Articles for the Month of Januar 2014

Ansichten zu Perry Rhodan Heft 2736

Der greise Hetran – von Hubert Haensel – Handlung:

Der Erste Hetran Koonepher-Trest befindet sich auf seiner zeremoniellen Abschiedsreise und wird in Kürze auf Axxallia-Annor eintreffen. Der Lare Padnan-Raok, nach eigenen Angaben Angehöriger der Sicherheitskräfte des Ersten Hetran, ist auf Axxallia-Annor eingetroffen und sucht nach einem besonderen Leibwächter für Koonepher-Trest. Seine Wahl fällt auf den Praccic Kokkov vom Planeten Gemnid. Das schlangenartige Wesen hat einen guten Ruf und besondere Fähigkeiten. Kokkov geht die Verpflichtung ein und nimmt den Ersten Hetran als seinen Sorgling an. Der Praccic bekommt von Padnan-Raok eine Plakette aus Patronit, die ihn als Leibwächter gegenüber der Sicherheitsgarde legitimiert.

Perry Rhodan und Bostich halten sich nach dem Besuch des Kontrafaktischen Museums in der Hauptstadt des Planeten auf. Qhy bereitet sich auf die Ankunft des Ersten Hetrans vor. Der Onryone Gesspyr Hocctosser hat mal wieder seine Beziehungen ausgespielt und eine Audienz beim Hauptdirektor des Museums erhalten. Der Lare Voruder-Paac und die beiden Unsterblichen begleiten den Forscher zum Palais der Administration.

Auch anderenorts wird die Ankunft von Koonepher-Trest mit Spannung erwartet. Die Larin Timis-Tiapha, Sub-Hetranin der larischen Sub-Domäne und eine der Kandidaten auf die Nachfolge des Ersten Hetran, beobachtet vom Bord ihres Schiffes die Aktivitäten auf Axxallia-Annor. Von Padnan-Raok wird sie über die Verpflichtung Kokkovs informiert. Sie ist zufrieden.

Der Direktor des Museums ist Baudencerc. Der vier Meter große Greiko ist eine Ehrfurcht gebietende Erscheinung. Er empfängt zusammen mit zwei Robotern seine Besucher in einem spartanisch eingerichteten Audienzsaal. Während Gesspyr Hocctosser und Voruder-Paac das Gespräch führen, versuchen Rhodan und Bostich aus den Antworten Baudencercs Hinweise zu erhalten, die eine Spur zum ursprünglichen Heimatssystem der Laren aufzeigen. Das Vektorion, so erläutert es der Greiko, zeige wie ein Kompass zum Heimatsystem der Laren. Das Gespräch wird unterbrochen, da der Erste Hetran früher als erwartet in Qhy eintrifft und sofort Baudencerc sprechen möchte.

Das Palais wird geräumt, alle Besucher müssen das Gebäude verlassen. Rhodan hat in einem unbeobachteten Augenblick seine Halskette aus Vae-Metall und Neacue im Audienzsaal zurückgelassen. Im allgemeinen Getümmel kehren Rhodan und Bostich zum Audienzsaal zurück und werden vom Benetah eingelassen, der den schützenden Energieschirm ausschalten konnte. Der Terraner und der Arkonide untersuchen den Raum und entdecken eine geheime Tür, die sich erst öffnet, als Rhodan mit der linken Schulter dagegen drückt. Wie es scheint, wurde der Öffnungsvorgang durch den Aktivatorchip ausgelöst.

Der geheime Raum beherbergt mehrere Gegenstände. Eine Holzkonstruktion, die Rhodan an einen alten Beichtstuhl erinnert, ein riesiger Sarkophag und schließlich ein Gerät, das den beiden Unsterblichen den Atem verschlägt. Mitten im Raum befindet sich ein Physiotron, baugleich mit jenem Gerät auf Wanderer, in dem Rhodan seine erste Zelldusche bekam. Rhodan und Bostich öffnen den Sarkophag. Darin liegt ein konservierter Greiko. Bostichs photographischen Gedächtnis nach, ist der Tote eine jüngere Ausgabe von Baudencerc. Unbemerkt ist mittlerweile Baudencerc zusammen mit seinen Robotern in den Raum eingedrungen. Neacue vermutet, dass der Greiko einen Transmitter benutzt haben könnte.

Baudencerc ist über die Eindringlinge keineswegs verärgert. Er hat ihre Gespräche wohl schon eine Zeitlang mitgehört und gibt bereitwillig die Auskunft, als Zeitzeuge aus der Zukunft für diese Galaxis gekommen zu sein. Den Beichtstuhl bezeichnet der Greiko als wertvollstes Objekt in der Larendomäne. Es ist ein Atopischer Synaptor. Wäre er nicht defekt, könnte man damit Kontakt zur Heimat der Atopen aufnehmen. Als Rhodan ihn bittet, an der Unterredung mit Koonepher-Trest teilnehmen zu dürfen, willigt Baudencerc ein.

Während Baudencerc los eilt, um Koonepher-Trest zu empfangen, bleiben Rhodan und Bostich zunächst mit den beiden Robotern zurück. Plötzlich vermeldet der eine Roboter, dass sein Herr angegriffen würde. Der Roboter verlässt den Raum und die beiden Männer folgen. Auf den Ersten Hetran hat es einen Anschlag gegeben, just in dem Moment, als der alte Lare seinen Nachfolger benennen wollte. Kokkov kann die Angreifer außer Gefecht setzen. Dazu stößt der Praccic einen elektromagnetischen Puls aus, der die angreifenden Roboter vernichtet. Auch der Individualschirm des Ersten Hetran wird allerdings dadurch ausgeschaltet. Als sich Kokkov seinem Schützling nähert, explodiert seine Plakette und verletzt Koonepher-Trest schwer. Der ebenfalls verletzte Baudencerc wird von seinem Roboter aus dem Raum teleportiert. Der Roboter holt auch Rhodan, Bostich und den Laren.

Gegenüber dem Sterbenden gibt sich Perry Rhodan als Hetork Tesser zu erkennen. Der Lare drückt Rhodan das Vektorion in die Hand und küsst ihn auf die Wange, bevor er stirbt.

 

Rezension:

Perry Rhodan und Bostich suchen in Larhatoon Antworten auf ihre Fragen hinsichtlich des Tribunals. So steht es auf Seite 3 und so werden die Motive der Helden in jedem einzelnen vorangegangenen Heft geschildert. Die beiden Hauptpersonen haben auch im vorliegenden Roman unter der Schreibe von Hubert Haensel mal wieder dutzende Gelegenheiten, um dieser Aufgabe nachzugehen. Und natürlich lässt Hubert Haensel keine Gelegenheit aus, seine Figuren scheitern zu lassen.

Die Gespräche, insbesondere die zwischen dem Greiko und den beiden Unsterblichen, werden nämlich nach dem üblichen Muster abgewickelt. Obwohl von beiden Seiten aufgrund der Ankündigungen erheblicher Bedarf an Antworten verlangt wird, verweigern sich beide Seiten, die notwendigen Fragen zu stellen. Der Greiko fragt nicht nach, woher zwei unscheinbare Shetorner vom Physiotron wissen oder wie sie gar in den Raum mit dem Gerät gelangen konnten, ist doch der Zugang nur Wesen mit einem Zellaktivator oder einer Zelldusche möglich. Und die beiden Galaktiker stellen keine Fragen zur Zukunft, bzw. den Beobachtungen des vermeintlichen Zeitzeugen. Immer dann, wenn sich doch eine Möglichkeit auftut, Hintergründe zu erfahren, schreitet der Autor mit den zur Genüge bekannten Methoden ein, die eine Aufklärung verhindern helfen. Der Erste Hetran trifft auf Axxallia-Annor ein und dies führt zur Unterbrechung der Audienz. Gerade als es durch die Entdeckungen Rhodans und Bostichs wieder spannend wird, will der Erste Hetran seinen Nachfolger verkünden und der Greiko eilt erneut weg und lässt die Figuren einmal mehr im Regen stehen. Schließlich verhindert das Attentat weitere Untersuchungen am Atopischen Synaptor. Am Ende hätte es nochmals eine Gelegenheit gegeben, dass sich Rhodan und Bostich in Ruhe mit Baudencerc hätten unterhalten können. Doch da greift der Autor zur erbarmungslosesten Methode, die es in der Serie gibt, um seine Figuren ohne Antworten zu lassen. Er lässt sie nämlich einfach sang- und klanglos von dannen ziehen. Der Greiko bleibt zurück, so als wäre er plötzlich völlig bedeutungslos geworden.

Lediglich die Kette der Indizien ist um ein paar Glieder länger geworden, als da sind ein Physiotron, ein Atopischer Synaptor, das Vektorion und eventuell ein Fiktivtransmitter, es sei denn der Roboter kann tatsächlich teleportieren. Der Zeitzeuge wird einmal mehr seinem Namen, bzw. seiner Funktion nicht gerecht. Lt. Wikipedia wird als Zeuge eine natürliche Person bezeichnet, die hinsichtlich eines aufzuklärenden Sachverhaltes durch eigene Wahrnehmung Angaben zur Sache machen kann (Zeugnis ablegen). Aber wie schon bei Julian Tifflor scheinen Zeugen in diesem Zyklus mit einem generellen Aussageverweigerungsrecht durch die Expokraten ausgestattet worden zu sein. Schreitet der Zyklus mit der aktuellen Geschwindigkeit voran, wird es, wenn überhaupt, erst in Heft 2798 oder 2799 zu einer Zeugeneinvernahme kommen.

Nachdem letzte Woche das Exotische auf der Strecke blieb, sucht sich Hubert Haensel mit dem Praccic eine sehr fremdartige Kreatur aus, um seinen Roman zu bereichern. Die Verbindung, die sich zwischen dem Leibwächter und Timis-Tiapha ergab, ließ bald den Schluss zu, dass es um die Rekrutierung Kokkovs als Leibwächter alleine nicht ging. In der Folge geht der Autor der Antwort auf die Frage nach, welcher Attentäter wohl der beste Attentäter sei. Es ist der Attentäter, der nicht weiß, dass er einer ist! Um diese Idee aber auch dramaturgisch perfekt nutzen zu können, hätte der Autor die Figur seines unfreiwilligen Attentäters ein gutes Stück mehr in die Handlung einbauen müssen. Zeitweise schien die Figur nämlich vergessen. Ihr dramatischer Auftritt am Romanende geriet so beinahe zur Nebensache.

Die Suche nach weiteren Puzzleteilen wird nächste Woche fortgesetzt. Es wäre nun allerdings nach mehr als einem Zyklusdrittel an der Zeit, einige Teile zusammenzufügen. Sollten sich die Exposé-Autoren nun verständnislos am Kopf kratzen und dem entgegenhalten, dass sie weiß Gott genügend Hinweise in den Romanen eingebaut hätten, kann ich nur sagen, dass sich bei mir noch kein konkretes Bild ergibt.

 

Ansichten zu Perry Rhodan Heft 2735

Das Kontrafaktische Museum – von Leo Lukas – Handlung:

Perry Rhodan und Bostich haben als Shetorner maskiert, Zutritt zur HOPTCHER-VOIC bekommen. Der Larenraumer befindet sich unter dem Kommando des Laren Voruder-Paac und hat das Kontrafaktische Museum auf Axxallia-Annor zum Ziel. Ebenfalls an Bord ist der Onryone Gesspyr Hocctosser, der sich der Suche nach der Ursprungswelt der Laren verschrieben hat.

Der Flug zum Kontrafaktischen Museum nimmt geraume Zeit in Anspruch. Obwohl nur 909 Lichtjahre zu überwinden sind, dauert der Flug mehr als einen Monat. Das Atopische Tribunal hat auf jedem Fernraumschiff der Laren einen Radiusinduktor installieren lassen, der unter der Kontrolle eines Tolocesten steht. Der Radiusinduktor ist eine Variante des Technogeflechts und überwuchert wesentliche Maschinenanlagen des Larenraumers. Der in der Atopischen Ordo derzeit definierte Ordische Radius liegt bei 10.000 Lichtjahren. Größere Distanzen können Schiffe in Larhatoon nicht zurücklegen, wobei die einzelne Etappe zudem auf 100 Lichtjahre beschränkt ist und ein Überlichtfaktor von maximal 10.000 zugelassen wird.

Auf dem Flug haben Rhodan und Bostich Gelegenheit, nähere Kontakte zum Kommandanten Voruder-Paac zu knüpfen. Sie warnen den Laren vor einem Sabotage-Akt der Proto-Hetosten an Bord. Tatsächlich kann der Anschlag abgewehrt werden und Voruder-Paac macht die beiden Unsterblichen daraufhin mit Gesspyr Hocctosser bekannt, den Rhodan mit seinen Kenntnissen der Vergangenheit aus der Zeit des Konzils der Sieben beeindrucken kann. Gesspyr Hocctosser bittet Rhodan und Bostich, ihn bei seinen Forschungen zur Urheimat der Laren zu begleiten und ihn ggf. vor Attentaten zu beschützen. Die beiden Männer gehen darauf ein.

Schließlich erreicht man das Axxallia-System. Um den zweiten Planten Axxallia-Annor kreisen zehntausende Antlitzraumer auf Parkpositionen. Der Planet wird von 9 Kontinenten bedeckt. Auf jedem Kontinent steht eine Filiale des Kontrafaktischen Museums. Überspannt werden die Filialen von elf Kilometern hohen Kuppeln, die über tausend Kilometer Durchmesser haben. Dank der Kontakte des Onryonen Hocctosser darf die HOPTCHER-VOIC alsbald landen und die vier Männer checken in einem Hotel in Qhy auf dem Kontinent Zantbragen ein. Vor dem Besuch des Museums erfährt Perry Rhodan, dass sich der derzeitige Erste Hetran auf seiner zeremoniellen Abschiedsreise befindet und demnächst auch Axxallia-Annor besuchen wird.

Schließlich steht der Besuch im Kontrafaktischen Museum an. Die Besucher erhalten Anzüge, die als Skaphander bezeichnet werden. Diese Anzüge stellen einen mentalen Kontakt zwischen Museum und Besucher her. Rhodan und die Anderen werden Zeuge der Lebenserinnerungen der larischen Wissenschaftlerin Amtyphar-Thae. Als Amtyphar-Thae sieben Jahre alt ist, wird sie von ihrem Großvater zu einer Reise mitgenommen. Sie wird Zeugin einer totalen Sonnenfinsternis. Dieses Ereignis beeindruckt sie derart, dass sie entgegen den Erwartungen ihrer Familie keine militärische sondern eine wissenschaftliche Laufbahn einschlägt. Nach dem Studium der Hyperphysik tritt sie eine Stelle im Forschungszentrum Caunnry an. Im Team des Laren Bassaron-Taak darf sie an der Entwicklung eines neuartigen Antriebs arbeiten. Der sogenannte Hypertraktor wird zur Serienreife entwickelt.

Unter dem Druck des Militärs muss das Team seine Forschungen auf Volterhagen fortsetzen und mit dem Laren Puyar-Keotost, der zum Militär gehört, zusammenarbeiten. Amtyphar-Thae lässt sich auf eine Liaison mit Puyar-Keotost ein. Eines Tages erleidet Bassaron-Taak einen tödlichen Unfall, doch erst viel später kommt Amtyphar-Thae dahinter, dass sie von Puyar-Keotost hinters Licht geführt wurde. Der Hypertraktor wurde zu einer Waffe fortentwickelt, die man als Gravokompressor bezeichnet. Amtyphar-Thae wird von Puyar-Keotost entlassen und stiehlt die Daten der Waffe. Kurze Zeit später wird die larische Superwaffe erstmalig bei der Bestrafung einer Gruppe von Renegaten eingesetzt, die sich auf die paradiesische Welt Laccbogon flüchten. Die Waffe zerstört fast den ganzen Planeten. Milliarden von Unschuldigen sterben. Amtyphar-Thae gibt die Daten der Waffe an andere Larenvölker weiter, in der falschen Hoffnung, bei Waffengleichheit weitere Kriege zu verhindern.

Doch sie erreicht das Gegenteil. Es folgten furchtbare Kriege, Sonnen wurden in Pulsare verwandelt, ganze Planeten vergingen. Immer mehr Sterne erloschen. Dann begann die letzte Phase der Apokalypse. Im 774. Großjahr larischer Zeitrechnung kam es zur finalen Katastrophe. Die beginnende Hyperimpedanz führte zu ersten Tryortan-Schlünden. Beim Versuch, diese Gebilde mit dem Gravokompressor auszulöschen, wurde ein neues Gebilde geschaffen. Ein Mega-Tryortan-Schlund sprang unkontrolliert durch die ganze Galaxis und löschte mit Gravoschauern ganze Zivilisationen aus. Der Sternenhammer teilte sich wieder und wieder und unzählige Sternenhämmer machten sich auf den Weg zu anderen Galaxien.

Rhodan erkennt, dass das 774. Großjahr in etwa dem Jahr 1331 NGZ entspricht. Die Aufzeichnung versetzt ihn nun 500 Jahre in die Vergangenheit. Bevor die Laren ihren verhängnisvollen Fehler begehen können, tritt das Atopische Tribunal mit einer gigantischen Flotte auf den Plan. Die reptiloide Richterin Saeqaer bewahrt Larhatoon vor dem Untergang und bringt den Frieden. Rhodan ist von der mentalen Vorführung tief beeindruckt. Mit den anderen diskutiert er einzelne Beobachtungen. Unter anderem gab es eine Information, dass der Erste Hetran tot und das Vektorion verloren sei. Das Vektorion scheint eine besondere Bedeutung zu haben. Diesem Hinweis will man nachgehen.

 

Rezension:

Während meine Zusammenfassungen üblicherweise den Romanaufbau wiederspiegeln, habe ich diesmal die Inhaltsangabe anders gegliedert. Leo Lukas beginnt seinen Roman mit den Erinnerungen der larischen Zeitzeugin Amtyphar-Thae und unterbricht hin und wieder diese Aufzeichnungen mit den Erlebnissen Perry Rhodans und Bostichs. Erst im letzten Drittel des Romans fügt der Autor diese beiden Stränge zusammen, als Rhodan und Co eine Führung im Kontrafaktischen Museum erhalten und dadurch ebenfalls mit den Erinnerungen von Amtyphar-Thae konfrontiert werden. Es war für mich einfacher, diese Erinnerungen in der Zusammenfassung am Ende zu bündeln.

Was gibt es sonst zum Roman zu sagen? Leo Lukas beginnt seine Erzählung mit einem Zitat des österreichischen Schriftstellers Adalbert Stifter, der für seine episch breiten Naturdarstellungen bekannt ist, die zu einer Entschleunigung der Handlung seiner Erzählungen führten. Ein Schelm ist, wer Böses dabei denkt. Allerdings ging ich bislang davon aus, dass die Entschleunigung der Handlung eine Erfindung der Perry Rhodan-Autoren sei, um Zyklen auf die befohlene Länge von 100 Romanen zu strecken.

Entschleunigt präsentiert sich auch der Flug der beiden Hauptfiguren zum Kontrafaktischen Museum. Dank der atopischen Entschleunigungsgeräte sind Rhodan und Bostich im Schneckentempo unterwegs. Den Zwischenfall an Bord nutzt der Autor, um seine Figuren einander bekannt zu machen. Wie unwahrscheinlich allerdings der Sabotageakt angelegt ist, zeigt sich erst, als das Schiff Axxallia-Annor erreicht, wo zehntausende von Pilgerschiffen den Planeten besuchen. Unter zehntausenden Schiffen hat sich Rhodan mal wieder dasjenige ausgesucht, auf dem ein Sabotageakt durchgeführt wurde. Warum ich das erwähne? Ich habe gerade nochmal die einleitenden Worte von Wim Vandemaan zum Weltcon in Mannheim gehört. Der Exposé-Autor geht mit einem Augenzwinkern auf einen immer wiederkehrenden Umstand ein, dass Rhodan nämlich immer zur falschen Zeit am falschen Ort ist.

Die Geschichte war flüssig zu lesen, was auch dem Umstand zu verdanken ist, dass Leo Lukas die vier Hauptfiguren, als da wären ein Terraner, ein Arkonide, ein Lare und ein Onryone, stets mit gleicher Mundart sprechen lässt. Und auch die Zeitzeugin greift hin und wieder auf österreichische Redewendungen zurück. Diese Herangehensweise lässt die Figuren sehr vertraulich miteinander agieren, allerdings bleibt das Exotische, das Unbekannte, das Fremde etc. dadurch auf der Strecke.

Am Ende wirft der Autor dann noch den Begriff „Vektorion“ ein und die Figuren haben ihr nächstes Ziel. Die Entschleunigung wird nächste Woche fortgesetzt, wenn wie angekündigt der Erste Hetran auf Axxallia-Annor eintrifft. Apropos Laren! Ich habe mir heute auch nochmal die Rede von Andreas Eschbach vom Weltcon 2011 angehört. Etwaige Gemeinsamkeiten zwischen Leos Roman und Eschbachs Ausblick auf Heft 5217 sind sicherlich nicht beabsichtigt gewesen. Wer mehr wissen möchte, hört sich Andreas Eschbachs Rede Teil 2 (ab Zeitindex 05:55) vom Perry Rhodan Weltcon in Mannheim an. Zu finden im Youtube-Kanal der Perry Rhodan-Redaktion.

 

Ansichten zu Perry Rhodan Heft 2734

Der Wald und das Mädchen – von Uwe Anton – Handlung:

Der Raumvater GYUDOON mit Perry Rhodan, Gaumarol da Bostich, Neacue und Avestry-Pasik an Bord hat den Planeten Volterhagen erreicht. Mit Hilfe seiner Drohnen lässt Avestry-Pasik einige Explosionen an Bord auslösen. Das Schiff wird zu einer Notlandung gezwungen. Im Chaos will der Lare die beiden Galaktiker überwältigen, doch Rhodan schlägt Avestry-Pasik bewusstlos. Er und Bostich kapern mit Hilfe von Neacue einen Gleiter und verlassen das angeschlagene Schiff. Der Flug der GYUDOON hätte zum Raumhafen von Stozer gehen sollen, eine larische Küstenstadt, die zu Rhodans Entsetzen vom onryonischen Technogeflecht überwuchert ist. Der Terraner und der Arkonide weichen der der Stadt aus und landen in der Nähe des Forschungszentrums Narotaak, das Rhodan aus seinen Erinnerungen von vor 1500 Jahren noch vage bekannt ist. Sie landen in einem Wald und machen sich zu Fuß auf den Weg.

Zur gleichen Zeit wird der Lare Pester-Kord mit einer verschlüsselten Nachricht über zwei Personen informiert, die sich auf Volterhagen auf der Flucht befinden. Pester-Kord ist Wissenschaftler in Narotaak und gehört zur Organisation der Proto-Hetosten. Er beginnt damit Ermittlungen anzustellen.

Der Wald erweist sich als äußerst gefährlich. Zweimal werden die beiden Aktivatorträger von Insekten und Pflanzen angegriffen. In beiden Fällen wird den beiden Unsterblichen ein Gift injiziert. Nur dank ihrer Zellaktivatoren können sie die Angriffe überleben. Die Drohnenmaske hat Rhodan mittlerweile abgelegt, damit Avestry-Pasik ihrer Spur nicht folgen kann. Mittlerweile ist es Nacht geworden und mitten im Wald treffen die beiden Männer auf ein larisches Kind. Das Mädchen im Alter von ca. 10 Jahren scheint keine Angst zu haben. Schnell wird Rhodan klar, woran das liegt. Das Mädchen, das sich als Than-Deneec vorstellt, ist in Begleitung von Yupper, wie sie das sechsbeinige Tier nennt. Yupper ist ein Yazad und schützt das Mädchen vor allen Gefahren des Waldes. Als sie angegriffen werden, fällt Yupper rasend schnell über die angreifenden Tiere her. Allerdings bricht Bostichs noch frische Armverletzung wieder auf.

Than-Deneec bringt sie nach Narotaak, damit der Arkonide medizinisch versorgt werden kann. Die Larin hält sie für Shetorner, ein Zweigvolk der Laren. Than-Deneec hat im Außenbereich des Forschungszentrums eigene Labore und einen Wohnbereich. Mehrere Yazad halten sich in der Wohnung auf. Zur Überraschung von Rhodan kündigt das Mädchen an, für Bostich einen neuen Arm nachwachsen zu lassen. Sie analysiert dazu das Genom des Arkoniden. Sie erkennt, dass der Arkonide nicht der ist, für den er sich ausgibt. Allerdings scheint sie das nicht zu beunruhigen, solange die beiden keine Onryonen sind. Perry Rhodan darf die Terminals der Wohnung benutzen. Er stellt Recherchen an. Das Atopische Tribunal hat Larhatoon in Domänen aufgeteilt und eine strenge Völkertrennung durchgesetzt. Die vom Volk der Suolsonari geschaffenen Sternenportale wurden später von den Onryonen zum Teil demontiert. Nur die großen Relaisstationen wurden den Tolocesten unterstellt und in Richtung Milchstraße ausgebaut. Die Informationen sind zum Teil widersprüchlich, insbesondere die zeitlichen Abfolgen verwirren Rhodan.

Auch von Than-Deneec bekommt Rhodan bei einem erneuten Ausflug in den Wald mehr Informationen. Sie betreibt wie andere Laren auch, genetische Forschungen. Der Genetikpool Volterhagens ist ideal dafür. Die Yazad sind Schimären, die mit dem genetischen Code eines unbekannten Lebewesens geschaffen wurden. Der genetische Code ist auch im Körper der Larin, die mehrere hundert Jahre alt ist. Rhodan wird schwindlig, als er erkennt, dass es halutische Gensequenzen sind, die von Tolots totem Kind stammen. Nach einigen Tagen ist Bostichs Arm nachgewachsen. Von Than-Deneec erhalten die beiden Männer noch kosmetische Masken, die sie besser als Shetorner durchgehen lassen und einige Geldmittel. Im Gegenzug versichert Rhodan, dass sie nichts gegen die Larendomäne unternehmen werden. Die beiden Unsterblichen reisen in die Stadt Elesen-Canash und können dort eine Passage auf der BLOSSTER-CYV buchen, die zur Heimatwelt der Shetorner fliegen wird. Rhodan erfährt aber auch, dass ein Lare namens Voruder-Paac, Kommandant der HOPTCHER-VOIC auf der Suche nach den geheimnisvollen Wurzeln der larischen Zivilisation ist. Er trifft sich mit dem Laren und kann ihn mit seinen Kenntnissen vom Hetos der Sieben beeindrucken.

Als Rhodan und Bostich an Bord der BLOSSTER-CYV gehen, werden sie dort von Mitgliedern der Proto-Hetosten gestellt. Pester-Kord hat die Spur zu den beiden Unsterblichen über Than-Deneec bis nach Elesen-Canash verfolgen können. Rhodan und Bostich können den Angriff abwehren. Nicht zuletzt deshalb, weil Bostichs neuer Arm ebenfalls halutische Erbinformationen enthält und er den Arm strukturverdichten kann. Mit Hilfe von Neacue können die beiden Männer das Schiff verlassen und gehen zur Freude von Voruder-Paac an Bord der HOPTCHER-VOIC. Ihr Ziel ist das Kontrafaktische Museum auf Axxallia-Annor.

 

Rezension:

In seinem fünften Beitrag zum laufenden Zyklus hat es Uwe Anton etwas ruhiger angehen lassen, als in seinen anderen Romanen. Abgesehen natürlich vom literarischen Diskurs aus Heft 2732. Zwar gibt es gleich zu Beginn den erzwungenen Ausstieg aus der zur Notlandung gezwungenen GYUDOON und direkt im Anschluss den Kampf gegen Flora und Fauna Volterhagens, dennoch kristallisierte sich die Absicht des Autors schnell heraus, seinen beiden Hauptfiguren nicht allzu viel Last auf die Schultern zu legen. Bostich war durch seine Verletzung bei der Flucht von der Dunkelwelt gehandicapt und jetzt auch noch Rhodan zu verletzen, wäre sicher übertrieben gewesen.

Von daher liegt der Schwerpunkt von Uwe Antons Roman darin, einen Bogen über 2000 Hefte zu spannen und den Larenzyklus mit dem aktuellen Zyklus zu verknüpfen. Echte Berührungspunkte gibt es nur wenige, laut Roman sind es gerade mal drei Orte in der Larengalaxis, die mehr oder weniger bekannt sind. Volterhagen ist einer dieser Orte und daher verwundert es ein wenig, dass der Aufenthalt für die beiden Hauptfiguren dort nur von kurzer Dauer ist. Da im letzten Roman erwähnt wurde, dass Volterhagen mehrmals von einer Richterin des Atopischen Tribunals besucht wurde, schien dieser Handlungsort eine größere Bedeutung zu haben, auch wegen dem Vae-Metall und dem Bau einer Waffe. Es bleibt abzuwarten, ob und wann Rhodan und Bostich dorthin zurückkehren.

Der Autor findet aber bei seinem Griff in die Serienvergangenheit noch einen anderen Berührungspunkt. Auf Volterhagen starb das einzige Kind von Icho Tolot und 1500 Jahre später ist die halutische Erbinformation zum Spielball larischer Genetiker geworden. Während der Autor in diesen Passagen also 2000 Hefte erfolgreich überspringt und recht interessant gestaltet, ist es ihm nicht gelungen, die Geschehnisse der letzten drei Hefte in ähnlicher Souveränität zu verknüpfen. Er oder das Exposé übersehen einige Details aus dem Roman der Vorwoche, seien es Rhodans Kenntnisse der neueren larischen Sprache, die letzte Woche aufgefrischt wurden und nun wieder verschütt gegangen sind oder die Kenntnis vom Gravokompressor, die Rhodan bei seiner Teilnahme an der intradimensionalen Erweiterung der Aiunkko erhielt und nun wieder vergessen hat.

Allerdings sind diese Fehler nicht so gravierend und man kann auch die Wiederholungen zum x-ten Galaxiendurchlauf tolerieren. Weniger gefiel erneut das Zusammenspiel der Figuren Rhodan und Bostich. Dass der Held und Namensgeber der Serie den dominanten Part übernehmen würde, war klar. Dass die Gedankengänge des Vorsitzenden des Galaktikums allerdings derart schwach angelegt sein würden, ist schon arg peinlich. Abgesehen davon, dass die beiden Protagonisten seit Wochen durchs halbe Universum reisen und keinen einzigen vernünftigen Dialog von den Autoren spendiert bekommen, mangelt es den Gedankengängen, die Bostich von sich geben darf, auch noch an Tiefe.

Auf Seite 53 darf der Arkonide nämlich seine Ziele abstecken. Er will in die Milchstraße zurückkehren, dort eine Expedition nach Larhatoon in Marsch setzen, die Sternenportale erobern und dann das Tribunal ausschalten. Der Autor übersieht dabei, dass sich am Kräfteverhältnis Atopisches Tribunal vs. Galaktikum seit der Inhaftierung der beiden Fraktoren nichts geändert hat. Die Ziele des Herrn Bostich sind kindisch. Es wäre schön, wenn den beiden Hauptfiguren mal wieder ein Dialog spendiert werden würde, der auch den Stellenwert dieser Figuren wiederspiegelt. Allerdings lässt Bostichs neuer „Handlungsarm“ eher vermuten, dass die Autoren den Dialogen aus dem Weg gehen und mehr auf Showeffekte setzen. Vielleicht kann Leo Lukas nächste Woche etwas Schwung in die gequälten Dialogszenen von Rhodan und Bostich bringen.