Articles for the Month of März 2014

Ansichten zu Perry Rhodan Heft 2742

Psionisches Duell – von Leo Lukas – Handlung:

An Bord der 232-COLPCOR bemerkt Angakkuq, der Wächter und Wirt des Schiffes, dass Richter Matan Addaru Dannoer schlecht aussieht und schwach geworden ist. Der Richter erkundigt sich einmal mehr nach Luna. Doch von Terras Mond fehlt seit einem Jahr und neun Monaten jede Spur. Dannoers Siechtum wird immer häufiger zum Inhalt der Gespräche der beiden Wesen. Der Richter erwägt ins Helitas-System zu fliegen. Die tefrodischen Mutanten könnten ihn mit ihrem Psi-Potential stärken. Richter Chuv hat Einwände gegen dieses Vorgehen, da man einen strategischen Vorteil verspielen würde. Doch Dannoer setzt sich selbst eine Frist von zehn Tagen. Dann will er zur Mutantenschule von Apashem aufbrechen. Der Zufall kommt Dannoer zur Hilfe. Während er mit Angakkuq über Julian Tifflor diskutiert erreicht ein Funkspruch das Schiff. Ein onryonischer Raumvater hat im Zuge der Linearraumkontierung ein starkes Parapotential im Yoster-System in der galaktischen Southside entdeckt. Die 232-COLPCOR nimmt Kurs auf den Planeten Yo.

Auf Yo, dessen Bewohner von Lemuroiden abstammen, ahnt man noch nichts von der Bedrohung. Die Nachfahren der ursprünglichen Siedler haben den Kontakt zur Heimat verloren und sind degeneriert. Eine auf Tausch basierende Gesellschaft hat sich entwickelt. Der Handwerker Kaen Emund aus der Stadt Ays hat viel zu tun. Sein handwerkliches Geschick beschert ihm viele Aufträge. Insgeheim nutzt er jedoch seine Arbeit dazu, Rachepläne zu schmieden. Einige Jahrzehnte zuvor ist ein Raumschiff auf Yenzer, einer Insel vor Ays, abgestürzt. Es gab nur zwei Überlebende. Einer von Ihnen ist der Terraner Jabari Gneppo. Er verfügt über unheimliche magische Fähigkeiten. Emund macht ihn für die Verführung seiner Mutter, die ihn als Kind im Stich ließ, und für den Tod seines Vaters verantwortlich. Er will an dem Usurpator Rache nehmen, der sich den ganzen Planeten untertan gemacht hat. Allerdings sind Kaen Emunds Rachegelüste eher einfach gestrickt. Er will irgendwie in die Nähe des Tyrannen gelangen. Eine Gelegenheit dazu ergibt sich, als ihn sein Halbbruder Stolts, der Lieblingssohn von Jabari Gneppo, mit zur Insel nimmt, damit er in die Dienste seines Vaters eintritt.

Gneppo hat sich dort ein kleines Reich geschaffen. Mit den Frauen, die er mit seinen magischen Fähigkeiten nach Yenzer entführte, hat er zahlreiche Nachkommen gezeugt. Auch seine Kinder verfügen über geheimnisvolle Fähigkeiten. Kaen Emund trifft auf seine Mutter und erfährt vom sogenannten Hüter mehr über die Geschichte von Jabari Gneppo. Der Terraner ist der Nachfahre eines Baalol-700-Klons der Monos-Ära. Im Jahre 1481 NGZ ist er als Fünfjähriger Schuld am Absturz des Schiffes. Nur im wachen Zustand kann Jabari Gneppo seine Fähigkeiten vollständig kontrollieren. Er kann Abspaltungen seiner Persönlichkeit an beliebige Orte schicken und verfügt über hypnosuggestive Fähigkeiten. Im Schlaf können Jabaris abgespaltene Teile jedoch Unheil anrichten. Aus diesem Grund ist auch sein Schiff, die NUR DER LÜGNER IST IN EILE auf Yo abgestürzt. Seine Kinder wachen jetzt über ihn, wenn er schläft.

Inzwischen ist das Schiff des Richters im Anflug auf Yo. Eine Sternwarte entdeckt die 232-COLPCOR. Das Richterschiff kann keine Gefahren entdecken. Das Psi-Potential geht von etwa 40 Wesen aus, die sich auf einer kleinen Insel aufhalten. Matan Addaru Dannoer will in der Nähe landen. Beim Anflug kommt es zu einer ungewöhnlichen Reaktion des Glivtors. Der Stab des Richters nimmt Paraenergie in sich auf und stärkt dadurch Dannoer. Jabari Gneppo ist besorgt. Er hatte sein Fernhinlauschendes Selbst in das anfliegende Schiff gesandt, wo es aufgesaugt wurde. Er bereitet sich mit seinen Kindern auf einen Kampf vor. Kaen Emund repariert mit Anweisungen noch funktionierender positronischer Systeme eine Impulskanone der NUR DER LÜGNER IST IN EILE und das Hyperfunkgerät.

Die erste Attacke auf den Richter, der die mittlerweile gelandete 232-COLPCOR verlassen hat, wird zum Fiasko für Gneppo und seine Sippe. Jabari verliert das Einnehmende Selbst, als er den Richter angreift. Erst im zweiten Versuch, als die Angriffe sich nicht direkt auf Dannoer, sondern seinen Glivtor konzentrieren, zeigt der Atopische Richter Wirkung. Doch der Atope schlägt zurück und tötet einen Sohn Jabaris.

Es kommt zur finalen Begegnung. Der Richter schlägt vor, dass sich Jabari für seine Kinder opfern soll, die er verschonen will. Jabari kontert, dass er seinerseits den Richter vereinnahmen könnte. Matan Addaru Dannoer ist verdutzt und wird von Angakkuq abgelenkt der ebenfalls das Richterschiff verlassen hat. Jabari schnappt die Worte Luna, Repulsor und Onryonen auf. Er mobilisiert alle verbliebene Paraenergie und greift nicht den Richter sondern Angakkuq an. Gleichzeitig schießt die NUR DER LÜGNER IST IN EILE auf die 232-COLPCOR und beschädigt sie schwer. Das Blütenschiff schlägt zurück. Bevor Jabari die Sinne schwinden, sieht er Dannoer schwer verletzt oder gar getötet.

An Bord der EX-41 BOSTON wird ein Funkspruch vom Planeten Yo empfangen. Stolts berichtet, dass seine Welt vom Richter Matan Addaru Dannoer überfallen wurde. Er macht Dannoer verantwortlich für den Tod seines Bruders und seines Vaters. Stolts fordert andere auf, Dannoer anzugreifen. Denn er ist jetzt verwundbar. Sein Vater hat ihn und sein Raumschiff schwer beschädigt.

 

Rezension:

Wieder eine vertane Chance, war mein erster Gedanke nach der Lektüre. An Leo Lukas hat das nicht gelegen. Dem Autor könnte man allenfalls vorwerfen der eigentlichen Auseinandersetzung in seiner Geschichte zu wenig Raum eingeräumt zu haben. Die Gesellschaft der Yos mit ihrem Tauschsystem hat der Autor hingegen eindrucksvoll und mit Liebe zum Detail beschrieben. Ebenfalls beeindruckend zeichnet der Autor die Figur Kaen Emund, aus deren Sicht ein Großteil der Geschichte abläuft. Der Autor lässt den Leser mit dieser Figur tief in die Geschichte eintauchen. Fast schade, dass ab dem Zeitpunkt als durch den Hüter die historischen Fakten bekannt werden, auch die Figur Kaen Emund an Bedeutung verliert.

Wenn ich dennoch von einer vertanen Chance spreche, dann deshalb, weil erneut das Zyklusthema fahrlässig verschleppt wird. Wie letzte Woche schon angemerkt, dürften die Vorstellungen des Autorenteams und der Leserschaft durchaus auseinandergehen, was unter einer über einen langen Zeitraum fesselnden Zyklusstory zu verstehen ist. Während der Zyklus stramm auf sein 1-jähriges zueilt, hat das Expo-Team die Leserschaft auf Diät gesetzt. Zugegeben, wir befinden uns gerade in der Fastenzeit, dennoch wären etwas mehr Hintergrund und mehr Inhalte, gerne auch aus Sicht der Usurpatoren, nicht nur wünschenswert sondern unbedingt erforderlich. So spöttisch-verspielt die Gespräche zwischen dem Richter und seinem Kompagnon auch waren, so nichtssagend waren sie auch.

Vergleicht man den Zyklus mit einem Mehr-Gänge-Menü, dann konnte die Vorspeise, die uns von Andreas Eschbach kredenzt wurde, überaus überzeugen. Und auch die folgende Suppe war geschmackvoll gewürzt. Mittlerweile befinden wir uns beim Hauptgericht und der große Fleischgang ist zäh wie Leder. Ob es noch ein Zwischengericht geben wird, wissen nur die Köche. Und die laufen momentan Gefahr, dass die Leser vor dem Dessert aussteigen.

Ansichten zu Perry Rhodan Heft 2741

Die Ordische Stele – von Christian Montillon – Handlung:

An Bord der BLOSST’ERAN beobachtet Kommandant Bloostur den Untergang von Noros. Der Mehandor verachtet die Onryonen für diese Tat, allerdings kann er nichts tun. Er wartet mit seinem Schiff darauf, dass der Plan des Lordadmirals der USO gelingt.

Monkey trifft sich unterdessen mit UFo. Auch der Swoon Gyr Boskaide, krank und dem Tode nahe, nimmt an der Unterredung teil. UFo soll dem Ultimatum der Onryonen nachgeben und bei den zu erwartenden Gesprächen mit dem onryonischen Befehlshaber Penccas Khelliod die Möglichkeit ausloten, an Bord des Flaggschiffs SHOYOO zu gelangen. Dort will Monkey einen Linearraumtorpedo stehlen. Noch ein anderes Thema haben die drei Männer zu besprechen. Sind die Onryonen erstmal auf Aurora aktiv, könnten sie auf die Daten des Galaktikums zugreifen. Dies muss unbedingt verhindert werden. UFo hat dazu drei Bio-Backups machen lassen. Die drei Parolleute tragen in ihren Gehirnen jeweils einen Teil eines Schlüsselprogramms. Ohne diese mobilen Backups können die Onryonen nicht auf die Daten Auroras zugreifen.

Der Onryone Penccas Khelliod erhält schließlich Landeerlaubnis auf Aurora. UFo bringt Khelliod dazu, ihn zu gegebener Zeit mit zwei Begleitern an Bord der SHOYOO zu empfangen. Bei der Landung koppelt die SHOYOO die Ordische Stele ab. Die mehrere Hundert Meter große dreieckige Pyramide aus rotleuchtenden Patronit schwebt in Begleitung von Tolocesten durch die Hauptstadt des Planeten und wird in deren Zentrum verankert.

Während Monkey seinen Einsatz vorbereitet, tritt für die Parolleute der Ernstfall ein. Von einem Jaj, der seit einiger Zeit in Galakto-City tätig ist bekommt Penccas Khelliod die Identitäten der drei Wesen genannt, die als Parolleute die Daten von Aurora schützen. Er setzt sofort onryonische Kommandos auf die Parolleute an. Die lebenden Bio-Backups werden von UFo gewarnt und machen sich auf den Weg in ein sicheres Versteck. Einer der Bio-Backups ist der Dron Enderquett. Als ihn der Alarm erreicht, ist es fast zu spät. Mehrere Onryonen sind in seine Unterkunft eingedrungen. Der alte Dron, der früher dem Orden der Sarkan-Kämpfer angehörte, hat seine Fähigkeiten noch nicht verlernt. Mit der traditionellen Droge der Sarkan-Kämpfer löst er seinen Geist vom Körper und tötet die auf ihn angesetzten Onryonen. Dann flieht er. Auch der Arkonide Aksandar da Hay-Boor ist ein Bio-Backup. Bei seiner Flucht kann er einen Onryonen ausschalten, ein weiterer Gegner wird von einem Haluter getötet. In einem Gebirge von Aurora treffen die beiden Flüchtlinge auf den dritten im Bunde, den Hasproner Luba Sieben und verstecken sich in einer Hütte.

Die Ordische Stele ist in Galakto-City verankert worden. Der Vorsitzende des Galaktikums soll die Stele besuchen. UFo betritt den aus Rubin bestehenden Boden vor der Stele und berührt das Patronit. Das Gesicht des Atopen Matan Addaru Dannoer zeigt sich ihm und fragt, welches Unrecht er zu beklagen hätte. UFo wendet sich wortlos ab. Die Stelen dienen dem Zweck Atopisches Recht zu sprechen und sollen die galaktische Rechtsprechung ersetzen.

UFo wird nun an Bord der SHOYOO eingeladen. Er nimmt zwei Leibwächter mit, den Maaliter Vetos Báalter und den Mehandor Tenkroden, hinter dem sich niemand anderes als Monkey versteckt. In der fülligen Gestalt seiner Maske findet zudem Gyr Boskaide Platz. Kaum beginnt die Besprechung sorgt Monkey bereits für die Ablenkung, die er benötigt, um unerkannt an Bord operieren zu können. Penccas Khelliod wird von einer Lichtexplosion und einem täuschend echt wirkendem Holorama abgelenkt. In der Zeit aktiviert der Oxtorner einen tragbaren Paros-Schattenschirm. Innerhalb des Feldes bleiben ihm und dem Swoon sechs Stunden für ihre Operation. Für den Betrieb wird Salkrit eingesetzt und die tödliche Strahlung macht einen längeren Einsatz unmöglich. Boskaide, eh dem Tode nahe, hatte sich freiwillig gemeldet und Monkeys Zellaktivator gibt dem Oxtorner eine höhere Überlebenschance.

Während UFo und Báalter angeben, von der Aktion des Mehandor selbst überrascht worden zu sein und von Bord verwiesen werden, macht sich Monkey auf der Suche nach einem Linearraumtorpedo. Penccas Khelliod lässt das ganze Schiff durchsuchen, doch der Paros-Schirm hält, was er verspricht. In einem Hangar entdecken der Oxtorner und der Swoon die begehrte Waffe und Boskaide beginnt damit, den Torpedo umzuprogrammieren. Das Unternehmen droht zu scheitern. Die Waffe soll nach der Programmierung abgefeuert werden und die beiden Diebe im Schutz des Paros das Schiff verlassen. Doch der Swoon droht vorzeitig an der tödlichen Strahlung zu sterben, bevor er die Umprogrammierung abschließen kann. Monkey muss ihn aus dem Tarnfeld entlassen. Die Onryonen stürmen den Hangar und Monkey verschafft seinem Partner durch Waffeneinsatz mehr Zeit. Als der Torpedo in die Abschussvorrichtung gleitet, schwingt sich der Oxtorner auf den Torpedo und hofft, dass die Schutzeinrichtungen der Waffe auch ihn schützen. Tatsächlich gelangt die Waffe an den verabredeten Treffpunkt mit der BLOSST’ERAN und wird geborgen. Gyr Boskaide hat seinen Einsatz nicht überlebt. Der Torpedo soll unverzüglich zu Sichu Dorksteiger gebracht werden.

 

Rezension:

Dr. Monkey oder: Wie ich lernte, die Bombe zu lieben, war mein erster Gedanke nach der Lektüre. Vielleicht wurde der Autor auch von Dark Star inspiriert. Doch unabhängig davon, ob Christian Montillon nun von Stanley Kubrick oder von John Carpenter geküsst wurde, der Ritt des Lordadmirals auf dem Torpedo war doch recht amüsant. Doch von Anfang an.

Nachdem die Darstellungen der Arbeit politischer Gremien im Perryversum nur selten als gelungen betrachtet werden können, wie auch der Roman der Vorwoche eindrucksvoll belegen kann, findet sich gleich zu Beginn von Montillons Roman ein Satz, der einen gewissen Nachhall erzeugt. Der Satz, den ich meine, steht auf Seite 7. Monkey findet Politik zu träge. Sie ist Bestandteil seiner Arbeit aber er schätzt sie nicht und betrachtet sie lediglich als notwendiges Übel.

Im weiteren Verlauf seiner Geschichte verzichtet der Autor dann auch auf langweilige Beschreibungen politischer Tätigkeiten, was zu begrüßen ist. In die erste Romanhälfte fand ich dennoch etwas schwer hinein. Der Grundstein für die Episoden mit den Parolleuten wurde bereits im Roman von Arndt Ellmer gelegt, nur waren diese Abschnitte letzte Woche so ungelenk geschrieben, dass ich sie in der Fortsetzung diese Woche zunächst nicht wiedererkannte. Während Ellmer den Hasproner zum Thema hatte, kümmert sich Montillon um zwei weitere Parolleute. Montillon schreibt „seine“ Episoden um zwei der drei Parolleute flüssiger und verständlicher. Die Flucht des Dron und auch die des Arkoniden fand ich gelungen geschildert.

Auch den Einsatz des Lordadmirals hat der Autor gut im Griff. Mit dem absehbaren Tod des Swoons hat dieser Part eine Tragik inne und ist vielleicht auch deshalb gelungen. Über den Einsatz der tragbaren Paros-Schatten-Technologie, die für genau diesen Zweck der Infiltration eines Onryonenschiffs aus dem Hut gezaubert wird, lässt sich sicherlich diskutieren. Auf der einen Seite muss man dem Autor zugutehalten, dass es schließlich irgendwann einen Zeitpunkt geben muss, in der eine solche Technologie zum Einsatz gebracht wird. Dies im Rahmen einer spannenden Handlung zu machen, ist dramaturgisch einem langweiligen Laboreinsatz vorzuziehen. Allerdings nerven die zahlreichen und vorsorglichen Hinweise auf die Beschränktheit dieser Technologie. Die Absicht, die der Autor damit verfolgt ist klar. Er betreibt Präventivmaßnahmen gegen die Leser. Nichts ist nerviger als ein Leser, der in 10, 100 oder 1000 Heften schreibt, warum habt ihr nicht den tragbaren Paros-Schirm eingesetzt zur Lösung von Bedrohung X!

Die Erbeutung eines Linearraumtorpedos hat den Zyklus wieder ein winziges Stück vorangebracht. Früher waren Romane der Exposé-Autoren nicht selten Schlüsselromane. Darin wurden richtungsweisende Handlungsfolgen geschildert oder Einblicke in Zusammenhänge gewährt. Von dieser Tradition ist man im neuen Expo-Team, bislang zumindest, abgerückt. Das muss zunächst kein Nachteil sein. Die beiden Expokraten haben auch andere Elemente der Serie geändert, warum nicht auch dieses? Dass Christian Montillons Roman sich dann allerdings lediglich auf die Erbeutung des Torpedos beschränkt, war dann doch etwas wenig. Die Installation der Ordischen Stele kann dieses Manko nicht ausgleichen. Zumindest in der Schilderung der Onryonen hätte Christian Montillon dem bislang sehr eindimensional daherkommenden Gegner etwas mehr Tiefe verleihen können.

Die etwas anspruchsvollere Darstellung eines Gegners mit zahlreichen Facetten könnte den Zyklus, auch mit Blick auf die Länge von Hundert Heften, bereichern. Die Onryonen werden jedoch sehr einfach geschildert. Wir wissen, dass sie ungern in Gesellschaft anderer Nahrung zu sich nehmen. Und sie retten die Milchstraße vor dem Weltenbrand und bringen den Völkern die Atopische Ordo. Mehr haben die Leser bislang nichts über dieses Volk erfahren. Auch Montillon führt keine neuen Gesichtspunkte in seiner Geschichte ein, die den Gegner in einem anderen Licht darstellen oder ihn gar interessanter machen. Gebetsmühlenartig werden die Begriffe Weltenbrand und Atopische Ordo heruntergepredigt. Es ist ermüdend, 42 Wochen lang stets die gleichen Kalauer vorgesetzt zu bekommen. Möglicherweise empfinden die Autoren die „Einfachheit“ der Onryonen als geniales Konstrukt. Da ein Autor über den Zyklus verteilt durchschnittlich auf 10 Romane kommt, von denen nicht alle von Onryonen handeln, kommt es sicherlich zu einer unterschiedlichen Wahrnehmung dieses Elements. Die Autoren bedenken zu wenig die Zeiträume, in denen ihre Geschichte veröffentlicht wird. Der aktuelle Zyklus wird demnächst 1 Jahr alt! Also bitte die Onryonen etwas vielschichtiger gestalten!

Zu guter Letzt noch eine Randnotiz: Montillon streift in einem Kapitel den sog. Sternlichtflüchter. Die Heimatsonne dieses Wesens ist zur Supernova geworden und seine Familie dabei umgekommen. Nun lebt der Sternlichtflüchter fortan in der Vergangenheit, denn er hält sich so weit von seiner Heimat entfernt auf, dass er das Licht seiner eigentlich zerstörten Sonne noch sehen kann. So verschlägt es den Sternlichtflüchter auch nach Terra und Monkey hat ihn überwachen lassen, weil er die Geschichte als Unsinn abgetan hatte und er den Sternlichtflüchter verdächtigt hat, Spion einer fremden Macht zu sein.

Diese Anekdote hatte ihren Charme. Allerdings wird sie durch das Abtun der Geschichte als Unsinn erstrecht unsinnig. Es sollte im 16. Jahrhundert möglich sein, eine Supernova im Einflussbereich der LFT zu entdecken. Abgesehen davon natürlich, dass eine Supernova im Gebiet der LFT für dortige Zivilisationen nicht nur ein beeindruckendes, sondern auch ein gefährliches Schauspiel sein muss.