoopsins genutzt. Zur Zeit der Laren hat er sich als Erster Hetran beworben und wurde auf seiner Raumstation, der Tonne, im Zweikampf von Leticron am 6. Juli 3459 getötet. Das Schiff erreicht das Ardinsystem. Die Tonne ist nicht mehr im Orbit um Yoopsin, sondern umkreist einen der äußeren Planeten. Da Yoopsin zur Liga gehört, ist der Besuch der Raumstation, die nur von einem kleinen Forscherteam bemannt ist, kein Problem. Die Forscher haben ihr halbes Leben mit der Untersuchung der Tonne verbracht und sind entsprechend reserviert den Besuchern gegenüber.

Die Kaiserin und Aichatou Zakara gehen an Bord. Kein Raum auf der Tonne gleicht dem anderen. Die Forscher suchen vor allem nach der Gruft mit Nos Gaimor. Indrès Symbiont hilft der Kaiserin, den Raum mit der Gruft zu finden. Als die Suchgruppe den Raum betritt, bemerken alle für einen kurzen Moment die Gestalt von Gaimor auf einem Sockel, bevor sich der Körper plötzlich auflöst. Die Positronik der Tonne gibt zur Auskunft, den Leichnam nach einem Vorfall an Bord unmittelbar nach der Bereinigung desintegriert zu haben. Die Kaiserin bekommt eine Aufzeichnung zu sehen. Nos Gaimor kämpft an der Seite von Leticron gegen Insektenwesen, die als Individualverformer identifiziert werden. Gaimor rettet während des Kampfes Leticrons Leben. Dabei wird er schwer verletzt und von Leticron in die Medostation gebracht. Der Überschwere verlässt daraufhin die Tonne. Zehn Jahre nach dem Vorfall stirbt Gaimor an den Folgen der Verletzungen. Im Jahre 3466 wird sein Leichnam desintegriert.

Damit weicht die Aufzeichnung von den bekannten historischen Daten ab. Auch gelten die IVs, auch Vecorat genannt, als ausgestorben. Laut Bordpositronik haben sich einige Mitglieder dieses Volkes vor dem TevveTrar-Syndrom auf die Tonne geflüchtet. Zakara stellt eine Theorie auf. Die raumzeitliche Realität spiegelt sich auf mikrokosmischer Ebene. Die bekannten Strukturen von Raum und Zeit brechen auf dieser Ebene ein und erzeugen einen Quantenschaum, in dem es kein Gestern und kein Morgen gibt. Infolge einer Manipulation der Zeit könnten auf dieser Ebene Spiegelbilder der eigentlich gelöschten Realität weiterhin vorhanden sein. Diese Spukbilder verschwinden, wenn ein Vertreter der gültigen Zeit das Phänomen beobachtet. Die Forscher haben demnach an Bord der Tonne eine annullierte Realität gesehen, die endgültig verschwand, als sie beobachtet wurde.

Die Kaiserin berichtet nach Olymp und wird von der Stele gebeten, weitere Nachforschungen auf dem Archivplaneten der Galkiden vorzunehmen. Arun Joschannan, der alles mitbekommt, schickt zu einem Rendezvous-Punkt mit der Kaiserin eine weitere Person. Die Stele auf Olymp zeigt sich inzwischen nicht mehr in makellosen Patronit, sondern wie von schwarzen Lohen durchsetzt.

Auf Olymp ist die Journalistin weitgehend genesen. Die Aufzeichnungen, die der Sender Augenklar aus dem Haus retten konnte, zeigen, wie der Hofnarr in seinem Anwesen von einer unbekannten Frau ermordet und sein Körper desintegriert wird. Am vereinbarten Treffpunkt zeigt sich ein Schiff der USO und Lordadmiral Monkey geht an Bord der ONTIOCH ANAHEIM

 

Rezension:

Der aktuelle Roman von Uwe Anton kommt ein bisschen schwer in Gang. Nach einigen Seiten entwickelt sich jedoch eine flotte und zuweilen auch spannende Handlung. Nicht alle Elemente der Handlung konnten mich überzeugen, so manches Detail rief bei mir ein Stirnrunzeln hervor und einiges bleib mir auch ehrlich gesagt unverständlich. Dazu zählen einige der Auftritte des Hofnarren. Die grundsätzliche Bedeutung dieser Figur ist klar. Mit ihr soll der Besucher Vetris-Molaud durch den Narren, der sich unreif, vielleicht dumm und tollpatschig zeigt, auf amüsante Weise vorgeführt werden. Dennoch konnte mich die Anlage dieser Figur nicht so richtig überzeugen. Am Ende zeigt sich, dass der Narr womöglich ausgetauscht wurde. Gegen wen, wird sich noch zeigen. Der Symbiont der Kaiserin scheint nichts bemerkt zu haben.

Die Journalistin, aus deren Sicht der Autor durch die ersten Abschnitte seiner Geschichte führt, sticht aus der Masse ähnlicher Protagonisten nicht eben hervor. Auf der einen Seite ist der Medienzirkus im 51. Jahrhundert ein erstklassiges Instrumentarium, um Begebenheiten in einem anderen Licht darzustellen. Auf der anderen Seite werden diese Möglichkeiten dann doch nur in schwachen Ansätzen genutzt. Setzt man die journalistischen Aktivitäten in einem Zusammenhang mit den Politikerreden dieser Geschichte und der geplanten Volksabstimmung, wird die Schwäche dieser Medienvertreter und der Handlung überdeutlich. Eine kritische Berichterstattung findet nicht statt und Vetris-Molaud wird von Uwe Anton in ein, zwei Sätzen salonfähig geschrieben. Der Auftritt des Hofnarren und seines Ensembles war mir eine Spur zu grotesk geraten, um in diesen Roman zu passen.

Mit dem Wunsch der Stele nimmt die Geschichte dann Fahrt auf. Die ersten Versuche, den Begriff der dys-chronen Drift zu erklären und der Besuch der Tonne mit den ganzen rätselhaften Ereignissen sind dem Autor gut gelungen. Die Theorie der Chronotheoretikerin fand ich ebenfalls ganz gut beschrieben. Man sollte nur nicht zu lange darüber nachdenken. Der verwendete Begriff „mikrokosmisch“ stellt ja eigentlich einen Widerspruch in sich dar. Und der im Roman angestrengte Vergleich mit Schrödingers Katze hinkt auch. Die gleichzeitig tote und lebendige Katze würde erst dann eindeutig auf „lebendig“ oder „tot“ festgelegt, wenn man sie beobachtet, also eine Messung durchführt. In der Geschichte jedoch werden die verschiedenen Zustände eines Systems, das von der Wechselwirkung mit der Umgebung isoliert wird, eben nicht durch die Beobachtung festgelegt. Gemeint sind ja hier die verschiedenen Realitäten. Eine Messung in Form einer Beobachtung kann nicht erfolgen, da sie keine der beiden Realitäten festlegen kann. Die Beobachter hätten also nichts sehen dürfen.

Dennoch bin ich gespannt, wie es weitergeht. Somit hat der Autor seine Pflicht erfüllt.