Articles for the Month of Januar 2016

Ansichten zu Perry Rhodan Arkon Heft 1

Der Impuls – von Marc A. Herren – Handlung:

Im Sommer 1402 NGZ wird Perry Rhodan nach Tahun, einem der wichtigsten Medostützpunkte der Milchstraße, gerufen. Zusammen mit Gucky besucht der Unsterbliche an Bord seiner Privatjacht MANCHESTER den Planeten. Die Medikerin Sal Bassa informiert die beiden über eine besondere Patientin. Sahira ist vor 12 Jahren in einem Kyrosarg in einem unbekannten Raumschiff auf Tahun eingetroffen und liegt seitdem in einem stasisähnlichen Medofeld. Sahira erscheint äußerlich als Jugendliche im Alter von etwa 13 bis 16 Jahren. Laut ihrer Krankenakte ist sie jedoch wesentlich älter. Im Alter von 115 Jahren hat ihr Alterungsprozess nicht nur ausgesetzt, er ist von diesem Zeitpunkt an rückwärts gelaufen. Mit jedem Tag wird die Patientin genau einen Tag jünger. Dem Matar-Heiler Aspartamin ist es nicht gelungen den Prozess der Verjüngung aufzuhalten. Allerdings stoppt das Medofeld den Vorgang. Vier Tage zuvor ist Sahira kurz erwacht und hat Perry Rhodan sprechen wollen. Sie spricht von Thantur-Lok und Dunklen Befehlen.

Aspartamin hat anhand verschiedener Messungen herausgefunden, dass Sahira die Tochter eines Zellaktivatorträgers sein muss. Eventuell ist auch die Mutter eine Unsterbliche. In der MANCHESTER besprechen sich Perry und der Ilt. Gucky hat ein paar Gedanken aufgefangen. Der Vater des Mädchens ist Alaska Saedelaere. Rhodan stellt Nachforschungen an. Zur Zeit des kurzen Erwachens gab es einen ungewöhnlich starken Hyperimpuls, dessen Ursprung in Thantur-Lok liegen könnte. Und genau zu dem Kugelsternhaufen soll Rhodan einige Tage später zu einer Konferenz reisen. Der Unsterbliche glaubt nicht an Zufälle. Entgegen dem Widerstand von Aspartamin nehmen Perry und Gucky das Mädchen in seinem Medotank an Bord und fliegen nach Zalit.

Die Konferenz findet an Bord der Raumstation VOGAS STOLZ statt. Kaum ist die MANCHESTER gelandet, macht Rhodan mit Gucky einen geheimen Ausflug runter auf den Planeten. Dort ist es Tage zuvor in einer Forschungseinrichtung zu einem Unfall gekommen. Die beiden Unsterblichen treffen in der Anlage auf Zaliter, die teils völlig verwirrt sind und davon sprechen, dass sie ein Raumschiff betreten sollen, um damit Arkon anzugreifen.

Zurück auf VOGAS STOLZ ist der Ausflug doch nicht unbemerkt geblieben. Rhodan kann den Herrscher von Zalit jedoch beruhigen und einen Eklat vermeiden. Auf der Station sind auch die anderen Konferenzteilnehmer eingetroffen. Der Zarlt Hernam da Zalit, der Lordmediker Oclu-Gnas und der Zentrumspatriarch von Archetz, der Mehandor Polktor. Als letzter trifft Gaumarol da Bostich an Bord der GOS’TUSSAN ein.

Die Umstände, die das Auftreten des Vorsitzenden des Galaktikums begleiten, machen Perry Rhodan sofort misstrauisch. Der Arkonide lässt Kralasenen aufmarschieren und kündigt an, alle Welten wieder in das Göttliche Imperium aufzunehmen, die derzeit von fremden Mächten beansprucht werden. Rhodan glaubt sich verhört zu haben, denn auch die Erde, bzw. Larsaf III als arkonidische Kolonie will Bostich zurückerobern. Bostich stellt die Konferenzteilnehmer unter Arrest. Oclu-Gnas und Polktor leisten Widerstand und Rhodan und Gucky gelingt die Flucht von VOGAS STOLZ. Mit der MANCHESTER bringen sie ein paar Lichtjahre Abstand zu Zalit. Gucky berichtet, dass Bostich unter fremden Einfluss steht.

 

Rezension:

Die Geschichte ist zeitlich zwischen Heft 2499 und 2500 angesiedelt. Autor Marc A. Herren, der auch die Exposés der auf 12 Hefte konzipierten Mini-Serie schreibt, hält sich nicht lange mit Vorgeplänkel auf. Perry Rhodan und Gucky, deren Schiff gerade erst an einer Raumstation über Zalit eingetroffen ist, machen unmittelbar nach ihrer Ankunft den ersten Erkundungstrip auf die älteste Kolonie der Arkoniden. Hier kommen die beiden Unsterblichen gleich in Kontakt mit Zalitern, die von irgendetwas beeinflusst werden. Der ominöse Impuls wird erwähnt und die bevorstehende Konferenz mit diesem Thema verknüpft.

Nach dem temporeichen Einstieg macht der Autor eine Rückblende. Fünf Tage zuvor sind Perry Rhodan und Gucky auf Sahira gestoßen. Auch in dieser Rückblende kommt Marc Herren schnell auf dem Punkt. Wir erfahren nicht nur etwas über die ungewöhnliche Krankheit des Mädchens, sondern auch wer ihr Vater ist und dass sie einen Impuls wahrgenommen hat. Auch hier macht der Autor keine Verrenkungen. Seine Figuren recherchieren, planen und handeln.

Der Roman war angenehm zu lesen. Etwaige Befürchtungen von mir, die in solchen Auftaktbänden nicht selten vorkommenden glossarähnlichen Textpassagen lesen zu müssen, zerstreuten sich schnell. Die wenigen äußerst knappen Beschreibungen, die der Autor nutzt, um seine wichtigsten Protagonisten und deren aktuellen Lebensumstände einzuführen, sind geschickt in die Handlung eingebaut und verschaffen dem Leser einen schnellen Zugang zu den Geschehnissen. Das Zusammenspiel von Perry Rhodan und Gucky ist locker und unbeschwert. Eben jenes zwischen langjährigen Freunden.

Die eigentliche Überraschung dieses Romans ist die Tochter des Maskenträgers. Es gab mal einen Roman vor einigen Jahren, in dem Marc Herren bereits den Namen Sahira erwähnt hat und in dem er Perry Rhodan über die Kinder der Unsterblichen hat nachdenken lassen. Dass diese Tochter eine wichtige Rolle spielen würde, hatte ich so nicht erwartet.

Der ominöse Impuls kommt neben dieser überraschenden Entwicklung beinahe etwas zu kurz. Man erfährt noch, dass er eine Komponente enthält, die an die Schockwellen erinnert, die vor 20.000 Jahren durch Thantur-Lok liefen und die Archaischen Perioden ausgelöst haben. Schlag auf Schlag geht es dann mit Bostichs Ankunft. Der Impuls scheint seine Opfer gefunden zu haben und Rhodan weiß relativ schnell, welche Auswirkungen dieser Impuls hat.

Der Auftakt war gut zu lesen. Es wird sich zeigen, ob die etwas simpel erscheinende Story in den nächsten Heften mehr Tiefe bekommt.

Ansichten zu The Man in the High Castle

Handlung:

Die Handlung der Amazon-Serie The Man in the High Castle basiert auf dem Roman Das Orakel vom Berge, von Philip K. Dick. Wie im Buch ist das Geschehen im Jahre 1962 angesiedelt und entführt den Zuschauer in eine alternative Welt. Die Nazis und Japan haben den Zweiten Weltkrieg gewonnen und im Zuge dessen die USA besetzt und unter sich aufgeteilt. Die Ostküste wird vom Großdeutschen Reich beherrscht, die Westküste vom Japanischen Kaiserreich. Dazwischen gibt es einen Puffer, die sogenannte neutrale Zone. In beiden besetzten Gebieten hat sich ein Widerstand formiert. Geheimnisvolle Filme spielen eine große Rolle. Denn diese Filme zeigen eine andere Realität. In den Filmen sieht man, dass die Alliierten Westmächte den Krieg gewonnen haben. Von einem geheimnisvollen Mann im hohen Schloss ist die Rede, der mehr über die Filme zu wissen scheint. Die Nazis wollen über den Spion Joe Blake an den Mann im hohen Schloss herankommen. Joe wird im Widerstand eingeschleust und mit einem der Filme in die neutrale Zone geschickt.

Gleichzeitig gerät an der Westküste Juliana Crain unversehens ebenfalls in den Besitz eines der Filme. Ihre Schwester war im Widerstand und hat Juliana den Film gegeben, bevor sie von der japanischen Geheimpolizei erschossen wurde. Entgegen den Rat ihres Freundes Frank Frink fährt Juliana in die neutrale Zone, um dort den Kontakt zu treffen, den eigentlich ihre Schwester aufsuchen sollte. Sie trifft dort auf Joe Blake und die beiden werden zum Spielball unterschiedlicher Interessengruppen.

Parallel zu diesem Geschehen bahnt sich zwischen den Besatzungsmächten ein Konflikt an. Hitler ist alt und mehrere Personen wollen den Führer beerben. Außerdem planen die Nazis auch, die Westgebiete zu übernehmen. Sie sind den Japanern technologisch voraus. Der japanische Handelsminister in der besetzten Zone kann über einen Mittelsmann einen Mikrofilm aus Deutschland ins Land schmuggeln, der wichtige technische Daten enthält, mit dem die Japaner den Nazis Widerstand leisten könnten.

 

Rezension:

Wenn ich einen Wunsch frei gehabt hätte, dann hätte ich mir gewünscht, dass Steven Spielberg den Roman von Philip Dick verfilmt. Mit Minority Report hatte der Regisseur schon einmal sehr überzeugend eine Vorlage von Dick auf die Leinwand gebracht.

Meine Skepsis war daher groß, als ich das erste Mal davon hörte, dass Amazon den wohl bekanntesten Alternativweltenroman als Fernsehserie bringen möchte. Anfang des Jahres 2015 wurde eine Pilotfolge gedreht und dann den Prime-Kunden des Online-Riesen neben anderen Serien-Pilotfolgen zur Abstimmung vorgelegt. Erst nachdem genügend Stimmen zusammenkamen wurde die 10-teilige Serie produziert. Seit 18. Dezember 2015 ist nun auch eine auf Deutsch synchronisierte Fassung für Prime-Kunden abrufbar. Im Dezember 2015 wurde bekannt, dass es eine 2. Staffel geben soll.

Jetzt, nachdem ich die 1. Staffel gesehen habe, bin ich angenehm überrascht, wie gut die Serie gelungen ist. Da sind zum einen die Kulissen. In der deutsch besetzten Zone hängen nicht einfach nur ein paar Hakenkreuzfahnen an Gebäuden. Auch in Kleinigkeiten zeigt sich die Detailarbeit, bspw. bei Geldscheinen oder Telefonen. Die Ausstattung der Szenenbilder ist insgesamt überzeugend. Es wird einerseits ein Technikstand von 1962 gezeigt, andererseits einige Entwicklungen, wie ein Überschalljet und Magnetschwebebahnen, die Bestandteil der Alternativwelt sind. In einer Folge ist Berlin zu sehen, bzw. Germania, das all die größenwahnsinnigen Bauten präsentiert, die Hitlers Architekt sich ausgedacht hat.

Die Serie ist keineswegs billig abgedreht, sondern hat ein bemerkenswert hohes Niveau. Höher, als ich es von einer Amazon-Produktion erwartet hätte. Natürlich gibt es ein paar Details, die man im Drehbuch besser hätte lösen können. Sowohl in der japanischen, als auch in der deutschen Zone leben und leiden die Bürger unter einem Schreckensregime. Polizisten, Geheimdienstler, SS-Angehörige etc. sind allgegenwärtig und scheinen Augen und Ohren überall zu haben. Trotzdem spazieren die Verfolgten in ihren jeweiligen Wohnungen oder Arbeitsstätten trotz permanenter Überwachung rein und raus. Und öffentliche Gebäude werden nur am Haupteingang bewacht. Die Hinterausgänge sind immer offen und problemlos passierbar. Das löst das eine oder andere Problem der Figuren. Das ist allerdings schon Nörgeln auf hohem Niveau. Beide Handlungsstränge, die des Widerstand und die des Konflikts der Besatzungsmächte, entwickeln einen ganz unterschiedlichen Reiz. Die Frage nach der Authentizität bestimmter Ereignisse oder Szenen braucht man eigentlich gar nicht stellen, denn es ist eine Fiktion, eine Alternativwelt. Die Spannung entsteht daraus, ob diese Welt, die für die Figuren Realität ist, durch eine andere Realität ersetzt werden könnte. Die Erzählweise der 10 Folgen ist sehr geschickt und lässt die Beantwortung dieser Frage bis zum Ende offen.

Der Schwerpunkt der Serie liegt auf den ambivalenten Figuren. Die Schauspieler sind gut gewählt und vertreten ihre Rollen gut. Die Hauptdarstellerin leistet sich leider die meisten Schwächen. Zwar finde ich auch ihre Leistung insgesamt gut, dennoch ist ihr Spiel wechselhaft. In Szenen, die ihr zusetzen müssten, bleibt sie distanziert, in anderen Szenen, die vergleichsweise harmlos wirken, zeigt sie verstärkt Gefühle. Ganz hat sie ihre Rolle noch nicht gefunden. Wie gesagt, sind viele Figuren ambivalent angelegt. Und zu beinahe jeder Figur, egal wie abartig oder skrupellos sie auch agiert, gibt es stets eine hierarchisch übergeordnete Figur, die noch unmenschlicher in Erscheinung tritt. Dies führt dazu, dass man als Zuschauer auch für die Bösen in der Geschichte in einigen Situationen mitfiebert oder gar Mitgefühl entwickelt.

Die Serie zeigt kaum Action, die aber sowieso nicht in dieses Format gepasst hätte. Stattdessen gibt es viele gelungene Dialoge, in denen stets das Misstrauen der jeweiligen Gesprächspartner mitschwingt, die nicht wissen, auf welcher Seite ihr Gegenüber steht oder welche Pläne dieser verfolgt. Nicht nur die Erzählweise ist geschickt auch das Tempo passte. Die Spannung wurde stets so hoch gehalten, dass ich jeder weiteren Folge entgegenfieberte. Selten hat mich eine Serie so gefesselt wie The Man in the High Castle. Amazon hat hier etwas auf die Beine gestellt, das mich richtiggehend faszinierte.

 

Ansichten zu Perry Rhodan Heft 2839

Vorstoß ins Hypereis – von Leo Lukas – Handlung:

Der Planet Medusa entwickelt sich im Mai 1518 NGZ zu einem aktuellen Brennpunkt der galaktischen Geschehnisse. Die LFT entsendet daher Aineas Cosentiu zum Dunkelplaneten. Der Terraner gilt als der beste Mann im diplomatischen Dienst der Liga, trotz oder vielleicht auch wegen seiner unkonventionellen Umgangsformen.

Auf der KRUSENSTERN muss Viccor Bughassidow widerwillig zur Kenntnis nehmen, dass immer mehr Parteien mit ihren Schiffen vor Medusa eintreffen. Zuerst ist es die ONTIOCH ANAHEIM, mit der Kaiserin Indrè Capablanca anreist, um vor Ort den Auswirkungen der dys-chronen Drift nachzugehen. Nur kurze Zeit später treffen tausend Schiffe der Liga ein und ebenfalls nur wenig später eine Flotte von Raumvätern der Onryonen in gleicher Anzahl. Die onryonische Kommandantin Amzza Taarwa erklärt sich zu einer Kooperation in begrenzten Maße mit den Terranern bereit. Sollten die Tiuphoren Medusa/Sheheena entdecken, wird der Planet ein primäres Angriffsziel werden. Oberst Ahasver Solo von der TOMASON der Liga-Flotte beansprucht jedoch den Oberbefehl über alle Kräfte vor Ort. In dieser Situation des Kräftemessens tritt Aineas Cosentiu auf den Plan. Wenig höflich aber bestimmt in seinem Auftreten kann sich der Diplomat durchsetzen und alle Beteiligten an einen Tisch in der KRUSENSTERN zusammenbringen.

Auf der ONTIOCH ANAHEIM wird Sicherheitschef Telo Buurnam zu einem Einsatz gerufen. Lordadmiral Monkey wurde von etwas Fremdartigen angegriffen, dem er sich nur mit Mühe erwehren konnte. Das Ding konnte jedoch durch die Lüftungsschächte entkommen. Der Oxtorner vermutet Niemandgram Toposhyn hinter dem Angriff. Doch der Hofnarr hat ein Alibi, was Monkey jedoch nicht überzeugt. Er hält den Epsaler für einen Jaj.

Aineas Cosentiu hat inzwischen eine Einigung der Parteien erreicht. Man wird sich gegenseitig unterstützen. Viccor Bughassidow und Indrè Capablanca statten im Anschluss an die Verhandlungen Medusa einen Besuch ab. Die beiden Mutanten Beldech und Töyontur wollen dort mit ihrer Fähigkeit der Kontakt-Ortung einen mentalen Vorstoß zur im Hypereis liegenden RAS TSCHUBAI unternehmen. Pattrok Beldech und sein Partner haben zudem ein Stelen-Gefünft entdeckt, das von der Onryonenflotte mitgebracht wurde. Die Bordärztin der KRUSENSTERN, der Hofnarr, der Oxtorner und die Chronotheoretikerin vervollständigen das Team.

Am Standort der RAS TSCHUBAI versagen die beiden Kontakt-Orter. Monkey schlägt vor, die Fähigkeiten von Beldech und Töyontur mit Glasfrost zu verstärken. Der Lordadmiral führt einen kleinen Bestand der Droge mit sich. Jatin hat Einwände, dennoch werden die Vorbereitungen getroffen, um die Orter medizinisch zu überwachen. Derweil ist Aineas Cosentiu nicht untätig. Er besucht zusammen mit Amzza Taarwa die Kerouten und kann durch geschicktes Verhandeln die Planetenbewohner auf die Seite der Liga ziehen.

Der Einsatz von Glasfrost hat die Kontakt-Orter weiter gebracht. Allerdings zehrt die Droge an deren Lebenskraft. Trotz großer Bedenken soll der Versuch wiederholt werden, um sich der RAS TSCHUBAI noch weiter paramental zu nähern. Aichatou Zakara installiert Versuchsapparaturen, um die Vorgänge aufzuzeichnen. Dann begeben sich Beldech und Töyontur erneut unter Glasfrost-Einfluss auf Reisen. Die Auswertung der Ergebnisse liefert Erschreckendes. Medusa, oder vielmehr die RAS TSCHUBAI, erzeugen eine dys-chronale Vibration. Möglicherweise ist die RAS TSCHUBAI von einer anderen Zeitlinie kontaminiert worden. Oder von einer anderen Art von Zeit. In der Folge wird der Zeitriss in Richtung Medusas verschoben und dadurch zahlreiche Welten gefährdet. Die RAS TSCHUBAI muss unbedingt von Medusa entfernt werden.

Bevor die Erkenntnisse in Aktionen münden, enttarnt sich Niemandgram Toposhyn als Jaj und attackiert mit unglaublicher Wucht Monkey. Der Jaj scheint über noch größere Fähigkeiten als die bekannten Gestaltwandler zu verfügen. Er similiert während des Kampfes selbst eine oxtornische Körperstruktur und mehrere Tentakel. Monkey hat keine Chance. Der Jaj geht weit über seine Grenzen hinaus. Er paralysiert das ganze Team, zuletzt Aichatou Zakara, bei der er sich zuvor bedankt. Der Jaj similiert die Kaiserin und kann mit der ONTIOCH ANAHEIM entkommen. Die Motive des Super-Jaj liegen völlig im Dunkeln. Warum hat er die Mitglieder der Gruppe nicht getötet und warum hat er sich bei Aichatou Zakara bedankt?

Während Monkey medizinisch versorgt wird, versuchen Onryonen und Terraner die RAS TSCHUBAI aus dem Hypereis zu ziehen, was kläglich scheitert. Monkey möchte Personen mit stärkeren Parakräften rekrutieren, die in das Hypereis vorstoßen sollen. Er will die tefrodischen Mutanten Dienbacer und Assan-Assoul beschaffen.

 

Rezension:

Leo Lukas beginnt den zweiten Teil seines Doppelbandes erneut mit einem Zitat von Geoffry Abel Waringer. Der berühmte Hyperphysiker forderte seinen Zuhörer im Rahmen einer Vorlesung dazu auf, im Zweifelsfall über Zeitexperimente lieber einen Tag länger nachzudenken. Da stellt sich mir die Frage, ob das die Expokraten auch getan haben, bevor sie die aktuellen Geschichten ersannen?

Angekündigt wurde Medusa als zentrales Element, an dem viele Handlungsfäden zusammengeführt werden. Momentan zeigt sich dieser Schauplatz noch als wirres Knäul und Leo Lukas brachte mit seinem Roman nur wenig Ordnung ins Chaos. Es sind nur Kleinigkeiten am Rande, die auf eine baldige Auflösung einiger weniger Handlungselemente hindeuten. Dazu gehören die Onryonen, die wohl nicht mehr zum „großen Feind“ zu zählen sein werden. Dementsprechend werden früher eingeleitete Maßnahmen, bspw. die Abwehr von Linearraumtorpedos, wohl auch nicht weiterverfolgt. Die Onryonen selbst werden klammheimlich herabgestuft. Sind im letzten Zyklus bei jeder Gelegenheit in jedem noch so unbedeutenden System zehntausende ihrer Schiffe aus dem Zwischenraum geplumpst, werden für die Verteidigung der ach so wichtigen Welt Medusa gerademal 1000 Schiffe aufgeboten. Der Downgrade eines Feindes, der ohne plausible Handlungsbeschreibungen einsetzt, konnte in früheren Zyklen als ein Indiz für den kommenden Showdown betrachtet werden. Leo Lukas haut in diese Kerbe, wenn er den terranischen Diplomaten die Onryonenkommandantin regelrecht vorführen lässt. Normalerweise hätte die Onryonin ein Ultimatum an alle Beteiligten ausgesprochen und die Terraner hätten sich wie geprügelte Hunde zurückgezogen.

Andererseits wäre eine Neuauflage dieses überstrapazierten Themas auch nicht angezeigt gewesen. Der Figur des terranischen Diplomaten und den wenig gepflegten Umgangsformen sei Dank, dass es anderes gekommen ist. Die Figur gefiel mir, wohl vielleicht auch aus dem Grund, weil ich schon einmal in meinem Berufsleben jemand habe kennenlernen müssen, der ähnlich agierte und gleichwohl erfolgreich dabei war. Auch die anderen Figuren, die der Autor einbaute, machten Spaß. Eine Naat als Hostess mittlerer Preisklasse, die vielarmige Barkeeperin und andere skurrile Erscheinungen und Szenen waren mehr nach meinem Geschmack, als der Hofnarr, dessen derbe Scherze mich zu sehr an einen Clown erinnerten. Ich mag keine Clowns und dies nicht erst seit ich ES gelesen habe. Damit meine ich Stephen Kings ES und nicht eine gleichnamige und eher hilflose Superintelligenz.

Nach der gelungenen Einführung des Diplomaten führt Leo Lukas auch die anderen Grüppchen bei Medusa zusammen. Die starke Konzentration an Figuren und die offenen Handlungsfäden offenbarten jedoch eine Schwäche dieses Romans. Mittlerweile sind nämlich derart viele Handlungselemente und Personen im Spiel, dass es dem Autor nicht mehr möglich war, jedem davon die eigentlich nötige Aufmerksamkeit zu schenken. Die Kaiserin blieb blass und für Monkey, immerhin ein ZA-Träger, reichte es nur zu einer Randfigur. Auf den Oxtorner hätte man auch verzichten können, es sei denn, es lag in der Absicht des Autors, auch mal eine prominente Figur im Schatten vermeintlicher Nebenfiguren agieren zu lassen. Auch einige Szenen gerieten recht kurz. Dem Tempo der Geschichte kam das allerdings wieder zugute. Am Romanende wird angekündigt, nun auch noch die Tefroder mit ins Spiel zu bringen. Noch mehr Beteiligte also.

Auf den letzten Seiten versucht sich Leo Lukas zudem an einer Zusammenfassung der Milchstraßenebene, indem er Atopisches Tribunal, dessen Werkzeuge, insbesondere die Jaj, den Zeitriss, die dys-chrone Drift, die RAS TSCHUBAI, eine zweite Zeit (Synchronie) und etliches anderes zusammenwirft. Erfolglos natürlich, der Autor kommt auf Seite 53 zu einem Schluss, den ich als Leser bereits seit dutzenden von Heften immer und immer wieder erlebe. „Fragen über Fragen …“ teilt uns der Autor dort mit.

Es ist an der Zeit für Antworten!