Articles for the Month of November 2014

Ansichten zu Perry Rhodan Heft 2778

Der Weg nach Wanderer – von Michael Marcus Thurner – Handlung:

Reginald Bull, Toio Zindher und Quick Silver haben die Koordinaten von Wanderer erhalten. Auf dem Außenposten der LFT, auf Tann, wollen sie an Bord eines Raumschiffs der Apukamuy, um ihr Ziel anzusteuern. Doch die Stadt Allerorten hat eine Gruppe Yothoy den Flüchtigen hinterhergeschickt. Dem Anführer der Gruppe, Toidha Zyonaro, steht mit dem Mini-Kog ein mächtiges Instrument zur Verfügung. Die Raumsphäre verfügt über ein eigenes Bewusstsein, von den Yothoy Geist genannt. Kurz nach ihrer Ankunft auf Tann, werden die Flüchtigen aufgespürt. Quick Silver kann die Verfolger jedoch auf eine falsche Spur locken.

Gerade noch rechtzeitig ist es den drei Verfolgten gelungen, eine Passage auf der RYTRALL zu erhalten. Die Apukamuy erweisen sich als zähe Handelspartner und auch die Zustände an Bord des Handelsraumers sich chaotisch. Es stinkt bestialisch an Bord und die Gerissenheit der Besatzung scheint keine Grenzen zu kennen. Dem Kommandanten Omwayd wird schnell klar, welchen Wert seine Passagiere haben. Nur zu dem Preis, dass Toio Zindher als Sklavin den Händlern überlassen wird, kann Quick Silver Omwayd dazu bewegen sie an Bord zu nehmen. Das Schiff startet und nimmt Kurs auf Wanderer. Die Verfolger an Bord des Mini-Kog haben die RYTRALL jedoch bereits im Visier und folgen dem Schiff.

Nach einigen Tagen Flug wird Wanderer erreicht. Die Scheibenwelt der SI ist von einem Zeitschirm geschützt. Unmittelbar nach der Ankunft meldet sich Homunk. Das Maschinenwesen scheint jedoch sehr verwirrt. Homunk redet Reginald Bull zunächst mit Perry Rhodan an. Erst als Bull sich vorstellt, korrigiert sich Homunk, der müde und desorientiert erscheint. Homunk macht sich mit einer Silberkugel auf dem Weg zur RYTRALL. Inzwischen erpresst Quick Silver Omwayd. Der Silberne hat eine Bombe im Brutgelege des Kommandanten gelegt. Omwayd gibt sein Interesse an Toio Zindher auf. Stattdessen soll ihm der Androide etwas Nützliches von Wanderer mitbringen. Einen Zellaktivatorchip beispielsweise. Quick Silver selbst hat sich das Ziel gesetzt, ein Physiotron von Wanderer zu entwenden.

Inzwischen ist Homunk an Bord gekommen. Der Helfer von ES verwirrt Reginald Bull. Er kennt die Zeit nicht, bzw. scheint sie ihm egal zu sein. Und er ist dem Terraner gegenüber sehr abweisend, als dieser sein Anliegen vorträgt, Atlan aufzusuchen. Immerhin scheint der Arkonide tatsächlich auf Wanderer zu sein. Doch Homunk gestattet Bull den Besuch Wanderers erst dann, wenn dieser den chaotarchisch geprägten Zellaktivator ablegt. Das Signum der Chaotarchen würde das Leid von ES nur vergrößern. Der Terraner erfährt dadurch, dass ES Probleme hat und willigt schließlich ein. Homunk entfernt das Gerät. Omwayd bekommt den Chip zur Aufbewahrung und im Gegenzug darf dessen Lieblingssohn Ossoyr mit nach Wanderer. Bull bleiben nun 62 Stunden, um Atlan zu finden und an Bord der RYTRALL zurückzukehren. Mit Homunk, Ossoyr, Zindher und Quick Silver fliegt der Terraner zur Scheibenwelt.

Nach der Landung in einer alten verlassenen Westernstadt gibt Homunk einige Auskünfte. Die Teilung der SI in ES und TALIN hat das Geistwesen in Mitleidenschaft gezogen. Einige Teile von ES haben die Teilung gut überstanden, andere haben sich verkapselt und müssen stimuliert und integriert werden. Atlan obliegt die Aufgabe eines Heilers. Er ist daher unabkömmlich. Der Helfer von ES führt die Besucher in den Untergrund der Scheibenwelt. Er kann sie nicht zu Atlan führen. Aber er stellt ihnen eine andere Führerin zur Verfügung. Es ist Suzan Rhodan. Onkel Bull ist von seinen Gefühlen überwältigt. Auch Suzan ist durch das Leiden von ES beeinträchtigt. Sie erläutert den Prozess den ES durchlaufen hat, am Beispiel der Trennung eines Gehirns in zwei Teile, von denen jedes so funktionstüchtig sein soll, wie das einzelne zuvor. Aber Suzan will Bull helfen, wo sie nur kann.

Inzwischen haben die Verfolger des Protokolls Defensive die RYTRALL erobert und einen Weg nach Wanderer gefunden. Das Mini-Kog, eine Raumsphäre der Chaotarchen, wie Quick Silver nun erläutert, konnte den Zeitschirm um Wanderer durchdringen. Die Yothoy greifen die an die Oberfläche zurückgekehrte Gruppe um Reginald Bull an. ES kann nicht helfen, teilt Suzan mit. Geist nimmt indessen keine Befehle mehr von Toidha Zyonaro entgegen. Die Chaotarchensphäre will Ambur-Karbush zerstören und nimmt auch keine Rücksichten auf die Yothoy. Die Situation eskaliert.

An anderer Stelle von Wanderer sucht Homunk Atlan auf. Der Arkonide geht seiner Tätigkeit als Heiler nach. Homunk teilt ihm die Ankunft von Reginald Bull mit. Der Arkonide muss den Terraner über ein Dilemma aufklären. Reginald Bull wird Suzan Rhodan töten müssen.

 

Rezension:

Ein flott geschriebener Roman von Michael Marcus Thurner, der allerdings die Protagonisten wieder nur einen winzigen Schritt voranbringt. Die Langsamkeit, mit der die den Zyklus bestimmende Story voranschreitet wird vom Autor wieder mal durch komplexe Rahmenhandlungen kaschiert.

Als ein Element haben wir das Team um Reginald Bull. Die Durchtriebenheit Quick Silvers knüpft nahtlos an die bisherigen Auftritte des Androiden an. Auch die Darstellung von Toio Zindher erlebt an der Seite Reginald Bulls eine Fortführung vom Roman der letzten Woche. Der Reiz des Zusammenspiels mit dem Unsterblichen liegt natürlich darin, ob die Tefroderin Bull nur etwas vorspielt oder ob mit ihr eine Wandlung vorgeht. Auch Bull lässt der Autor zu diesem Thema die eine oder andere Überlegung anstellen. Diese Figurenkonstellation hätte für meinen Geschmack noch mehr ausgebaut werden können. Interessant ist noch Bulls Einschätzung zu Homunk. Als Bote einer SI sei er ohnehin nicht an moralischen Maßstäben zu messen, lässt uns der Autor durch seine Figur mitteilen. Ob das Thurner wirklich so ausdrücken wollte?

Die Apukamuy setzt der Autor geschickt in Szene. Na ja, andere Sterne, andere Sitten. So widerwärtig, wie sie vom Autor beschrieben wurden, werden sie sicherlich auf lange Zeit den Status eines höchst unbeliebten Volkes in der Serie einnehmen.

Kommen wir nun zu den anderen Elementen von Thurners Roman. Den Verfolgern aus Allerorten und der Kunstwelt Wanderer. Wie schon in Heft 2777 zeigen sich die Bewohner Allerortens wie sorglose kleine Kinder, die ohne zu zögern mit gefährlichsten Gerätschaften hantieren und denen selbst das Eindringen in das Domizil einer SI als das normalste der Welt vorkommt. Hier trägt der Autor zu dick auf. Der Memoring, den irgendein Archäologe der Stadt erbeutet hat oder der Weiße Saal, den Quick Silver aus der JULES VERNE barg, sind schon unfassbare Technologien. Aber das reichte dem Autor nicht. Es musste gleich ein Fahrzeug aus dem Fundus eines Chaotarchen eingebaut werden. Durch diesen ausufernden Materialeinsatz hat die Stadt Allerorten binnen zwei Romane deutlich an Faszination eingebüßt. Der Zauber ist dahin.

Mit dem Handlungsort Wanderer wagt sich der Autor an einem weiteren faszinierenden Handlungsort. Hier stand Thurner vor dem Problem, nicht allzu viel über den Wohnsitz von ES zu verraten. Tatsächlich ist Thurner hier wesentlich zurückhaltender. Zwar steht der abschließende Roman der Trilogie noch aus aber zumindest in diesem Heft bleibt die geheimnisvolle Atmosphäre dieses Handlungsorts unangetastet. Nicht unangetastet ist der Zustand von ES. Die SI ist mal wieder desorientiert. Dieser Zustand, der doch eigentlich der Normalzustand zu sein scheint, ist inzwischen so breitgetreten wie Tolots Bettvorleger.

Die Hereinnahme Suzan Rhodans erachte ich als überflüssig. Zwar deutet sich zum Ende ein Konflikt an aber ich war schon immer ein Gegner vom Wiederaufleben lassen solcher Figuren. Damit schafft man nur Probleme, weil so de facto „jede“ Figur zurückgeholt werden kann. Und diese Art von Beliebigkeit fügt der Serie mehr Schaden zu, als das es nutzt. Klar gibt es immer Leser, die eine beliebte Figur zurückhaben wollen. Und der Autor haut gleich noch in diese Kerbe, indem er Bull darüber nachdenken lässt, ob er Tekener auf Wanderer wieder trifft. Doch wem nützt es, wenn die wenigen Veränderungen, die in der Serie vorgenommen werden, jederzeit zurückgedreht werden können?

 

Ansichten zu Perry Rhodan Heft 2777

Flucht aus Allerorten – von Michael Marcus Thurner – Handlung:

Reginald Bull ist in Allerorten unterwegs. Der Unsterbliche hat die Aufgabe übernommen, Wanderer zu finden. Dort wird Atlan vermutet, den er überreden muss, mitzukommen, um ein Richterschiff als Pilot zu steuern.

Bull wird von Quick Silver und Toio Zindher begleitet. Khuferchosdd, der sie in die Brevizone Wohep-Tau mitgenommen hat, ist froh, dass er die drei ungebetenen Gäste schnell wieder loszuwerden kann. Obwohl Bulls Zellaktivator durch die monovalente Petschaft so geprägt wurde, dass der Terraner ohne Passepartout in Allerorten reisen kann, ist die chaotarchische Prägung weniger gern gesehen. Und auch der Androide hat sich Feinde geschaffen. Bewohner Allerortens lassen sich ungern mit dem Androiden sehen. Quick Silver soll sich verantworten und einer Befragung stellen. Der Androide tarnt sich und seine Begleiter, so dass sie einige Zeit in Allerorten unterwegs sein können, ohne aufzufallen. Allerdings unterbinden die mächtigen Intotroniken der Stadt die Nutzung der SERUNS. Nur die Lebenserhaltung bleibt aktiv.

Quick Silver bringt Bull und Zindher zu Stapax-Neutau, einem uralten parasitären Lebewesen. Stapax-Neutau stellt für das Trio den Kontakt zu Corna Miche her. Im Gegenzug zu einer Geschichte über Taurecs Sohn Monos erhält Bull von ihr die Koordinaten von Wanderer und seine Flugkurve. Über eine Breviatur namens Tann im Kugelsternhaufen Andro-Gamma von Andromeda soll der Weg nach Wanderer gehen. Da sie noch einige Stunden Zeit haben, schlägt Quick Silver vor, nachzusehen, was die Untersuchungen am Weißen Saal erbracht haben. Auch bei Bull siegt die Neugier und sie machen sich auf den Weg in den Stadtteil Aydemir-Nord. Die Wissenschaftler haben bislang keine Erkenntnisse gewonnen. Der Saal scheint jede Untersuchung zu verhindern. Als Bull das Gebilde zusammen mit Toio Zindher umrundet, reagiert es auf seine Anwesenheit. Der Weiße Saal erkennt die chaotarchische Prägung von Bulls Zellaktivator und wehrt sich dagegen.

Alle müssen fliehen, während hinter ihnen das Chaos ausbricht und weite Bereiche des Wissenschaftssektors zerstört werden. Uniformierte tauchen auf und Stapax-Neutau verhilft dem Trio zur Flucht auf den Planeten Tann. Zur Überraschung Bulls wird sein Konterfei dort erkannt. Tann ist von tefrodischstämmigen Wesen bewohnt. Die LFT hat eine Botschaft auf dem Planeten, die allerdings vor 200 Jahren den Kontakt nach Terra verloren hat. Die Nachkommen des Botschaftspersonals halten sich nicht unbedingt an die Gesetze. Die Bevölkerung von Tann wird ausgenutzt, statt Konflikte der Parteien zu schlichten, werden die Auseinandersetzungen angeheizt, um dann gönnerhaft einzugreifen.

Reginald Bull begreift schnell, was Sache ist und versucht bei seinem Kurzaufenthalt die Dinge wieder ins Lot zu bringen. Allerdings sind die Verfolger der Stadt Allerorten ihm dicht auf den Fersen. Ein Handelsraumer der Apukamuy nimmt Bull, Zindher und den Silbernen auf. Der Weg nach Wanderer liegt vor ihnen.

 

Rezension:

Eine Zusammenfassung von Michael Marcus Thurners Roman zu schreiben, ist gar nicht so einfach. Der Autor zeigt in allen Bereichen eine überbordende Phantasie und es ist nicht immer ersichtlich, ob bestimmte Szenen relevant für die Geschichte oder den Zyklus sind. Das eigentliche Thema erledigt der Autor eher im Vorbeigehen. Bull erhält vergleichsweise problemlos die Koordinaten Wanderers und kann dadurch den Aufenthalt in Allerorten kurz halten.

Dennoch nutzt der Autor jedes Quäntchen Platz in seiner Geschichte, um den Besuch in Allerorten zu einer Wundertüte für seine Leser zu machen. Da wird selbst seinen Figuren ganz schummrig, die von einer Station zur anderen hasten. Sicherlich kann man nicht alle Ereignisse in die Kategorie Bierernst einsortieren. Manchmal scheinen dem Österreicher die Gäule durchgegangen zu sein. Im positiven Sinne gesehen, denn der Roman machte zu jeder Zeit viel Spaß bei der Lektüre. Da allerdings die eigentliche Geschichte schnell zu einem Ende gebracht wurde, muss auch festgehalten werden, dass Thurner mit seinem Brimborium darum herum von der Kürze ablenken will.

Anders als beim ersten Besuch in Allerorten werden die Figuren diesmal etwas stärker gezeichnet. Quick Silver bleibt nach wie vor undurchsichtig aber Toio Zindher erlebt einen Aufschwung in Thurners Roman. Zuletzt war die Figur doch recht schwach auf das Vitalenergiespüren reduziert, bzw. auf den Vorwurf an der Beteiligung am Tode Tekeners. Im Zusammenspiel mit Bull lässt der Autor bei der Mutantin auch andere Seiten hervortreten. Und Bulls Weichherzigkeit, die sie so spöttisch an dem Unsterblichen kritisiert, beginnt ihr zu gefallen. Schön ist auch, dass die Ziele der Mission im Vordergrund stehen und nicht etwa Auseinandersetzungen zwischen Bull und Zindher. Die balgen sich zwar ständig aber auf eine angenehme Art. Und mit ihren Parasinnen kann sie einige Gefühle des Unsterblichen, die der gerne verborgen hätte, entlarven.

In jedem Fall zu kurz gekommen in der obigen Zusammenfassung sind die Geschehnisse auf Tann bis zu Bulls Eintreffen dort. Michael Marcus Thurner behandelt nämlich in einigen Kapiteln die Verhältnisse auf Tann aus der Sicht des Botschaftersekretärs. Allerdings kann sich der Leser auch dort nicht ausruhen. Auch in dieser Handlungsebene zeigt der Autor eine ausschweifende Beschreibung. Die Geschehnisse sind allerdings schnell vorhersehbar und letztlich wird nicht ganz klar, warum Thurner diesem Teil seiner Geschichte einen so breiten Raum einräumt.

Fazit: Die Kerngeschichte ist zu kurz. Allerdings kann der Autor dies geschickt kaschieren. Spaß hat der Roman dennoch gemacht.

 

Ansichten zu Perry Rhodan Stardust Heft 11

Verwehendes Leben – von Roman Schleifer – Handlung:

Im Stardust-System steht die Auseinandersetzung mit den Truppen des Generex unmittelbar bevor. Alle Schiffe der Stardust-Union sind zurückgerufen worden. Am Rande des Systems materialisieren Amöbenraumschiffe. Perry Rhodan weilt im Flottenhauptquartier und Eritrea Kush kommandiert die Flotte von der STRADUST III aus. Alle Versuche, den Überrangcode, der im Jaroca-System die Amöbenraumer für kurze Zeit außer Gefecht gesetzt hatte, erneut anzuwenden, sind gescheitert. Und die Berechnung eines neuen Codes kann von den Positroniken nicht geleistet werden. Perry Rhodan sucht verzweifelt nach einem Ausweg. Die Flotte wird die Amöbenschiffe nicht aufhalten können. Die Verluste wären immens. Erste Rufe werden laut, den Schutz nur für Aveda aufrechtzuerhalten und die anderen Welten des Systems zu vernachlässigen. Auch Evakuierungen werden in Erwägung gezogen. Die Stimmung in der Bevölkerung ist aufgeheizt. Die Virenbedrohung verursacht vielerorts Panik.

Der Unsterbliche schlägt den Verantwortlichen schließlich einen Plan vor. Die Amöbenraumer sollen zu Atochthon gelockt werden. Der Mond des 13. Planeten Poseidon hat reiche Vorkommen von Hyperkristallen. Wie schon zuvor auf anderen Planeten beobachtet, würden die Amöbenraumer ihre Virenfähren dort landen, um die Kristalle abzubauen und in die eigene Substanz zu integrieren. Rhodans Plan sieht vor, dass ein Einsatzkommando auf Atochthon die Virenfähren mit Nanosonden infiziert. Die Fähren bringen die Nanosonden zurück auf die Amöbenschiffe. In den Amöbenschiffen sind auch noch Eritreas Mikrosonden aktiv. Beim Einsatz der Admiralin sind 90 Prozent der internen Kommunikation der Amöbenschiffe entschlüsselt worden. Die Nanosonden sollen die restlichen 10 Prozent entschlüsseln. Anschließend sollen die Daten an die Flotte gegeben werden. Mit Hilfe der entschlüsselten Kommunikation sollen in die bislang undurchdringlichen Scherbenschirme der Amöbenraumer Strukturlücken geschaltet werden.

Rhodans Plan wird umgesetzt. Professor Kulon Suurpanos, ein Spezialist für die Entschlüsselung von Datenmengen wird für die Aktion angeworben. Auch der wegen Mordes im Gefängnis sitzende Pilot Alan Ghedi macht mit. Der letzte im Bunde ist der Techniker Yarron Odac, den Rhodan bei seinem unfreiwilligen Ausflug auf die MASTER OF PUPPETS kennengelernt hat. Mit einer umgerüsteten Space-Jet, die keine Hypersignale ausstrahlt, begibt sich das Team nach Atochthon.

Unterdessen hat sich auch Anthur im Stardust-System eingefunden. Die Funkanrufe ignoriert er. Der Gefolgsmann des Generex schmiedet eigene Pläne. Er will nicht länger vom Generex abhängig sein. Sobald dieser ihn von der letzten Krankheit geheilt hat, will Anthur seinen Gebieter töten. Während Anthur den Angriff auf das Stardust-System plant, gewährt er den Schiffen den Hyperkristallabbau auf Atochthon.

Der Space-Jet AJFA ist die Landung auf dem Mond geglückt. Mit etwas Schwierigkeiten werden die Nanosonden in den Amöbenraumer platziert. Während die Entschlüsselung der Daten noch läuft, brechen die Amöbenraumer zum Angriff auf. Virenbomben werden auf den Stardust-Welten abgeworfen. Die Flotte kann das nicht verhindern. Schließlich dringen die Schiffe Anthurs nach Aveda vor. Eritrea versucht Anthur von seinem Vorhaben abzubringen, scheitert jedoch. Die Nanosondenaktion scheint gescheitert, da die Amöbenraumer nach wie vor nicht beeinflusst werden können. Anthur landet in der Nähe der Felsennadel. Er fordert Eritrea, die sich ihm entgegenstellt, dazu auf, Rhodan zu töten. Dann würde er ihr das Gegenmittel zur Virusinfektion aushändigen. Zuvor hat er sich als ihren Sohn, als Jannik Bannard, demaskiert. In dem Moment gelingt schließlich dem Einsatzteam auf Atochthon, einen Fehler im Ablauf der Aktion zu korrigieren. Die Amöbenraumer ziehen sich zurück. Anthur verliert den Kontakt zu den Schiffen. Der Generex gibt Anthur den Befehl, Rhodan, der auch hinzugekommen ist, zu töten. Mehrere Soldaten, die Rhodan begleiten, strecken Anthur mit Schüssen nieder. Als Eritrea den Sterbenden in die Arme nimmt, bringt der Generex den Körper Anthurs zur Explosion.

 

Rezension:

Roman Schleifer leitet mit seinem Roman den Showdown im Stardust-System ein. Die Geschichte verfolgt als Haupthandlungsthema den Plan Perry Rhodans, die Amöbenraumer, die für die Ausbringung des tödlichen HMI-Virus verantwortlich sind, nun selbst mit einer Art Viren zu infizieren. Winzige Nanosonden sollen die interne Kommunikation der Amöbenraumer knacken, damit die Schiffe beeinflusst werden können.

Für dieses Vorhaben verfolgt der Autor zunächst drei Nebenhandlungsstränge, die sich mit der Rekrutierung der „Freiwilligen“ beschäftigen, bis diese in das Hauptthema zusammengeführt werden. Rhodan selbst ist auch nur Nebenfigur. Von ihm stammt der Plan aber ansonsten ist der Unsterbliche mal nicht im Mittelpunkt. Eritrea Kush tritt ebenfalls kaum in Erscheinung. Wenn sie es doch tut, dann mit den sattsam bekannten Wutausbrüchen. Nur zum Ende hin, als Anthur sich als ihr Sohn zu erkennen gibt, hat die Admiralin noch einen längeren Auftritt. Ob es ihr letzter ist, wird in 2 Wochen entschieden. Ansonsten streut der Autor noch ein paar Raumgefechte ein, die den Abwehrkampf der unterlegenen Stardust-Flotte zeigen.

In den Raumschlachten zeigt der Autor einiges an Erfindungsgeist. Jedenfalls bekommt der Leser einige Operationen angeboten, die es im Perry-Rhodan-Kosmos so bislang noch nicht zu lesen gab.

Kommen wir zu den Figuren. Anthurs Ende bereits in Heft 11 kommt überraschend. Zumal es in Heft 10 und auch in dieser Geschichte einige Andeutungen zu einer anderen Entwicklung dieser Figur gab. Letztlich bleibt Anthur dann aber doch nur größenwahnsinnig. Weniger überrascht hat seine Demaskierung als Eritreas Sohn. Ein völlig Unbekannter wäre sowieso nicht in Frage gekommen. Der Abgang hätte etwas mehr Dramatik verdient gehabt. Zuerst fordert Anthur seine Mutter auf, Rhodan zu töten. Dann fordert der Generex Anthur auf, Rhodan zu töten. Und schließlich wird der ungeliebte Sohn einfach erschossen. Das letzte Gespräch zwischen Mutter und Sohn brachte keine neuen Erkenntnisse. Überhaupt war dieser Dialog zwischen Mutter und Sohn, wie andere auch, stellenweise sehr flach. Immer dann, wenn es zaghafte Versuche zu ausdruckstärkeren, anspruchsvolleren Gesprächen gab, baut der Autor einen Satz ein, der diese Ansätze wieder zunichtemachte. Im Gespräch zwischen Eritrea und Anthur war das der (gedachte) Satz von Kush: „Vermutlich hat er die Einstellung von seiner Großmutter!“

Wäre es eine humorvolle Geschichte gewesen, dann hätte ich mir bei diesem Satz vor Lachen brüllend auf die Schenkel gehauen. Leider war die Geschichte eher ernster Natur. Da blieb mir nur noch ein gequältes Stöhnen.

Zu Rhodan hatte ich schon ausgeführt, dass der Unsterbliche nur Randfigur war. Und das war mal ganz angenehm. Die Entscheidung, ihn nicht mit nach Atochthon fliegen zu lassen, ist richtig gewesen. Auch zu den anderen Figuren lässt sich einiges sagen. Als Eritrea Kush den Piloten Alan Ghedi aus dem Gefängnis holt, damit dieser die Space-Jet steuert, entrang sich mir ein weiteres gequältes Stöhnen. Dieser Plot war arg abgestanden. Die Nebenhandlung mit dem Professor, seinem schwer kranken Lebensgefährten und den Prüflingen schien zunächst überhaupt nicht in die Geschichte zu passen. Sie wirkte unnötig kompliziert und entwickelte ihren Stellenwert in der Geschichte nur zögerlich.

Wie schon zuvor bei der Rekrutierung des Piloten, wird auch die Figur des Professors nur mittels Erpressung aktiv. Auch der Ara-Mediker, wir erinnern uns, folgte nicht etwa einer Berufung sondern dem schnöden Mammon. Immerhin wird es nun deutlicher, was die neue Menschheit ausmacht. Die Stardust-Terraner handeln nicht aus idealistischen Motiven heraus, sondern nur dann wenn etwas dabei herausspringt. Wobei die Motive Kulon Suurpanos vom Autor in der Geschichte mal so und mal so dargestellt werden. Auf ihn wird erst Druck ausgeübt, den er gerne zurückgibt. Einige Kapitel weiter wird daraus nur noch ein Schuldgefühl gegenüber dem Lebenspartner, dessen Zustand er verschuldet hat und nun wieder gutmachen will. Tatsächlich soll es nun ein Liebesbeweis sein. Aber im weiteren Verlauf der Geschichte zeigt die Figur doch die eine oder andere Unart.

Tatsächlich hat auch Roman Schleifer das Thema Idealismus in einem Gespräch zwischen Yarron Odac und dem Piloten der Mission verarbeitet und später, als die Mission zu scheitern drohte, erneut zum Zankapfel der drei Figuren gemacht. Insgesamt bleibt das Thema unbefriedigend gelöst. Die Figuren hätten eine stärkere Trennung ihrer Gesinnung gebraucht und daraus folgend wären die Konflikte auch deutlicher in Erscheinung getreten.

Wie schon in einigen Romanen des Stardust-Zyklus auch, zeigt diese Geschichte viele Details, die häufig jedoch unpassend wirkten. Von der terranischen Alltagswelt möchte man viel mehr erfahren. Allerdings nur dann, wenn es zur Situation passt. Hier passte es nicht immer. In der geschilderten Atmosphäre von Angst, Hilflosigkeit, Wut und Trauer sollten die Charaktere, ihre Gefühle und Handlungen im Vordergrund stehen und nicht die genaue Zusammensetzung der Drinks, die sie in Krisensitzungen konsumieren oder die Funktion irgendeines technischen Gimmicks. Mit solchen Elementen untergräbt der Autor das Spannungselement.

Ich bin nun gespannt, wie Uwe Anton das Thema zu einem Ende bringt.