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Ansichten zu Perry Rhodan Heft 2754

Die zerstörte Welt – von Michelle Stern u. Christian Montillon – Handlung:

Auf Cestervelder ist der Gleiter, mit dem Perry Rhodan, Avestry-Pasik und Selthantar auf dem Weg zur Fluchtburg waren, am Rande eines großen Kraters abgestürzt. Als der Terraner wieder zu sich kommt droht das Gefährt in den Abgrund zu stürzen. Rhodan schafft es zunächst den Lajuuren und anschließend auch den Laren aus dem Wrack zu bergen. Trotz der erneuten Rettung ist Avestry-Pasik von Rhodans Einsatz wenig angetan. Er verdächtigt den Terraner sogar, etwas mit dem Absturz zu tun zu haben. Da die Fluchtburg über 800 km entfernt ist, was zu Fuß kaum zu schaffen ist, versuchen die drei Flüchtlinge an den Gleiter zu gelangen, der mittlerweile im Krater verschwunden ist. Nach dem Abstieg müssen sie jedoch feststellen, dass der Gleiter nur noch ein Wrack ist. Selthantar behauptet einen Weg aus dem Schlamassel zu wissen und führt seine Begleiter in ein Höhlensystem.

Die Onryonen sind inzwischen unter der Führung von Guol Chennyr auf Cestervelder gelandet. Der Mord an Karynar lastet schwer auf dem Kommandanten und beeinträchtigt immer wieder sein Urteilsvermögen und seine Wahrnehmung. Die Geniferin Taccea Sperafeco, die Zeugin des Mordes war und Chennyr dabei half, die Leiche zu beseitigen, nutzt die Gelegenheit und überredet Chennyr, sie in den Einsatz mitzunehmen. Sie will unbedingt Karriere machen und die Aussicht einen Fraktor zu stellen, kommt ihr sehr gelegen. Sehr zum Unmut des Kommandanten, der sich von der Onryonin erpresst fühlt. Als die Onryonen in die Transmitterstation eindringen, aktiviert sich die Selbstzerstörung. Mit Mühe können Chennyr und Sperafeco entkommen. Mittlerweile ist die Fluchtburg geortet und auch von den drei Flüchtlingen kennt man nun den Aufenthaltsort.

Der Lajuure Selthantar hat Rhodan und Avestry-Pasik in eine riesige Höhle geführt, in der unzählige Mumien geflügelter Wesen liegen. In der Nekropole offenbart Selthantar seinen Begleitern die Inhalte seiner Visionen. Der Lajuure behauptet ein anderer zu sein, ein Elshesti namens Faevhudio. Vor 2000 Jahren ist das Volk der Elshesti auf Isnio, wie Cestervelder früher hieß, durch eine Krankheit stark dezimiert. Nur die auf dem Mond des Planeten ausgewanderten Elshesti sind nicht betroffen. Die Elshesti auf Isnio haben es immerhin geschafft, den körperlichen Tod zu überlisten und ihren Geist in ein Lebensstäbchen zu überführen, das in einen beliebigen Körper transferiert werden kann.

In dieser Zeit sind Mastibekks in Kontakt zu den Elshesti getreten, doch deren besondere Gehirnstruktur, dem Resultat der Verschmelzung von Technik und Biologie, fügt den Mastibekks schweren Schaden zu, so dass mehrere Pyramiden der körperlosen Wesen vernichtet werden. Als sich die Mastibekks dem Mond Isnios zuwenden, wollen die Elshesti ihnen folgen, um die eigene Population auf dem Mond zu schützen. Obwohl der Rat der Elshesti schließlich darauf verzichtet, den anderen Elshesti auf dem Mond zur Hilfe zu kommen, greifen die Laren, die das Geschehen beobachtet haben, Isnio an, um zu verhindern, dass den Mastibekks durch die Elshesti weiterer Schaden zugefügt wird, was zu einer Gefährdung der Energieversorgung larischer SVE-Raumer führen könnte.

In der Zeit der Inhaftierung Avestry-Pasiks besucht Faevhudio, nun in Gestalt des Lajuuren Selthantar und ohne Erinnerung an sein früheres Leben mit seiner Gefährtin Farintur den Planeten Cestervelder. Dort bekommt er Kontakt zu den Mumien und das Bewusstsein Faevhudios, das in einem Lebensstäbchen in seinem lajuurischen Körper steckt, gewinnt wieder die Oberhand. Es reift der Plan, die Laren für das Massaker vor 2000 Jahren zu bestrafen. Farintur soll allerdings nicht in die Sache hineingezogen werden. Er verhilft ihr zur Flucht, dabei stürzt sie jedoch in einen Abgrund.

In der Gegenwart versucht Perry Rhodan über Gespräche Faevhudio von seinem Plan abzubringen sie an die Onryonen zu verraten. Avestry-Pasik versucht es mit Gewalt, wird aber von den erwachten Mumien, in denen die Lebensstäbchen noch immer aktiv sind, überwältigt. Schließlich kann Perry Rhodan einen Teil der Elshesti überzeugen, dass auch die Onryonen nicht friedlich sind. Faevhudio bringt Rhodan und den Laren zu einem Fluchttransmitter, während die Onryonen ihnen dicht auf den Fersen sind. Kurz vor dem Ziel wird Faevhudio von anderen Elshesti abgedrängt. Am Transmitter kommt es zu einem Gefecht zwischen den beiden Flüchtlingen und den anrückenden Onryonen. Nur Avestry-Pasik gelingt mit dem Vektorion die Flucht. Rhodan wird gefangen genommen und an Bord der SPINYNCA gebracht.

Faevhudio, nun wieder Selthantar, wird von den anderen Elshesti zu Farintur gebracht, die noch am Leben ist, weil Elshesti sie beim Sturz in den Abgrund aufgefangen haben. Selthantar hat eine zweite Chance erhalten und will sie gemeinsam mit Farintur nutzen.

 

Rezension:

Die Geschichte zweier Autoren hatte ein Happyend, zumindest für die beiden Nebenfiguren Selthantar und Farintur. Dem Helden erging es nicht ganz so gut. Nach langer Flucht durch zwei Galaxien ist Perry Rhodan wieder in die Hände der Onryonen gefallen.

Die Episode auf Cestervelder war vielschichtig. Da war zunächst die Figur Faevhudio vor 2000 Jahren, dessen Gefährtin unter der Krankheit litt, die das Volk der Elshesti ausrottete. In diese Zeitepoche integrierten die beiden Autoren ein Kapitel aus den Konzilsvölkern, das Jahrtausende später die Grundlage für die Untreue Faevhudios/Selthantars und den Verrat an die Onryonen bilden sollte. In der Zeit von Avestry-Pasiks Gefangenschaft besucht Selthantar zusammen mit seiner Gefährtin Farintur den Planeten Cestervelder. Auch in diesem Abschnitt der Geschichte wird der Figur Selthantar eine schwere Last aufgebürdet, denn seine Partnerin hat das gemeinsame Kind verloren. Auf dem Planeten wird Selthantar mit den Geschehnissen der Vergangenheit konfrontiert und seine Freundin kommt vermeintlich ums Leben. In der Gegenwart pendelt die Figur zwischen Faevhudio und Selthantar hin und her. Der Elshesti will den Anführer der Proto-Hetosten an die Onryonen ausliefern, Selthantar will dagegen den Proto-Hetosten die Treue erweisen. Die anderen Elshesti spalten sich schließlich ebenfalls. Ein Teil ist für, der andere Teil gegen die Onryonen.

War das noch nicht verschlungen genug, haben die beiden Autoren noch einen Besuch Cestervelders durch einen Tesquiren eingebaut und den Kommandanten der Onryonen ein schlechtes Gewissen nach seinem Mord an einer verräterischen Onryonin eingepflanzt. Dazu muss sich der Onryone eine Erpressung durch die Geniferin seines Schiffes gefallen lassen.

Sorry liebe Autoren, das war etwas zu verschlungen und zu überladen und trotz dieser Komplexität blieb die Geschichte seltsam inhaltsleer. Lesefreude kam nur an wenigen Stellen auf. Das Ergebnis des Romans kann sich hingegen sehen lassen. Der befürchtete Alleingang des Helden gegen eine ganze Galaxis erfährt zumindest vorrübergehend eine Unterbrechung, auch wenn in der Figur der vom Kommandanten verschmähten Geniferin Taccea Sperafeco wieder ein Potential gelegt wurde, aus dem unser Held wieder einen Vorteil ziehen kann. Dankenswerterweise haben die Autoren das Gespann Perry Rhodan und Avestry-Pasik getrennt. Der Rebellenführer war bis dahin die blasseste Figur des Zyklus.