Articles for the Month of August 2014

Ansichten zu Perry Rhodan Stardust Heft 5

Kommando Virenkiller – von Robert Corvus – Handlung:

Perry Rhodan und der Jaranoc Kerat Tinga werden von einem Pilgerzug der Jaroc zu deren Heiligtum geführt. Es ist zugleich die letzte Reise Ihres Herrschers Homhomk, der dem Tode nahe ist. Rhodan setzt seine Hoffnung in den Schamanen Virvird, der zuletzt zumindest Misstrauen gegenüber Anthur, den angeblichen Verkünder des Bewahrers gezeigt hat. Nur der Translator ist Rhodan von seiner Ausrüstung geblieben. Und natürlich Posimon. Der Unsterbliche und sein Begleiter müssen unbedingt eine Energiequelle auftreiben, um den Rufer, ein kleines Gerät, das Tinga von Whistler bekommen hat, zu aktivieren und damit den ehemaligen Administrator der Stardust-Union herbeizurufen.

Um Sepura 2 kreisen nach wie vor mehrere Amöbenschiffe. Admiralin Eritrea Kush ist zusammen mit der epsalischen Biologin Gwen Soprina und der Mathematikerin Güramy Triktuk, einer Jülziish in eines der Schiffe vorgedrungen. Die Schiffe scheinen instinktgesteuert zu sein. Der Biologin gelingt bei ihren Untersuchungen ein Durchbruch. Sie kann die Befehlssequenzen entschlüsseln, mit denen das Schiff kommuniziert. Weite Bereiche des Amöbenschiffs wurden mit Thermitladungen präpariert. Auf der Suche nach einem vermuteten zentralen Steuergehirn muss das Trio weite Wege zurücklegen. Das Amöbenschiff verhält sich zunehmend aggressiv gegenüber den Eindringlingen. Es kommt zu mehreren instinktiven Abwehrreaktionen. Zunächst werden nur die Tarn- und Schutzanzüge der Frauen beschädigt. Dann wird die Biologin Gwen Soprina von Bakterien infiziert. Auch die beiden anderen Frauen tun sich immer schwerer in der zunehmend lebensfeindlichen Umgebung.

Auf ihrem Weg zum Heiligtum der Jaroc kommt die Prozession nur langsam voran. Immer wieder werden rituelle Kämpfe ausgetragen. In einem Tempel können Rhodan und Tinga technische Artefakte bergen, die Posimon dazu verwenden kann, um den Rufer wieder mit Energie zu versorgen. Am Heiligtum angekommen, überlässt Virvird Rhodan und dem Jaranoc die wenige Technik, so dass sie sich gegen automatische Abwehrsysteme der beiden Schreine zur Wehr setzen können. Der eine Schrein beherbergt einen Käfigtransmitter, der ohne Energie ist. Der zweite Schrein, der eine Phiole enthalten soll, ist leer. Die Jaroc beschuldigen Rhodan, die Phiole entwendet zu haben. Inzwischen hat der Rufer wieder Energie und Timber F. Whistler erscheint, so wie er vor zweieinhalb Jahrhunderten ausgesehen haben mag, vor seinem Robotkörper.

Nachdem feststeht, dass kein zentrales Steuergehirn existiert, will der Trupp sich im Amöbenschiff mittels darin eingelassener Kanäle schneller fortbewegen. In der Flüssigkeit, die darin fließt, gelingt das auch zunächst. Der Gesundheitszustand der Epsalerin verschlechtert sich zusehends. Schließlich kollabiert die Biologin und stirbt. Die Jülziish verliert die Nerven und muss von Eritrea betäubt werden. Kush schafft die Gefährtin in eine Virenfähre und kann mittels der Befehlcodes das Schiff in den freien Raum steuern. Sie zündet die Sprengladungen im Amöbenschiff, das daraufhin zerstört wird. Die STARDUST III erscheint und nimmt die beiden Frauen an Bord. Während der Trauerzeremonie für Gwen Soprina geht ein Funkruf von Timber F. Whistler ein. Das Schiff soll sofort zu bestimmten Koordinaten fliegen.

 

Rezension:

Wie vor 14 Tagen zu Band 4 schon vermutet hat der Autor Robert Corvus die Kapitel seines Doppelbandes gleichmäßig über beide Hefte verteilt. Ruinenstadt oder Virenkiller, beide Romane haben diese Titel verdient. Diese Verteilung bedeutet auch, dass den Leser im zweiten Teil keine Überraschungen hinsichtlich des Handlungsaufbaus erwarten. Auch der Stil wird unverändert fortgesetzt. Den Leser erwartet gleich zu Beginn eine Flut an Detailinformationen, durchsetzt mit Metaphern und bildhaften Vergleichen. In den ersten 15 bis 20 Seiten wird jede noch so kleine Aktion der Figuren ausgemalt, ob die jetzt einen Fuß vor den anderen setzen oder den Blick schweifen lassen. Farbe, Konsistenz und Neigungswinkel des Bodens, dazu die zurückgelegte Entfernung, voraussichtliche noch zurückzulegende Entfernung und viele Details mehr werden dem Leser mitgegeben, dazu die Beschreibungen von allem und jedem in der Umgebung. Die Story versinkt in einem Meer an Bildern, handlungsmäßig passiert hingegen nur wenig.

Kurz in andere Romane geblättert, die ich zuletzt gelesen habe. Auch dort Details, Metapher, Vergleiche und Bilder. Aber irgendwie leichter, feiner und nicht so hartnäckig. Der Schreibstil von Kommando Virenkiller dagegen liegt schwer im Magen. Die Charakterzeichnung der Figuren verfolgt der Autor geradezu akribisch. Dabei werden dem Leser militärisch notwendige, wissenschaftlich-neugierige und private Gedanken in Sekundentakt an den Kopf geworfen. Die Figur Kush gerät so zu einem wahren Wunderwerk einer verzweifelten Mutter, auf der Suche nach dem verlorenen Kind in feindlicher Umgebung, treusorgend den Gefährtinnen gegenüber, soldatisch der Mission verpflichtet, hart gegenüber sich selbst und so weiter und so weiter. Untermalt mit Logbucheinträgen in der Corvus seine Protagonistin stolz verkünden lässt, dass sie die Ruhezeit von 5 Stunden nicht ausgenutzt hat, sondern nach 4 Stunden und 52 Minuten wieder auf den Beinen war. Halleluja!

Die ersten 20 Seiten gerieten sehr zäh. Danach wird es etwas besser, dennoch tritt die Handlung auf der Stelle. Während Rhodan rituelle Runden dreht unterbrochen von der Suche nach einer Energiequelle und einem ständig seine Meinung wechselnden Schamanen, kommt das Einsatzteam im Amöbenschiff auch nicht richtig weiter. Nächste Woche ist Halbzeit. Kurz gefragt: Um was geht’s eigentlich im Stardust-Zyklus?

 

Ansichten zu Perry Rhodan Heft 2764

Rendezvous in Larhatoon – von Christian Montillon – Handlung:

Nach dem Einsatz auf dem Sternenportal AIKKAUD hat die RAS TSCHUBAI die Larengalaxis erreicht und beginnt im Februar 1517 NGZ damit, Millionen und Abermillionen an Funkgesprächen aufzuzeichnen und auszuwerten, um darin einen Hinweis zum Aufenthaltsort von Perry Rhodan zu finden. Gucky plagen derweil andere Probleme. Die vom Aiunkko Manzaber beschriebenen Yllit gehen ihm nicht aus dem Kopf und auch sonst plagen ihn seltsame Träume. Darin geht es unter anderem um eine Abfolge von Tönen, die dem Ilt seltsam vertraut vorkommt. Er glaubt, dass es eine Spur zu Rhodan sein könnte. Mit Hilfe eines Medikers lässt er seine Traumwelt analysieren. Der Ara Essien Zahng bescheinigt dem Ilt lediglich, dass in dessen Träumen tatsächlich etwas vor sich geht. Wenn es eine Spur zu Rhodan sein soll, dann kann vielleicht Toio Zindher die Psi-Fähigkeit des Ilt verstärken.

Inzwischen hat ein Pulk von acht onryonischen Schiffen die Welt Vi im Pethpar-System erreicht. Der Onryone Tullcor Stoynneri führt von Bord des Raumvaters CUZPUYR das Kommando. Stoynneri untersucht die Zerstörung der OUKEVOY und hat sich an der Idee verbissen, dass es auf Vi ein Geheimnis zu lösen gibt. Er glaubt nicht an einen Zufall, der die Proto-Hetosten hierher geführt hat. Seine Stellvertreterin sieht die Aktivitäten des Kommandanten mit Skepsis. Tullcor Stoynneri hat jedoch eine seltsame Zeichenfolge in der Nachricht entdeckt, die von den Vidriten mit Hilfe des Cedej ausgesendet wird. Stoynneri landet auf Vi und trifft sich mit dem Vhemej der Vidriten. Der Regierungschef Chanpaja ist sehr vorsichtig in seinen Äußerungen und der Onryone hegt den Verdacht, dass der Vidrite etwas verheimlicht. Er lässt den Regierungssitz mit Sonden überwachen.

Die Tefroderin Toio Zindher hat sich unterdessen bereit erklärt, mit Gucky einen Parablock zu bilden. Im Gegenzug erhält sie Freiräume an Bord. Der Ilt, der inzwischen seine Fähigkeit als Paradieb unter Kontrolle hat und die Vitaltelepathin vereinigen ihre Fähigkeiten und es gelingt ihnen nach einiger Zeit die Parapsychische Botschaft der Vidriten zu entdecken und die darin enthaltene Botschaft SOS PR. Die RAS TSCHUBAI fliegt das System der Vidriten an und geht in den Ortungsschutz der Sonne. Toio Zindher sucht indessen das Ogygia-Habitat auf. Dort entdeckt sie eine intensive Vitalaura, die ihr bekannt vorkommt. Es ist Farye Sepheroa, die auf Nachfrage der Tefroderin auch bereitwillig Auskunft gibt, dass sie Rhodans Enkelin ist. Im Gegenzug soll Zindher ihr mehr über Vetris-Molaud erzählen.

Gucky, Zindher, das fünfköpfige Venus-Team, die beiden Haluter und ein TARA-X-T-Roboter fliegen nach Vi und landen getarnt in der Nähe der Hauptstadt Thej Bego. Gucky und die Agenten maskieren sich als Vidriten und dringen in den Palast ein, da Gucky dort zu seiner Verblüffung die Gedanken eines Wesens empfangen hat, das an Bostich denkt. Im Palast treffen sie auf Neacue. Einige Kilometer entfernt beobachtet Tullcor Stoynneri fassungslos das Geschehen. Ein fremdes Wesen namens Gucky stellt Fragen nach Bostich und Rhodan. Dem Onryonen dämmert es langsam. Er alarmiert seine Soldaten.

Das Einsatzkommando hat unterdessen den Aufenthaltsort der drei zurückgebliebenen Lucbarni in einer Klinik in Erfahrung gebracht. Aber auch die Onryonen sind im Anmarsch. Die beiden Haluter und der TARA-X-T greifen die Onryonen an der Klinik an. Die drei Lucbarni werden befreit und das Team kehrt zur RAS TSCHUBAI zurück. Neacue bleibt auf Vi und manipuliert die Erinnerungen der Onryonen, so dass diese glauben, dass Proto-Hetosten für den erneuten Zwischenfall verantwortlich sind. Nächste Ziel der Terraner ist die Flammengondel LUCVAIT. Dort könnte sich auch Bostich noch aufhalten, den Bull allerdings unter keinen Umständen mit an Bord nehmen möchte.

 

Rezension:

Erzähl mir etwas, das ich noch nicht weiß, dachte Tullcor Stoynneri. Doch diesen Gefallen tat sie ihm nicht, sondern reflektierte nur weiterhin unnütze Details, die ihm längst bekannt waren, ihn ablenkten und seine Konzentration störten.

Christian Montillon lässt diese Sätze auf Seite 18 in seine Geschichte einfließen. Der hier so genervt reagiert, ist der Kommandant der Onryonen und seine Stellvertreterin an Bord ist das Ziel seiner Gedanken. Das Geschehen lässt sich auch leicht auf das Verhältnis anwenden, das mich als Leser mit dem Autor dieser Geschichte verbindet.

Dreizehn Wochen nach den Ereignissen auf AIKKAUD setzt der Exposé-Autor die Geschichte um die RAS TSCHUBAI fort. Sicherlich durfte man nicht erwarten, dass gleich eine heiße Spur zu Rhodan gefunden werden würde. Aber ein bisschen mehr Inhalt in den beschriebenen Szenen hätte es schon sein dürfen. Die Story war seicht, ohne Spannungselemente und ohne Höhepunkte, sieht man vom Overkill-Einsatz des TARA-X-T am Romanende einmal ab.

Ansonsten verschwendet der Autor viel Raum für das aufblähen unnützer Details. Die Geschichte endet recht abrupt und die Folgen des kleinen Missgeschicks des Einsatzkommandos werden von Neacue ausgebügelt, der nun hoffentlich das letzte Mal in Erscheinung trat. Ansonsten lässt der Autor in die Begegnung Sepheroa mit Zindher etwas Geheimniskrämerei einfließen. Die beiden Frauen sind sich schon beim Start des Schiffes begegnet und irgendwie hat Montillon diese frühere Begegnung aus den Augen verloren, als er das erneute Zusammentreffen schildert.

Positiv zu vermelden ist, dass der sorgsam vorgenommene Aufbau des „neuen“ Gucky eine Fortsetzung findet. Hier kann der Autor nahtlos an die Darstellung der Figur durch Leo Lukas in Heft 2751 anknüpfen.

 

Ansichten zu Perry Rhodan Heft 2763

Mondlicht über Naat – von Verena Themsen – Handlung:

Tormanac da Hozarius ist mit dem Kristallpalast nach Zalit ausgewichen. Der Vizeimperator gibt sich dort immer öfter den Messingspielen hin. Darin kann er seinen, dem Tod geweihten Körper vergessen, der trotz der gelegentlichen Impulse eines atopischen Zellaktivators immer schwächer wird. Tormanac träumt davon, seinen Geist eines Tages vollständig vom Körper lösen zu können und ganz in die Messingwelt einzutauchen. Doch noch gibt es eine Verbindung in die sogenannte Zähe Welt. Er hat einen Wächter programmiert, der einer Figur des Garrabo-Spiels nachempfunden ist. Und dieser Wächter sucht ihn nun auf und berichtet von Ereignissen im Arkon-System, jetzt Baag-System, die von kosmischer Tragweite sein könnten.

Zur gleichen Zeit auf Naat, dem fünften Planeten im Baag-System. Der junge Naat Galgkar träumt davon, beim Muathamen teilnehmen zu können, einem bei seinem Volk mit höchstem Stellenwert versehenen rituellen Zweikampf. Doch Galgkar hat kaum eine Chance, daran teilnehmen zu dürfen. Er wird unter seinesgleichen aufgrund eines genetischen Defekts als Bleichgesicht bezeichnet und wurde von seinem Clan, nach dem Tod seiner Eltern, ausgestoßen. Die Terranerin Yaren Yildiz, die auf Naat als Geochemikerin arbeitet, ist eine Art Ziehmutter für Galgkar und unterstützt den jungen Naat, wo sie nur kann. Während eines Kampfes ihres Schützlings mit einem Trainingsroboter taucht am Himmel über Naat eine riesige Kugel auf. Yaren erkennt sie sofort. Es ist Luna.

Die Ankunft Lunas ist das Ereignis auf Naat. Eigentlich hätte Luna 3 Jahre zuvor über Tefor erscheinen sollen, war seitdem aber verschollen. Auch soll ein Richter namens Matar Addaru Jabarim mit dem Mond gekommen sein. So zumindest verkündet es Richter Chuv, dessen CHUVANC auf Naat gelandet ist. Auch der Kolonialarkonide Sholtan Perlvin verfolgt die Nachrichten. Ihn, der als Journalist tätig ist, interessieren vor allem die Berichte über eine mögliche Teilnahme Chuvs an den bevorstehenden Großen Muathamen. In ihm reift ein Plan, diese Gelegenheit zu nutzen. Er sucht Yaren Yildiz und ihren Schützling Galgkar auf und überredet die beiden, mit ihm die Ordische Stele auf Naat aufzusuchen. Dort berichtet Galgkar über das Unrecht, das ihm widerfährt, nämlich nicht als Kämpfer zugelassen zu werden. Geschickt sorgt Sholtan dafür, dass Galgkar am Großen Muathamen teilnehmen kann, indem ihm womöglich ein Zweikampf mit Richter Chuv persönlich in Aussicht gestellt wird, der ebenfalls als Kämpfer antritt. Die Art von Sholtan Perlvins Auftreten, dessen eine Kopfhälfte nach einer Verletzung von einer Maske verdeckt wird, lassen Yaren etwas argwöhnisch werden.

Dazu hat sie allen Grund, denn Perlvin verfolgt eigne Pläne. Er will Galgkar dazu missbrauchen, ein Attentat auf Richter Chuv zu verüben. Sholtan Perlvin ist USO-Agent, der den Kontakt zu seiner Organisation verloren hat. Mitglieder der arkonidischen Flotte, des Geheimdienstes und auch ein Naat planten einen Angriff auf die Wettkampfstätten, der tausende Unschuldige getötet hätte. Perlvin kann die Verschwörer überzeugen, seinem Plan zu folgen und nur ein Leben zu opfern, nämlich das Leben Galgkars.

Auch Tormanac da Hozarius reist zum Wettkampf an. Er lässt sich über die onryonischen Aktivitäten im Baag-System berichten. Gor´Ranton wird ebenfalls von einem Technogeflecht überwuchert. Die Aktivitäten sind mit Auftauchen Lunas immens gestiegen. Luna, die Schaltzentrale Vothantar Zhy und Gor´Ranton betreiben untereinander starke Hyperkommunikation und immer mehr Tolocesten kommen ins System.

Am Wettkampftag reist Galgkar mit seiner Ziehmutter an. Perlvin hat alles vorbereitet. Der junge Naat wird von erfahrenen Kämpfern in Empfang genommen. Über Speisen werden ihm Substanzen zugeführt, die ihn ohne sein Wissen zu einer lebenden Bombe machen, die von Perlvin gezündet wird, sobald der junge Naat mit Richter Chuv zum verabredeten Kampf zusammentrifft. Alle verfolgen gebannt das Geschehen. Richter Chuv erscheint tatsächlich und nimmt an den Kämpfen teil. Obwohl kleiner als ein Naat, nutzt er diesen Umstand zu seinem Vorteil und kommt mehrere Runden weiter bis ins Finale. Bevor er diesen Kampf führt, fordert der Richter Galgkar zum Duell.

Yaren Yildiz versucht zu Sholtan Perlvin in dessen Sprecherkabine durchzudringen und wird dort eingesperrt. Der Agent hat mittlerweile Gewissensbisse bekommen und versucht zu Galgkar zu gelangen, der mit dem Richter kämpft. Als Chuv die Gefahr erkennt, wirft er Galgkar von der Wettkampfbühne. Andere Attentäter eröffnen das Feuer, doch Chuv bleibt unverletzt. Unter seinen HÜ-Schirm kann Perlvin den jungen Naat in Sicherheit bringen. Immerhin kann der Agent DNS des Richters unter den Fingernägeln Galgkars sichern und analysieren. Die DNS entpuppt sich anders als bei Matar Addaru Dannoer als riesiger Genpool, so als wäre Chuv ein genetisches Kollektiv.

Tage später entschuldigt sich Sholtan Perlvin bei Yaren, die nun auch ein wenig von der Lebensgeschichte des Agenten erfährt. Perlvin will versuchen, die Informationen zu Chuv aus dem System zu schmuggeln. Übers Trivid verkündet Chuv, dass M13 eine eigene Domäne werden soll und dass der Repulsorwall Lunas mit dem Kristallschirm zu einem neuen Ganzen verschmelzen und damit zum sichersten Ort der Galaxis werden wird.

 

Rezension:

Ich rolle den Roman mal von hinten auf. Die Pläne von Sholtan Perlvin werden von Verena Themsen erst nach und nach enthüllt. Und erst zwei Seiten vor dem Ende der Geschichte gewährt uns die Autorin einen kurzen Abriss aus der Vergangenheit dieser Figur und geht auf deren Meinungsänderung ein, die letztlich das Attentat scheitern ließ und Galgkar das Leben rettete. Gerade dieser Abschnitt aus Perlvins Kindheit, der die Grundlage für die Meinungsänderung liefert und die im Gespräch mit Yaren offengelegten Gefühle des Agenten ließen nach meinem Geschmack etwas an Bindung zur eigentlichen Geschichte des Romans zuvor vermissen. Das Ende wirkte dadurch etwas aufgesetzt. Sicher, die Begründung, warum der Attentäter seine Ansichten geändert hat, ist nachvollziehbar. Ich habe jedoch einige Andeutungen dazu in der Geschichte zuvor vermisst, bzw. nicht deutlich genug wahrgenommen, z.B. etwaige Gefühle, die der Figur bei Betrachtung dieser kleinen Familie aus einer Terranerin und einem jungen Naat durch den Kopf gehen. Zwar gab es Skrupel bei Perlvin, den ursprünglichen Plan zu verfolgen, nämlich die gesamte Wettkampfstätte zu attackieren. Das Durchsetzen des eigenen Plans mit einer lebenden Bombe erschien dennoch perfider.

Der Eindruck, dass am Ende dem Sinneswandel Perlvins zu wenig Raum eingeräumt wird, drängt sich auch deshalb auf, weil die Geschichte um den jungen Naat, seiner Ziehmutter und den anderen Ereignissen sehr durchdacht und flüssig erzählt wurde. Verena Themsen liefert eine durchgehend stimmige Geschichte. Auf dem Höhepunkt des Romans, als in der Arena alle Figuren für den Showdown versammelt waren, findet die Autorin auch noch die Zeit, den einzelnen Wettkämpfen eine Choreografie zu verpassen. Es wurde nie langweilig und Verena Themsen kann immer mit neuen Details überraschen.

Ein wenig habe ich noch die Reaktionen Tormanacs auf das Attentat vermisst. Andererseits diente die Figur wohl nur dazu, ein paar Informationen zu den Aktivitäten des Atopischen Tribunals im Baag-System aus einem anderen Blickwinkel darzustellen.

Fazit: Eine schöne stimmige Geschichte, die nach meinem Geschmack nur am Ende etwas verliert.