Articles for the Month of August 2015

Ansichten zu Perry Rhodan Heft 2819

Nacht über Phariske-Erigon – von Uwe Anton – Handlung:

Nach der Versetzung des Planeten Medusa/Sheheena durch die Purpur-Teufe und der Auslösung des sextadimensionalen-asynchronen Impulses bricht über die 50 Sterngewerke im Sonnensystem das Chaos herein. Etliche der Schiffe werden vernichtet, viele schwer beschädigt, darunter die TOIPOTAI. An Bord hat der Ausbilder Peccym Moaxec gerade ein Trainingsszenario für die ihm anvertrauten Schüler ablaufen lassen, als das Sterngewerk von schweren Explosionen erschüttert wird. Mit Mühe können der Tiuphore und seine Schützlinge überleben. Moaxec trägt als einziger eine Brünne und die sagt ihm, dass er sich zum Gefängnisblock des Schiffes begeben soll.

Aus sicherer Distanz beobachtet Perry Rhodan die Auswirkungen der Schockwelle. Die Schiffe des Kodex nutzen die Gelegenheit und greifen die Sterngewerke an. Die Terraner wollen das Durcheinander ebenfalls nutzen. Ein kleines Team soll mithilfe des Krans an Bord der TOIPOTAI transportiert werden und Avestry-Pasik, Kniiten und Pey-Ceyan befreien. Gucky, Grim Sternhell und die Posmi Aurelia werden in Begleitung einiger TARA-Kampfroboter in das Schiff transportiert. Ausgestattet mit Winkern soll das Team nach dem Einsatz durch den Kran zurückgeholt werden.

Das Trio wird nur 100 Meter vom Gefängnisblock entfernt abgesetzt. Aurelia in der Maske einer Tiuphorin kann wertvolle Hinweise auf die Gefangenen beschaffen. Kniiten ist tot, seine ÜBSEF-Konstante wurde dem Sextadim-Banner zugeführt. In der Nähe des Banners kann der Ilt seine Fähigkeiten nur schwer entfalten. Zudem scheint der Gefängnisbereich seine Paragaben zu blocken. Die TARAS verschaffen sich mit Gewalt den Zugang zu den Zellen. Die Aktivitäten bleiben den Tiuphoren nicht verborgen. Peccym Moaxec und seine Schüler heften sich an die Fersen der Eindringlinge.

Das Team kann Pey-Ceyan befreien. Avestry-Pasik in seiner Zelle hat derweil mitbekommen, dass die TOIPOTAI in Schwierigkeiten steckt. Seine Hoffnung, dass ihm durch das injizierte PEW-Metall Paragaben verliehen werden, hat sich bislang nicht erfüllt. Wie es scheint, ist er nur zu einem biologischen Datenträger geworden, der nun alle Informationen der LARHATOON gespeichert hat.

Mit Aurelias Hilfe kann endlich auch Avestry-Pasik befreit werden. Der Ilt geht kein Risiko ein und betäubt den Befreiten. Mit den beiden Laren und einer erbeuteten Brünne geht es zurück zur BJO BREISKOLL. Das Schiff dockt an der RAS TSCHUBAI an und bezieht Stellung im Wegasystem, wo man sich gemäß der Absprache mit der LARHATOON treffen will. Drei Wochen vergehen, die Rhodan nutzt, um die Enten in Ogygia zu füttern oder zu joggen. Die anderen Besatzungsmitglieder verfolgen derweil mit ohnmächtigen Zorn den Untergang von Phariske-Erigon. Die Tiuphoren leisten ganze Arbeit. Ihre Streitmacht von 80.000 Sterngewerken erobert eine Welt des Kodex nach der anderen.

Avestry-Pasik schweigt während der ganzen Zeit. Als der Termin zum Treffen mit der LARHATOON verstreicht, ohne dass sich das Larenschiff zeigt, ist Rhodan davon überzeugt, dass sich das Schiff längst auf den Heimflug gemacht hat, um auch ohne ihren Anführer den Untergang der ersten Larenzivilisation aufzuhalten. Die Ortungen zeigen, dass sich in Phariske-Erigon zwei Tiuphoren-Verbände formieren. Ein beträchtlicher Teil formiert sich innerhalb der Galaxis. Aber auch im Leerraum, und zwar in Richtung der Larengalaxis, werden Truppenkonzentrationen geortet. Rhodan lässt das zum Zeitriss abgestellte Beiboot zurückholen und startet nach Larhatoon. Er will ein Zeitparadoxon verhindern. Er will dafür sorgen, dass die erste Larenzivilisation untergeht. Er ist der Hetork Tesser, der Zerstörer von allem.

 

Rezension:

Der Roman von Uwe Anton liefert zum Abschluss der Handlungsebene Milchstraße in der Vergangenheit kaum Antworten auf die vielen Fragen, dich sich seit Band 2800 angehäuft haben. Es werden sogar neue Fragen aufgeworfen. Die Zeitreiseproblematik wird, man hat sich schon fast daran gewöhnt, sträflich missachtet oder durch den Autor, bzw. dessen Figuren unpassend gedeutet.

Uwe Antons Romanen merkt man sehr schnell an, ob sich der Autor wohl in der Thematik, zu der er schreiben soll, gefühlt hat. Wenn ihm ein Thema liegt, dann knallt er eine fesselnde, durchdachte und neue Geschichte raus. Liegt ihm ein Thema aber nicht so, dann lässt sich dieser Umstand am Füllungsgrad der Glossareinschübe bemessen. Damit meine ich das Dozieren über hinlänglich bekannte Sachverhalte. Dieser Roman liefert Mittelmaß. Es gibt sie, diese Einschübe, insbesondere am Anfang, als die Terraner ihren Plan zur Gefangenenbefreiung schmieden. Im weiteren Verlauf der Erzählung wird es jedoch etwas besser. Fesseln konnte mich die Geschichte jedoch zu keinem Zeitpunkt.

Das Tiuphorenthema zieht sich wie ein Kaugummi seit Band 2800 in die Länge. Ich vermerke es positiv, wenn Uwe Anton dennoch versucht hat, dieser Materie einen weiteren Blickwinkel hinzuzufügen. Ein Ausbilder und seine Schüler werden durch die Ereignisse überrascht und müssen ihren Mann stehen. Soweit, so gut. Es gab in der Charakterisierung der drei Eleven einige Ansätze, diesem Volk etwas mehr Tiefgang zu verleihen. Das Problem ist nur, dass die bisherigen Schilderungen von Vertretern dieser Art so dominant im Lesergedächtnis haften, dass die wenigen zaghaften Versuche von Uwe Anton das Ruder auch nicht mehr herumreißen können.

Die Eindimensionalität der Tiuphoren ist durch die Romane zuvor fest zementiert. Und leider erlaubt sich Uwe Anton neben den erwähnten Ansätzen dann auch wieder Textstellen, die dieses Fundament auch noch verstärken. Dazu zählt beispielsweise das Aufeinandertreffen der Posmi in ihrer Tarnung als Tiuphorin mit einem männlichen Besatzungsmitglied, dem trotz der Katastrophe an Bord nur der Sinn nach Paarung steht und er Anstalten macht, die Posmi zu bespringen. Der Autor vermerkt dazu, dass biologische Wesen angesichts des Todes so handeln. Diese Weisheit, die Uwe Anton hier von sich gibt, hat gerade noch gefehlt. Entweder die semitronische Denkweise der Posmi bedarf dringend einer Überarbeitung oder die Denkweise des Autors!
Na ja, die Posmi konnte sich ihrer Haut, die übrigens nicht ihre ist, erwehren und bekam immerhin ein paar Infos, die der Mission weitergeholfen haben.

Was machen eigentlich die Tiuphoren, wenn sie keine Planeten überfallen und deren Bewohner meucheln können? Die Antwort darauf liefern die Romane mit den Tiuphoren in der Milchstraße der Gegenwart. Die gehen auf dem Zahnfleisch, wenn sie ein paar Tage niemanden töten dürfen! Als unsere Zeitreisenden in Phariske-Erigon eintrafen, war das unbegrenzte Imperium von Tiu dort schon 20 Jahre aktiv. Es ist ein Wunder, dass Rhodan überhaupt noch jemanden lebend angetroffen hat!

So manche Entwicklung, die in diesem Roman zu lesen war, mutet seltsam an. Avestry-Pasik hat sich durch das PEW-Metall, das im injiziert wurde, zu einem biologischen Datenspeicher entwickelt, in dem alle Informationen der Datenbanken der LARHATOON enthalten sind. Eine überflüssige Evolution, die da durch das PEW-Metall ausgelöst wird und irgendwie scheint das nicht recht durchdacht zu sein, denn der Lare ist nach der Injektion mit dem PEW-Metall in Gefangenschaft geraten. Wie kommt er an alle Informationen in den Datenbanken des Larenschiffs?

Was gibt es sonst noch Erwähnenswertes? Perry Rhodan füttert die Enten in Ogygia. Natürlich hätte er die LARHATOON auch auf der bekannten Frequenz, die er von Pey-Ceyan bekommen hatte, rufen können. Deren Kommandant war über Rhodans Verzögerung von Anfang an nicht glücklich. Er hätte einem früheren Treffen sicher zugestimmt. Wenn Rhodan also keine Antwort bekommen hätte, dann hätte er drei Wochen früher zu dem Schluss kommen können, dass die Laren bereits in die Heimat aufgebrochen sind. Aber Enten füttern ist allemal besser!

Hin und wieder fällt der Begriff von den Beharrungskräften der Zeit. Rhodan selbst stellt auch den Gedanken an, was geschehen wäre, wenn Avestry-Pasik einen Atombrand auf der Erde ausgelöst hätte. Seltsamer Weise macht sich der Unsterbliche keine Gedanken darüber, ob die Tiuphoren vielleicht die Erde vernichten könnten, beispielsweise unabsichtlich in dem Kampf gegen die Schiffe des Kodex. Rhodan wähnt die Erde sicher. Während er zuvor in allen anderen Szenarien zwischen Hoffen und Bangen schwebt und nichts aber rein gar nichts für ihn sicher scheint, ist er sich plötzlich sicher, dass der Impuls, der im Solsystem ausgelöst wurde, letztlich der Menschheit zum Aufstieg verhilft. Das ist ein dummer und unausgegorener Plot!

Die Ankündigung, nun auch Larhatoon in der Vergangenheit zu besuchen, lässt mich nicht in Jubelstürme ausbrechen. Einerseits haben die Autoren nun die Gelegenheit, einige Spuren, die unsere Protagonisten dort bereits verfolgt haben, aufzugreifen, bzw. erst zu legen. Andererseits ist dies ein erneuter Haken, der geschlagen wird, während man als Leser verzweifelt darauf wartet, dass es mal endlich auf die Gerade geht.

Nun, immerhin haben unsere Zeitreisenden dort die Gelegenheit einen Fingerzeig 🙂 zu hinterlassen, im wahrsten Sinne des Wortes.

 

Ansichten zu Perry Rhodan Heft 2818

Flucht einer Welt – von Christian Montillon – Handlung:

Nach dem Einsatz gegen die Tiuphoren auf Medusa/Sheheena, in dessen Verlauf der junge Tiuphore Poxvorr Karrok in die Gefangenschaft der Terraner geriet, steht der Einsatz der Purpur-Teufe unmittelbar bevor. Perry Rhodan und Gucky verhören Poxvorr Karrok, der ohne seinen Kampfanzug im Hochsicherheitsbereich der BJO BREISKOLL untergebracht ist. Der Ilt erkennt, dass die Brünne ein schwaches Eigenbewusstsein besitzt, das unter anderem dazu dient, die Gedanken des Tiuphoren gegen einen Telepathen abzuschirmen. Doch auch ohne Brünne kann Karrok seine Gedanken vor Gucky verbergen. Der Ilt sucht die Hilfe des einzigen Herreachs an Bord. Kamona Hai soll mit seinen Fähigkeiten dazu beitragen, das Geheimnis des Gefangenen und seiner speziellen Ausrüstung zu lüften. Der Sicherheitschef der BREISKOLL, der Kamashite Grim Sternhell, unterstützt dieses Vorgehen.

Während die Untersuchung des Gefangenen beginnt, macht Perry Rhodan einen Ausflug zu einer Sternmission der Laren. Die TAAROS BOTE 119 hat sich an der Evakuierung der Kerouten beteiligt. An Bord trifft Rhodan auf den Laren Musas-Arron. Der Unsterbliche erfährt, dass die Sternmissionen den Kampf gegen die Tiuphoren aufgeben und sich zurückziehen. Einige Laren, darunter Musas-Arron, wollen jedoch zurückbleiben und den Kodex weiter unterstützen.

Auf dem Rückflug zur BJO BREISKOLL wird der Unsterbliche von Sichu Dorksteiger über einen Plan der Wissenschaftlerin informiert. Sie beabsichtigt, eine präparierte Space-Jet auf Medusa/Sheheena zu landen. Das Schiff soll die Jahrmillionen unter Eis begraben werden und im Jahre 1518 NGZ eine Funkbotschaft an Viccor Bughassidow und die KRUSENSTERN absetzen. Perry Rhodan und Sichu Dorksteiger persönlich landen die Jet. Mit dem Kran werden sie zurückgeholt, während vier Posbis in dem kleinen Schiff bleiben.

Das Verhör von Poxvorr Karrok bleibt ergebnislos. Während das Gespräch noch diskutiert wird, bricht die Verbindung zum Sicherheitsbereich ab. Gucky, Kamona Hai und Grim Sternhell vermuten, dass es dem Gefangenen trotz Isolation gelungen sein muss, Indoktrinatoren freizusetzen. Der Gefangene hat dadurch mehrere TARAS in seine Gewalt gebracht und ist ausgebrochen. Die Jagd auf den Tiuphoren beginnt. Nach mehreren Kämpfen kann schlussendlich der Herreach mit einem dunklen Schemen Poxvorr Karrok töten.

Inzwischen sind 50 Sterngewerke der Tiuphoren im System eingetroffen und versuchen alles, um zu Medusa/Sheheena vorzudringen. Der Countdown zählt jedoch herunter und während alle Verteidiger das System verlassen, wird die Purpur-Teufe aktiv. Das erzeugte Energiefeld kann auch von den Tiuphoren nicht durchdrungen werden. Ein Tunnel bildet sich und Medusa/Sheheena verschwindet. Der vom rayonischen Waffenmeister Cosherryc beabsichtigte sextadimensionale-asynchrone Impuls entsteht. Aus sicherer Distanz beobachten die Terraner das Geschehen. Für kurze Zeit blitzt auch Sol auf und nach Dorksteigers Messungen wird ein Impuls ausgesandt, der noch in Milliarden Lichtjahren Entfernung gemessen werden kann. Sol hat auf sich aufmerksam gemacht.

 

Rezension:

Christian Montillon verfolgt mit seiner Geschichte zunächst einen äußerst pragmatischen Schreibstil. Seine Figuren reihen viele kleine Aktionen aneinander, die letztlich zwar in der titelgebenden Flucht einer Welt zusammengeführt werden, deren gemeinsamen Berührungspunkte aber nur oberflächlich waren. Alle Aktivitäten standen zwar unter dem Fluchtgeschehen des Planeten Medusa, wurden aber weder emotional noch technologisch, noch durch gemeineinsame Aktionen oder aus anderen Gründen miteinander gekoppelt. Dadurch wirkten die einzelnen Handlungsstränge planlos. Als Rahmenhandlung für eine große Story hätten die verschiedenen Handlungsstränge durchaus gepasst, alleine die große Story fehlte.

Der Autor setzt verschiedene Figurenpaarungen ein, deren Zusammensetzung auf dem Papier sehr reizvoll wirkte. Zunächst Perry Rhodan, der zusammen mit Gucky agiert. Als die erste Befragung des Gefangenen keine Ergebnisse bringt, stellt der Autor dem Ilt zwei Exoten an die Seite. Den Kamashiten Grim Sternhell und den Herreach Kamona Hai. Die Figur Perry Rhodan ist nach diesem Tausch weitgehend abgemeldet. Zwar lässt der Autor den Unsterblichen zwei Ausflüge unternehmen, die allerdings kaum diesen Hochkaräter als Besetzung benötigt hätten und dadurch erst recht belanglos wirkten.

Dabei hätte Christian Montillon durchaus die Gelegenheit gehabt, zumindest einer der Aktionen von Perry Rhodan mehr Tiefgang oder mehr Pep zu verpassen. Der Besuch des Larenschiffs bot sich allerdings dazu nicht an. Das war mehr ein Alibi-Besuch der Art, da gibt es doch noch was, da müssen wir mal vorbeischauen. Besser geeignet wäre der Ausflug gewesen, den Rhodan mit Dorksteiger unternimmt. Die Ator und der Terraner fliegen also los, um eine Space-Jet zu parken. Die Idee mit der Jahrmillionenbotschaft war gut, die Umsetzung geriet indes ausdruckslos. Wenn es dem Autor darum ging, beim Anflug auf Medusa/Sheheena und der geschilderten Enge in dem Raumschiff etwas Erotik ins Spiel zu bringen, dann ist das gnadenlos gescheitert. Bliebe noch eine interessante Unterhaltung, die seine Protagonisten hätten führen können. Beispielsweise Gedanken zur Gestaltung der Rückkehr in die eigene Gegenwart, z.B. per Zeitriss (dort ist ein Schiff stationiert worden, um das Phänomen zu untersuchen), per Dilationsflug, per Purpur-Teufe etc. etc. Aber leider Fehlanzeige!

Zurück zum Handlungsstrang mit dem Exotenteam. Der Autor führt die Figuren sehr langatmig ein. Auch die Örtlichkeiten, insbesondere der Sicherheitsbereich des Schiffes, werden ausführlich beschrieben. Sobald jedoch die ersten schnelleren Handlungsfolgen aneinandergereiht werden, verliert der Autor schnell den Überblick über sein eingesetztes Figurenequipment.

Es gab einige Entwicklungen, die nicht nachzuvollziehen waren. Während also im Arrestbereich die Hölle ausbricht, hält der Wachhabende ein Nickerchen, nur wenige Meter von explodierenden Kampfrobotern entfernt? Er schreckt hoch, als Gucky und sein Chef den Raum betreten. Dass der Tiuphore zu diesem Zeitpunkt die positronischen Überwachungssysteme unter Kontrolle hat, ist eine Sache. Eine andere sind explodierende Kampfroboter vor der Tür!

Es folgt eine weitere Entwicklung, die noch schwerer nachzuvollziehen war. Das untersuchende Team hält den Ausbruch des Gefangenen erst mal geheim. Weder werden Perry Rhodan noch andere Besatzungsmitglieder alarmiert und das Schiff in Alarmbereitschaft versetzt und dass, obwohl ein schwerbewaffneter Tiuphore durch den Raumer stürmt. Schließlich werden überraschende Schlussfolgerungen durch das Dreier-Team gezogen, bezgl. der Ziele des Tiuphoren.

Die Jagd auf den Tiuphoren wird dann relativ breit ausgewalzt. Ein erster Erfolg kündigt sich an. Der Kamashite liefert dem Tiuphoren einen spektakulären Kampf und dann, als sich herausstellt, dass dies nur Ablenkung war, um starke Kräfte an den Einsatzort zu führen, entkommt der Gegner. Genau mit diesem Satz. Einfach so, mitten im Schiff. Keiner verfolgt Poxvorr Karrok und die vom ihm kontrollierten Roboter, keiner bemüht Drohnen, Überwachungskameras etc.!

Stattdessen setzen sich zwei der Figuren mit der Keroutin und Rhodans Enkelin zusammen und halten einen Plausch. Diese Szenen wirkten holprig, nicht zuletzt auch deshalb, weil dem Autor sein exotisches Figurentrio, -quartett oder Quintett aus dem Ruder lief. Der kleine Kamashite darf ein wenig gegen die Brünne des Tiuphoren klopfen, an der schon TARAS mit hochenergetischen Waffen gescheitert sind. Na gut, es war spektakulär, das Kapitel wird aber durch das Vernachlässigen von Figuren, die zuvor auf Augenhöhe präsent waren, nicht plausibel. Wo war denn plötzlich der Herr Guck? Der Ilt erscheint erst wieder nach dem Kampf mit einem wichtigen Auftrag. Er erinnert nämlich die Verfolger des Tiuphoren daran, dass der Fremde noch immer durchs Schiff läuft. Beim Kaffeekränzchen mit der Keroutin Poungari hatten die nämlich alles um sich herum vergessen.

Der Handlungsstrang endet mit einer Falle, die von Poxvorr Karrok aufgebaut wird, in dem seine Verfolger scheinbar hineintappen, die teilweise selbst im Glauben sind, eine Falle für den Tiuphoren gestellt zu haben. Kaum scheint der Tiuphore gefangen, dreht der den Spieß sogar noch mal um. Wendungen in Geschichten sind gern gesehen aber das war eine Spur zu überzogen. Schließlich kommt es erneut zum Zweikampf des Kamashiten gegen Poxvorr Karrok. Alle Nachteile des Sicherheitschefs werden nun aber als Vorteile durch den Autor beschrieben. Eine völlige Umkehr des bisher geschilderten Kräfteverhältnisses. Schließlich die Erlösung. Der Herreach darf seine besondere Fähigkeit einsetzen. Ende der Geschichte. Halt! Nicht ganz. Es folgt noch das Kapitel mit der Versetzung von Medusa/Sheheena durch die Purpur-Teufe. Der Autor schreibt, dass dies nicht die Zeit für nüchterne Erklärungen war. Wahrscheinlich wollte er damit ausdrücken, dass er dem Leser keine Erklärungen liefern wollte. Der Leser bekam stattdessen nochmal die händchenhaltenden Perry und Sichu vorgesetzt.

 

Ansichten zu Perry Rhodan Heft 2817

Konterplan der Rayonen – von Rainer Castor – Handlung:
Der junge Tiuphore Poxvorr Karrok wird von Xacalu Yolloc, dem Tomcca-Caradocc der TOIPOTAI nach Medusa/Sheheena beordert. Der Tiuphore darf sich sein Team selbst zusammenstellen und soll ein anderes Team auf dem Planeten verstärken, das dort bereits eingesickert ist. Seine Hauptaufgabe ist jedoch die Ergreifung Perry Rhodans, um dessen Geistkomponente dem Sextadim-Banner der TOIPOTAI hinzuzufügen. Auch der rayonische Waffenmeister Coyner Cosherryc soll sich auf Medusa/Sheheena aufhalten und ist ein weiteres Ziel der Tiuphoren. Mit einer Kriegskapsel macht sich Karroks Trupp auf den Weg und kann unbemerkt auf der Fluchtwelt landen. Die eingedrungenen Kämpfer setzen Indoktrinatoren in großer Zahl ein, um Informationen zu sammeln. Außerdem sollen die Indoktrinatoren später den Standort der versetzten Welt zurückmelden. Ein Fluchttransmitter steht bereit, um die Tiuphoren zurück zur TOIPOTAI zu bringen.

Auch die BJO BREISKOLL mit Perry Rhodan an Bord ist auf dem Weg nach Medusa/Sheheena. Der Unsterbliche wartet noch auf eine Antwort der Larin Pey-Ceyan auf seinen Vorschlag, Avestry-Pasik und Kniiten aus den Händen der Tiuphoren zu befreien und dazu die Unterstützung der LARHATOON zu bekommen. Zuvor will sich Rhodan vergewissern, dass Medusa/Sheheena tatsächlich versetzt wird, denn der Planet ist auf Kollisionskurs mit Terra/Kerout und könnte dadurch das Entstehen der Terraner in ferner Zukunft verhindern. Rhodan weiß seit dem Einsatz auf der QUAMQUOZ, dass sich Tiuphoren auf der Fluchtwelt befinden. Sie müssen unbedingt ausgeschaltet werden. Pey-Ceyan meldet sich schließlich und ermöglicht den Kontakt zur LARHATOON. Kommandant Hascannar-Baan stimmt zu, akzeptiert die Verzögerung bei der Rettung Avestry-Pasik wegen Rhodans Einsatz auf Medusa/Sheheena allerdings nur, wenn Pey-Ceyan den Terraner auf die Fluchtwelt begleitet.

Oberbefehlshaber Evvpemer Noccosd kann von Perry Rhodan davon überzeugt werden, dass bereits Tiuphoren auf Medusa/Sheheena im Einsatz sind und genehmigt die Landung der BJO BREISKOLL. Der Sicherheitschef Oyccu Phascen, sein Spezialroboter Schild und die Larin Brea-Sil empfangen Rhodan und seine Begleiter, zu denen Gucky, Sichu Dorksteiger und Pey-Ceyan gehören. Auch die Keroutin Poungari wird, begleitet von Rhodans Enkelin Farye Sepheroa, zusammen mit den anderen in die unterirdischen Kavernen von Medusa/Sheheena geführt. Die Geoarchitektin Brea-Sil erläutert den Besuchern den Aufbau der Fluchtwelt, nichtahnend dass die Begegnung von den Tiuphoren beobachtet wird. Gucky und Pey-Ceyan beginnen mit der Suche nach den Eindringlingen. Dabei kommen die beiden Telepathen zufällig auch in Kontakt zu dem Waffenmeister Coyner Cosherryc und erkennen, dass der Rayone etwas plant. Oyccu Phascen kann überzeugt werden, Cosherryc festzunehmen, um mehr über dessen Aktivitäten auf der Fluchtwelt zu erfahren.

Rhodan Team erfährt dadurch vom Konterplan der Rayonen. Die nicht eingesetzten Bestandteile der Purpur-Teufe sind von Cosherryc und seinen Leuten in eine Waffe umfunktioniert worden. Bei der Versetzung von Medusa/Sheheena wird eine langfristige Strahlung zurückbleiben, die höherdimensionale Geräte auf Dauer unbenutzbar macht. Die zurückbleibenden Kerouten werden aussterben und vermutlich wird ein Evolutionsschub die Primaten auf Terra/Kerout bevorteilen.

Indessen hat Gucky die Tiuphoren aufgespürt, zumindest einen Teil von ihnen. Rhodans Gruppe geht, unterstützt von Oyccu Phascen und dessen Roboter, zum Angriff über. Schild kann die Kampfanzüge der Tiuphoren für kurze Zeit blenden, so dass der Tiuphorentrupp ausgeschaltet werden kann. Anders jedoch Poxvorr Karrok und seine Kämpfer, die ihrerseits in die Kavernen eindringen. Dem Tiuphoren gelingt das Kunststück Gucky und Pey-Ceyan zu entführen. Dank der Winker kann Gholdorodyns Kran den Ilt zurückholen. Karrok entdeckt jedoch den Winker der Larin und als er ihn an sich nimmt, wird er vom Kran an Bord der BJO BREISKOLL transportiert. Er kann überwältigt und eingesperrt werden. Seine Leute entkommen mit Pey-Ceyan per Transmitter. Oyccu Phascen kann die von den Tiuphoren gesetzten Marker auf Medusa/Sheheena zerstören.

Der Rayone Evvpemer Noccosd kontaktiert Perry Rhodan und bedankt sich für den Einsatz. Angesichts der bevorstehenden Versetzung und der Auslösung der Waffe, rät er Rhodan, dass Mitraiasystem zu verlassen. Rhodan will die bevorstehenden Ereignisse dazu nutzen, um Avestry-Pasik, Kniiten und Pey-Ceyan zu befreien.

Rezension:
Der nur selten noch als Autor in Erscheinung tretende Rainer Castor verfolgt zwei Handlungsstränge in seiner Geschichte. Der eine beschäftigt sich mit den Tiuphoren und der andere mit Perry Rhodan und den Terranern. Auch der erzählerische Aufbau zeigt zwei Seiten. Überwiegen zu Beginn noch langatmige Beschreibungen, zeigt sich die Geschichte nach der Landung Rhodans auf Medusa/Sheheena deutlich flotter.

Doch zunächst startet der Autor etwas langsamer. In den Darstellungen der Tiuphoren lässt sich der Autor beinahe verschwenderisch zu Lebensart und -weise dieses Volkes aus. Allerdings wird kaum etwas Neues erzählt. Der Leser bekommt dafür in konzentrierter Form die hinlänglich bekannten Begrifflichkeiten wie Brünne, Kampagne, Kriegsornat, Conmentum, Inhörigkeit etc. zu lesen und ist für jede Unterbrechung, d.h. den Sprung zur zweiten Erzählebene, dankbar.

Der Einsatz von Rainer Castor, dem Herr über die Daten der Perry Rhodan-Serie, nährte zumindest bei mir auch die Hoffnung, nun etwas mehr an Hintergrundinfos zum Umgang mit den möglichen Auswirkungen der Handlungen unserer Zeitreisenden zu erfahren. Erst letzte Woche waren die erzählerischen Schwächen dieser Zeitreise nochmals überdeutlich in Erscheinung getreten. Leider kann Rainer Castor diesem Thema nichts hinzufügen. Auch seine Figuren strotzen, jedenfalls was die Zeitreise angeht, in ihren Handlungen vor Planlosigkeit.

Zurück zur ersten Romanhälfte. In vielen Szenen überwiegen Beschreibungen und Gedanken. Dabei werden häufig auch kurz hintereinander ein und derselbe Sachverhalt aus unterschiedlichen Blickwinkeln beschrieben. Nur selten wird dabei Neues hinzugefügt. Zwischenzeitlich gehen Rainer Castor die berühmtberüchtigten Gäule durch. Manch Datenblatt nahm dann gerne mal 2-3 Romanseiten ein, dazu gehören beispielsweise die Abhandlungen über Zeut zu Zeiten der Lemurer. Handlungsrelevante Unterbrechungen durch die Akteure, die das hätten auflockern können, gab es anfangs nur selten. Auflockerungen versprachen allenfalls die Gedanken der Figuren, die vom Autor im Text häufig kursiv gesetzt wurden und etwas über die Innenansichten verrieten. Allerdings wird auch hier viel zu wenig auf die Gefühlslage der Protagonisten eingegangen und das erzählerische Instrument dann doch wieder auch nur zu ausufernden Beschreibungen eingesetzt. Dialoge geraten dem Autor sehr unterschiedlich. Manche sind elegant in die Beschreibungen eingebaut, andere hingegen wirken aufgesetzt.

Den Plan, der von den Figuren verfolgt wird, muss hinterfragt werden. Die Hüter der Zeiten auf Medusa/Sheheena werden mit der Purpur-Teufe in Sicherheit gebracht. Der Roman liefert, wie auch schon die anderen Romane zuvor, keine Erklärung darüber, warum sich die Kodex-Völker des einzigen wirksamen Mittels gegen das Imperium von Tiu berauben. Nur kurz wird in Castors Geschichte dieses Thema gestreift aber nicht auf die Motive des Kodex in dieser Angelegenheit eingegangen. Die Kodex-Völker gehen unter aber die Hüter der Zeiten sind gerettet?

Mit der Ankunft von Perry Rhodan und seinen Begleitern auf Medusa/Sheheena wird auch die Erzählweise Castors gefälliger. Seine Beschreibungen konzentrieren sich verstärkt auf das Hier und Jetzt und gleiten nicht mehr ab. Nun werden auch erste Hinweise zum Konterplan der Rayonen eingestreut. Dadurch wurde die Geschichte wieder spannender. Am Ende steht eine Überraschung. Der erste Tiuphore gerät in Gefangenschaft.

Nochmals zurück zu den Problemen der Zeitreise. Als Rhodan und Co vom Konterplan der Rayonen erfahren und dem sextadimensionalen-asynchronen Impuls wird die Schwäche dieses Plots überdeutlich. Obwohl Rhodan und seine Leute keinen blassen Schimmer haben, was genau damit ausgelöst wird, ziehen sie abenteuerliche Schlussfolgerungen. In ein, zwei Sätzen werden die Auswirkungen der Waffe auf die nächsten 20 Millionen Jahre hochgerechnet.
Wenn Perry dies alles kann, warum will er dann Avestry-Pasik noch retten?