Articles for the Month of Juli 2014

Ansichten zu Perry Rhodan Stardust Heft 3

Marhannu die Mächtige – von Dennis Mathiak – Handlung:

In der Malven-Stadt, Eigenname Marhannu, versucht der Felide Guemon dem Einfluss der Stadt zu entkommen. Anders als die anderen Bewohner dieser Immateriellen Stadt, hat Guemon seinen wachen Verstand behalten. Er ist neugierig und er möchte auch andere Welten kennenlernen. Im Museum Marhannus hat er verschiedene Gerätschaften erbeutet. Dazu gehört ein schlangenähnlicher Roboter, der sich selbst als eine seiner Biokomponente beraubte mobile Positronik bezeichnet. Guemon nennt die Positronik kurz Posimon und sein robotischer Helfer unterstützt Guemon bei dessen Fluchtplänen. Der Felide konstruiert einen motorangetriebenen Flugdrachen und will damit die Grenzen der Stadt überwinden. Doch Marhannu lässt sich auf diesen Weg nicht verlassen. Guemon stürzt ab und verletzt sich dabei.

Auf Aveda schreibt man den 14. Mai 1513 NGZ. Eritrea Kush hat inzwischen die Klinik verlassen können. Nach wie vor ist die Admiralin mit Rhodans Plan, den vermeintlichen Boten TALINS in die Felsennadel zu bringen, nicht einverstanden. Perry Rhodan hat mittlerweile aber bei Administrator Corris sein Anliegen vorgetragen und bekommt von der Regierung freie Hand. Der Innenminister sichert Unterstützung zu und Eritrea Kush muss sich dieser Entscheidung beugen, was der Admiralin nicht behagt.

In der von Besuchern geräumten Felsennadel besuchen Rhodan und Anthur die Halle der 1000 Aufgaben. Rhodan ist von starken Misstrauen gegenüber Anthur erfüllt. Der Bote verhält sich merkwürdig, kann sich angeblich an nichts erinnern und nutzt zudem eher Rhodans Wissen, als das er selbst etwas zur Aufklärung seiner angeblichen Mission beiträgt. Immerhin kann er mit Rhodans Hilfe eine Kartusche aktivieren, die dazu führt, dass ein kleines Gerät freigegeben wird, das Anthur als Vocator bezeichnet. Damit könne man die Immateriellen Städte herbeirufen. In der Halle taucht aber auch eine Holo-Botschaft des verschollenen Timber F. Whistler auf. Der ehemalige Administrator hält sich in großer Entfernung auf und hat schon einmal versucht Rhodan zu erreichen, als er erkannt hat, dass der Unsterbliche im Stardust-System weilt. Nun ist es ihm gelungen, eine kurze Botschaft an Rhodan zu verfassen. Rhodan soll Whistler bei einem Auftrag unterstützen. Dazu soll der Unsterbliche mit einer der Immateriellen Städte zur Basis-Station von Connajent reisen. Dort wird er Whistler treffen oder zumindest einen Hinweis auf dessen neuen Aufenthaltsort bekommen.

Der Vocator zeigt das Symbol für die Malven-Stadt an, die als nächstes auf dem Kontinent Aumark auf dem Planeten Katarakt erscheinen wird. Bevor sie dort hinfliegen, bespricht sich Rhodan mit Kush. Whistler und Anthur scheinen ähnliche Aufträge zu verfolgen. Merkwürdig ist, dass es zwischen den beiden offensichtlich keine Abstimmung gibt und die Botschaft Whistlers in der Felsennadel nicht auf Anthur reagiert hat sondern auf den Zellaktivator Rhodans hin abgespielt wurde.

Rhodan und der Bote fliegen nach Katarakt und betreten in SERUNS über die Schattenschleuse die Immaterielle Stadt Marhannu. Beide Männer tragen PsIso-Netze, die sie vor dem Einfluss der Stadt schützen sollen. Doch die mentale Beeinflussung der Stadt macht Rhodan zu schaffen und auch Anthur scheint dem Einfluss immer mehr zu erliegen. Beide treffen schließlich auf Guemon, der sie zur Zeitzentrale begleitet. Mit dem Vocator soll Anthur den Lauf der Stadt beeinflussen und 30 Stationen zurückspringen, um zur Basis-Station von Connajent zu gelangen. Guemon trägt ebenfalls ein abschirmendes Netz auf dem Kopf, das er im Museum gefunden hatte. Ein Fremdwesen hatte es dort bei einem Kampf verloren.

Plötzlich erscheint der Jaranoc Kerat Tinga, der die beiden Männer zunächst am Eingriff in die Stadt hindern möchte. Tinga steht erkennbar unter dem Einfluss Marhannus. Anthur hat unterdessen den Vocator zum Einsatz gebracht und in die Steuerung der Stadt eingegriffen. Da wendet sich Marhannu auf mentalem Weg bei Rhodan und seinen Begleitern. Die Stadt gestatte niemanden, sie zu verlassen. Draußen würde Krieg herrschen und sie würde die Bewohner beschützen. Insbesondere auf dem Planeten mit der Basis-Station von Connajent könne niemand aussteigen. Anthur hat indessen Rhodan getäuscht. Er ist doch nicht so sehr von der Stadt beeinflusst. Er ändert das Ziel der Reise. Rhodan kämpft mit Anthur um den Vocator, als ein weiteres Wesen, ein Pseudo-Jaranoc die Zeitzentrale betrifft. Wesen dieser Art hatte Rhodan schon in der Höhle gesehen, wo er Anthur begegnete.

Der Pseudo-Jaranoc greift Tinga an. Gemeinsam mit Rhodan kann der Jaranoc den Angriff abwehren. Anthur kann mit dem Vocator die Zeitzentrale verlassen und auch die Stadt. Kerat Tinga, der ebenfalls einen Vocator trägt und Rhodan verbünden sich. Posimon begleitet Rhodan und Guemon bleibt zurück. Rhodan und der Jaranoc, der sein Psi-Netz von Guemon zurückbekam, können ebenfalls Marhannu verlassen. Sie verfolgen Anthur auf den unbekannten Planeten durch eine Geröllwüste zu einer Ruinenstadt am Horizont.

 

Rezension:

Ähnlich wie der Autor des Stardust-Bandes letzte Woche verrät auch Dennis Mathiak den prägenden Stil, „seinen“ Stil bereits auf den ersten Seiten seines Romans. Es ist eine blumige, bunte, nicht selten ausschweifende Sprache, die der Autor verwendet. Kleine Aktionen und wenige Bewegungen seiner Protagonisten werden von mannigfaltigen Beschreibungen der Umgebung begleitet, geradezu eingehüllt. Selbst die Dialoge bleiben von der sehr bildreichen Sprache zunächst nicht verschont. In der zweiten Romanhälfte fährt der Autor seine blumigen Ausdrucksweisen etwas zurück. Nüchtern und klar wird seine Sprache dadurch nicht aber nach den ersten Seiten hat dieser Schwenk in Richtung einer etwas sachlicheren Darstellung der Geschichte gutgetan.

Bis auf ein paar wenige spöttische Bemerkungen, die zwischen Rhodan und Anthur ausgetauscht werden, bleibt die Figur Rhodan blass. Die Sticheleien beziehen sich dabei auf die vermeintliche Erfahrung Rhodans auf 3000 Lebensjahre, die ihn laut Anthur haben überheblich werden lassen, wohingegen Rhodan von einem gesunden Selbstvertrauen spricht. Abgesehen von diesen kleinen Seitenhieben zeigt der Unsterbliche in der Geschichte aber tatsächlich keine weiteren Auffälligkeiten, die ihn aus der grauen Masse hervorheben.

Einige Male verzichtet die Figur Rhodan auf den gesunden Menschenverstand und die Aktionen Rhodans wirken auch nicht planvoll. Zwar lässt der Autor seine Hauptfigur nahezu pausenlos über verschiedene Ungereimtheiten sinnieren. Allerdings lässt der Autor auch keine Fortentwicklung oder logische Schlussfolgerungen oder durchdachte Handlungen darauf folgen. Die Figur Rhodan grübelt einfach nur. Ergebnisse bringen diese Gedankenfolgen nicht. Es ist unbefriedigend, wenn eine so erfahrene Figur keine Konsequenzen zieht.

Abgesehen von Bullys Ausflug in die Immateriellen Städte und Saedelaeres Besuch der mittlerweile zerstörten Stadt Connajent, ist dies der dritte längere Roman zu diesem Thema. Mit „Splitter des Bösen“ von Marc A. Herren kann Dennis Mathiaks Roman nicht mithalten. Natürlich trägt der mittlerweile dritte Abstecher in eine Immaterielle Stadt zu einer Entmystifizierung bei. Jedenfalls kann Mathiak nicht die gleiche Atmosphäre erzeugen, wie seine Autorenkollegen im Stardust-Zyklus der Hauptserie. Der Handlungsfortschritt ist nicht besonders groß. Es scheint ein Jump-And-Run-Zyklus zu werden. Worin die Schwierigkeiten in der Halle der 1000 Aufgaben liegen, hat sich mir einmal mehr nicht erschlossen. Wie schon in Heft 2560 werden die Kartuschen als interaktive Systeme beschrieben, die auf äußere Einflüsse reagieren. Wie bei einem Spielzeug für Kinder leuchten die betroffenen Symbole auf und müssen nur noch gedrückt werden. Das ist ja mächtig spannend! Da die Halle ja allen offen steht, verstehe ich nicht, warum erst immer Rhodan auftauchen muss, um eine Kartusche zu drücken.

 

Ansichten zu Perry Rhodan Heft 2760

Posbi-Paranoia – von Leo Lukas – Handlung:

Mehrere Wochen nach den Ereignissen im Phan-System folgt die KRUSENSTERN noch immer den Signalen der Posbi-BOX 20215. Mittlerweile hat sich das Schiff mehr als 125.000 Lichtjahre von den Randbereichen der Milchstraße entfernt. Ein Hypersturm trifft den umgebauten Fragmentraumer und lässt ihn den Kontakt zur BOX-20215 verlieren. Der Posbi-Raumer scheint spurlos verschwunden. Viccor Bughassidow, Marian Yonder und die Ara Jatin suchen daraufhin die Alte Oblast auf und bitten die dortigen Posbis um Rat und um Unterstützung. Onkelchen, Madame Ratgeber und Co. ist das Verhalten der BOX-20215 ebenfalls unerklärlich. Nach kurzer Beratung übermitteln die Posbis der Alten Oblast die Koordinaten der Dunkelwelt Everblack an die Besatzung der KRUSENSTERN. Diese Dunkelwelt, die durch einen Tarnschirm verborgen wird, scheint ohnehin das Ziel von BOX-20215 gewesen zu sein.

Auf Everblack ist inzwischen BOX-20215 eingetroffen. Der Posbi Tetoon, der der gleichen Baureihe wie Jana Togoya entstammt, ist gerade mit Meditieren beschäftigt, als sich die oberste Instanz des Planeten, die Gemeinsame Mitte, bei ihm meldet. BOX-20215 ist von einer langen Reise zurückgekehrt und verhält sich seltsam. Tetoon soll den Plasmakommandanten aufsuchen und untersuchen. Später erstattet Tetoon der Gemeinsamen Mitte Bericht. Seine Untersuchung des Plasmakommandanten hat nichts Auffälliges erbracht. Das Gespräch mit der Gemeinsamen Mitte verläuft merkwürdig. Die oberste Instanz erkundigt sich zunächst, wie es Tetoon mit den Terranern halten würde, da er doch einen menschlichen Körper hätte und sich auch metaphysische Modelle dieses Volkes zu eigen gemacht hat. Inzwischen zeige der Plasmakommandant von BOX-20215 bedenkliche Gefühlsschwankungen. Tetoon soll ihn erneut aufsuchen. Der Plasmakommandant von BOX-20215 gibt zur Auskunft, dass er glaubt verfolgt worden zu sein. Und Tetoon registriert erstaunt, dass an Bord von BOX-20215 plötzlich Furcht und Argwohn regieren. Auch weitere Kontakte lassen den Schluss zu, dass die Posbis an Bord von BOX-20215 unter Paranoia leiden. Die Störung richtet sich zum Erstaunen von Tetoon gegen die Terraner.

Die KRUSENSTERN erreicht Everblack. Vom Flaggschiff Vetris-Molauds gibt es keine Spur. Der Besatzung war nicht verborgen geblieben, dass ihnen zumindest auf der ersten Etappe der Reise die VOHRATA gefolgt war. Später konnte das tefrodische Schiff nicht mehr geortet werden. Madame Ratgeber schlägt zur Tarnung vor, den alten Status der KRUSENSTERN gegenüber Everblack zu verwenden. Man weist sich als BOX-3206 aus. Die terranischen Umbauten werden getarnt und die Besatzung außer dem wieder genesenen Anti Peo Tatsanor, Viccor Bughassidow, Marian Yonder und Jatin, wird in Tiefschlaf geschickt. Die vier steigen in Posbi-Körper und Madame Ratgeber übernimmt den Kontakt zur Dunkelwelt.

Auf Everblack hat sich die Gemeinsame Mitte gegen eine Quarantäne von BOX-20215 ausgesprochen. Die Verseuchung sei ohnehin nicht aufzuhalten, teilt sie geheimnisvoll Tetoon mit. Diese Geheimniskrämerei macht Tetoon nachdenklich. Möglicherweise wird ihm misstraut, da er einen terranisch aussehenden Körper hat. Bei nächster Gelegenheit wird er sich einen anderen Körper beschaffen. Und er will sich auch seiner terranischen Redensarten entledigen, die er so gerne verwendet. Die Gemeinsame Mitte hatte schon Recht, die Terraner haben sie verseucht.

Der Kontakt mit Everblack zeigt der Besatzung der KRUSENSTERN/BOX-3206 schnell, dass etwas nicht stimmt. Das Schiff wird inspiziert, weil man ausschließen möchte, dass Terraner an Bord sind. Offensichtlich leiden alle Posbis auf Everblack an Verfolgungswahn. Die BOX-3206 darf landen. Tatsanor, Bughassidow, Yonder und Jatin sehen sich mit ihren Posbis ein wenig um. Sie werden vom sehr misstrauischen Tetoon beobachtet. Kurzerhand wird Tetoon entführt und an Bord von Jatin untersucht. Sein Bioplasma ist infiziert. Die angewandte Bio-Technologie übersteigt die Fähigkeiten der Tefroder und Jatin kennt kein Gegenmittel. Auch die KRUSENSTERN ist infiziert. Mehr noch, der Virus macht die Posbis nicht nur zu Terrahassern, sie macht sie auch zu gefügigen Dienern der Tefroder.

Als die VOHRATA eintrifft, wird sie von den Posbis auf Everblack euphorisch empfangen. Viccor Bughassidow und die anderen beobachten die Vorkommnisse hilflos. Es muss unbedingt ein Weg gefunden werden, die Ausbreitung der Seuche zu verhindern. Doch niemand weiß, wie das gelingen soll.

 

Rezension:

Posbi-Paranoia beginnt vielversprechend. Ein philosophierender Posbi ist auch in der Serie kein alltägliches Element und Leo Lukas hat sich auch erkennbar Mühe gegeben, dem Posbi Tetoon nicht nur belangloses Zeugs schwadronieren zu lassen, sondern er lässt Elemente des Buddhismus ebenso einfließen wie die japanische Kunst des Blumenarrangierens.

War also der Auftakt gelungen, sind die folgenden Kapitel gleich so geschrieben, als wüsste der Autor nicht, wie er seine Geschichte fortsetzen, bzw. füllen sollte. Ein kleiner Hypersturm mitten im Leerraum, die Operation eines Hundes, das Hervorholen der Figur Peo Tatsanor und das schwafeln über Halbraumspürer, das nicht nur der Ärztin, sondern auch mir als Leser mächtig auf die Nerven ging, folgten. Nun könnte man vielleicht zu dem Schluss gelangen, dem Autor ist es mit dem Halbraumspürergefasel gelungen, die Emotionen seiner Figur Jatin auf den Leser zu übertragen, doch soweit würde ich nicht gehen. Leo Lukas streckt hier ganz offensichtlich seine Geschichte, wie auch das folgende Kapitel schnell zeigt. Dem Halbraumdesaster folgt nämlich eine zwar gelungene aber gleichwohl überflüssige Zusammenfassung von Heft 2759.

Hin und wieder bemüht der Autor auch mal wieder Hoschpians unautorisierte Chroniken. Diese Einschübe gab es auch schon in früheren Romanen. Bei richtiger Anwendung können diese Kapitel eine Geschichte durchaus bereichern. Eine historische Betrachtung der Ereignisse aus verschiedenen Blickwinkeln würde dem Autor die Gelegenheit geben, weitere Aspekte hervorzuheben und neue oder falsche (weil unautorisiert) Spuren zu legen. Bei Leo Lukas verkommen diese Einschübe zum Glossar und dienen augenscheinlich nur der Wiederholung.

Irgendwann später setzt Leo Lukas dann doch noch die Geschichte fort. Die Paranoia, von der nun auch der Philosoph befallen war, wurde in launige und humorige Weise verpackt. Die Seuche hat nun auch Tetoon gepackt und mit dieser Figur durchlaufen wir den Prozess vom Terraunterstützer zum Terrahasser. Diese Passagen sind eindeutig die stärksten in der Geschichte. Die Leichtigkeit, mit der diese Kapitel geschrieben sind, geht dem Autor aber an anderer Stelle wieder verloren. Die Tarnmaßnahmen, die an Bord der KRUSENSTERN getroffen werden müssen, sind arg an den Haaren herbeigezogen. Man gewann den Eindruck, der Autor hat erst kurz vor diesen Kapiteln darüber nachgedacht, wie er das bewerkstelligen kann. Entsprechend hastig und unüberlegt liest sich das. Letztlich haben aber die Geschichten über die KRUSENSTERN in diesem Zyklus gezeigt, dass sie mit modernen Technologien aufgerüstet wurde. Die Finte, sie sei jahrhundertelang im Leerraum unterwegs gewesen, hätte auch ein Taschenrechner sofort als Lüge durchschaut. Dieser Plot forderte vom Autor zahlreiche Verrenkungen. Wenig überzeugend sind auch die Schilderungen der Virusinfektion. Zu Übertragung, Infizierung und zu Ansteckungswegen lässt sich der Autor kaum aus. Obwohl eine solche Seuche nicht gänzlich unrealistisch ist, sind zumindest die Teile der Geschichte, die das Zustandekommen dieser Seuche beschreiben wenig überzeugend. Es fehlt auch an einem spannenden Element.

Positiv zu vermerken ist, dass die Autoren die Posbis nicht vergessen haben. Da es aber auch keine Anzeichen gab, dass die Posbis in den Konflikt zwischen Galaktikern und Atopischen Tribunal einzugreifen gedenken, war die Idee einer Infizierung irgendwie auch überflüssig. Hier sollte wohl passend zum Zyklusstand nur eine Eskalationsstufe gezündet werden, wenn doch die Leser eigentlich mal auf etwas Gegenwehr durch die Galaktiker gehofft hatten.

Fazit: Die Schilderung, wie die Paranoia von Tetoon Besitz ergreift, gefiel. Alles andere wurde vom Autor passend geschrieben. Leider eben passte aber nicht alles.

Ansichten zu Perry Rhodan Heft 2759

Die Messingspiele – von Christian Montillon – Handlung:

Der Milliardär Viccor Bughassidow reist mit der KRUSENSTERN zu Beginn des Jahres 1517 NGZ ins Phan-System, dem Zentrum der Sternbaronie Phan. Dort finden die Messingspiele statt, eine Veranstaltung, die Bughassidow mit Spenden großzügig unterstützt hat. Der Forscher erhofft sich von den Messingspielern neue Ideen bei der Suche nach Medusa. Auch die Plasmakommandanten von drei Posbi-Schiffen werden an den Spielen teilnehmen. Und auch Vetris-Molaud hat das Phan-System zum Ziel. Der Tamaron bringt einen talentierten Tefroder mit, der an den Spielen teilnimmt. Allerdings verfolgt Vetris-Molaud noch ganz andere Ziele. Die Messingspiele dienen ihm als willkommene Tarnung für seine Pläne. Schon länger steht er in Kontakt zu Niaben da Thoctar. Die Phanarkonidin möchte die Sternbaronie dem Tamanium angliedern, als noch länger dem Kristallimperium anzugehören. Doch die Meinungen dazu gehen in der Sternbaronie auseinander. Die Spaltung in der Bevölkerung wollen die Tefroder ausnutzen. Während der Spiele wollen sie für Chaos sorgen, um dann als Retter in der Not aufzutreten.

Der Star unter den Messingspielern ist Juer da Tilora. Der verkrüppelte Arkonide schafft in seinen Träumen das Bild des perfekten Arkoniden und ist Vorbild für seine Schüler mit denen er ein Universum jenseits aller Grenzen schafft.

Die Anreise nutzt Vetris-Molaud, um sich ein Team zusammenzustellen, das ihn in die Metropole Pohepadh begleiten soll. Der Teleporter Lan Meota ist ebenso dabei wie Satafar. Der kleinwüchsige Mutant muss sich vorher der genetisch veränderten Tefroderin Ghenis Tay in einem Schaukampf stellen. Die Skorpione Vetris-Molauds haben die Hände der Frau manipuliert, so dass sie Giftpfeile verschießen kann. Satafar verliert den Kampf und die Niederlage nagt an ihm.

Zusammen mit seinen genetisch optimierten Leibwächtern Ghenis Tay und Bunccer-Buhaam begibt sich der Maghan in einem Beiboot in die Metropole Pohepadh. Nach der Landung wird ein Anschlag auf den Maghan und seine Begleiter verübt, den sie unbeschadet überstehen. Den Phanarkoniden ist die Sache sichtlich peinlich aber den Tefrodern spielt der Vorfall in die Hände. Lan Meota ist mit Satafar auf den Planeten teleportiert. Die beiden treiben ihrerseits die Vorbereitungen für Anschläge voran, wobei sich Satafar zunehmend labil zeigt. Sie bringen Robotkreuzer der arkonidischen Raumflotte unter ihre Kontrolle. Und sie infizieren die drei Posbi-Schiffe mit Balpirol-Proteindirigenten oder wie Vetris-Molaud es ausdrückt, Posbiviren. Sobald die Posbis mit anderen Posbis in Kontakt kommen, wird sich der Virus verbreiten. Die Robotkreuzer sollen das Beiboot Vetris-Molauds angreifen. Sein Flaggschiff VOHRATA soll dann zur Hilfe kommen. Das entstehende Chaos soll Satafar nutzen, um den regierenden Großbaron Carost da Stencer zu ermorden, der ein Gegner des Tamaniums ist.

Am Rande der Messingspiele gibt es auch ein kurzes Treffen von Bughassidow mit dem Maghan. Der Milliardär verrät dem Tefroder seine Leidenschaft bei der Suche nach dem Dunkelplaneten Medusa, der vor Jahrmillionen aus dem Sol-System entfernt wurde. Auch mit einem der Posbi-Kommandanten trifft sich der Milliardär. BOX-20.125 ist gerne bereit, die Suche nach Medusa zu unterstützen und will auch das Zentralplasma auf der Hundertsonnenwelt kontaktieren.

Inzwischen greift der Plan der Tefroder. Die Robotkreuzer greifen den Maghan an, dem daraufhin die VOHRATA zu Hilfe kommt und die Robotkreuzer abschießt. Anders als geplant schlagen Trümmer der Schiffe jedoch nicht am Rand, sondern mitten im Zentrum der Hauptstadt ein. Carost da Stencer wird dabei getötet und Satafar, der den Mord nun nicht mehr ausführen muss, unter Trümmern begraben. Er kann sich befreien, sein psychischer Zustand ist jedoch so schlecht, dass er einen Phanarkoniden, der ihm helfen möchte, tötet. Die Schwester des Helfers schlägt mit einem Stein auf Satafar ein, der die Augen schließt.

Während Vetris-Molaud großzügig den gebeutelten Arkoniden Hilfe zur Verfügung stellt, die von der provisorischen Regierung unter Niaben da Thoctar gerne angenommen wird, verlässt die KRUSENSTERN auf Einladung von BOX-20.125 das System und fliegt einen Dunkelplaneten an. Die VOHRATA folgt heimlich.

 

Rezension:

Zur Zusammenfassung muss ergänzend erwähnt werden, dass sich der Autor Christian Montillon in mehreren Kapiteln mit den Messingträumern beschäftigt. Diese Kapitel gliedert er in Disziplinen, beginnend mit „Kommuniziere“, gefolgt von „Kämpfe“, gefolgt von „Opfere“, gefolgt von „Suche“, gefolgt von „Vernichte“ und endend mit „Stirb!“ Diese Kapitel, insbesondere die ersten vier der sechs Disziplinen dienen dem gemeinsamen Erschaffen einer Messingwelt, eines erträumten Universums. Abgesehen von der Flucht aus der Realität und der Absicht, sich mehr Reizen als im normalen Leben auszusetzen, bleiben die Ziele der Messingträumer doch unklar, sollte es über diese beiden Punkte hinaus tatsächlich noch andere Ziele geben.

Man kann sich auch die Frage stellen, ob sich Christian Montillon mit der dritten Vetris-Molaud-Geschichte in Folge einen Gefallen getan hat? Als Expokrat hat er es selber in der Hand. Von daher wäre eine andere Abfolge möglich gewesen. So aber platziert der Autor diese Figur im dritten Roman in Folge und er platziert „seine“ Darstellung Vetris-Molauds hinter zwei sehr starken Gastbeiträgen.

Nun ist der Tamaron nicht die einzige Figur, mit der sich Christian Montillon beschäftigt. Die Mutanten werden zum Einsatz gebracht, von denen nun auch Satafar wohl sein Ende sieht. Und auch Viccor Bughassidow mit seinem Anhang hat ein paar Auftritte, nicht zu vergessen die arg dümmlich dargestellten Phanarkoniden. Die Nebenfiguren sind allesamt schwach, abgesehen eben von Satafar, dem der Autor immerhin mit dem verlorenen Zweikampf und der Trauer um seine vermeintlich getötete große Liebe Toio Zindher noch einen letzten (?) „starken“ Auftritt gönnt.

Bleibt also doch Vetris-Molaud, bzw. die Art der Darstellung dieser Figur durch Christian Montillon. Die beiden Gastbeiträge der letzten Wochen haben eine klare Biographie Vetris-Molauds geliefert. Herkunft, Wesen und Karriere wurden sorgsam aufgebaut und zu einem Gesamtbild zusammengetragen. Nun wäre es Christian Montillons Aufgabe gewesen, daran anzuknüpfen und diese Figur in all ihren Facetten im Lichte der aktuellen Geschehnisse darzustellen. Das ist ihm nicht ganz gelungen. Die Figur des Tamaron hat in der Darstellung Montillons wieder das geringere Niveau erreicht, wie es vor den Gastbeiträgen bereits zu lesen war. Mehr noch, der Autor übertreibt in einigen Kapiteln. Natürlich war klar, dass mit dieser Figur ein Diktator die galaktische Bühne betreten hat, einer, der gezeigt hat, dass er über Leichen geht, der bei der Erreichung seiner Ziele keine Gnade kennt. Von daher war klar, dass Montillon diese Figur hart und unbarmherzig schildern musste. Aber was macht der Autor? Er benutzt insbesondere in der ersten Hälfte seiner Geschichte beinahe jede Szene mit dieser Figur und beinahe jeden Gedanken dieser Figur, um dessen kalten und erbarmungslosen Stil kundzumachen. Mal wünscht sich Vetris-Molaud den Tod von dieser, mal von jener Figur, mal will er selbst Todesurteile vollstrecken, mal ergänzt er in Gedanken Sätze, die unweigerlich mit Tod und Verderben einhergehen. Die Mühe, die sich die Gastautoren in den letzten beiden Heften gemacht haben, wird durch Montillons arg strapazierte einfache Darstellung ausgehebelt. Auch sonst brachte die Geschichte nichts Neues. Die Übernahme der Sternbaronie mit zwei, drei Dutzend Sternsystemen im Einflussbereich des Kristallimperiums wird mit den üblichen Mitteln durchgezogen, soll heißen, einem stets gleichen Plan haben dümmlich agierende Verteidiger nichts entgegenzusetzen.

Schade, die Trilogie hätte ein besseres Ende verdient gehabt oder wird es gar eine Tetralogie?