Articles for the Month of Juli 2014

Ansichten zu Perry Rhodan Stardust Heft 4

Die Ruinenstadt – von Robert Corvus – Handlung:

Um Sepura 2 kreisen inzwischen mehrere Amöbenschiffe. Ein Schiff der Stardust-Menschheit wagt einen Alleingang und wird schwer beschädigt. Um mehr über den unbekannten Gegner zu erfahren, wird das Kommando Virenkiller ins Leben gerufen. Von den Amöbenschiffen lösen sich Fähren, die als Virenfähren bezeichnet werden und offensichtlich Rohstoffe von der Planetenoberfläche holen. Unter dem Kommando von Eritrea Kush wird mit teils bemannten, teils unbemannten Kleinraumschiffen ein Ablenkungsmanöver gestartet. Die Aufmerksamkeit der Amöbenschiffe richtet sich auf die Angriffe. Im Schutz von Raumlinsen, die auf Hypergeräte verzichten, landet die Admiralin, zusammen mit der epsalischen Biologin Gwen Soprina und der Mathematikerin Güramy Triktuk, einer Jülziish, auf Sepura. Sie entern eine Virenfähre und gelangen an Bord eines Amöbenschiffs. Die Schiffe scheinen instinktgesteuert zu sein. Während die Biologin Untersuchungen anstellt, legen die anderen Sprengladungen.

Perry Rhodan und der Jaranoc Kerat Tinga folgen Anthur zu der Ruinenstadt. Noch während sich die beiden Verfolger zwischen den Ruinen orientieren, werden sie von primitiven Intelligenzwesen eingekreist. Die Fremden haben eine gewisse Ähnlichkeit mit den Jaranoc, sind allerdings etwas kleiner. Es kommt zu einem Kampf, bei dem Rhodan und sein Begleiter aufgrund ihrer Schutzanzüge eigentlich im Vorteil sind. Dank eines Strahlschusses des überraschend auftauchenden Anthur und einer Verkettung unglücklicher Umstände werden Rhodan und Tinga überwältigt und gefangengenommen. Ihre SERUNS werden ihnen abgenommen und zerstört. Nur der Translator bleibt Rhodan. Die Fremden bezeichnen sich als Jaroc und sie warten seit Äonen auf den Bewahrer. Anthur hat sich als Verkünder des Bewahrers eine Vormachtstellung bei den Jaroc gesichert. Und er hat den Jaroc aufgetragen, die beiden Gefangenen zu töten. Rhodan kann bei dem Schamanen Virvird zumindest Misstrauen gegenüber Anthur sähen. Dennoch sollen beide im Heiligtum der Jaroc hingerichtet werden.

 

Rezension:

Gleich zu Beginn seiner Geschichte überrascht Robert Corvus mit zwei Szenen, die in dieser Art recht selten im PR-Kosmos anzutreffen sind. Ein Kommandant begeht eine Eigenmächtigkeit und der Autor geht zumindest im Ansatz auf die Wirkungen ein, die den Stardust-Terraner erwarten. Nur wenige Zeilen später löst Eritrea Kush ein ganz offensichtlich überfordertes Team-Mitglied ab und übernimmt den Platz des Mannes. Auch hier wird, zumindest flüchtig, auf die mögliche Auswirkung eingegangen, die das Verhalten des Team-Mitglieds nach sich ziehen könnte. Beide Szenen überraschen deshalb, weil es meist nur bei der Feststellung einer kausalen Verantwortung bleibt, über eine moralische Schuld wird nur selten geschrieben, eine Betrachtung der rechtlichen Situation bestimmter Verhalten findet so gut wie nie statt und auch die arbeitsrechtlichen Konsequenzen werden selten erwähnt. Oder anders ausgedrückt, Mensch und Material wird teils hemmungslos eingesetzt, da niemand befürchten muss, für Fehlentscheidungen den Kopf hinhalten zu müssen.

Der Autor liefert für Stardust einen Doppelband ab. Nächste Woche erscheint das Heft „Kommando Virenkiller“, tatsächlich scheint es aber so, als ob der Autor die Kapitel zur Ruinenstadt und dem Kommando Virenkiller gleichmäßig über die beiden Hefte verteilt hat, zumindest lässt sich das aus der Lektüre von Heft 4 vermuten. Der Einstieg geriet etwas holprig und auch etwas unausgegoren. Zwei Dinge stachen ins Auge. Der geschilderte Gegner reagiert ausgesprochen aggressiv auf 5D-Emissionen. Also vermeiden die Terraner solche. Um auf den Sepura 2 zu landen, nähern sich einfache Raumlinsen den Planeten mit so hoher Geschwindigkeit, dass sie Gefahr laufen, in der Atmosphäre zertrümmert zu werden. Also werden die Kleinraumschiffe zuerst abgesetzt und von Begleitschiffen mit Traktorstrahlen mehrmals abgebremst. Ein Traktorstrahl baut aber ein hyperenergetisches Feld auf, von daher war die ganze Mühe, die sich der Autor mit dieser Idee macht, umsonst. Im Übrigen stellt sich die Frage, warum die Kleinraumschiffe nicht im Verbund angekoppelt geblieben sind, um so von ihrem Trägerschiff abgebremst zu werden. Stattdessen müssen die Trägerschiffe hinterherfliegen und die Linsen abbremsen. Das war alles etwas wirr und macht irgendwie keinen Sinn.

Das zweite ins Auge fallende Detail ist der Schreibstil des Autors. Die Dialoge sind recht einfach gestrickt und brisante Themen spart der Autor aus. Wenn es doch einige bedeutungsvollere Ansätze gibt, werden diese mit lehrhaften Statements etwas abrupt beendet. Wie schon die beiden anderen Autoren zuvor will auch Robert Corvus mit Detailbeschreibungen glänzen. Dabei übertreibt er es manches Mal. Die Details passen in ruhigen Szenen aber in schnelleren Actionlastigen Abschnitten wirken diese Informationen störend. Da wäre etwas weniger mehr gewesen. Allerdings gibt es nur selten schnelle Handlungsfolgen. Meist plätschert das Geschehen so dahin, nur unterbrochen vom Wechsel des Handlungsstrangs zwischen Rhodan und Kush. Jedes Mal von der Hoffnung begleitet, in der anderen Ebene würde endlich was passieren. Aber es ging nicht wirklich voran.

Etwa zur Hälfte des Romans drängte sich eine Frage in den Vordergrund, die Frage nämlich, welche Ziele die beiden Parteien verfolgen. Perry Rhodan irrt mit seinem Begleiter auf irgendeiner Wüstenwelt umher auf der Suche nach Anthur oder nach Whistler oder nach was auch immer. Schließlich lässt er sich gefangen nehmen, führt ein längeres Gespräch mit einem Schamanen und wartet auf seine Hinrichtung. Zur gleichen Zeit ist Eritrea Kush Beteiligte am Kommando Virenkiller. Hier wird zumindest in der zweiten Romanhälfte enthüllt, dass vom Team Sprengladungen im Amöbenschiff gelegt werden, um den schrecklichen Feind einen Schlag zu versetzen. Aber irgendwie wirkt das alles recht primitiv. Spannung vermag der Autor nicht zu erzeugen. Die Überlegungen, die der Autor seine Figur Rhodan anstellen lässt, sind zum Teil arg dürftig. Insbesondere in dem Teil des Romans, in der die SERUN-Positronik beschädigt ist und Rhodan sich Gedanken über eine Reparatur macht. Die Geschichte des Schamanen in der zweiten Romanhälfte war ein Spannungstöter. Irgendwie war aus dem Roman die Luft raus, die Elemente der Handlung konnten mich zu keiner Zeit überzeugen, die Geschichte sprach mich nicht an.

 

Ansichten zu Perry Rhodan Heft 2762

Die Meister-Statue – von Michael Marcus Thurner – Handlung:

Nachdem die Tefroder das Vengil-Trio eingenommen haben, kündigt Vetris-Molaud gegenüber Kommandantin Kajane Paxo sein baldiges Eintreffen am Sonnentransmitter an. Er kommt nicht mit der VOHRATA, die auf einer Mission zu den Posbis ist. Die Anwesenheit seines Schiffes anderenorts dient auch der Ablenkung. Der Toloceste Auf der Zeitwaage wird damit betraut, den Transmitter der LAHMU für den Empfang des Tamaron einzustellen. Unterdessen sind die Tefroder mit der Sicherung des eroberten Terrains beschäftigt. Einige Akonen, darunter auch Viiqas la Loan, die Gefährtin von Pocor Ragnaar und auch von Vertron Es-Solmaan, leisten Widerstand. Allerdings sind die Mittel, die dabei eingesetzt werden, so gewählt, dass kein Tefroder ernsthaft zu Schaden kommt.

Es-Solmaan zieht es wieder zu seiner Entdeckung auf der 442. Ebene. Zu seiner Überraschung zeigt sich auf dem Sockel der Statue ein neuer Schriftzug in lemurisch. Es ist eine Frage und sie lautet: „Bist du einer der Geheimen Wächter der Hoffnung und geistigen Stärke?“ Dem Akonen steht noch eine weitere Überraschung bevor. Plötzlich erscheint Lan Meota. Dem Teleporter ist es gelungen, den grünen Augen, die ihn während seiner Passagen beobachten, bis zum Standort der Statue zu folgen. Auch der Tefroder ist vom Anblick der metallenen Figur tief beeindruckt.

Inzwischen ist Vetris-Molaud auf der LAHMU eingetroffen und Lan Meota holt seinen Herrn ab. Beide inspizieren den Fortgang der Arbeiten auf Suaraan. Mittlerweile wurde sogar ein Quartier für den Maghan errichtet und die beiden Tefroder ziehen sich dorthin zurück. Vetris-Molaud hat diese Zeit, denn die Konferenz zur Neuordnung der Milchstraße wird vom Galaktikum boykottiert. Gegenüber Meota gibt sich der Maghan redselig. Er hat Schwächen im Atopischen Tribunal erkannt und bedient sich indes der Stärken seiner Verbündeten. Er baut darauf, dass die Atopen eines Tages abziehen und bis dahin wird er, Vetris-Molaud, seinen Einfluss in der Galaxis und in Andromeda ausbauen. Der Maghan ist wie elektrisiert, als er von der Statue erfährt. Und von den Namen Zeno Kortin, der auf dem Sockel prangt. Denn Zeno Kortin war ein Meister der Insel.

Vetris-Molaud lässt sich von Lan Meota zur Statue teleportieren. Als der Tamaron die Figur berührt zeigt sich eine weitere Frage auf dem Sockel: „Wer bist Du?“ Vetris-Molaud stellt sich vor und fügt hinzu, dass er gekommen sei um das Erbe Kortins anzutreten. Er sei nicht der Erste der das behauptet, ist auf dem Sockel zu lesen. Doch Vetris-Molaud lässt sich nicht beirren. Er werde derjenige sein, der das Erbe tatsächlich antreten werde.

Inzwischen haben die Agenten Ghenis Tay und Bunccer-Buhaam die Anschläge der Akonen analysiert. Eine der Aktionen ist mit so hochwertiger Technologie geführt worden, dass unmöglich die Akonen dahinterstehen können. Es muss eine dritte Partei auf Suaraan tätig sein. Der Toloceste Auf der Zeitwaage wird mit hinzugezogen. Das wunderliche Wesen führt Lan Meota auf die Spur des Fremden, der sich als eine Wolke aus schwarzem Material zeigt und immer wieder entkommt. Endlich kann der Teleporter die Nanowolke stellen, die sich als Mann mit Turban zeigt und die Absicht hegt, den Sonnentransmitter zu aktivieren. Beim Versuch, den Nanoschwarm zu zerstören, wird Bunccer-Buhaam schwer verletzt. Der Nanoschwarm kann entkommen.

Der Tamaron sucht die zentrale Schaltstation auf, um sich ein Bild von den Vorgängen zu machen. Viiqas la Loan versucht mit anderen Akonen, den Tamaron mit zivilen Ungehorsam von seinen Plänen abzubringen. Vetris-Molaud hält eine Rede und verspricht den Akonen, das er die Nachkommen der Lemurer einigen wolle und alle gemeinsam dem Chaotender VULTAPHER folgen werden, um ihm Drorah zu entreißen. Die Akonen zeigen sich beeindruckt. Plötzlich wird der Sonnentransmitter aktiviert und als Ziel die Zwerggalaxis Draco gewählt. Die zentrale Positronik VENGIL hat die Kontrolle verloren. Kajane Paxo bekommt den Befehl vom Tamaron, den Unbekannten unter allen Umständen aufzuhalten, der den Transmitter benutzen will. Als sie mit der LAHMU und weiteren Schiffen den Sonnentransmitter abriegelt, entdeckt sie ein kleines Schiff. Von dort meldet sich Shanda Sarmotte. Sie bittet Kajane Paxo darum, den Transmitter benutzen zu dürfen. Im Gegenzug würde sie wichtige Informationen zu Richter Matan Addaru Dannoer liefern, die den Tamaron interessieren dürften. Paxo entscheidet eigenmächtig, die THOERIS mit der Terranerin durch den Sonnentransmitter fliegen zu lassen und bekommt die versprochenen Informationen. Für Vetris-Molaud sieht es so aus, als konnte die THOERIS trotz Blockade entkommen. Er tobt.

 

Rezension:

Michael Marcus Thurner liefert einen braven Roman ab. Die Meister-Statue, deren (schrittweisen) Enthüllung ich noch vergangene Woche entgegenfieberte, bleibt weitgehend im Hintergrund. Als Kenner der Serie wusste ich bereits letzte Woche, dass Zeno Kortin ein Meister der Insel war. Schön, dass sich der Tamaron ähnlich bewandert zeigt. Weniger schön ist, dass das leider auch schon alles war, was der Autor und das Exposé-Team zu diesem Thema „enthüllt“ haben.

Die Anknüpfung an die Geschehnisse des letzten Heftes war nicht ganz gelungen. Natürlich ist es immer eine Herausforderung in einer Serie, möglichst ohne Brüche Fortsetzung an Fortsetzung zu reihen. Es-Solmaan, die unterirdischen Anlagen, die Kekkouriden, die Statue, alles schien ein bisschen anders zu sein. Nicht schlecht aber eben anders. Der „Auftritt“ Shanda Sarmottes am Romanende diente nur einem Zweck: Den Lesern Honig um den Mund zu schmieren und damit eine schwache Handlung zu kaschieren.

Mehr Mühe gibt sich der Autor, um endlich den Widerstand der auf Suaraan stationierten 125.000 Galaktiker gegen die Usurpatoren anzukurbeln. Da werden Farbbeutel geworfen und Jodel-Attacken angedroht. Es stellt sich nur die Frage, ob die Akonen überhaupt ein Jodeldiplom vorweisen können. Holleri du dödl di, diri dudl dö.

Obwohl ich sonst dem Humor der österreichischen Team-Autoren viel abgewinnen kann, fand ich manches Element, das MMT dem sogenannten „Widerstand“ mitgegeben hat, kindisch. Und auch die Reaktionen der ach so stolzen (und intelligenten?) Akonen auf die Rede Vetris-Molauds ist lachhaft. Am Ende des Heftes heißt es, dass die machtpolitischen Bestrebungen Vetris-Molauds bisher alle vom Erfolg gekrönt waren. Wenn man natürlich den Widerstand der Galaktiker, im Roman stellvertretend die Akonen, Topsider und Jülziish, derart ins Lächerliche zieht, dann sind die Erfolge kein Wunder.

Wenn es ein „einmaliger“ Beitrag seitens MMT gewesen ist, den (nicht) vorhandenen Widerstand des Galaktikums gegen die Tefroder/Tribunal zu parodieren, kann ich mit dem Roman leben. Ich hoffe, es war eine Parodie, oder?

 

Ansichten zu Perry Rhodan Heft 2761

Die Erben Lemurias – von Hubert Haensel – Handlung:

Der Akone Vertron Es-Solmaan ist der leitende Transmitteringenieur für das Vengil-Trio, einem lemurischen Sonnentransmitter in der Northeastside der Milchstraße. Insgesamt 125.000 Akonen und andere Galaktiker leben auf dem Justierungsplaneten Suaraan. Der Sonnentransmitter ist durch eine Dunkelwolke geschützt. Starke Hyperstürme lassen es kaum zu, dass sich Raumschiffe dem Sonnentransmitter nähern können. Entsprechend gering ist die Verteidigung der Anlage ausgelegt. Nur einige robotgesteuerte EPPRIK-Raumer und zehn Posbi-Raumer patrouillieren im Bereich der drei Sonnen. Es-Solmaans Arbeitsplatz liegt auf Äquatorhöhe Suaraans. Dort befindet sich das Pyramidendreieck. Der Schaltsaal liegt 1500 Meter unterhalb der Planetenoberfläche. Bislang waren 435 Ebenen tief im Planeten bekannt. Erst kürzlich haben Forschungen des Personals die Existenz einer 442. Ebene erbracht.

Vertron Es-Solmaan sieht sich auf eigene Faust im neu entdeckten Bereich um. Er kann eine Sperre überwinden und wird von Kekkouriden attackiert, kleine unersättliche Fressmaschinen, die mit ihrer Säure alles zersetzen können. Dank seines Schutzschirms bleibt der Akone unversehrt. Dann entdeckt er eine Statue. Ein unsichtbarer Bannkreis scheint die Kekkouriden auf Distanz zu halten. Das lebensgroße Standbild zeigt einen Humanoiden mit einer Kopfbedeckung, von deren Krempe ein Netz das Gesicht verhüllt. Die grünen Augen leuchten an der metallenen Figur. Eine Gravur am Fuße trägt den Schriftzug Zeno Kortin und die Zahl Vier. Es-Solmaan wird von seinem Chef Pocor Ragnaar zurückgerufen. Der regierende Rat der Justierungswelt berichtet über ungewöhnliche Ortungen der EPPRIK-Raumer. Pocor Ragnaar hat Angst davor, dass sich Tefroder dem Sonnentransmitter nähern. Zumal sie in den Onryonen starke Verbündete haben.

Durch die Dunkelwolke kämpft sich derweil ein tefrodischer Verband von 200 Schiffen, angeführt von der LAHMU unter Kommandantin Kajane Paxo. Durch die Hyperstürme hat Paxo schon drei Schiffe verloren. Dass die Verluste nicht größer sind, ist dem Tolocesten Auf der Zeitwaage zu verdanken, der stets einen Weg durch die Hyperstürme findet. Mit an Bord ist auch der onryonische Berater Guldhyn Yoccorod, den der tefrodische Ethnolinguist Ce-Qesh verdächtigt, eigene Ziele zu verfolgen. Und auch Lan Meota und die Agenten Ghenis Tay und Bunccer-Buhaam sind an Bord. Der Schmerzteleporter und die Mitglieder der Gläsernen Insel wechseln kurz vor Erreichen des Vengil-Trios in ein gekapertes Beiboot der Jülziish.

Vertron Es-Solmaan wendet sich wieder den Forschungen an der von ihm entdeckten Statue zu. Er entdeckt, dass die Augen Hyperenergien aufnehmen und er kann sich dem Eindruck nicht verwehren, dass dem Standbild etwas Lebendiges anhaftet. Als er die Statue berührt, hat er die Vision einer fremden Landschaft, in der sich Schatten auf ihn zubewegen. Plötzlich ertönt der Alarm.

Mehrere tote Jülziish an Bord des Beiboots sollen die Akonen bluffen. Wie erwartet, wird das Schiff aufgebracht aber da hat Lan Meota die beiden Agenten längst in die unterirdischen Anlagen von Suaraan teleportiert. Die Teleportation von Bunccer-Buhaam verläuft beinahe problemlos. Nur hatte Meota in der Passage das Gefühl, er werde beobachtet. Als er die Agentin Ghenis Tay transportiert, glaubt er zwei grüne Augen zu sehen, die forschend über das Land blicken. Und der Transport dauert 9 Sekunden länger als die üblichen 2 Minuten 9 Sekunden.

Pocor Ragnaar hat unterdessen die Schaltzentrale in einen Paratronschutzschirm gehüllt. Die im aufgebrachten Jülziish-Schiff gefundenen Leichen waren schon länger tot. Es-Solmaan ist zuvor in die Zentrale zurückgekehrt. Die beiden Akonen schalten Strukturlücken, um sich mit anderen Akonen beraten zu können. Diese Lücken nutzt Meota für eine Teleportation. Er paralysiert die Besatzung und gleichzeitig dringt Paxos Flotte in das System ein. Die Tefroder haben das Vengil-Trio im Handstreich genommen. Vertron Es-Solmaan will mit den Tefrodern kooperieren.

 

Rezension:

Der Einstieg in die Geschichte war verheißungsvoll. Der Autor versetzt seine Leser mitten ins Geschehen. Die notwendigen Informationen, mit wem man es zu tun hat, wo das Geschehen stattfindet und um was es in der Geschichte geht, lässt Hubert Haensel unaufdringlich und sparsam in die ersten Kapitel einfließen. Der Leser war also zunächst gefordert, die Informationshäppchen selbst zu einem Bild zusammenzufügen. Die Erzählung war flüssig zu lesen und insbesondere die Kapitel, die der Autor den Forschungen Es-Solmaans widmet, können überzeugen. Mit den Erlebnissen des Teleporters Lan Meota bei seinem Durchgang durch die Passagen werden diese Kapitel dann auch noch verknüpft.

Tja, und das war es dann auch. Mehr hatte der Roman nicht zu bieten. Abgesehen von einer wenig inspirierenden Dreiecksbeziehung zwischen Es-Solmaan, Ragnaar und deren tagesweisen Gefährtin und einem weiteren tefrodischen Eroberungsfeldzug. Die Geschichte kann über die Entdeckung der Statue hinaus weder durch den Erzählstil noch durch besondere andere Inhalte überraschen. Der Unterhaltungswert ist dadurch eher durchschnittlich. Hubert Haensel macht keine Experimente. Er setzt auf die üblichen Zutaten. Und so interessant die uralten lemurischen Hinterlassenschaften zunächst waren, wird schnell klar, dass die Leser auf die dann beginnende schrittweise Enthüllung der Geheimnisse dieser Entdeckung bis mindestens nächste Woche vertröstet werden.

Ansonsten geht die Schwarz-Weiß-Zeichnung des Konflikts Tribunal vs. Galaktikum in eine weitere spärliche Runde. Wie üblich werden den Eroberern keine Schwierigkeiten bereitet. Das Dossier über Lan Meota hat Hubert Haensel nicht gelesen oder schlichtweg ignoriert. Für Hubert Haensel ist die Verwendung der Figur des Teleporters neu. Seit Heft 2708 wurde Meota von verschiedenen Autoren eingesetzt und immer auf die gleiche Weise. Messgeräte können die Teleportation nicht anmessen und Meota kann auch höherdimensionale Schirme durchdringen. Jede „Passage“ dauert exakt zwei Minuten und neun Sekunden und setzt dem Tefroder physisch stark zu. Nach jeder Passage, die durch eine unbekannte surreale Landschaft führt, muss er sich erholen und die Pausen zwischen den Passagen vergrößern sich bei mehreren Teleportationen hintereinander.

Hubert Haensel weicht davon ab. Die Verlängerung der Passage ist dabei nicht das Problem, hier scheint die Statue einen Einfluss auszuüben. Jedoch mit dem Schutzschirm, für den Meota nunmehr Strukturlücken benötigt und den Erholungspausen bricht der Autor mit der bisherigen Darstellung. Natürlich kann man davon ausgehen, dass sich der Autor von seinem Ziel, der Übernahme des Sonnentransmitters durch die Tefroder, auch bei korrekter Darstellung der Fähigkeiten des Schmerzteleporters, nicht hätte abbringen lassen. Aber gerade darin liegt doch der Reiz um die sorgsam ausgedachte Fähigkeit dieser Figur. Dass man sich nämlich als Autor eine spannende Story ausdenkt, die den Teleporter mit genau diesen Fähigkeiten und keinen anderen und die Verteidiger in eine letztlich interessante Auseinandersetzung zwingt. Der Leser kennt nunmehr die Fähigkeiten Meotas und freut sich darauf, was sich der Autor ausgedacht hat, wenn Meota mit dem Handicap der Bewusstlosigkeit in der Schaltzentrale erscheint. Doch Hubert Haensel dreht den Lesern eine Nase.

Noch ein paar Worte zum Zyklusverlauf. Diesem und den vorangegangen Romanen liegt eigentlich eine interessante Idee zugrunde. Mit dem Beute-Terraner-Schema sind die Leser der Serie seit 53 Jahren bestens vertraut. Waren es bislang die Terraner, die hemmungslos jegliche Form von Technologie assimilierten, sorry, einheimsten, tut nun Vetris-Molaud das Gleiche. Im Zyklus „die Dritte Macht“ lehrte Rhodan Arkoniden, Springern und anderen Völkern das Fürchten. Er stahl ganze Raumschiffe und annektierte hemmungslos fremde Technologien. Widerstand war zwecklos. Als Leser fand man das damals toll. Nun wiederholt sich das Ganze, nur andersherum. Das Expo Team spielt hier mit den Nerven der Leser. Etwas widerwillig muss ich sagen, dass mir diese Idee gefällt. Nur bin ich als Leser heute aber auch deutlich kritischer als noch zur Zeiten einer Dritten Macht. Der Spannung in diesem Zyklus ist dieses Umdrehen der Vorzeichen jedenfalls abträglich. Interessant und reizvoll werden Konflikte doch erst, wenn sich die Kontrahenten auf Augenhöhe begegnen und es hin und her geht. Momentan geht’s leider nur hin.